Hallo liebe Leser
Heut ist es wieder mal soweit,
ich stelle Euch eine Sehenswürdigkeit aus
meiner Heimat vor und zwar das
Kloster Heilsbronn
Allgemeines zu Heilsbronn
Die Stadt Heilsbronn liegt zwischen Nürnberg und Ansbach
direkt an der A 6 und an der B 14.
Sie hat 9300 Einwohner ( mit Eingemeindungen )
und das Stadtgebiet alleine hat ca 6000 Einwohner.
Heilsbronn belegt eine Fläche von ca 64 Quatrat - Kilometer
und liegt auf einer Höhe von 423 Meter.
Zum fränkischen Seenland sind es circa 35 Kilometer
und die Autos fahren mit dem Kennzeichen AN ( Ansbach ).
Seit 1875 geht die Bahnstrecke
--> Nürnberg- Heilsbronn- Ansbach
am Ort vorbei und seit 1932 heißt Heilsbronn nicht mehr
" Kloster Heilsbronn " sondern " Stadt Heilsbronn " ,
wurde also in den Stand einer Stadt erhoben.
Stadtteile
Folgende Stadtteile gibt es:
Betzendorf
Betzmannsdorf
Bonnhof
Böllingsdorf
Bürglein
Müncherlbach
Neuhöflein
Seitendorf
Weiterndorf
Göddeldorf
Gottmannsdorf
Höfstetten
Ketteldorf
Markttriebendorf
Trachtenhöfstatt
Triebendorf
Weißenbronn
Kontakt
Stadtverwaltung Heilsbronn
Kammereckerplatz 1
D - 91560 Heilsbronn
Tel. 09872 - 806 - 0
Fax. 09872 - 806 - 66
www.heilsbronn.de
Der Ortsname
Ende des 1. Jahrhundert ließen sich Siedler im südosten
des Rangau nieder und nannten den Ort " Haholdsbrunn "
zu Ehren ihres Grundherren.
Mundartlich wurde dann der Name " Halsbrunn " daraus
und die Mönche veränderten ihn dann in " fons salutis "
( Brunnen des Heils )
Einwohnerzahlen
Ca 1578 --> 170 Einwohner
1791 - 1800 --> 850 Einwohner
1932 --> 1700 Einwohner
1939 --> 2000 Einwohner
1946 --> 3300 Einwohner ( Einweisung der Heimatvertriebenen )
1956 --> 4000 Einwohner
1965 --> 5000 Einwohner
2007 --> 9300 Einwohner
Das Stadtwappen
1894 wurde Heilsbronn ein Wappen verliehen.
Es ist meist in den Farben rot - gelb gehalten und zweigeteilt.
Auf der linken Seite ist ein Band in rot und silber mit kleinen Kästchen
-- Das Band ist auf fast allen Zisterzienser Wappen zu finden,
stammt aber eigentlich aus dem Familienwappen von
Bernd von Clairvaux
( eine bekannte Persönlichkeit des Zisterzienser Ordens )
Auf der rechten Seite sieht man den Dreischalenbrunnen.
-- Dieser Brunnen wurde vom Abt Sebaldus Bamberger
( Abt in Heilsbronn von 1498 - 1518 ) gekauft.
Er war aus Blei und wurde gegenüber des Refektoriums von
Meister Amrosius erbaut.
1631 ( im 30 jährigen Krieg ) wurde er dann leider zerstört.
Unten im Wappen ist ein kleines Herz
-- Eine genaue Erklärung für das Herz gibt es nicht,
man vermutet aber, das es für die Frömmigkeit der
heilsbronner Mönche steht.
Als Bayern noch ein Königreich war, war auf dem Wappen eine Krone.
Diese wurde aber wieder entfernt, nachdem es das Königreich Bayern nicht mehr gab.
Stadt - und Museumsführungen
Es gibt sehr, sehr viele Führungen in Heilsbronn
und im Münster der Stadt.
Ein paar davon möchte ich hier aufzählen:
- Stadtführung
von April - September
jeden 1. Sonntag im Mai, 15 Uhr
Dauer: 1 Stunde Preis: 2 Euro pro Person
- Abendführung
von Mai - August
jeden Donnerstag ab 17.30 Uhr
Dauer: 1 Stunde Preis: 2 Euro pro Person
- Münsterführung
von Ostern bis Ende Oktober
Sonntags 13.30 Uhr
- Gang mit dem Nachtwächter ( in ) durch Heilsbronn
Dauer: 1 Stunde Preis: 3 Euro pro Person
- Gruppenführung
- Heilsbronn, eine Stadt erleben
Dauer: 1 Stunde Preis 30 Euro
Max. 25 Personen
Termine nach Absprache
- und viele, viele mehr
Es gibt noch viele Führungen mehr,
( - z.B. Mönche, Landschaft und Geschichte (n)
- Enttäuschung und Staunen über " Kloster " )
die aber hier alle aufzuzählen würde zuweit gehen.
Museen in Heilsbronn
- Stadtgeschichtliches Museum " Vom Kloster zur Stadt "
-- Angebote für Kinder und Jugendliche
-- Regelführung durch´s Museum an bestimmten Terminen
INFO: Museum vom Kloster zur Stadt
Hauptstr. 5
91560 Heilsbronn
- Heimatstuben und Musikinstrument Museum
-- im Katharinenturm, im Dachfgeschoss der Türmerwohnung
INFO: Heimatstuben und Musikinstrumnent Museum
Hauptstr. 20
91560 Heilsbronn
Übernachtung und Verpflegung
Es gibt viele Hotels, Zimmer und Ferienwohnungen in Heilsbronn.
Die Preise für eine Übernachtung fangen bei ca 20 Euro an
und gehen ( natürlich ) weiter nach oben.
In Heilsbronn gibt es viele Gaststätten und Cafes,
auch für junge Leute die Abend nochmal um die Häuser ziehen wollen.
( So wie ich, als ich noch jünger war :-)) )
Heilsbronn und der Jakobsweg
Heilsbronn ist eine Station auf dem Jakobsweg.
Verantwortlich dafür ist das Zisterzienser Kloster.
Der Weg führt von Hersbruck kommend über Nürnberg
nach Rothenburg ins Schwäbische.
Bade und Kurbetrieb
Ab 1730 war in Heilsbronn ein reger Bade und Kurbetrieb,
über viele Jahrzehnte.
Angeblich sollte das heilsbronner Brunnenwasser gegen viele
bekannte Krankheiten helfen.
Leider war das ein Irrglaube.
Nach dem Zweiten Welltkrieg wollte man das wieder aufleben lassen, ließ es dann aber doch sein.
Das Münster / Kloster
Das Münster ist eine kreuzförmige , romanische Basilika
nach Hirsauer Bauweise, die 1132 geweiht wurde.
In der Gotik kamen noch mehrfache Erweiterungen des Sakralbaus dazu.
Das Kloster wurde an die Grenzen der Bistümer
--> Nürnberg, Eichstätt und Würzburg gebaut.
Der Bauherr war Bischof Otto von Bamberg
( auch bekannt als der Apostel der Pommern )
und baute hier ein bischöflich - bambergerisches Eigenkloster.
Das Kloster sollte zur Sicherung der Besitzrechte von Bischof Otto dienen.
Eine andere Geschichte besagt, daß das Kloster und die große Kirche von den Grafen zu Abenberg und dreien derer Schwestern erbaut wurde.
1132 wurde es dann von Bischof Otto zu Bamberg
- zu Ehren Marias und St. Jakob Zebedäus - geweiht.
Zuerst wurde das Kloster mit Benediktinern besetzt,
aber 1141 wurde das Kloster mit den Zisterzienser Mönchen
aus der Abtei Ebrach besetzt.
Diese waren im Mittelalter der mächtigste und reichste Orden.
Deswegen kamen auch von Rudolf von Habsburg bis Maumilian I
alle deutschen Kaiser und besuchten das Kloster.
In der zweiten Hälfe des 13. Jahrhunderts entstand die
" neue Abtei " mit dem Ostchor des Münsters.
Die Abtei ist ein zweigeschossiger Hauptbau.
Außerdem erhält das ehemalige Refektorium der Mönche ein Kreuzgewölbe mit romanischen und frühgotischen Verzierungen.
1487 wurde dann der Südflügel erbaut und 1519 kam dann noch der westliche Turmbau dazu, in dem die Klosterurkunden aufbewahrt wurden.
1578 wurde das Kloster dann aufgelößt.
Besonderheit
Unter dem Hochgrab der Kurfürstin Anna ( 1437 - 1512 ) entspringt
eine der 3 Quellen des Flusses Schwabach.
Schlafkammer des fränkischen Adels
So wurde das Kloster auch genannt, wegen der
vielen, vielen Grabmäler in der Kirche.
Zum Beispiel:
- 3 markgräfliche Hochgräber vom 14. bis zum 18. Jahrhundert
befinden sich im Mittelschiff
- Die Ritterkapelle ( Westchor ) ist eine Grablege des Adels
mit Bildsteinen aus dem 15. Jahrhundert
- und noch einige mehr.
Das Brunnenhaus
Das Brunnenhaus ist ein eingeschossiges Fachwerkhaus aus dem Jahre 1735.
Es steht nordwestlich der Stiftskirche und wurde an Stelle des Schalenbrunnens errichtet.
Reformation und Aussterben des Klosters
1524 traten 14 Mönche zur evangelischen Lehre über.
Abt Johannes Schopper suchte einen Kompromiss zwischen evangelischer Lehre und katholischer Liturgie um das Kloster zu erhalten.
Deswegen wurde 1534 eine Klosteschule gegründet.
Trotz aller Bemühungen starb das Kloster
mit dem letzten Abt - Melchior Wunder - aus.
In den folgenden Jahrhunderten wurden Kunstschätze
( auch die romanisch - gotischen Kreuzgänge ) Opfer der Spitzhacke.
Das Kloster und die Schulen
1534 wurde ( zur Rettung des Klosters ) eine Klosterschule gegründet.
Nachdem das Kloster ausgestorben war, wurde die Klosterschule zur Fürstenschule ( 1582 ) und die bestand 150 Jahre.
Die Fürstenschule war aber keine Schule für Fürsten,
sondern für die 100 begabtesten Söhne des Landes.
( übrigens:
1587 wurde in Heilsbronn die erste deutsche Schule gegründet )
1737 wurde die Fürstenschule mit dem Gymnasium von Ansbach vereint.
Einer der ersten Absolventen an der neuen Schule war
der Gelehrte Friedrich Taubmann.
Die Besitztümer des Klosters
In der Hochzeit des Zisterziensers Ordens bestand der Besitz des Klosters aus 300 Städten und Dörfern zwischen
Würzburg, Nördlingen, Hirschau und Kehlheim.
Außerdem hat das Kloster die Versorgung weiter Gebiete in Franken übernommen.
Nach dem Aussterben des Klosters ging der Besitz in eine markgräfliche Klosterverwaltung über und fiel danach dem Staatsvermögen zu.
Der 30 jährige Krieg
Der 30 jährige Krieg setzte dem Kloster arg zu.
Gräber und Gruften wurden geplündert und ausgeraubt.
Der Dreischalenbrunnen vor dem Refektorium wurde zerstört und zu Munition gemacht, da er aus Blei war.
Die Kunstwerke
Im Münster waren damals viele Künstler zugange und haben es mit ihrer Handschrift versehen.
So findet man zum Beispiel Kunstwerke des
" Nürnberger Künstlerkreises " um Albrecht Dürrer,
Adam Kraft, Veit Stoß und Peter Vischer.
Der Schnitzer von Heilsbronn
Im Münster findet man viel Schnitzereien eines Möches aus Heilsbronn.
Dieser Mönch fertigte - wegen eines geleisteten Gelübtes -
einen Altar an.
Anscheinend war er ein witziger Schnitzer,
so hat die heilige Jungfrau nur 4 Finger.
Er schnitzte auch eine Schweinsmutter die Juden säugt und auf der Stolspange der Statue des heiligen Bischof Otto schnitze er ein Tänzerpaar und einen Sackpfeifer.
Die Schatzkammer des fränkischen Adels
1297 - 1625 wurden die fänkishen Hohenzollern hier bestattet.
Deswegen gab es natürlich viele Spenden und Schenkungen
an das Kloster.
Aber auch gaben Grafen und Ritter gerne eine " milde Gabe "
beim Kloster ab.
Die Schutzherren
Die Schutzherren des Klosters Heilsbronn war die Vogtei
der Grafen von Abenberg, die ihre Grabkapelle in der Stiftskirche hatten.
Nach dem Aussterben des Abenberger Geschlechts wurden die Burggrafen von Nürnberg ( Hohenzollern ) die Schutzherrren und wurden von Kaiser Ludwig höchst persönlich dazu ernannt.
Die Burggrafen ernannten deswegen die Kirche als ihr Erbbegräbnis.
Sage
Ein Ritter aus dem Hause derer von Heideck hatte Jahre lang eine Krankheit.
Eines Tages ritt er durch den Wald mit brennendem Fieberdurst.
An einer schönen Wald - Lichtung fand er ein Brünnlein.
Er stieg vom Pferd und trank daraus,
nachdem er zur Mutter Maria gebetet hatte.
Des Heilands Mutter erhörte ihn und der Brunnen
heilte all seine Krankheiten und so nannte er die Quelle
" Heilsbrunnen " und baute an ihr eine Kapelle.
Bald kamen die Pilger in großer Zahl,
das die Kapelle die Massen nicht mehr fassen konnte.
Das Kloster heute
Die Klosterkirche ist heute eine evangelische Pfarrkirche
und gilt als die früheste Zisterziener - Kirche im deutschen Raum.
Von den 29 Altären aus dem 16. Jahrhundert sind nur noch
9 an Ort und Stelle erhalten.
Von der ehemaligen Klosteranlage sind leider nur noch Reste erhalten.
Das Refektorium wird heute als Gemeindesaal genutzt.
Der Kreuzgang ist leider weg,
genauso wie die St. Katharina Kapelle die 1330 erbaut wurde .
Sie wurde 1733 abgerissen.
Allerdings steht hier noch ein Turm.
Es gibt verschiedene Aussagen über den Turm.
Die einen sagen, er wäre auf den Grundmauern der
St. Katharina Kapelle erbaut worden, die anderen sagen,
der Turm wäre beim Abriss der Kapelle stehen geblieben.
Ich konnte leider keine 100% ige Aussage finden.
Im Kloster befindet sich heute das katechetische Amt
der evangekischen Kirche in Bayern.
In der " Neuen Abtei " sind noch die spätgotischen Räume,
der Kaisersaal mit der geschnitzten Holzdecke erhalten.
Genauso das Markgrafenzimmer und die Gemächer des Abts.
Außerdem ist noch der Bibliotheksraum mit Schränken und Wandvertäflungen des früheren 16. Jahrhundert zu sehen und die Abtkapelle mit gotischen Wandmalereien.
Meine Meinung
Ich muß sagen, ich finde Heilsbronn mit dem Kloster eine
interessane Stadt.
Was ich für einen Ort wichtig finde, daß er Geschichte hat und Vegangenheit
und das hat Heilsbronn.
Hier in der Gegend ist es ganz normal, das man von " Kloster " redet, nicht von Heilsbronn.
" Ich fahr nach Kloster zum einkaufen ... "
Jeder weiß, die fährt nach Heilsbronn.
Das ist eben noch ein Überbleibsel von damals.
In Kloster gibt es fast alles und deswegen finde ich, das ist ein sehr interssanter Ort für Familien.
Man ist nicht auf ein Auto angewiesen, denn hier ist alles im Ort.
Außerdem ist der Ort auch sehr attraktiv für Firmen, s
chon alleine durch die Nähe zur Autobahn A 6
und die B 14 geht direkt am Ort vorbei.
Dadurch ist man schnell in Nürnberg oder auch in Ansbach
( Regierungs Sitz von Mittelfranken ).
Das Kloster finde ich faszinierend.
Wenn man die alten Mauern sieht, die Gräber in der Basilika,
da meint man, man hört die Mönche noch singen.
Das hat alles soviel Ausstrahlung ....
Also wenn man in Franken Urlaub machen will,
muß man nicht unbedingt in größe Städte fahren,
denn wie man in meinem Bericht lesen konnte,
ist auch Heilsbronn eine Reise wert.
Wer sich jetzt wundert, warum ich nicht nur über das Kloster geschrieben habe, dem kann ich das schon erklären:
Die Stadt Heilsbronn gibt es erst seit 1932.
Vorher hieß sie Kloster Heilsbronn.
Sie wurde also erst damals zur Stadt erhoben.
Deswegne denke ich, muß in meinem Bericht auch etwas
über den Ort stehen.
Übrigens
Falls Ihr es bis jetzt noch nicht gemerkt habt
- beim Lesen meiner Berichte -
ich bin gerne Fränkin und auch stolz darauf in so einer wunderbaren Gegend geboren zu sein.
Deswegen möchte ich jetzt - ganz zum Schluß - noch kurz etwas über den fränkischen Namen schreiben.
Wie kam FRANKEN zu seinem Namen
1. Theorie
König Franco - der aber nirgends in Büchern erwähnt wird -
soll dem Frankenland seinen Namen gegeben haben
2. Theorie
Das Wort " frank " bedeudet " frei " und ist ein urdeutsches Wort
( Redensart: frank und frei )
Das Volk gab sich selbst den Namen, als Zeichen !!!
Es wollte andere Völker davor warnen, daß sie sich von niemanden unterjochen lassen.
Die Franken taten auch alles dafür, damit sie diesem
" ehrenvollen Namen " gerecht wurden.
Also ich finde die letzte Variante am Besten, aber leider sind wir jetzt ansscheinend nicht mehr sooo stolz und kämpferisch, denn wir ließen uns von den Bayern unterjochen :-))
Ach wie schön wäre das ..... Bundesland FRANKEN !!!!
Ich bin dafür !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
Schöne Grüße
kurtmahr2001
Ps. dieser Bericht erscheint auch bei dooyoo
schöner Reisetipp! lg