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Erfahrungsbericht

für Zirkus Baldoni
5 Sterne Erwachsene dürfen draußen bleiben ..... Bericht mit Bildern
65 von 65 Ciao User haben diesen Bericht als hilfreich bewertet Bewertungen ansehen
Empfehlenswert: Ja

Pro sehr kindergerechtes Programm, Tiere werden gut gepflegt, Akrobaten sind fast alle Kinder

Kontra einfach gestrickt - eben für Kinder

Detailbewertung

Preis-/Leistungsverhältnis
Anbindung
Sehenswürdigkeiten
Sicherheit
Gastfreundlichkeit

Der Autor

Miem Seit 21 Jul 2005

Jetzt hab ich eine Drittklässlerin zu Hause. mehr

64 Mitglieder vertrauen mir

Bei uns in die Ebersberger Gegend verirrt sich ein Zirkus nur alle paar Jahre mal. Als der Zirkus Baldoni sich ankündigte, beschlossen wir sofort, hinzugehen, obwohl Jasmin mit ihren damals 21 Monaten evtl. noch nicht so viel davon haben würde. Der nächste Zirkus wird ja möglicherweise erst auftauchen, wenn sie in der dritten oder vierten Klasse ist. Natürlich, Zirkus Krone ist in den Wintermonaten ständig in München, aber dafür ist Jasmin noch zu klein.


Ein Kinderzirkus
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.... so sollte die Bezeichnung eigentlich lauten. Ich weiß nicht, was ich erwartet hatte, das jedenfalls nicht. Der Zirkus Baldoni läßt sich am besten beschreiben mit:

VON KINDERN FÜR KINDER!

Erwachsene Zirkusliebhaber, die auf sensationelle Akrobatik warten, werden hier enttäuscht. Für Jasmin war dies genau die richtige Art Zirkus und wenn sich Baldoni in den nächsten Jahren hier wieder blicken läßt, sind ihm drei Besucher schon mal sicher.


Der Preis
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ist mir leider unbekannt geblieben, weil Jasmin und ich noch den Eingang gesucht haben, während mein vorausgelaufener Ehemann bereits bezahlt hatte. Er murmelte etwas von 5 Euro, ob pro Nase oder gesamt, habe ich nicht mitbekommen. Jasmin durfte umsonst hinein, weil sie noch unter zwei Jahren war.

Die Tierschau kostet nochmal zwei Euro, diesmal auch für Jasmin. Das würde ich aber unbedingt bezahlen, zum einen lohnt es sich wirklich, zum anderen wird damit die gute Tierhaltung unterstützt - es ist ja nicht billig, Tiere möglichst artgerecht zu halten.


DIE VORSTELLUNG
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Ich werde versuchen, die Vorstellung so zu beschreiben, wie ich sie noch in Erinnerung habe. Da die eigentlichen Konsumenten dies nicht lesen, sondern nur die Eltern, nehme ich damit nicht die Spannung weg. Denn wie gesagt - das Programm ist voll und ganz auf Kinder zugeschnitten. Erwachsene ohne Kinder sollten draußen bleiben.

Ich gehe davon aus, dass hier wie in den meisten kleineren Zirkussen das Programm ohnehin nicht haargenau feststeht, sondern auch mal abgeändert wird, wenn es einem der kleinen Artisten mal nicht so gut geht oder einer eine neue Nummer hat.


Das Zelt
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ist mäßig groß und bietet ca. 70-100 Leuten Platz. Man sitzt auf einfachen Stühlen, die auch verrückt werden können - auch dies eine gute Lösung für einen Kinderzirkus. Mehrere Familien rückten sich die Stühle zur Gruppe zusammen. Der Gang zwischen der ersten und der zweiten Reihe (mehr gibt es nicht) muß allerdings erhalten bleiben. Warum? Lest weiter!

Neben dem Zelt bilden Gatter und Wohnwagen ein eingezäunes Areal, in dem auch die Tiere untergebracht sind. Letztere haben trotz der nur vier Tage Aufenthalt unter einem Extrazelt Boxen aufgebaut bekommen und mußten sich nicht in den engen Tranportwagen quälen. In dieses Areal verirrten Jasmin und ich uns auf der Suche nach dem Eingang. Das störte niemanden, der Direktor hob sogar eine Zeltplane für uns, damit wir uns nicht zwischen den Stangen durchzwängen mußten, die den Eingang abgrenzten.


Der Clown
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begann die Vorstellung damit, dass er sich in der Arena schminkte. Dazu besinnliche Musik und gedämpftes Licht, nur der kleine Clown saß im Licht - eine fantastische Lösung, denn die wartenden Kinder langweilten sich nicht, die Zu-Spät-Kommer haben nichts verpaßt. Die Vorstellung war für 11 Uhr angekündigt und begann auch um elf - Kinder darf man nicht warten lassen. Wir kamen in der letzten Minute und saßen noch nicht richtig, da begann es auch schon.

Der Clown heißt übrigens Antonio und ist zwölf Jahre alt. So stellte ihn der Zirkusdirektor vor und er sagte auch, dass Antonio nach fast jeder Vorführung wiederkäme.

Es wurde dunkel, der kleine Clown verschwand schleunigst, die Matte auf dem Boden wurde abgeräumt (ich habe sehr gute Nachtaugen und konnte das alles beobachten). Als das Licht anging, stand Antonio gegenüber dem Artisteneingang zwischen den Zuschauern und suchte den Eingang zur Manege. Die Kinder, die dort saßen, waren total fasziniert, dass der Clown auf einmal zum Anfassen nahe war.

Das Gespräch zwischen Direktor und Clown gestaltete sich als eine Folge von Mißverständissen "Komm in die Manege, die Kinder wollen dich sehen." "Wo sind die Rinder?" Diese einfachen Scherze mögen Großen nur ein müdes Lächeln entlocken, die Kinder haben sich köstlich amüsiert. Als Antonio endlich verstanden hatte, wo es langging und schon fast am Eingang war, machte ihn der Direktor darauf aufmerksam, dass er auch hätte linksrum gehen können, worauf Antonio zur Freude der Kinder kehrtmachte. Das Ende vom Lied: Der Direktor bat Antonio, zwischen den Sitzen und über die niedrige Balustrade in die Manege zu steigen. Mehrere Kinder berührten mal kurz die weiten Clownshosen, als Antonio zwischen ihnen auf die Balustrade kletterte. Dort wollte Antonio abgeholt werden, er könne nicht hinunterspringen, weil sein Fuß kaputt sei. Also ging der Direktor hin, um ihn herunterzuheben. Kaum war er da und streckte die Hand aus, sagte Antonio "Danke" und sprang alleine von der Balustrade. Wie gesagt, die Clownsnummer bewegt sich komplett auf dem Niveau von Schulkindern, geistreiche Anekdoten und Anspielungen braucht man hier nicht zu erwarten.

Ich bin auf die Anfangsnummer des Clowns eingegangen, um euch ein Bild zu geben. Der Clown kam nach fast jeder Nummer und ahmte sie clownsmäßig nach, das beschreibe ich aber nicht im einzelnen - ein bißchen Überraschung muß sein.


Die Ponys
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kamen als nächstes herein und durften in der Manege im Kreis laufen. Große Kunststücke gab es nicht, die Kinder waren schon beeindruckt von der Tatsache, dass der "Dompteur" auch ein Kind war, nur wenig älter als der Clown meiner Schätzung nach.

Was die Kinder nicht sahen: Im Dunkel stand der Direktor und warf ab und zu leise ein Kommando ein. Logisch - der Direktor dürfte der eigentliche Dompteur sein und es ist schon eine Dressurleistung, die Ponys zum Gehorchen gegenüber dem kleinen Dompteur zu bewegen.

Plötzlich beschlossen die Ponys, dass es in der Manege zu langweilig sei - das ist natürlich ein Dressurtrick. Zweimal liefen die Ponys durch die beiden Sitzreihen hindurch. Hier ist das eigentliche Kunststück verborgen - Pferden beizubringen, sich zwischen unbekannten Menschen zu bewegen, als sei nichts passiert, erfordert Geduld und ein großes Vertrauen der Tiere zum Dompteur. Wie die Kinderaugen leuchteten, als die Ponys dicht an ihnen vorbeiliefen, könnt ihr euch wohl vorstellen.


Die Kamele
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kamen als nächstes und liefen ebenfalls im Kreis, rechtsrum, linksrum und Drehung. Manchmal stellten sie die Vorderpfoten auf die Balustrade und kamen den Kindern recht nahe. Mehr als eine Hand ruckte nach vorn.

Schon im Halbdunkel hatte ich den Eindruck, dass es sich hier um gesunde, gutgepflegte Tiere handelte. Und die Ohren standen immer aufrecht, von Nervösität keine Spur.


Die Zirkusprinzessin
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durfte natürlich auch nicht fehlen. Ich schätze sie auf 8-10 Jahre, ihr seht aber nachher noch ein Bild von ihr und könnt euch eure eigene Meinung bilden. Sie führte uns Hula-Hoop vor. Dabei wirbelte sie die Reifen mit Hüfte, Armen und Beinen, manchmal sogar alles gleichzeitig und das teilweise im Liegen. Als Höhepunkt nahm sie etwa zwanzig Reifen auf und wirbelte die um ihren schmalen Körper. Bei ihrer Körpergröße ist das eine noch weit größere Leistung als bei einem Erwachsenen.

Trotz dieser Leistung, die ja auch ein hartes Training ist, konnte wir uns in der Pause davon überzeugen, dass die Kleine ein echtes Kind geblieben ist.


Dass man Stühle
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nicht nur zum Sitzen benutzen kann, führte sodann einer der beiden erwachsenen Artisten vor. Er setzte sich einen Stuhl aufs Kinn, erst mit der Lehne, dann auf einem Stuhlbein. Nach und nach kamen mehr Stühle dazu. Als er vier Stühle auf dem Kinn balancierte, hielten alle den Atem an. Aber die Stühle blieben oben.

Ich möchte nur wissen, wieviele kleine zukünftige Artisten den Trick zuhause probiert haben.


Eine Kunstreiterin
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trat natürlich auch auf. Es war wieder die Kleine mit den Hula-Hoop-Reifen. Was sie vorführte, war in Endeffekt Voltigierkunst - auf- und abspringen auf das laufende Pony, knien und stehen sowie - wie nannte das mirolaluna in Ihrem Bericht (unbedingt lesen!) - die Fahne. Naja, Kunstreiten ist ja eigentlich eine Form von Voltigieren.

Da sie alleine war, gab´s natürlich keine Pyramiden oder ähnliches. Was sie zeigte, war auch so sehr beeindruckend.


Ponys
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kamen als nächste in die Manege - andere als zuvor, diese beiden waren hellbraun im Gegensatz zu dem schwarzen Quartett vom Anfang. Vorgeführt wurden sie vom Direktor persönlich. Nach anfänglichem Im-Kreis-laufen und auf die Balustrade steigen verschwand ein Pony, das andere trat auf eine Wippe und ließ den Direktor am anderen Ende der Wippe auf- und absteigen. Wieder einmal wurde da voll der Geschmack der Kinder getroffen. Und es kam noch besser - zwei Kinder durften sich auf die Wippe stellen und das Pony in der Mitte ließ sie wippen!

Davon habe ich ein Bild, auf dem man auch sieht, wie der Direktor das kleinere Kind sorgsam festhält. Diese Liebe zu Kindern und Tieren und diese Fürsorglichkeit zog sich irgendwie durch die ganze Vorstellung.


Springen
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können Ponys ja auch. Der kleine Dompteur führte dies mit einem der Ponys vor und hatte sich dazu die Hilfe eines der Erwachsenen sowie des Clowns gesichert. Nun scheinen Ponys keinen Respekt vor Clowns zu haben. Über die Stange des erwachsenen Helfers sprang das Pony brav, um den Clown lief es herum. Vielleicht lag es aber auch daran, dass der Clown seinerseits keinen Respekt vor dem Pony hatte, immer wenn es zu ihm kam, sagte er "Allez hopp". Das Pony dachte wohl das, was mein Mann sagt, wenn ich ihn mit diesen Worten antreiben will: "Auf Hopp höre ich nicht."

De Direktor schlug dem Clown vor, es doch mal mit bitte zu versuchen. Der Clown versuchte es vergeblich, sagte dann: "Ach was, mach doch , was du willst" - da sprang das Pony.


Pause und Tierschau
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Schon während der letzten Nummer hatte Jasmin gezappelt und wäre einmal fast in die Arena gelaufen. Ich rechnete damit, mit ihr mal kurz rausgehen zu müssen und war angenehm überrascht, als der Direktor in diesem Moment eine Pause ausrief. Das Durchhaltevermögen der kleinen Zuschauer hat er gut eingeschätzt.

Jetzt durften wir - gegen einen Obulus von 2 Euro je Nase - die Tiere besichtigen. Wie eingangs berichtet, waren die Boxen der Tiere unter einem langen, schmalen Zelt untergebracht. Die Tiere hatte genug Raum, die Pferdeboxen hatten etwa das Ausmaß von den üblichen Boxen im Pferdestall. Von mindestens zwei Seiten bot das Tierzelt Windschutz und auf dem Boden war frisches Stroh ausgelegt.

Jetzt bei Tageslicht konnte wir glänzendes, straffes Fell und klare Augen bewundern. Der Direktor hatte bei der Vorstellung stolz erwähnt, dass ihm der örtliche Tierschutzverein einen Preis für beste Tierhaltung verliehen hatte - das habe ich ihm sofort abgenommen. Die Kamele, bei denen man am schnellsten schlechte Haltung erkennt, hatten runde, volle, aufgerichtete Höcker und ein gesundes, komplettes Fell, das sich weich und sauber anfühlte. Achtet mal auf die Kamele in der Reitbahn, bei den meisten hängt der Höcker schlaff herunter und das Fell ist voller "Motten"löcher. Auf solchen gequälten Tieren würde ich Jasmin nie reiten lassen, das möchte ich nicht auch noch unterstützen!

Hier ließen sich alle Tiere bereitwillig streicheln und kosen. Das Vertrauen der Tiere war richtig rührend. Ihr Dompteur stand ja dabei und paßte auf - was konnte Ihnen da denn passieren? Auch hier beim Nahkontakt - kein nervöses Schnauben, keine angelegten Ohren, keine warnend erhobenen Hufe. Diese Tiere haben von Menschen bisher nur Gutes erfahren.

Ganz stark ist mir hier auch aufgefallen, dass zwar die Menschen mehrere Auftritte hatten - Antonio war die ganze Vorstellung in der Arena oder hinterm Vorhang - aber die Tiere jeweils nur einmal auftraten. Der Zirkus gab auch nur eine Vorstellung am Tag - mehr hätten die kleinen Artisten nicht verkraftet.

Zu bewundern waren neben den Ponys und Kamelen, die wir ja schon kannten, auch einige Pferde, eine Ziege und zwei Schafe. Ein paar Hühner und eine Ente liefen frei herum. Ich nehme an, die Tiere werden als Nutztiere (Milch, Eier, Wolle) und evtl. als "Beruhigungsmittel" für die eigentlichen Zirkustiere gehalten.

Die meisten Kinder streichelten einmal alle Tiere ab und rannten dann zur Hüpfburg. Nach dem langem Sitzen müssen sich Kinder nämlich erstmal austoben und dem hat der Zirkus Rechnung getragen. Neben den kleinen Zuschauern vergnügte sich hier auch die kleine Zirkusprinzessin - wie ein ganz normales Kind. Und die Erwachsenen ließen sie auch spielen.


Ein Lassokünstler
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ist nicht in jedem Zirkus zu finden. Hier war er ebenfalls minderjährig und sprang aus den wirbelnden Lassos heraus und wieder hinein, ohne einmal aus dem Takt zu kommen. Ich wußte gar nicht, dass man mit Lassos so viel anfangen kann. Der kleine Artist ließ die Lassos über den Boden kreiseln und spielte mit sich selbst Hüpfen, ließ sie durch die Luft kreiseln und um seinen Körper herum und legte sich mittendrin einfach hin. Zum Schluß ließ er ein Lasso kreiseln, das mit seinem Umfang fast die ganze Arena füllte - er brauchte einen Mann zum Auslegen, dann wirbelte ein unglaublich großer Lassokreis über seinem Kopf.


Seilspringen
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kann ich auch, dachte sich der Clown wohl und kam mit zwei erwachsenen Helfern in die Manege. Während diese das Seil schwangen, zeigte Antonio, dass man gleichzeitig seilhüpfen und pfeifen kann.

Danach holte sich Antonio ein Kind in die Manege, verband ihm die Augen und ließ sie auf sein Pfeifensignal hüpfen, sobald das schwingende Seil an ihren Füßen war. Die Kleine hüpfte brav und berührte nicht einmal das Seil - Kunststück, das befand sich nämlich gar nicht mehr in der Arena.

Das habe ich euch jetzt doch erzählt, weil es Kinder gibt, die sich bei solchen Streichen gedemütigt fühlen. Hier lachte die Kleine mit dem Publikum.


Der Feuerschlucker
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ist ja schon fast ein Relikt. Die meisten modernen Zirkusse haben ihn bereits ad acta gelegt. Hier hatte er noch seinen Auftritt. Und der war alles andere als altmodisch und überholt.

Für die richtige Atmosphäre sorgten gedämpftes Licht, arabische Musik und zwei sehr jugendliche Tänzerinnen - habt ihr jemals Kinder beim Bauchtanz beobachtet? Herrlich - die Bewegungen sind noch ganz natürlich! Der Feuerschlucker war gekleidet wie Aladdin - trotzdem glaubte ich in ihm den Direktor wieder zu erkennen.

Was der Mann mit Feuer machen konnte, war enorm. Lange Feuerzungen spuckte er hoch in die Luft, wo sie verglühten. Die Fackeln löschte er einfach aus, indem er sie in den Mund nahm. Lange Stichflammen und einzelne Feuerbälle lösten sich ab, zwischendurch wurde auch mal mit den Fackeln jongliert - ich hatte nur noch Angst, dass er bei dem Tempo einmal das Glas vertauschen würde - ein Feuerschlucker/-spucker braucht immer ein Glas mit Wasser und eines mit Benzin oder Spiritus, je nachdem, ob er spucken oder schlucken will.

Die artistische Leistung bekam Jasmin natürlich nicht mit. Trotzdem saß sie wie gebannt auf meinem Schoß, zeigte aufgeregt und rief immer wieder: "Feuer!" Für die Großen mag das eine alte Nummer sein, für die Kleinen ist Feuer immer wieder faszinierend.

Danach stieg der Feuerschlucker auch noch auf einen Haufen Scherben, ohne eine Miene zu verziehen - barfuß natürlich.


Auch einen minderjährigen Jongleur
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hat der Zirkus Baldoni. Da wurde erst mit kunterbunten Ringen jongliert, immer mehr, immer höher und dann mit Fackeln. Der Feuerschlucker bildet hier scheint´s seinen Nachwuchs heran. Und der hat Klasse und wird ihn später würdig vertreten!


Die Pferde
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hatten natürlich ebenfalls einen Auftritt. Wieder im Kreis, linksrum, und rechtsrum und mit den Vorderhufen auf die Balustrade, etliche Kinderhänder wagten da einen schnellen Streichler. Ob mehr geplant war, weiß ich nicht, eines war nicht gut gelaunt heute und stieg immer wieder von der Balustrade. Der Direktor befahl ihm zwar immer wieder, seine Position einzunehmen, bestrafte ihn aber nicht, sondern ging auf den unwilligen Kandidaten ein. So sollten es Dompteure auch halten, jeder hat mal ´nen schlechten Tag.


Noch mal Feuer
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brannte an beiden Enden der Fackel, die ein jugendlicher Artist in der Manege herumwirbelte, dass den Zuschauern schwindelig wurde. Antonio hat doch tatsächlich nicht nur die Clownsnummer gut drauf!

Damit war die Vorstellung dann auch beendet. Falls dem einen oder anderen auffällt, dass zwar viele Nummern dabei sind, aber eigentlich fast nur Jongleurakte, Tierdressur und Feuerspielereien gezeigt wurden - ich hatte den Eindruck, dass es sich da um zwei Artistenfamilien handelt und die Anzahl der Artisten ist da natürlich beschränkt. Die Erwachsenen können den Kindern nur beibringen, was sie selbst können. Und da sowohl Erwachsene als auch Kinder das, was sie tun, hervorragend beherrschen, braucht es eine größere Vielfalt gar nicht.


Für Naschkatzen
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muß ich natürlich erwähnen, dass es auch frisch geröstetes Pocorn und Süßigkeiten zu kaufen gab. Wir haben nichts gekauft, also kann ich auch hier nichts über den Preis sagen, aber es roch während der ganzen Vorstellung verlockend nach Popcorn.

Fazit:
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Ich bin froh, dass wir trotz Jasmins Jugend da hingegangen sind. Für Kinder ist Baldoni ein fantastischer Zirkus, genau auf ihre Bedürfnisse abgeschnitten. Da die meisten Artisten Kinder sind und diese schnell älter werden, weiß ich nicht, wie lange es den Zirkus in seiner jetzigen Form geben wird. Darum mein Appell an alle Eltern von Zwergerln - wenn der Zirkus Baldoni in eurer Nähe ist - schnappt euch die Zwergerln und nix wia hi!


UPDATE:

Vor kurzem haben wir Baldoni wiedergesehen - in München-Perlach, das ist nicht so weit von uns. Und nun kann ich ergänzen: Wir gingen am "Tag der Mamas", ich durfte umsonst rein. Falko mit seinen paar Monaten zahlte auch nichts. Jasmin und Papa zahlten zusammen 15 Euro. Wenn ich hier lese, was andere Zirkusse kosten, finde ich das sehr moderat.

Der jugendliche Feuerkünstler hat sein Repertoire erweitert. Da in Perlach mehr Platz ist, gab es außer den beiden Stuhlreihen noch zwei Reihen der typischen Zirkusbänke - für die war wohl in Zorneding damals kein Platz. Und diesmal durften die Kinder in der Pause auf einem der Ponys reiten. Jasmin saß ganz andächtig auf der Satteldecke und war - selten genug bei ihr - sprachlos *g.

Als ich im Internet nach Baldoni gesucht habe, fand ich übrigens einen großen á la Krone vor. Aber ich habe mich vergewissert, "unser" Zirkus heißt auch Baldoni. Vielleicht eine "Filiale"?

Bilder

für Zirkus Baldoni
Die Ponys laufen zwischen den Zuschauern hindurch.
von Miem Miem

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Kommentare

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  • yesup 15.08.2010 00:28
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
  • Creedy18 05.07.2009 21:14
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
  • manuelmama 22.01.2009 16:27
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
  • noname_6032 08.09.2008 21:44
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    sehr hilfreich
  • marina71 03.04.2007 21:35
    Bewertete diesen Bericht als
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