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Yalta Intourist Hotel, Yalta

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Wie im Film: Zwischen Russen-Mafia und Geheimagenten…!!!

5  29.04.2012

Pro:
Schönes Hotel mit großem Unterhaltungsangebot .  Architektonisch interessant .  Zimmer renoviert .

Kontra:
Schlechte Erreichbarkeit .  Recht hoher Preis .  Hohe Taxipreise (für ALLE Touristen) .

Empfehlenswert: Ja 

cpschueler

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Vertrauende:15

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WIESO nach YALTA

Malle kennen alle. Aber die unentdeckten Perlen in Europa liegen vor allen Dingen im Osten. Jedenfalls die Perlen die wir aus „dem Westen“ noch nicht als solche ausgemacht haben. Die Krim war zur Zeit der UDSSR Erholungsgebiet für die Elite der sowjetischen Gesellschaft. Nach dem zweiten Weltkrieg Tummelplatz der Spione. Nicht um sonst wurde in der „Yalta Konferenz“ 1945 die Aufteilung Deutschlands und die Machtverteilung in Europa beschlossen.

Subtropisches Klima im Sommer. Kilometer lange Steilküsten. Schöne Strände. Bewaldete Gebiete mit hohen Wasserfällen. Alles was Rang und Namen hatte ist bereits irgendwann einmal dort gewesen. Nach der „großen Wende“ in den 90ern kamen vor allen Dingen die neureichen Russen. Die „Mafia“ wie wir heute sagen würden. Die Russen sind als Touristen auch heute noch in der Überzahl. Nur die Mafia hat sich inzwischen ein neues Plätzchen gesucht. Nizza, St. Tropez oder St. Moritz sind halt eine Ecke exklusiver und außerdem gerade „in“.

Nachdem mir meine Bekannten aber schon seit einem knappen Jahrzehnt immer von Yalta vorgeschwärmt hatten, musste ich einfach mal hin. Und habe mir auch gleich das größte Hotel der Ukraine ausgesucht. Das Hotel das irgendwann in den 70ern von den Sowjets als „Intourist“ erbaut wurde und beinahe schon einen legendären Ruf besitzt. Das HOTEL YALTA…!!!


LAGE DES HOTELS und die beschwerliche ANREISE

Das Hotel Yalta befindet sich im gleichnamigen Badeort Yalta auf der Halbinsel Krim, Ukraine. Mit dem Flugzeug kann man leider nur über Simferopol anreisen. Muss danach noch knappe 100 Kilometer mit dem Bus oder Taxi fahren. Die Hotelanlage ist etwas außerhalb des Stadtzentrums situiert. Grenzt an das für den guten Krimsekt bekannte Örtchen „Massandra“.

Von Yaltas Zentrum ist das Hotel knappe 30 Gehminuten entfernt. Mit dem Taxi kostet der Weg 50 bis 100 Ukrainische Griwna (5-10 Euro). Was aber stark von Tageszeit und vom Wetter abhängt. Wer mitten in der Nacht und eventuell bei kalten Regen zurück zum Hotel will, der wird nur auf Taxifahrer treffen die Höchstpreise verlagen. Tipp: Keinesfalls nach dem in Deutschland üblichen „Taxameter“ zur Fahrpreisermittlung fragen. Dann wird die Sache nämlich richtig teuer.


INFOS zum HOTEL

Das Hotel Yalta ist aber nicht nur ein Hotel, sondern kann mit Stolz als Entertainmentkomplex bezeichnet werden.

DER ÜBERDIMENSIONIERTE POOL

Der Poolbereich wird über eine im UDSSR-Stil gestaltete Halle im Untergeschoss des Hotels betreten. Für Hotelgäste ist der Pool kostenlos (Zimmerkarte wird als "Pfand" verlangt). Ansonsten sind 70 UAH Eintritt fällig. Handtücher gibt es gratis. Badeschlappen müssen mitgebracht werden. Alternativ ist man dazu gezwungen Einmal-Badeschlappen für 10 UAH zu kaufen.

Der Umkleidebereich schlauchförmig in drei Bereiche unterteilt. A) Die Umkleide mit Spinden (keine Einzelkabinen). B) Die Toiletten. Und C) eine große Duschabteilung. Alles

Bilder von Yalta Intourist Hotel, Yalta
  • Yalta Intourist Hotel, Yalta Riesiger Swimmingpool
  • Yalta Intourist Hotel, Yalta Aufzug
  • Yalta Intourist Hotel, Yalta Atmobunker
  • Yalta Intourist Hotel, Yalta Tunnel
Yalta Intourist Hotel, Yalta Riesiger Swimmingpool
Riesige Sportanlage mit Swimmingpool in Olympia-Maßen. Architektur: UdSSR-Stil der 0070er Jahre...
komplett renoviert. Über eine bei genauem Hinsehen leicht baufällige Marmor-Wendeltreppe geht es zum eigentlichen Pool.

Der riesige Pool (Olympia-Maße) ist laut Internetseite erst vor zwei Jahren generalüberholt worden. Sieht auch so aus. Neue Fliesen, neue (kostenfreie) Liegen, eine schöne Bar. 28 Grad warmes, beheiztes Salzwasser. Nicht so schön: Direkt hinter der Poollandschaft befindet sich eine gigantische, heruntergekommene Bauruine aus Betonplatten. Uralt aus den Zeiten vor der Ukrainischen Unabhängigkeit. Hier sollte wohl mal eine Art Schwesterhotel zum Hotel Yalta entstehen. Ohne diese Bauruine hätte man den wunderschönsten Blick auf die Berge. Natürlich war die Ruine auf keinem der offiziellen Hotelfotos im Internet zu sehen.

EIGENE DELPHINSHOW

Die Delphinshow des Hotels befindet sich direkt neben dem Hotelpool. Als Arena für die Delphine dient das alte Springerbecken. Die Sprungtürme stehen noch direkt daneben. Na klar: Ebenfalls in überdimensionierten Olympia Maßen. Tickets für die Show kosten 60 UAH für Plätze auf den Rängen (ohne feste Platznummer). Tickets mit Platznummer, besserer Sicht kosten 70 UAH. Vor der Show können Fotos mit den Delphinen gemacht werden. Mit der eigenen Kamera zahlt man 50 UAH. Professionelle Fotos die direkt nach der Show als Druck überreicht werden kosten 60 UAH (Stück/Din A4 Format). Schwimmen mit den Delphinen? Ebenfalls möglich. Fünf Minuten zum Preis von 350 UAH pro Person. Die Show selbst ist nicht so interessant. Während der Show vollführen mehrere Delphine, sowie ein paar Seehunde allerlei Kunststücke. Eine ähnliche Show habe ich früher bereits mehrmals in Deutschland gesehen. Aber in besserer Qualität.

EIGENER STRAND mit PROMENADE

Rund um das Hotelgebäude herum gibt es einen sehr schönen Garten mit teilweise subtropischen Pflanzen. Man kommt sich wirklich vor wie in einem kleinen Paradies. Kaum zu glauben, dass hier im Winter die Temperaturen locker in den zweistelligen Minusbereich rutschen können.

Das Hotel wurde auf eine hohe Klippe gebaut. Ein wahnsinniger Vorteil, weil man quasi von allen Zimmern aus dadurch das Meer, die Berge und das Panorama der Stadt Yalta sehen kann. Ein Nachteil, weil das Hotel halt nicht direkt an einen Strand grenzt. Diese Tatsache hat man hier jedoch geradezu elegant gelöst. Im Garten, knapp 100 Meter vom Hotel entfernt gibt es nämlich ein großes Aufzugsgebäude. Von dort aus führen mehrere Fahrstühle tief in den Berg hinein. Über einen langen Stollen erreicht man so die hoteleigene Uferpromenade und den Strand. Was sich jetzt in geschriebener Form eher klein anhört, hat in der Realität fast größenwahnsinnige Ausmaße. Ich kam mir beim Betreten der Anlage fast vor wie im geheimen Hauptquartier eines James-Bond-Bösewichts der 60er Jahre.

Die mit Blumen dekorierte Promenade am Wasser zum größten Teil überdacht. Hier musste man sich den Weg durch unzählige Bars und Restaurants bahnen. Der Stand dann eher eine Enttäuschung, weil nicht besonders breit. Und natürlich – wie überall in Yalta – kein feiner Sandstrand, sondern grobe Kieselsteine. Aber zumindest eine ausreichende Anzahl kostenloser Liegen und mehrere „Lifeguards“ die das Areal überwachten.

RESTAURANTS und SHOPS

Im Hotelgebäude selbst sind dazu noch ein knappes Dutzend Restaurants in allen Preisklassen angesiedelt. Sushi, Burger oder einfach nur Bier: Jedem Geschmackswunsch wird geholfen. Es gibt eine allabendliche Varietee Show im zu groß geratenen (aber selbst in der Hauptsaison scheinbar fast immer menschenleeren) Hoteltheater. Eine Striptease-Bar im Obergeschoss fehlt natürlich ebenso wenig wie ein Spielcasino mit klimpernden Automaten.

Im Erdgeschoss des Hotels ist ein ganzer Flügel mit kleinen Geschäften bestückt. Ausflüge in die Umgebung werden hier angeboten, massenhaft Souveniers und Bekleidung aller Art. In der Regel natürlich zu hohen Preisen. Eine eigene Bank und unzählige Bankomaten um den Geldbedarf der Gäste stillen findet man hier natürlich auch.


DER WEG zu den ZIMMERN


Eine ganze Batterie von Aufzügen stand für die Hotelgäste zur Verfügung. Alle aus silbern-glänzendem Stahl. Alle aus der Soviet-Ära. Etwas unästhetisch mutete die Aufzugsbeschriftung an. Recht ungeschickt und mit Sprühdose und Schablone hatte man die jeweiligen Aufzugsnummern auf die Stahltüren gesprüht.

Zum Zimmer zu gelangen entwickelte sich oftmals zu einer wahren Odyssee durch alle Etagen des Hotels. Zum Glück hatte ich kein Zimmer in den oberen Stockwerken gebucht. Denn die Aufzüge hielten am Morgen und am Abend bei jeder Nutzung auf sämtlichen Etagen.

Der Aufbau der Flure auf allen Etagen gleich. In der Mitte ein großer Raum mit den Aufzügen. Von dort aus gingen wahrsinnig lange Flure nach links und nach rechts ab. Insgesamt hatte das Hotel nur zwei komplett renovierte Etagen. Was man auch beim Aufzugshalt auch sofort am Zimmerflur erkennen konnte. Die renovierten Etagen hell und freundlich mit Teppich ausgelegt. Die nicht renovierten Etagen im äußerst kühl wirkenden Marmordesign der 70er Jahre.

Ich hatte ein Zimmer in einer der beiden renovierten Etagen. Dort wirkte der blau gemusterte Teppich elegant und freundlich. So wie man es von einem Vorzeigehotel in Westeuropa nicht anders erwarten würde.


DAS ZIMMER

Die Zimmertür aus hellbraunem Holz. Nur mit einer ganz modernen Keykarte zu öffnen. Einer Karte die man nicht mehr wie noch vor ein paar Jahren üblich in einen Schlitz schieben musste, sondern die über einen an der Tür angebrachten Kontaktpunkt funktionierte.

Wie man es bei einem großen Betonklotz aus dem Kommunistischen Zeitalter fast schon hätte erahnen können, war die Zimmergröße nicht wirklich bombastisch. Ausnahmsweise mal keine Olympia Maße. Eher Hundezwinger. Wenn überhaupt. In Zahlen ausgedrückt: 15 Quadratmeter. Und das obwohl ich einen Raum der besten Kategorie gebucht hatte. Erst im Jahr 2010 frisch renoviert. Die Wände des Zimmers weiss gestrichen (so wirkte es wenigstens etwas größer). Der Fußboden mit einem knallig bunten Teppich bestückt. Preis: 120 Euro. Nicht etwa für eine Woche, sondern pro Nacht. Dafür neue Möbel. So wie es diese auch in einem westlichen Hotel geben würde. Schränke aus Naturholz. Zwei stylische Sessel. Angenehmes Doppelbett. Neues TV-Gerät mit Flatscreen. Internationale Programme? Fehlanzeige. Russisch. Ukrainisch. Das war’s auch schon.

Das Badezimmer geradezu winzig. Aber wenigstens waren Boden und Wände komplett mit sandfarbenem Marmor ausgekleidet. Auf der linken Seite eine Duschkabine mit Glastür und kleinem Fenster von dem aus man allerdings nicht nach draußen, sondern nur auf das eigene Waschbecken schauen konnte. Rechts die Toilette mit Handtuchwärmer. Geradeaus das Waschbecken mit Spiegel. Verbrauchsmaterial wie Shampoo, Seite und Duschgel gab es auch. Allerdings nicht in kleinen Fläschchen (wie in guten Hotels üblich), sondern nur als abgespeckte „Probe aus der Frauenzeitschrift“ Version. Soll heißen: In Plastiktütchen.

Wenigstens gab es einen Balkon mit seitlichem Meerblick. Aber den haben im Hotel Yalta sowieso alle Zimmer. Weiße Plastikmöbel der Kategorie „Angebot aus dem Baumarkt“, also zwei Stühle und ein Tisch standen für den Urlaubsgenuss auf Balkonien parat.


DAS FRÜHSTÜCK

Der Frühstücksraum befand sich im Erdgeschoss. Raum ist vielleicht der falsche Ausdruck. Denn die Abfütterfabrik war geradezu riesig. Groß wie ein Fußballplatz. Alternativ konnte man auch draußen auf der Terrasse platz nehmen. Wobei dort aber nicht allzu viele Tische und Stühle bereit standen. Im Saal selbst waren genug Plätze vorhanden. Für den Notfall hatte man nebenan noch einen Konferenzsaal gleich mit eingedeckt.

Der Eingangsbereich erinnerte mit einem Kistall-Lüster im Stil der 70er Jahre noch an die Zeit der ehemaligen Sowjet-Herrscher. Das Mobiliar im Restaurant selbst war aber komplett neu und bequem. Plätze konnten frei gewählt werden.

Zwei an unterschiedlichen Seiten des Saales befindliche SB-Bereiche in denen Speisen und Getränke präsentiert wurden, sorgten für das Leibliche Wohl der Gäste. Was hier präsentiert wurde hatte ebenfalls Olympia-Maße. Es gab so viel unterschiedliches Essen (kalt und warm), dass der Rahmen dieses Berichtes mit einer Auflistung mehr als nur gesprengt würde. Ich kann jedoch garantieren: Dort war für jeden Geschmack etwas dabei. Eine ganze Heerschar an Personal sorge zudem ständig dafür, dass überall nachgefüllt wurde. Was angesichts der vielen, äußerst hungrigen Gäste (die sich zum Teil auch ein Lunch-Paket für den Nachmittag schnürten) gar nicht so einfach war. Die sinnbildliche Schlacht ums Frühstücks-Buffet: Hier wurde sie zur Wirklichkeit…!!!


MEIN FAZIT

Ein Top-Hotel ist das Hotel YALTA nicht. Die offizielle Wertung liegt irgendwo bei drei Sternen. Was zum Teil an der noch veralteten Ausstattung und den kleinen Zimmern liegt. Trotzdem muss man einen solchen Trip (noch) als eine Art Abenteuer werten. Der Mix aus Sowjetischer Architektur und renovierten Teilen des Hotels hat mir sehr gut gefallen. Ich kam teilweise wirklich vor wie in einem James-Bond-Film. Sean Connery hätte hinter jeder Ecke lauern können.

Die von mir gebuchten Zimmer waren – bis auf den Preis – ganz okay. Die Sauberkeit in allen Bereichen optimal. Das Unterhaltungsprogramm mit Delfinshow, Pool und Showprogramm ausgewogen. Gerne würde ich diesen Sommer wieder hin fahren. Aber die Welt bietet ja noch so viele Ziele…!!!

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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
parisplage

parisplage

15.11.2012 00:38

Ich war schon dreimal in der Ukraine, aber Yalta kenne ich nun aus Deinem Bericht viel besser. Mit aufrichtiger Feder niedergeschrieben. Einen netten Gruß sendet Dir Werner aus Dresden

miss_chocolate

miss_chocolate

16.05.2012 19:47

BH =)

Pearl1703

Pearl1703

12.05.2012 23:50

Dein Bericht macht wirklich neugierig. BH von mir!

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