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Vienna calling

5  20.02.2007

Pro:
gemütlich

Kontra:
teuer

Empfehlenswert: Ja 

Nocturna

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Mitglied seit:08.05.2001

Erfahrungsberichte:90

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Dieser Erfahrungsbericht wurde von 66 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Heute will ich Euch ein wenig über meine Heimatstadt Wien erzählen. Und ich will gleich vorweg warnen, dass ich nicht besonders viel über die Sehenswürdigkeiten schreiben werde - weil es dafür eigene Kategorien gibt.

Zunächst ein paar allgemeine Infos...
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Wien ist die Hauptstadt Österreichs, im Osten des Landes (manche Restösterreicher meinen - vielleicht nicht ganz zu unrecht - dass Wien einfach zu weit weg sei vom Rest). Rund um Wien gibt's sehr viel Gegend, schöne Gegend übrigens!!
In Wien sitzt und regiert die Bundesregierung, der Bundespräsident, überhaupt alle wichtigen Dinge passieren in Wien. Als Tourist merkt man davon freilich wenig (als Einheimische/r auch nicht so sehr)...

In Wien leben derzeit etwa 2 Millionen Menschen, was man phasenweise gar nicht merkt. Es gibt auch ruhige Flecken in Wien. Eigentlich wirkt es trotz der relativ vielen Leute eher gemütlich, vielleicht liegt das an der Architektur aber vielleicht auch an der Mentalität der Wiener. So richtig zur schnellsten Truppe gehören wir ja nicht...

Wien ist alt und gleichzeitig ziemlich modern. Das mag ich an dieser Stadt besonders. Man kann eine Menge tun. Es gibt schrecklich viele Museen und Theater in der Staat, wir haben eine Volks- und eine Staatsoper (wo vor kurzem wieder der Opernball stattgefunden hat), irrsinnig viele Sehenswürdigkeiten - wie etwa Schloß Schönbrunn oder das Schloß Belvedere.
All diese Dinge findet der/die Wieninteressierte auf der Homepage www.wien.gv.at - mehr will ich dazu gar nicht sagen - auf dieser Homepage findet man alles, vom Hausarzt bis zum Kindergarten, Stadtplan, etc.

Warum ich den Berciht schreibe?
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Wien kann mehr als Stephansdom und Schloß Schönbrunn. Wer mal Lust hat, die Touristentrampelpfade zu verlassen, sollte sich dorthin begeben, wo die WienerInnen leben.
Wer einen Stadtplan von Wien hat und sich mit den Wiener Linien auskennt (www.wienerlinien.at - das ist das öffentliche Verkehrsnetz in Wien) könnte ein paar Touren machen, die nicht in jeden Wienführer stehen.

Ich werde die 4 Jahreszeiten als "Leitfaden" verwenden.

Frühling
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Steigt am Westbahnhof in die Linie 58 (wenn Ihr bald kommt, könnt Ihr noch mit der alten Tramway fahren - leider werden die Züge nun nach und nach durch neue Züge ersetzt) ein und fahrt in Richtung Unter St. Veit. Steigt bei der Verbindungsbahn aus (das ist die vorletzte Station) und geht in den kleinen Gassen von Hietzing spatzieren. Was Ihr dort sehen werdet sind nette Einfamilienhäuser, Magnolienbäume (Ihr müsst tief durch die Nase atmen um den Duft zu riechen!) und Ruhe. Das ist das westliche Ende von Wien. Hier geschieht alles noch einwenig langsam, die Leute kennen sich großteils und ein bißchen Snobby sind sie auch. Wenn Ihr schon dort seid, könnt ihr in die Bossigasse gehen, ihr folgen und auf dem Roten Berg hinaufgehen. Dort habt Ihr einen wundervollen Blick über Wien! Vergesst das bloß nicht, Ihr würdet es bereuen. Wenn ich die Nase voll habe von Alltag und allen anderen Übeln, gehe ich hinauf (es dauert 10 Minuten bis man da ist) und denke mir:"Ist doch schön..."
Wenn Ihr dann wieder herunterkommt, fahrt mit der Linie 58 zurück bis zur Dommayergasse und setzt Euch ins Café Dommayer. Das ist ein sehr traditionelles Café in Wien. Derer gibt es übrigens viele. Die meisten sind sehr teuer. Wer ein uriges Café besuchen will und wenig Geld hat, sollte in die Otto-Bauer-Gasse gehen (U-Bahnlinie U3 bis Zieglergasse) und sich ins Café Jelinek setzen. Eigentlich ist dieses Café noch typischer als Sacher und Dommayer, es entspricht der Wiener Seele noch am ehesten...
á propos "Wiener Seele" - ja, gibt's denn sowas? Schaut Euch die Leute an in Wien und vergleicht mit Eurer Heimatstadt...mich würde auch interessieren - was Ihr meint...
Aber wir sind immer noch im Frühling - wenn alles blüht, sollte man sich den grünen Prater ansehen. Mit der U-Bahnlinie U1 bis Praterstern fahren, Richtung Riesenrad gehen und die Prater Hauptallee entlanggehen...und wenn man schon in der Nähe ist, könnte man im Schweizerhaus ein Krügerl trinken (ein großes Bier) und einen fetten Schweinsbraten dazu essen... ;-)

Sommer
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Ich bleibe gleich im Prater, denn Sommerzeit ist Wurstelprater-Zeit!! Noch lange bevor es Disneyworlds gab, gab es in Wien schon den Wurstelprater. Ein Vergnügungspark, allerdings nicht für die Geldbörse (ich hab Euch gewarnt!!). Das Riesenrad findet man da ebenso wie die alte Geisterbahn und neue Attraktionen. Man kann dort auch einfach durchschlendern und die Stimmung einfangen. Wenn jemand Hobbyfotograf sein sollte, müsste er/sie dort ganz tolle Motive finden...
Im Sommer kann man auch herrlich auf der Donauinsel herumlungern. Und das geht so, man nehme eine Picknickdecke, packe essbares in den Rucksack, nehme seine Frisbee-Scheibe mit und genieße den Tag am Donauufer. U-Bahnlinie U1 bis Donauinsel. Dort kann man sich auch Räder ausleihen gegen eine Gebühr. Beim Frisbee-Werfen aufs Wasser achten, aber schwimmen kann man in der Donau ja auch. Im Sommer bin ich auch gerne im Schönbrunner Schloßpark. Wer genug museales gesehen hat, kann sich im Park auf eine schattige Bank niederlassen und die Seele baumeln lassen.

Herbst
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Im Herbst, wenn sich die Blätter färben und der Wind geht, empfehle ich einen Ausflug nach Nußdorf. Das ist ein Stadtteil von Wien, wo es sogar Weinanbau gibt. Dort kann man übrigens auch tolle Heurige besuchen. Wer auf dem Nußberg hinauf geht hat einen tollen Blick auf die Donau und Wien. Mit der Linie D (fährt auf der Ringstraße) bis zur Endstation Nußdorf. Im Herbst finde ich auch den Lainzer Tiergarten sehr schön, dieser Park ist auf jeden Fall auch im Sommer und im Frühling gut geeignet für sehr lange Spaziergänge. Mit der Autobuslinie 60B bis zur Endstation, von dort hat man es auch nicht weit zur Hermesvilla, die ein kleines Museum beherbergt.

Winter
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Im Winter kann man in Wien vor allem eines gut: Punsch trinken auf einem (oder mehreren) der vielen Christkindlmärkte. Falls es noch nicht Weihnachten ist, empfehle ich einen Eislaufnachmittag im Wiener Eislaufverein (U-Bahnlinie U4 Stadtpark) gleich hinter dem Hotel Intercontinental. Und im Kaffeehaus sitzen, das kann man im Winter auch ganz toll. Mich persönlich freut es im Winter noch am ehesten ins Museum zu gehen, da ist sicher auch für jeden Geschmack etwas dabei.

Wer einfach nur Bummeln will, kann dies vor allem auf der Mariahilferstraße (U-Bahnlinie U3 zwischen Westbahnhof und Volkstheater), in der Innenstadt (Graben, Kohlmarkt, Kärntnerstraße) oder im 7. Bezirk tun. Den 7. Bezirk finde ich absolut sehenswert. Wenn Ihr von der Mariahilferstraße in die Stiftgasse einbiegt und Euch dieses Grätzl (siehe Wörterbuch weiter unten) anseht, dann habt Ihr vielleicht ein bißchen etwas von der "Wiener Seele" bekommen.

Und nun ein paar Vokabeln und Tipps für Wien...

1. Taxifahrer übervorteilen einen natürlich auch in Wien, wie überall. Im Grunde gibt es keinen vernünftigen Grund, in Wien mit dem Taxi zu fahren, mit den Öffis kommt man überall hin - und es gibt seit einigen Jahren auch eine Nightline der Wiener Linien. Einfach auf www.wien.gv.at den Punkt "Fahrplanauskunft" anklicken, dann auf standard klicken und schon geht's mittels Routenplaner los.
Wer trotzdem mit dem Taxi fahren muss, braucht aber keine Angst zu haben - so schlimm ist es auch nicht, man verarmt nicht, es kann nur sein, dass der eine oder andere Taxifahrer eine Route wählt, die nicht die kürzeste ist...
2. generell ist Wien keine gefährliche Stadt. Vermehrt gibt es Bettelei, vor allem Kinder fallen mir in letzter Zeit auf - aber die sind harmlos und freuen sich über ein paar Cent, wenn man nichts gibt, ist es auch ok. Trotzdem sollte man manche Bereiche als Tourist meiden. Z.B. Nachts im Prater.
3. und nun ein paar Vokabeln...
Bim: Straßenbahn, Tramway
Krügerl: großes Bier
Grätzl: Stadtteil, Gegend, Nachbarschaft
Fahschein zwicken: Fahrschein entwerten (Achtung!! In der U-Bahn kann man keinen Fahrschein zwicken, das muss man tun bevor man runter zum Bahnsteig geht, dafür gibt es kleine blaue Automaten...in der Bim allerdings kann man schon zwicken, im Bus auch...verwirrend, oder?).
CAT: City Airport Train. Dieser Zug unterscheidet sich vom anderen Zug der zum Flughafen fährt (vom selben Bahnhof) dadurch, dass er 2 Minuten schneller ist und um etwa 7 Euro mehr kostet. Nur zur Info. Billiger fährt Ihr mit der S7 Richtung Flughafen.

Ich hoffe, Ihr habt ein paar neue Ideen für den nächsten Wien-Trip...
liebe Grüße, Petra

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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
Ethan_Hunt_Hamburg

Ethan_Hunt_Hamburg

31.05.2007 02:39

Schöner Bericht, klasse Unterteilung... war schön Dich wieder getroffen zu haben! Es lebe der Burenwursthotdog!!!!

Claudia2411

Claudia2411

06.05.2007 01:02

Nach Wien muss ich auch unbedingt nochmal!! LG Claudia

aprikow

aprikow

24.04.2007 01:35

Als ich das letzte Mal in Wien war /1995/ hab ich das mit den Taxifahrern auch schon als unangenehm empfunden (wie in Prag). Die Stadt hat mich einerseits beeindruckt ob ihrer Geschichte, aber grad auch deshalb nicht: Nich böse sein: So viel Zuckerbäckerstil (man nennt das gemeinhin auch Neorenaissance/Neogotik usw), hat mich ein wenig verwirrt, aber das war der Blickwinkel eines Touristen damals. Gern lass ich mich eines besseren belehren ..... LG, 'Alexander

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