Washington DC

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Im Zentrum der Macht

5  14.08.2002 (26.08.2003)

Pro:
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Kontra:
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Empfehlenswert: Ja 

Raimok

Über sich:

Mitglied seit:08.08.2002

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Ja, Sommerzeit ist Urlaubszeit. Deswegen möchte ich heute mal wieder über ein Ziel meines absoluten Lieblingslandes auslassen und was liegt näher, als sich mal mit Washington D.C. auseinander zu setzen. Ich brauche sicher nicht zu erwähnen, dass Washington die Hauptstadt der USA ist, das ist überall bekannt. Also, stürzen wir uns gleich ins Getümmel und kommen zur

Geschichte
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Wer meinen Bericht über Philadelphia kennt, der weiß, das Philadelphia bis 1790 die Hauptstadt der Vereinigten Staaten war. Doch kam es im Jahr 1783 durch Soldatenunruhen zu ernsthaften Störungen der Parlamentsarbeit, so das der Kongress und George Washington begannen, nach einem sicheren Ort für eine zukünftige Hauptstadt zu suchen, die außerdem nur dem Präsidenten und dem Kongress unterstehen sollten.

Maryland und Virginia überließen ein 10 x 10 Meilen großes Gebiet seitens des Potomac- River.
Das die Stadt am Rande der Südstaaten gebaut wurde, ging im übrigen auf einen Kompromiss zwischen Nord und Süd zurück, die Stadt lag genau mittig im damaligen Bundesgebiet. Der Standort wurde aber von Washington nicht ohne Hintergedanken gewählt, dadurch lag seine Plantage Mount Vernon teilweise innerhalb des markierten Gebietes.

Washington D.C. wurde 1790 vom Kongress als Versammlungs- und Erfüllungsort der Regierung der Vereinigten Staaten ausgewiesen und gilt bis heute nicht als Bundesstaat und ist dadurch nicht durch gewählte Abgeordnete und Senatoren im Kongress vertreten. D.C. steht übrigens für District of Columbia und ist als Ehrung für Christoph Kolumbus zu verstehen.

In die Zeit der Gründung der Stadt geht übrigens auch das heutige System der Präsidentenwahl durch Wahlmänner zurück. Da die Übermittlung der einzelnen Stimmen zur damaligen Zeit durch die weiten Entfernungen fast unmöglich war, wurden Männer bestimmt, die zur Wahl des Präsidenten anreisten und ihren Bundesstaat vertraten. Die Menge der Wahlmänner bezog sich auf die Größe des Staates und die Einwohnerzahl. (Nur durch dieses System ist G. W. Bush übrigens Präsident geworden)

Washington ist übrigens auch eine der wenigen Städte der USA, die nach städtebaulichen Aspekten gebaut wurde. Dazu wurde im Jahre 1790 der Franzose Pierre Charles L’Enfant von George Washington beauftragt, die Stadt nach dem Muster von Paris zu planen. 1793 folgte die Grundsteinlegung und sieben Jahre später erfolgte die Proklamation der Hauptstadt.
So, aber genug mit der Historie gelangweilt, kommen wir zur

Anreise
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Mit dem Auto ist Washington sehr einfach zu erreichen, da der Interstate I-95, der die ganze Ostküste verbindet, direkt an der Stadt vorbei führt. Philadelphia erreicht man in 3, New York in 5 Stunden und nach Richmond im Süden benötigt man 2 Stunden.

Mit der Bahn erreicht man Washinton ebenfalls äußerst komfortabel. Amtrak hat den sogenannten Metroliner eingerichtet, mit dem man in 3 Stunden in New York ist.

Per Flugzeug ist Washington von Deutschland aus bestens zu erreichen. Tägliche Flüge gehen ab Frankfurt, Düsseldorf und München. Diese erreichen den Dulles Airport nach einer Flugzeit von ca. 9 Stunden.
Washington ist von 3 wichtigen Flughäfen umgeben, Dulles International, Baltimore Washington International und der Stadtflughafen Ronald Reagan National Airport. Diese sind mit Bus, Taxi und per Bahn zu erreichen. Persönlich kenne ich aber BWI, dies ist ein äußerst angenehmer Flughafen mit kurzen Wegen, der, wie der Name schon sagt, genau zwischen Washington und Baltimore liegt.

So, nachdem wir das Problem der Anreise geklärt haben und angekommen sind, stürzen wir uns auf die Sehenswürdigkeiten und da ist zuallererst natürlich

Die Mall
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Sie ist das Macht- und Kulturzentrum Washingtons. Die Mall ist ein 2 Meilen langer Boulevard, der sich vom Capitol bis zum Lincoln Monument zieht.

Im Capitol haben der Senat und das Repräsentantenhaus seinen Sitz und jeder kennt sicher das Bild von der Kuppel dieses Gebäudes. Auf der anderen Seite des Capitols wartet eine lange Schlange, der es aber loht, beizutreten. Am Anfang angekommen, kann man das Capitol betreten. Hier gleich ein Tipp: sämtliche Museen und Gebäude sind kostenlos zu besichtigen – sehr angenehm für den Geldbeutel. Auf etwas sollte man in der Kuppelhalle achten. Es gibt da zwei Punkte, die ziemlich weit entfernt sind. Durch ein Phänomen kann man trotzdem jedes Wort verstehen, was an der anderen Stelle gesprochen wird. So wurden übrigens Verhandlungen ausspioniert. Wir haben es selbst ausprobiert und es funktioniert wirklich.

An der Mall sind ebenfalls noch das Bundesgericht, die Kongressbücherei mit über 100 Mio. Bänden und zahlreiche Museen angesiedelt. Die Museen gehören zur Smithsonian Institution, einer Stiftung zur Wissensverbreitung mit Weltruf. Glücklich darf sein, wer ein Stipendium dieser Gesellschaft erhält.

Mich persönlich hat am meisten das Luft- und Raumfahrtmuseum mit seinen vielen Originalen interessiert, aber auch das Museum für amerikanische Geschichte und das Museum für Naturgeschichte sind unbedingt besuchenswert. Eben auch, weil man keinen Eintritt bezahlen muß. Es gibt noch weitere Museen, aber nur eins muß unbedingt erwähnt werden, den es ist ein erschütterndes Dokument der Zeitgeschichte, welches beklemmend und doch einfühlsam die Geschichte des Holocaust darstellt. Dies ist das National Holocaust Museum. Unbedingt besuchen – meine persönliche Empfehlung.

Ebenfalls besuchenswert ist das Washington Monument, der Berühmte Obelisk, der eigentlich als Grabstätte für G. Washington gedacht war. Wenn man genau hinsieht, kann man einen Unterschied in der Farbe erkennen, denn der Bau musste für einige Jahrzehnte wegen Geldmangel ruhen. Man sollte mit dem Fahrstuhl auf die Aussichtsplattform fahren, man hat einen tollen Blick.

Erwähnenswert in der Mall sind ebenfalls noch das Vietnam Veterans Memorial, ein erschüttendes Dokument jenes Krieges. Es liegen Bücher aus, wo jeder Tote aufgeführt ist und an welcher Stelle des Mahnmals man seinen Namen findet, da auch da alle Namen verewigt sind.

Am Ende der mall findet man das Lincoln- Memorial, wo der große US-Präsident auf seinem Stuhl über die ganze Mall blickt. Hier sprach übrigens auch Dr. Martin Luther King seine Berühmten Worte: „ I have a dream“

Etwas abseits befindet sich noch das Jefferson Memorial. Dieses sollte man unbedingt Ende März bis Anfang April zur Kirschblütenzeit besuchen, denn dann stehen diese Bäume, die das Memorial umkränzen, in voller Blüte.

Arlington
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Am anderen Flussufer liegt in Arlington der Heldenfriedhof mit den beiden meistbesuchten Gräbern der Vereinigten Staaten, den Brüdern John F. und Robert Kennedy.

Das weiße Haus
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Ebenfalls an der Mall liegend, gebührt der berühmtesten Adresse der Welt, nämlich 1600 Pennsylvania Avenue, doch ein eigenes Kapitel, denn hier ist der Wohnsitz aller (bis auf Washington) US- Präsidenten. Wenn man zeitig aufsteht, kann man eines der streng limitierten Tickets für einen Besuch innen erhalten. Wir standen ab 6 Uhr morgens in der Schlange (Vorteil durch Jetlag, man ist sehr zeitig munter), und konnten dann am frühen Vormittag nach einer strengen Kontrolle hinein. Videokameras sind streng verboten und werden abgenommen, Bilder darf man nur außerhalb des Gebäudes. Nach dem Besuch bekommt man die Kamera natürlich wieder.

Georgetown
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Die heimliche Hauptstadt, den hier spielt das Leben. Jede Menge Shopping- Möglichkeiten, Clubs, Bars und Restaurants, ist dieses Gebiet aber etwas schlechter zu erreichen, da sich die Anwohner noch immer gegen den U- Bahn- Anschluss wehren. Wir sind so weit wie möglich gefahren und den Rest zu Fuss gegangen (auch wenn wir dadurch fast auf den beginnenden Interstate gelaufen wären), so bekommt man auch noch einen Eindruck, welch wunderschöne und elegante Wohngegend Georgetown eigentlich ist. Viele kleine Häuschen, geflegte Grünanlagen begegnen einem hier überall. Das bekannteste Gebäude dieses Viertels ist aber zweifellos der Watergate Komplex, welches für den größten Politskandal der US- Geschichte steht.

Weitere Sehenswürdigkeiten
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Wenn man Lust hat, sollte man auf den Turm des alten Postamtes fahren, hier hat man den schönsten Ausblick. Auch ein Besuch des FBI- Hauptquartiers ist absolut empfehlenswert, auch bei nicht so guten Englisch- Kenntnissen. Und, nicht zu vergessen: Union- Station. Eigentlich ein Bahnhof, ist es doch um vieles mehr.Gourmet- Tempel, Shopping- Center, Flanier- Meile etc. Ich habe selten so einen Bahnhof gesehen.

Ausflüge in die Umgebung
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Dazu zählen Mount Vernon, die Plantage des 1. US- Präsidenten und das alte Städtchen Alexandria. Ein absolutes Highlight bildet aber die ehemalige US- Hauptstadt (1783/84) Annapolis. Eine der schönsten kolonialen Hafenstädte der Ostküste. In diese Stadt habe ich mich auf den ersten Blick verliebt. Hier befindet sich auch die Marineakademie.

Transport
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Washington verfügt über ein gut ausgebautes Nahverkehrssystem, was erlaubt, das Auto stehen zu lassen. Einfach den Bus oder die U. Bahn nutzen, das ist easy going.

Wir haben uns dazu einen Tagespass für 6 US$ pro Persson gekauft. Einzelfahrten kosten 1,20 $ pro strecke.

Fazit
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Washington ist auf jeden Fall eine Stadt, die einen Besuch wert ist. Man fühlt sich hier auch sehr sicher, sofern man nicht gewisse Grenzen überschreitet. Es gibt hier auch viele Armenviertel und Gewalt und Verelendung haben die Stadt zu einer Stadt mit einer der höchsten Kriminalitätsrate gemacht. Dies gilt aber nur für die Randgebiete. Im Zentrum der Macht kann man sich völlig sicher fühlen.

So, das war’s. Danke, das Ihr mich auf meiner Reise begleitet habt und für Euer Interesse. Bis zum nächsten Mal

Viele Grüsse
Raimo
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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
Queen500

Queen500

31.07.2004 10:52

sehr interessant geschrieben. LG Michael

Dr.Claudia

Dr.Claudia

10.06.2004 11:53

Ich kenne zwar einiges in den Staaten, aber Washington leider noch nicht. LG Claudia

zische

zische

26.09.2003 23:47

Fliege im März mit meinem Freund nach San Diego, freue mich schon riesig drauf, vor allem auf die Woche Kreuzfahrt! Hoffe auf Wale und Delphine! Gruß zis

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