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Ich möchte heute gar nicht von Sehenswürdigkeiten, Hotels und Museen erzählen. Ich denke, das haben andere getan. Ich finde nämlich, daß die "wahren" amerikanischen Städte New York heißen, San Francisco, Los Angelos... Und ich finde, daß Washington da irgendwie zu kurz kommt. Reduziert auf diese paar Besonderheiten: Hauptstadt, Präsident... Aber es ist doch mehr.
Was man sieht, nur kurz gesagt, da wäre natürlich das Weiße Haus, die erste Assoziation, wenn man Washington hört, und ja, zu recht, denn irgendwie ist ja auch das Herz dieser Stadt. Das Weiße Haus, abstrakter "Mittelpunkt der Macht" und doch so einladend, so gastfreundlich (man muß nur sehr, sehr früh aufstehen), daß man sich fast ein bißchen dazugehörig fühlt. Dann geht man weiter diesen kleinen Spaziergang über die Constitution Avenue (sogar die Straßennamen haben einen gewissen Flair), trifft auf das Washington Monument, diese riesige Säule und hat den ersten, völlig verständlichen Gedanken:"Und was soll das ausdrücken?" Nun ja, wer kann das schon sagen, denn ursprünglich wollte man doch eine Reiterstatue George Washingtons bauen, was ja auch durchaus Sinn gemacht hätte. Nach einigen Finanzierungsschwierigkeiten (von jedem amerikanischen Bürger wurde schließlich 1 Dollar verlangt) begann man dann 1848 mit dem Bau dieses Obelisken, und wenn er schon nichts mit G. Washington zu tun hat, kann man ihn doch zumindest besteigen oder befahren und hat dann einen herrlichen Blick über Virginia und Maryland. Wir wandern weiter durch die National Mall (die nichts zu tun hat mit einer Shopping Mall, bitteschön!), wir finden Memorials für weitere Präsidenten, Lincoln, Franklin, Jefferson. Und dann sind da die Museen. Das Holocaust Museum, Das National Museum of American History, Smithsonian Institution, um nur einige zu nennen. Aber wie gesagt, ich möchte nicht beschreiben, was jedes einzelne Museum bietet. Ich möchte nur sagen, daß der Charme dieser Stadt dafür sorgt, daß alle diese Museen nicht nur einladend und sehenswert sind, sondern dazu kostenlos. Ich möchte sagen, daß der Charme dieser Stadt einen Spaziergang durch die Mall mit all ihren Joggern, den Tretbooten, den Eisverkäufern, den verwirrten Touristen, die mich nach dem Vietnam Veterans Memorial fragen und ich nur antworten kann, ich habe leider auch keine Ahnung, den telefonierenden Geschäftmännern, den im Gras schlafenden Studenten und dem Zauber einer Vergangenheit, zu einem wundervollen Erlebnis machen. Da ist eben mehr in Washington als das Weiße Haus und eben viele tote Präsidenten. Da gibt es mehr zu tun als in aller Eile die vielen Sehenswürdigkeiten abzuklappern. Da gibt es nämlich dieses heimliche Bedürfnis, sich einfach auch in das Gras der Mall zu legen, ein bißchen zu schlafen und ein bißchen zu genießen.
30.12.2004 16:20
Und das Beste dort; kein Mensch hat Bush gewählt! Gruß FromCTown
05.08.2004 19:46
1. Bericht lesen ist fies *lachdiabolisch*
28.12.2003 13:52
"Constitution Avenue (sogar die Straßennamen haben einen gewissen Flair)" - ja, das stimmt