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Erfahrungsbericht

für Waitangi National Trust, Paihia, Bay of Islands
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5 Sterne Krieg und Frieden in Neuseeland Bericht mit Bildern
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Pro Ein wichtiger Ort auf einem wunderschönen Anwesen

Kontra Nix

Detailbewertung

Preis-/Leistungsverhältnis
Anbindung
Öffnungszeiten
Spaßfaktor

Der Autor

filfil67 Seit 13 Mrz 2011

Ich persönlich stehe ja auf Berichte mit Fotos ;-) mehr

55 Mitglieder vertrauen mir

Nachdem ich schon ein Hotel vorgestellt habe, das sich auf der Südinsel befindet (Punakaiki Resort) und das Nationalmuseum (Te Papa), das sich auf der Nordinsel befindet, gibt es heute einen weiteren Neuseelandbericht von mir.

Wir bleiben auf der Nordinsel, bewegen uns aber vom äußersten Süden (Wellington) hoch in den Norden.

Es geht an Auckland vorbei, dann auf den State Highway One North, dann über die Twin Coast Discovery Tourist Route nach Whangarei. Von dort ist es dann nicht mehr ganz so weit bis nach Paihia und zu den Waitangi Treaty Grounds.

Die Waitiangi Treaty Grounds werden vom Waitangi National Trust verwaltet.

Kontakt:


Waitangi National Trust
1 Tau Henare Drive
Paihia
New Zealand

Phone: +64 (0)9 402 7437
Fax: +64 (0)9 402 8303

Internetseite:


http://www.waitangi.net.nz/

Öffnungszeiten:


Im Sommer täglich von 9:00 bis 18:00 Uhr
Im Winter täglich von 9:00 bis 17:00 Uhr

Am 25. Dezember geschlossen.

Eintrittspreise:


Wir haben 2004 NZ 10 Dollar pro Person bezahlt.

Worum geht es hier eigentlich:


Der Waitiangi National Trust wurde 1932 gegründet. Nur kurz zur Erläuterung: ein trust ist gleichbedeutend mit einer Stiftung.

Die Gesamtfläche des Anwesens, das dem National Waitangi Trust gehört beträgt 404 Hektar. Der historisch wichtigste Teil des Anwesens ist das sogenannte Treaty House (treaty bedeutet soviel wie „Abkommen“ oder „Staatsvertrag“), in dem am 6. Februar 1840 der sogenannten "Vertrag von Waitangi" unterzeichnet wurde. Dieser Vertrag zwischen den Maori und der britischen Krone machte Neuseeland zu einer britischen Kolonie. Mehr dazu später.

Im Jahr 1932 haben Lord and Lady Bledisloe dann das Gelände gekauft und dem Trust übereignet. Sie haben diese Stätte als den Geburtsort der National Neuseeland gesehen. Und in der Tat ist der 6. Februar Nationalfeiertag und wird als Waitangi Day gefeiert.

Der Trust trägt sich selber und wird in keinster Weise vom Staat finanziell unterstützt.

Mehr über den Treaty von Waitangi:


Kleines geschichtliches Vorgeplänkel:

Natürlich waren die europäischen Siedler nicht die Ersten, die Neuseeland entdeckt haben. Die Maori haben Neuseeland schon vor ihnen „gefunden“. Erstaunlicherweise allerdings auch erst zwischen 800 - 1300 n. Ch.

Besonders schonend sind die Maori mit ihrer neuen Heimat leider nicht umgegangen. Allerdings waren die Lebensbedingungen auch nicht einfach. Da es in Neuseeland (bis auf eine Fledermausart) keine Säugetiere gab, haben sie Jagd auf alles gemacht, was sie essen konnten. Dabei haben sie einige Tiere bis zu ihrer Ausrottung gejagt.

Die Maori und Neuseeland blieben von der Aussenwelt unberührt, bis erst Abel Tasman im Jahr 1642 und dann im Jahr 1769 James Cook nach Neuseeland kamen.

Nach und nach besiedelten immer mehr europäische Siedler die Nord- und Südinsel. Im Jahr 1830 lebten ungefähr 2000 Europäer in Neuseeland. Etliche dieser Europäer waren Walfänger, Robbenfänger und Kaufleute, bald gefolgt von den ersten Missionaren.

Man kann sich vielleicht vorstellen, dass die (hauptsächlichen) britischen Siedler die Landnahme ohne große Rücksicht auf die Maori betrieben haben. Was sie wollten, nahmen die Siedler sich. Es kam zu Gewalt gegenüber den Maori und der Ausbeutung natürlicher Ressourcen. Man kann mit Fug und Recht behaupten, dass die Kolonialisierung Neuseelands durch Großbritannien oftmals gewaltsam betrieben wurde.

Außerdem verkauften die Siedler Schusswaffen an die Maori, die diese wiederum in Stammeskriegen untereinander einsetzen. Es gab auch in der Zeit bis zur Ankunft der europäischen Siedler immer wieder blutige Kämpfe zwischen den verschiedenen Maori-Stämmen. Schusswaffen haben diese Kämpfe aber deutlich verändert.
Der Treaty selber:

Im Jahr 1840 kam Captain William Hobson nach Neuseeland, um den Häuptlingen der Maori einen Staatsvertrag zwischen Ihnen und der britischen Krone anzubieten. Der Vertrag wurde vom englischen auch ins Maori (der Sprache der Maori) übersetzt.

Der Hauptbeweggrund der britischen Krone den Maori einen solchen Vertrag anzbieten dürfte gewesen sein, dass Frankreich mehr und mehr Interesse an Neuseeland zeigte und die Engländer sich ihr Vorrecht an Neuseeland sichern wollten.

Heute fragt man sich natürlich, warum die Maori dem Abkommen zugestimmt haben, durch das sie ihre Souveränität verloren haben und mit dem sie zu britischen Bürgern wurden.

Ein Grund dürfte sicherlich gewesen sein, dass ihnen im Vertrag garantiert wurde, dass sie Land, Grundstücke und andere Besitztümer behalten durften.

Wie auch immer, am 5. Februar 1840 erschienen hunderte von Maori und Siedler vor der Residenz in Waitangi. Das Abkommen wurde in beiden Sprachen vorgelesen und erklärt.

Am 6. Februar unterschrieben 43 Häuptlinge das Abkommen.

Bis September 1840 haben 500 Häuptlinge der Maori das Abkommen unterschrieben. Die Zahl zeigt auf beeindruckende Art und Weise, wie viele Stämme es in Neuseeland gab.

Soweit, so gut. Es dürfte allerdings niemanden überraschen, dass mit diesem Vertrag nicht alles Friede, Freude, Eierkuchen war. Von 1843 bis 1872 fanden die sogenannten Neuseelandkriege zwischen den Maori und den europäischen Siedlern statt. Die europäischen Siedler wurden dabei von hunderten, später tausenden erfahrenen britischen Soldaten unterstützt.

Einer der Hauptgründe für diese Kriege war eine Regelung im Treaty von Waitangi, dass Land von den MÄori nur noch an die Regierung verkauft werden durfte. Die Siedler waren damit nicht einverstanden, da viele ihrer Siedlungen auf einmal auf Land standen, das zumeist weiterhin den MÄori gehörte. Und es kam, wie es auch heute wahrscheinlich kommen würde. Unter dem Druck der Siedler begann die Kolonialregierung allmählich, diese Regelung zu unterlaufen und erlaubte Siedlern, sich auf Land niederzulassen, dessen Eigentumsverhältnisse nicht sicher geklärt waren. Die MÄori begannen, dagegen gewaltsamen Widerstand zu leisten.

Ich könnte noch viel mehr zu diesem Thema schreiben. Aber das würde hier wirklich zu weit führen. Die Artikel bei Wikipedia zu dem Thema sind wirklich gut und haben zahlreiche Links.

Heutige Situation der Maori:


Bevor ich ein wenig darüber erzähle, was man auf dem Gelände des Trusts so sehen kann, möchte ich aber noch ein paar Worte zur heutigen Situation der Maori los werden.

14,6% der 4,3 Millionen Neuseeländer bezeichnen sich heute als Maori.

Sie haben prominente Vertreter im Parlament und genießen eine wachsende Präsenz in der Wirtschaft.

Allerdings darf dies nicht darüber hinwegtäuschen, dass es in Neuseeland einen Maori-Nationalismus gibt, von dem der normale Neuseelandurlauber nichts mitbekommt. Warum auch? Wenn man sich allerdings mal neuseeländische Tageszeitungen kauft, bekommt man schnell mit, dass nicht alles gut ist im Lieblingsurlaubsland.

Fast 50% der 15jährigen Maori haben keinen Schulabschluss. Die Lebenserwartung liegt immer noch leicht unter der der Nicht-Maori. Und das durchschnittliche Pro-Kopf-Einkommen der Maori liegt deutlich unter dem gesamtneuseeländischen.

In vielen Teilen Neuseelands gehen Maori heute vor gegen die Pläne der Öl- und Gasindustrie, die in traditionellen Jagd- und Fischereigebieten Bohrtürme aufstellen wollen.

Das Gelände heute:


Ich kann jedem nur empfehlen, sich das Gelände anzusehen und in die Geschichte Neuseelands einzutauchen. Es ist weitläufig und eignet sich auch hervorragend für Spaziergänge. Wir hatten damals das Problem, dass während unseres Aufenthalts in der Bay of Islands und vor allem während unseres Besuchs auf dem Gelände ein Zyklon an Neuseeland vorbeigestürmt ist. Es hat dermaßen stark geregnet, dass der Regen auf der Haut wirklich weh getan hat. Das hat unseren Spaß ein wenig beeinträchtigt und einige Veranstaltungen sind leider ausgefallen.

Was gibt es also alles zu sehen:

Das Treaty House

Teil der ursprünglichen damaligen Residenz ist das Haus beeindruckend. Es steht nicht mehr ganz im Original. Einiges wurde nachgebaut. Aber es gibt einem ein gutes Bild, von dem, wie es damals ausgesehen haben muss. Und im Haus selber sieht man etliche Artefakte der damaligen Zeit.
Das Maori Waka

Ein 35 Meter langes Kriegskanu der Maori. Mindestens 76 Paddler wurden benötigt, um damit sicher übers Wasser gleiten zu können. Wenn man davor steht kann man sich kaum vorstellen, wie anstrengend das gewesen sein muss. Zu besonderen Anlässen werden solche Kanus noch heute benutzt.
Das Whare Runanga

Ein Versammlungs- oder Gemeinschaftshaus, das 1940 eröffnet wurde. Es steht in der Nähe des Treaty Hauses. Es sieht aus, wie ein typisches Gemeinschaftshaus der Maori ist aber insofern etwas besonderes, als es von allen Maori Stämmen geteilt wird. Es gibt dort wunderschöne Schnitzereien mit beeindruckenden Figuren. Ich wünschte, ich hätte damals schon eine bessere Fotoausrüstung dabei gehabt – aber leider hatte ich damals nur eine kleine Pentax, die oft überfordert war. Und ich auch.
Führungen

Es werden verschiedene Führungen angeboten. Wir haben leider an keiner teilnehmen können. Würden wir noch einmal hinfahren, würden wir aber erneut versuchen dies zu tun. Einzelheiten zu den Führungen kann man der Internetseite des Trusts entnehmen.
Kulturelle Vorführungen der Maori

Außerdem gibt es kurze kulturelle Vorführungen der Maori. Auch dazu gibt es nähere Einzelheiten auf der Internetseite des Trusts. Durch das damalige Unwetter bei unserem Besuch haben wir leider gar nichts davon mitbekommen.
Shop

Für mich wieder einmal ganz gefährlich war der kleine Shop, in dem man schöne und interessante Sachen kaufen konnte. Von Jadeschmuckstücken über andere Schnitzereien und Bücher sowie Postkarten gab es alles. Ich habe eine große Postkarte gekauft, auf der eine Pfeife rauchende Maorifrau zu sehen ist. Die Postkarte hängt heute noch in unserer Küche.
Café

Zum Schluss unseres Besuchs haben wir noch eine Kleinigkeit zu Essen in dem Café zu uns genommen und uns den herunterprasselnden Regen durch die Scheiben angesehen.

Fazit:


Ein Ausflug auf das Gelände des Waitangi National Trusts lohnt sich auf jeden Fall. Ein paar Stunden kann man dafür schon einplanen. Ich würde wieder hinfahren.
Damals habe ich sehr wenig über die Geschichte Neuseelands und der Maori gewusst. Ich denke, dass ich bei einem zweiten Besuch alles mit etwas anderen Augen sehen würde.

Bilder

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waitangi - Waitangi National Trust, Paihia, Bay of
Waitangi National Trust, Paihia, Bay of Islands
von filfil67 filfil67
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  • miss_chocolate 23.12.2011 18:17
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
  • meerline77 10.11.2011 05:27
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
  • Gering 28.10.2011 13:35
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
  • travelgirl 16.10.2011 08:45
    Bewertete diesen Bericht als
    besonders hilfreich

    *bhnachreich*

  • fantagirlie 27.09.2011 16:13
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
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