VolareWeb

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Zum 24. September 2003 hat sie private italienische Fluggesellschaft Volare Airlines all ihre inneritalienischen und europäischen Linienflugverbindungen in Flüge der Low-Cost Tochtergesellschaft Volareweb umgewandelt. Volareweb fliegt von Frankfurt Hahn nach Venedig Marco Polo und Brindisi ... Bericht lesen





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Volareweb.com
Erfahrungsbericht von passionflyer über VolareWeb
23.10.2003


Produktbewertung des Autors:   


Pro: fliegt in Italien stadtnahe Flughäfen an, maximale Obergrenze für Ticketpreise
Kontra: Wo sind sie Schwimmwesten .  .  . ?

Empfehlenswert? ja 

Kompletter Erfahrungsbericht

Zum 24. September 2003 hat sie private italienische Fluggesellschaft Volare Airlines all ihre inneritalienischen und europäischen Linienflugverbindungen in Flüge der Low-Cost Tochtergesellschaft Volareweb umgewandelt.

Volareweb fliegt von Frankfurt Hahn nach Venedig Marco Polo und Brindisi in Süditalien sowie von Berlin Schönefeld aus nach Mailand Linate, Rom Fiumicino, Venedig Marco Polo und ebenfalls Brindisi. Mit Umsteigen in Rom oder Mailand kann man auch Ziele auf Sizilien (Catania, Palermo) erreichen. Positiv hervorzuheben ist dabei, dass Volareweb in den italienischen Städten ausnahmslos stadtnahe Flughäfen ansteuert und nicht in der Provinz landet. In Frankfurt Hahn sieht das natürlich anders aus, Berlin Schönefeld ist aber sehr akzeptabel.

Eine Besonderheit im Flugplan: Es besteht zudem eine innerdeutsche Verbindung: Von Berlin Schönefeld nach Frankfurt Hahn am frühen Morgen, von Hahn nach Schönefeld am späten Abend.

Vor einigen Wochen bin ich selbst mit Volareweb von Berlin nach Rom und zurück geflogen. Ich persönlich würde jederzeit wieder mit dieser Gesellschaft fliegen, allerdings nur bis sich Germanwings oder Hapag Lloyd Express dazu entschließen, von Berlin aus direkte Verbindungen nach Italien ins Programm zu nehmen. Denn bei meiner Reise mit Volareweb sind mir einige negative Dinge aufgefallen, die ich hier nun nennen möchte.

1. Preispolitik

Ich habe den Newsletter der Volareweb abboniert. Am 19. September bekam ich Post. Dort hieß es: „Sie haben nur 3 Tage Zeit, bis zum 22. September, um unsere nationalen und internationalen Flüge für Preise von 19,99 € bis maximal 79,99 € zu buchen.“
Daraufhin habe ich sofort meinen Flug gebucht. Hin für 39,99 €, zurück für 29,99 €.

Nach dem nächsten Klick war ich schlauer. Achtung!!! Im Preis nicht inbegriffen sind:

► Steuern und Gebühren
► eine „operations & security“ Gebühr der Fluggesellschaft selbst, satte 12 € pro Person und Strecke
► Kreditkartengebühren von 6 € pro Transaktion, andere Zahlungsarten sind aber nicht möglich

So war mein Flugpreis von 70 € mal eben auf 117 € geklettert. Was für einen Flug nach Rom aber immer noch sehr günstig ist, keine Frage.

Der nächste Reinfall: Am besagten 22. September, dem Stichtag der Promotion, erhielt ich einen weiteren Newsletter. Dort stand: „Aufgrund des großen Erfolges unserer Sonderaktion können Sie vom 23. bis zum 29. September nochmals Flüge mit Preisen zwischen 19,99 € und 89,99 € buchen.“
Da hätte ich mich also gar nicht beeilen müsse. Zum Spaß habe ich nochmals versucht, an exakt denselben Daten einen Flug zu buchen. Resultat: Hinflug für 29,99 statt 39,99 €, zurück für 19,99 € statt 29,99 €.
Normalerweise laufen Sonderaktionen immer nur für ein paar Tage, aber dass man extra drauf hingewiesen wird („nur 3 Tage“) und direkt im Anschluss die Preise sinken, ist eine Frechheit!!!


2. Check-in

Beim Check-in in Berlin war leider 2 Stunden vor Abflug die Liste mit den Namen der gebuchten Passagiere nicht da. Sie wurde noch nicht aus Italien rübergefaxt. Alle Onlinebucher warteten daher eine ganze Stunde zum Einchecken.
Auf dem Rückflug in Rom dasselbe: An dem einen geöffneten Schalter standen nur 4 oder 5 Figuren vor mit in der Schlange. Da aber die Liste fehlte, musste die Dame hinter dem Tresen bei jedem Fluggast umständlich telefonieren, so dass die Prozedur für die paar Passagiere gute 30 Minuten dauerte.


3. Sicherheit an Bord
Ich hatte beim Hin- und Rückflug dasselbe Flugzeug, einen Airbus A320 (wen es interessiert: die I-PEKT). Zurück in Berlin habe ich im Internet nachgeforscht, wie alt die Maschine ist. Überraschung: Sie wurde im Juni frisch aus den Airbus-Werken ausgeliefert. Ernüchternd: Der schlechte Zustand der Kabine nach nur 4 Monaten: Die (Stoff-)Sitze waren zum Teil fleckig, zahlreiche Abdeckungen der Aschenbecher in den Armlehnen fehlten, so dass man von Kaugummis und Restbonbons angelacht wurde. Damit kann man leben, nicht aber mit Folgendem:

Ich saß auf Sitz 22A im Flieger. Während der Sicherheitsvorführungen (kein Film – es gibt keine Monitore, wie es sonst in neuen Airbussen der A320-Familie üblich ist – sondern in Italienisch und einen nicht zu verstehenden Englisch) ertaste ich immer das Vorhandensein der Schwimmweste unter meinem Sitz. Der Beutel war leer. Ebenso unter dem Sitz 22B, auf dem meine Begleitung saß. Beim Kontrollgang habe ich das der Stewardess mitgeteilt. Sie versprach, mir neue Schwimmwesten zu bringen und kam mit einer zurück. Ich machte sie darauf aufmerksam, dass aber zwei fehlen würden. Antwort: „Im Notfall bringe ich Ihnen noch eine!“ Das muss wohl kaum weiter kommentiert werden. Ich denke nicht, dass sich die Dame im Notfall dran erinnert, dass auf 22A einer ohne Schwimmweste ist. Der Blick der Flugbegleiterin verdächtigte mich eher, die besagten fehlenden Westen geklaut zu haben, so hatte ich den Eindruck.
Anschließend habe ich die Stewardess noch gebeten, mit die Weste in den Beutel zu bugsieren, ich schaffte das nicht. Zweite Antwort: „Sehen Sie, besser Sie hätten mich gar nicht erst nach der Weste gefragt!“ (Anm.: Die Besatzung spricht natürlich ausschließlich Italienisch und Englisch.)

Das Flugzeug war im hinteren Kabinenteil nur wenig besetzt, so konnte ich mich im Laufe des Fluges auf die andere Seite setzen und dort rausschauen. Unter Sitz 25F war im Übrigen keine Schwimmweste…

Der Rückflug von Rom nach Berlin eine Woche später fand nun zufällig mit derselben Maschine statt (keine Sorge, es gibt mehr als diese eine). Ich saß auf 24A. Dort und auch auf den Plätzen nebenan war alles in Ordnung. Da die letzten Reihen aber wieder leer waren, konnte ich woanders rausgucken und natürlich testen gehen. Weder unter 22A (die Stewardess hatte ja nur eine Weste gebracht) noch unter 25 F war inzwischen nachgefüllt worden. Das heißt also, dass die Passagierkabine im Laufe einer Woche nicht dahingehend kontrolliert wird.

An dieser Stelle erinnere ich nochmals an die 12 € „operations & security“, die wohlgemerkt von der Fluggesellschaft (nicht den Airports) erhoben werden. Wohin fließen diese Gelder? Nicht in die Anschaffung von Schwimmwesten. Aber das ist doch eigentlich auch security?!


4. Allgemeines & Fazit

An Bord von Volareweb gibt es natürlich kein Essen und keine Getränke. Diese sind recht teuer käuflich zu erwerben (Getränke, Tee, Kaffee 2-3€, Sandwich 5 €, Frühstück 5 €, Snack 8 €, Menü 12 €).

Im Vergleich zur staatlichen Alitalia mit ihren betagten MD80-Fliegern ist Volareweb und ihre Flotte immer noch klar zu bevorzugen. Im Vergleich zu Germanwings schneiden die Italiener für mich leider schlechter ab, was den Service und das Erscheinungsbild der Flotte angeht. Bei den Preisen: Germanwings verkauft zwar auch für 19 € und 29 €, inklusive aller Gebühren, allerdings sind diese Tickets sehr sehr schnell vergriffen und man kann wenige Tage vor Abflug schon ohne weiteres mehrere hundert Euro bezahlen. Bei Volareweb gibt es immer einen Maximalpreis für die Tickets, seinerzeit 89,99 € (ohne Gebühren). Auch kann es sinnvoll sein, erst wenige Tage vor Abflug zu buchen (ganz im Gegensatz zu anderen Billigfluggesellschaften), denn die besagte Promotion läuft gegenwärtig immer noch…


Ich wünsche allen einen guten Flug mit Volareweb und schöne Tage in Italien!
   

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