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Erfahrungsbericht

für Villa Kérylos, Beaulieu-sur-Mer
5 Sterne ~ Leben wie die alten Griechen ~ Bericht mit Bildern
104 von 104 Ciao User haben diesen Bericht als hilfreich bewertet Bewertungen ansehen
Empfehlenswert: Ja

Pro Schön, interessant und lehrreich

Kontra bisschen weit weg von hier *g*

Der Autor

SabineG1959 Seit 16 Okt 2004

Hallo, Ihr Lieben! Leider habe ich ernsthafte Augenprobleme und kann nich so viel lesen, wie ich... mehr

63 Mitglieder vertrauen mir

Villa Grecque Kérylos in Beaulieu-sur-Mer/Côte d'Azur/Frankreich

Diese Villa wurde zu Beginn des 20. Jahrhunderts von Theodore Reinach nach den Plänen einer alten griechischen Villa original nach gebaut und mit original nachgebauten oder nachempfundenen Möbeln möbliert. Man findet sie in Beaulieu-sur-Mer zwischen Nizza und Monaco direkt am Meer in einem schönen Garten. Zu besichtigen ist die Villa mit allem Mobiliar und Erläuterungen in verschiedenen Sprachen per Kopfhörer.

Im Keller der Villa befindet sich eine weitere Ausstellung mit Plänen von alten Hafenstädten und mit griechischen Statuen. Durch die vergitterten Fenster sieht man die Wellen de Meeres. Da dies die einzige "original" griechische Villa der Welt ist, lohnt sich ein Besuch auf jeden Fall. Hier erfährt man nicht nur einiges über die Vorstellungen der Reichen um die vorletzte Jahrhundertwende sondern auch über das Leben der alten Griechen.

Jedes Jahr finden dort einige Veranstaltungen, u.a. Konzerte, statt, bei denen wir aber nicht gewesen sind. Außerdem kann man im Keller einen Film über die Villa ansehen, in Französisch mit englischen Untertiteln.

ÖFFNUNGSZEITEN:
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- vom 2.1. bis 10.2.: wochentags von 14 bis 18 Uhr, am Wochenende von 10 bis 18 Uhr
- vom 11.2. bis 5.11. von 10 bis 18 Uhr, Juli und August bis 19 Uhr
- vom 6.11. bis 1.1 von 14 bis 18 Uhr, Wochenenden und Feiertage von 10 bis 18 Uhr

EINTRIIT: 8 Euro, ermäßigt 6 Euro, Kombiticket mit Villa Ephrussi 14,50 Euro und 10 Euro
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Die Villa ist auch gut mit dem Bus zu erreichen. Wenn nicht gerade eine Open-Air-Veranstaltung ist, gibt es auch einen Parkplatz in der Nähe, wo aber auch die Feste stattfinden, man also dort zu diesen Zeiten nicht parken kann und möglicherweise ein echtes Parkproblem bekommt.

So weit die Einleitung mit dem, was ich schon in meinem Bericht über die Côte d'Azur beschrieben hatte. Beginnen wir nun mit der ausführlichen Beschreibung der Villa Grecque Kérylos in Beaulieu-sur-Mer, wo es außer der Villa noch ein zumindest von außen schönes Kasino und mehrere Strände gibt. Fast gegenüber vom Kasino und nahe einem der Strände liegt der schlichte weiße Bau auf einer kleinen Halbinsel im Meer.

Wir betreten zunächst den

GARTEN
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Dort befinden sich zunächst die Toiletten und ein kleiner Shop, wo man Andenken, Wissenswertes über die Griechen und die Region, Künstlerisches etc. und vor allem die Eintrittskarten kaufen kann. Bei der Gelegenheit erhält man dann die Kopfhörer und Bedienung zum Umhängen.

Die Villa selbst befindet sich nur ein paar Schritte weiter, nächster Eingang. Bleiben wir erstmal im Garten, in den man die Kopfhörer eigentlich nicht mitnehmen sollte …

Gegenüber von der Villa führt eine kleine Treppe hinunter bis zum Meer, wo man einen schönen Blick auf den Strand hat, von wo aus der Eingang der Villa aber nicht zu sehen ist, da hier alles mit schön blühenden Sträuchern zugewachsen ist. Wieder zurück geht es weiter hinter die Villa auf eine kleine Terrasse mit Meerblick. Noch weiter um die Ecke ist der oben erwähnte Eingang in den Keller zu den Skulpturen. Das war eigentlich schon alles - größer ist der Garten nicht. Erwähnen möchte ich noch die Tafeln mit Erläuterungen, die man überall hier findet, allerdings nur auf Französisch.

DIE VILLA
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Durch eine große Türe gelangt man in einen kleinen "Flur" mit einem wunderschönen Bodenmosaik, einem Hahn. Die Seiten sind ebenfalls mit Bildern und Statuen geschmückt. Als nächstes gelangt man in einen großen luftigen Raum mit Atrium. Ein Atrium ist eine quadratische Halle mit Loch im Dach und darunter einem kleinen Teich, in dem das Regenwasser gesammelt wird. In der Antike war diese Atriumbauweise die übliche Bauweise der Patrizier, also der reichen Leute.

Bevor man jedoch nach rechts ins Atrium geht, wird man zunächst nach links gelockt in ein atemberaubendes Badezimmer mit modernster Technik und unglaublich luxuriöser Ausstattung. Das Becken im Boden besaß eine ausgeklügelte original antik-griechische Technik zur Regelung von warmem und kaltem Wasser. Hier badeten die Griechen gemeinsam mit den Gästen.

Von hier aus wenden wir uns nun dem Atrium zu. Um den schon beschriebenen Teich gibt es eine überdachte Wandelhalle mit gemalten Szenen aus griechischen Sagen. In Nischen stehen die Büsten von Homer und Sokrates oder Sophokles. Die dem Badezimmer gegenüberliegende Wand besteht aus Glas, so dass man von hier ins Herrenzimmer blicken und auch gehen kann, die anderen beiden gegenüberliegenden Wände sind gemauert und mit besagten Bildern versehen. Im lichtdurchfluteten Mittelpunkt steht ein Oleanderbaum inmitten des Teiches.

Von der großen Eingangshalle aus führt eine weitere Türe in die Bibliothek. Hier gibt es einen Schreibtisch und viele Ausstellungsvitrinen mit antiken Sammlerstücken sowie antike Skulpturen. Auch von hier aus gelangt man in das Herrenzimmer, wo am Rande einige Stühle stehen und eine kleine Sitzgruppe. Auf dem Boden gibt es ein riesiges Mosaik, das das bzw. ein Labyrinth darstellt. Auch hier stehen wieder einige Sammlerstücke wie z.B. Skulpturen.

Hinter dem Herrenzimmer befindet sich noch die Küche mit Kochutensilien und einem interessanten Fries an den Wänden. Von hier aus führt der Rundgang durch die Villa wieder zurück Richtung Bibliothek. Zwischen ihr und dem Herrenzimmer befindet sich das Treppenhaus mit Skulpturen und einem Waschbecken. In der ersten Etage steht man dann wieder vor einer kleinen Waschgelegenheit und einer Skulptur im kleinen Vorraum, von dem aus es in die privaten Gemächer der Familie Reinach ging. An einem langen Flur liegen die beiden Schlafzimmer - bei den Reichen hat halt jeder der Eheleute ein eigenes! - und die beiden Badezimmer.

Als erstes gelangt man in das schöne Zimmer von Frau Reinach, das in bläulichen Tönen gehalten ist. Hier steht ein merkwürdig anmutendes Einzelbett, ähnlich einem Futon, wie es sie wohl so im antiken Griechenland gegeben hat. Neben Vitrinen besaß sie auch einen Schreibtisch in dem Zimmer.

Um in ihr Bad nebenan zu gelangen, braucht man nicht auf den Flur zurück, denn es führt von hier aus eine Türe direkt dort hin. Dieses Bad ist nicht so luxuriös wie das für die Besucher aber auch von allerfeinster Technik mit spezieller Regelung für warmes, kaltes, Regen- und Leitungswasser. Auch in der Antike gab es ja schon Wasserleitungen, Reste der römischen Aquädukte (aqua=Wasser, ducere=führen, leiten) gibt es ja auch in Deutschland. Unsere antiken Vorfahren haben darüber hinaus also auch das Regenwasser genutzt.

Während im Besucherbad das Badebecken im Boden eingelassen ist, ist es hier eine Badewanne, die ganz altmodisch auf verzierten Füßen steht. Nebenan ist dann noch ein Ankleidezimmer und das Bad von Herrn Reinach, von wo aus man in sein Zimmer gelangt, das - natürlich - um einiges größer ist als das seiner Frau. Hier ist alles in Rottönen gehalten, über dem Ehebett gibt es eine Erotikszene nach original griechischen Vorbildern. Ansonsten ähnelt die Ausstattung dem Zimmer von ihr, es ist halt alles großzügiger gestaltet für den Herrn des Hauses.

Von diesem Zimmer aus gelangt man wieder in den langen Flur und blickt auf einen schönen Vitrinenschrank mit antiken Ausstellungsstücken. Von da aus geht's wieder ins Treppenhaus bis ganz nach unten, wo es neben dem Film auch noch ein paar Ausstellungsstücke zur Geschichte des Hauses zu sehen gibt.

Nun also die Kopfhörer abgeben und durch den in die hinteren Ausstellungsräume bzw. in den

KELLER
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Im Gegensatz zu der eher prunkvollen Ausstattung der Villa, was Boden- und Wandschmuck betrifft, ist hier unten alles kahl und aus Stein. In einem großen Halbbogen führt ein Weg vorbei an Bildern von alten Häfen der Antike mit französischen und englischen Erläuterungen. Dazwischen stehen immer wieder Statuen von Männern und Frauen, und durch die vergitterten Fenster kann man einen Blick hinaus auf's Meer werfen, während die Wellen gegen die Scheiben schlagen.


Ich hoffe, ich konnte Euch mit meinem Rundgang durch die Villa Grecque Kérylos einen kleinen Eindruck vermitteln, was einen dort erwartet - wenn man mal hin kommt …


Alles Liebe von Sabine :)


PS: Falls jemand fragt, wer Theodore Reinach ist: es war ein Reicher um die letzte Jahrhundertwende, seinen Beruf habe ich vergessen, ich glaube, er war Banker, bin mir aber nicht mehr sicher und habe leider nichts über ihn gefunden.

Bilder

für Villa Kérylos, Beaulieu-sur-Mer
Hahnmosaik
von SabineG1959 SabineG1959

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Kommentare

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  • Baerchen2571 27.06.2010 17:41
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
  • Liebchen0583 11.03.2007 18:44
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
  • KoenigAragorn 14.01.2007 01:09
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich

    Da könnt ich mir mein Leben auch mal wieder vorstellen - sehr lustig finde ich Deine Umschreibung für das Atrium - eine quadratische Halle mit einem Loch im Dach...

  • iceman1005 26.12.2006 18:56
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
  • store_troll 21.12.2006 08:42
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
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