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Erfahrungsbericht

für Villa Ephrussi de Rothschild, St. Jean-Cap Ferrat
5 Sterne ~ Villa Ephrussi de Rothschild ~ Bericht mit Bildern
82 von 82 Ciao User haben diesen Bericht als hilfreich bewertet Bewertungen ansehen
Empfehlenswert: Ja

Pro Wunderschön gelegen, shönes Inventar, interessante Ausstellungen

Kontra ziemlich teuer

Der Autor

SabineG1959 Seit 16 Okt 2004

Hallo, Ihr Lieben! Leider habe ich ernsthafte Augenprobleme und kann nich so viel lesen, wie ich... mehr

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Villa & Jardins Ephrussi de Rothschild

An der engsten Stelle der Halbinsel St. Jean-Cap Ferrat befindet sich die Villa Ephrussi de Rothschild mit großem Parkplatz. Sie wurde erbaut von der Baronin Ephrussi geb. Rothschild, die eine leidenschaftliche Sammlerin von Kunstwerken aus aller Welt war. Mit der Île de France unternahm sie viele Reisen zu verschiedenen Orten in aller Welt. Sie entschied sich für diesen Platz zum Bau ihrer Villa, weil diese enge Stelle von beiden Seiten von Meer umgeben ist und so dem Eindruck, auf einem Schiff zu sein, am nächsten kommt. Hier auf diesem Fleckchen Land baute sie ihr geliebtes Schiff, auf dem sie so viele glückliche Stunden verbracht hatte, in Stein nach. Die Villa selbst stellt die Brücke dar, ein kleiner Liebestempel mit Frauenstatue ziert den Bug. Zwischen Brücke und Bug gibt es einen langen Garten mit Blumen, Rasen und vielen Brunnen, wovon einer alle 10 Minuten mit Musik "tanzt". An den Seiten des "Schiffes" befinden sich neun verschiedene Themengärten mit Blick auf's Meer: ein Spanischer Garten, ein Florentinischer Garten, ein Steinkunstgarten, ein Japanischer Garten, ein Exotischer Garten, ein Provenzalischer Garten, ein Französischer Garten, ein Sèvres-Garten und ein Rosengarten. In all den Anpflanzungen habe ich viele verschiedene Blumen, Pflanzen und Blüten entdeckt, die ich im Leben noch nie gesehen habe.

Auch das Innere der Villa kann man besichtigen. Es ist wohl noch so, wie die Baronin es vor 100 Jahren ungefähr eingerichtet hatte. Man kann außer der Einrichtung auch eine schöne Porzellansammlung besichtigen.

In der oberen Etage gibt es eine Führung, die allerdings extra kostet, weshalb wir darauf verzichtet haben durch die besondere Ausstellungen, u.a. Terrakotta-Skulpturen, Meißner-Porzellan-Zimmer, Tapisserie-Salon etc.

Auf dem Wege zur oberen Etage gibt es einen kleinen Raum, in dem ein Film in französischer Sprache mit englischen Untertiteln über die Villa und ihre Geschichte zu sehen ist.

Öffnungszeiten:
- vom 2.1. bis 10.2.: wochentags von 14 bis 18 Uhr, am Wochenende von 10 bis 18 Uhr
- vom 11.2. bis 5.11. von 10 bis 18 Uhr, Juli und August bis 19 Uhr
- vom 6.11. bis 1.1 von 14 bis 18 Uhr, Wochenenden und Feiertage von 10 bis 18 Uhr

Eintritt: 9,50 Euro bzw. ermäßigt 7 Euro,
Kombiticket mit der nicht weit entfernten Villa Kérylos: 14,50 Euro und 10 Euro
Über die Extrapreise für die Führungen konnte ich nichts in Erfahrung bringen, ich meine, das wären so um die 2 Euro gewesen.

Dies also ein erster Überblick. Beginnen wir nun unseren Rundgang:


Eingangsbereich
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Schon hier merkt man, wie gut durchdacht und organisiert hier alles ist auf der engen kleinen Halbinsel mit dem wenigen Platz. Trotz allem sind ausreichend Parkplätze vorhanden, und die Bushaltstelle ist auch nicht weit. PKW-Parkplätze gibt es vor dem schmiedeeisernen - oder zumindest so wirkenden - Gartentor, das breit genug ist, um Busse einzulassen.

Als erstes gelangt man an das Häuschen, wo man den Eintritt bezahlten muss und wo man auch reichlich Andenken und Informatives über die Geschichte und die Côte d'Azur selber kaufen kann. Hier erhält man auch einen Faltplan der Villa mit vielen und ausführlichen Informationen insbesondere zur unteren Etage, für die ja keine Führung angeboten wird. In dem Plan werden auch genau die Gärten erklärt, und es gibt sogar eine Tabelle, wann man welchen Garten am besten besuchen sollte, weil dann das meiste darin blüht.

Von hier aus geht es dann in den Vorgarten, wo sich außer Bäumen und Blumen auch steinerne Skulpturen und ein gut verstecktes Toilettenhäuschen befinden.


Die Villa
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Die Villa selbst ist fast schon ein Schlösschen, ein italienischer "Palazzio", in rosa mit weiß abgesetzt aus der Zeit des beginnenden 20. Jahrhunderts, als die Côte d'Azur das Eldorado der Reichen und Schönen war.

Betritt man die Villa, so gelangt man in eine riesige Halle über zwei Etagen. Links sitzt jemand, der die Eintrittskarten kontrolliert und auch für Fragen da ist. Links davon geht eine unscheinbare Treppe in die auch von unten sichtbare 2. Etage.

Wir beginnen unseren Rundgang durch die Villa auf der linken Seite, wo man in ein riesiges Wohnzimmer gelangt, Salon Ludwig XVI. Es ist kitschig-gemütlich eingerichtet mit u.a. geblümtem Sofa aus der Zeit Ludwig XVI, mit wertvollen Deckengemälden und kostbaren Tapisserien an den Wänden. Der Raume erstreckt sich von der Frontseite bis zur Gartenseite, wo sich riesige Fenster mit Blick in den Garten befinden. Von hier aus gelangt man nach rechts in einen kleinen Raum, den Salon Ludwig XV, ähnlich kostbar eingerichtet und mit wertvollen Gobelins ausgestattet. Danach gelangt man in einen kleinen Flur, wo eine Terrassentür in den Garten auf eine große Marmorterrasse führte, wohin wir auch gleich gegangen waren.

Bleiben wir nun aber weiter im Haus. Gegenüber der ersten Tür gibt es eine zweite, die in die privaten Räume der Baronin führte. An den ersten dieser kleineren Räume, das. Boudoir, kann ich mich nicht mehr erinnern, das nun folgende Eckzimmer war das Schlafzimmer mit einem Schreibtisch am Fenster und ausgestellten Kleidungsstücken. Durch das angrenzende Badezimmer hindurch gelangt man dann in ein Zimmer, in dem man Porzellan bewundern kann und von wo aus es wieder in die riesige Halle geht, von der aus man fast alle Zimmer auch direkt betreten kann.

Wir befinden uns nun gegenüber vom Wohnzimmer auf der Seite und wenden uns nach links ins Café mit gemütlichem Biergarten draußen. Toiletten befinden sich neben dem Eingang zum Café in der großen Halle.

Als wir uns nach einem Rundgang durch den Garten an die Tische draußen im Biergarten setzen wollten, bat uns bei dem wunderschönen Wetter, nach drinnen zu gehen, weil draußen schon geschlossen wäre - so gegen 17 Uhr vielleicht(?). Ich sagte, dass ich bei dem Wetter gerne draußen sitzen würde, konnte auch langsam nimmer stehen und gehen und wäre auch ohne Kaffee und Kuchen einfach so da sitzen geblieben, weil mich bei dem Wetter nicht aber auch absolut gar nichts nach drinnen gezogen hätte, obwohl es dort sehr schön klimatisiert war. Aber bevor man sich da ein Geschäft durch die Lappen gehen lässt und uns einfach da sitzen lässt, fragte man dann doch nach unseren Wünschen, und so erhielten wir leckeren Kaffee und Kuchen zu horrenden Preisen (was mir aber schon gleich bewusst war …) wie auf der Düsseldorfer Kö oder so. Eine besonders schöne Lage bezahlt man halt immer mit …

Das also zum Haus bzw. zu den Teilen, die wir uns angesehen haben. Die Führung im oberen Geschoss haben wir ja gar nicht mitgemacht und beim Film nur m al kurz rein gesehen. Betrachten wir nun also den Garten.


Der Garten
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Den Garten betraten wir also durch die Türe, die zur Terrasse führt, und so bot sich uns ein wunderschöner Anblick auf das "Schiffsdeck", das der Île de France nachempfunden wurde. Schon auf der Terrasse gibt es antike oder zumindest antik wirkende Platten an der Hauswand und mit Blumen gefüllte Amphoren. Links und rechts sieht man weit unten das Meer, geradeaus ein Meer von Blumen und Grün und dazwischen viele kleinere und größere Brunnen, u.a. den alle 10 Minuten "tanzenden" Brunnen - ein wirklich traumhafter Anblick!
Am Ende des Decks, also am Bug, befindet sich dann der kleine Liebestempel, ein kleiner Pavillon mit einer Frauenstatue, von dem aus man wiederum einen wunderschönen Blick auf die Villa und den Garten davor hat.

Von hier gelangt man bergab zunächst in den provenzalischen Garten auf der Monaco zugewandten Meeresseite, den wir allerdings nur oberhalb ein wenig gestreift haben auf unserem Weg zum Rosengarten, der sich am Ende befindet und abwärts in Richtung der Nizza zugewandten Meeresseite führt. Hier gibt es außer Rosen über Rosen auch einen schönen Aussichtspunkt auf die Bucht von Villefranche sur Mer, das sich noch vor Nizza befindet und mit der Halbinsel gemeinsam die Bucht bildet.

Vom Rosengarten aus geht es unterhalb des Schiffsdecks wieder zurück Richtung Villa durch verschiedene weitere Themengärten. An den Rosengarten schließt sich der exotische Garten mit vielen exotischen Pflanzen, vor allem auch blühenden Kakteen, an. Ansprechende Statuen, die sich harmonisch ins Gesamtbild einfügen, gibt es immer wieder zwischen den Pflanzen, wozu auch Bäume gehören, die für angenehmen Schatten sorgen.

Als nächstes gelangt man in den japanischen Garten, der auch gleich als solcher zu erkennen ist. Ein japanisch angehauchtes Tor führt hinein. Hier gibt es kleine Tümpel und künstlich angelegte Bäche mit hölzernen Steigen. Überall stehen steinerne japanische Lampen mit entsprechenden Texten zu Begriffen wie z.B. Ruhe. Durch seine Abgeschlossenheit durch die Einganstore wirkt er wirklich wie ein kleiner Hain der Ruhe.

Danach folgt der Steinkunstgarten, der mir ja gar nicht gefallen hat. Hier stehen auf einem schmalen Teil des Gartens verschiedene steinerne Reliefs und Figuren, die alle irgendwie nichts miteinander zu tun haben.

Daran anschließend gelangt man in den hellen und freundlichen verspielten florentinischen Garten. Hier gibt es auch wieder eine größere Statue mit Freitreppe in den Schiffsdeckgarten zurück nicht weit von der Terrasse entfernt. Es wirkt alles hell und freundlich, ein echter Kontrast zu dem Steinkunstgarten, der eher dunkel und verfallen wirkte.

Wieder etwas Besonderes ist der spanische Garten mit seinen vielen Trompetenbäumen und anderen exotischen Gewächsen bzw. Blüten. Man steht gleich vor einem Wasserbecken in Form eines alten Schreibmaschinen-I's. Am hinteren Ende gelangt man in eine Grotte mit einem Brunnen und natürlich entsprechenden Skulpturen. Da es hier sehr eng ist, muss man sich auf den das Becken umgebenden Steinplatten vorsichtig aneinander vorbei quetschen, was aber dank der Gefahr, ins Wasser zu fallen, eher einen Spaßfaktor hat. Wem das zu unbequem ist, der kann auch außen den normalen Weg entlang hier vorbei gehen.

Durch den Sèvres-Garten - der schon der Biergarten sein muss - geht es dann zum Café. Wenn man den Weg entlang an der Villa vorbei weiter geht, gelangt man wieder zum Vorgarten und dem gut versteckten aber gut ausgeschilderten Toilettenhäuschen.

Wer mitgezählt hat, wird feststellen, dass ich bis jetzt nur acht von den versprochenen neun Themengärten erwähnt habe. Es fehlt noch der französische Garten, bzw. die Bezeichnung. Das Schiffsdeck wurde als französischer Garten angelegt.


Wer war Baronin Beatrice Ephrussi de Rothschild eigentlich?
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Sie wurde geboren am 14. September 1864 im Hôtel Talleyrand in Paris als Charlotte Béatrice de Rothschild. Sie ist die Tochter von Alphonse und Léonara de Rothschild. Als 19-Jährige heiratet sie 1883 den russischen Bankier und Freund der Familie Maurice Ephrussi. Im Jahre 1905 stirbt Vater Alphonse, und Béatrice kauft 7 Hektar an der schmalsten Stelle von Cap Ferrat, auf die es eigentlich ihr Nachbar, der belgische König Léopold II abgesehen hatte, um seine eigene Villa zu vergrößern, und baute dort ihre Traumvilla, die sie immer und ewig an die beglückende Fahrt auf der Île de France erinnern sollte.

Im Jahre 1907 begannen die Bauarbeiten zur Villa, die dann 1912 bezogen werden konnte. 4 Jahre später starb ihr Ehemann und am 7. April 1934 die Baronin, die im Familiengrab auf dem berühmten Friedhof Père Lachaise in Paris beigesetzt wird. Sie vererbte all ihre Schätze der Akademie der schönen Künste in Paris.

Die Baronin liebte die Rose, das 18. Jahrhundert und das Spiel in verschiedenen Arten. Zum einen kaufte sie den Whisttisch von Marie-Antoinette, als die sich auch gern verkleidete, um in ihrer schönen Villa ihre Gäste zu empfangen.

Die Baronin war eine begeisterte Sammlerin von Kunst, Porzellan und Antiquitäten, die sie zu Lebzeiten an ihren verschiedenen Wohnsitzen verteilt aufbewahrte. Als 1991 die Villa dem Culturespaces übertragen wurde - wie so viele andere außergewöhnliche Stätten in Europa auch, u.a. die benachbarte Villa Kérylos, trug man alle ihre Schätze zusammen, um sie hier in der Villa auszustellen.


Fazit
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Ich halte die Villa für ein einmaliges Kulturdenkmal, das auf jeden Fall einen Besuch wert ist, wenn man dort in der Nähe Urlaub macht. Man erhält einen interessanten Einblick in die Welt der Schönen und Reichen von vor 100 Jahren und wird mit schöner Kunst, lohnenden Ausblicken vom Garten aus und wunderschönen Pflanzen überhäuft. Der Eintritt ist nicht ganz billig, aber das Geld ist es wirklich wert. Kaffee und Kuchen sind auch empfehlenswert - aber über die Berechtigung der hohen Preise lässt sich halt streiten …

Alles in allem kann ich die Villa nur eindeutig empfehlen und freue mich auf Eure Kommentare und Anregungen etc.

Alles Liebe von Sabine :)

Bilder

für Villa Ephrussi de Rothschild, St. Jean-Cap Ferrat
Salon Ludwig XVI mit Blick in XV
von SabineG1959 SabineG1959

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Kommentare

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  • Baerchen2571 27.06.2010 17:35
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
  • Liebchen0583 16.05.2007 17:50
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
  • hr.biernot 01.03.2007 23:27
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
  • mario_siegen 16.02.2007 23:17
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
  • wechmida 16.01.2007 17:33
    Bewertete diesen Bericht als
    besonders hilfreich

    Werde ich wohl leider nie hinkommen.

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