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Erfahrungsbericht

für Van Gogh, Berlin
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5 Sterne Ich traf Jürgen Röber im Van Gogh!
179 von 179 Ciao User haben diesen Bericht als hilfreich bewertet Bewertungen ansehen
Empfehlenswert: Ja

Pro Ambiente, Angebot, Bedienung, Musik, Gäste

Kontra keine Happy Hour, Parkplätze draußen

Der Autor

RedWing51 Seit 17 Jun 2001

Das ist unser neues Deutschland! Die Börse unterm Keller, von allen verspottet und dazu noch... mehr

39 Mitglieder vertrauen mir

Was war das für ein Tag...nach einem Besuch im Deutschen Theater in Berlin, wo die Tragödie Emilia Galotti aufgeführt wurde, entschloß sich meine Begleiterin mit mir noch einen Trinken zu gehen. Na ja wenn ich sie wäre, hätte ich diese Chance natürlich auch genutzt *g* und so zogen wir los, getrübt vom Theaterstück, den nächsten Schultag wieder vor Augen und die Langeweile, die uns in der kommenden S-Bahn-Fahrt bevorstand. Mit Auto ist sehr schlecht Berlins Innenstadt zu durchfahren, da ständig Chaos, Baustellen und keine Parkplätze vorhanden sind.

So liefen wir die Albrechtstraße ca. 10 min entlang bis wir an der Spree angelangt waren, wo dann die große Entscheidung nach einem Lokal kam.
Zum Italiener wollte Madame nicht...“Ständige Vertretung“ fiel ebenfalls aus, auf Grund der Menschenmassen und ins „Brokers“ (eine Bar, wo man Bier und sonstige Getränke handeln kann, wie an der Börse) wollten wir auch nicht, da man doch ein ruhiges Stündchen verbringen wollte.
Ein paar Schritte weiter fiel uns dann das „Van Gogh“ ins Auge. Ein Blick genügte und zack rein da.

Der erste Ablauf
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Hui, ich bin in einem Film. Wer dieses Lokal zum ersten mal betritt, denkt wirklich, er wäre 30/40 Jahre in die Vergangenheit gewandert. Alles schön ruhig, die Leute blicken einen kurz an, schauen schnell wieder weg und besinnen sich wieder ihren Schreibzetteln oder ihrem ausführlichen Rendezvous.
Die große altertümliche Bar mit massig Flaschen im Hintergrund zaubert ein wahrhaft schönes Bild – man fühlt sich wohl und meiner Begleitung ging es ebenfalls so.

Die Suche nach einem Tisch sollte kein Problem darstellen, aber es wurde kurzfristig eines. Die Sachen schon halb abgelegt, die Stühle belagert, sprang uns diese Schrift ins Auge: Reserviert! Na toll...mensch da saß man so schön, na ja egal. Kurz umgeschaut und es bot sich doch noch eine Sitzgelegenheit an einem Tisch mit zwei Barhockern mit einer sehr schönen Aussicht auf die Spree bei Nacht.

Das Ambiente
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Schaut man sich um, hängen überall nachgestellte Werke vom berühmten Maler Vincent Van Gogh. Wie die nun genau heißen oder was dort abgebildet war, kann ich euch leider nicht sagen, aber es geht hier ja hauptsächlich um die Bar und nicht die Bilder...

Es gibt drei große Tische mit Sitzgelegenheit in einer Art wie ihr es von zu Hause sicher kennt. Keine Couch, aber normale Stühle. Diese Tische scheinen recht oft reserviert zu sein, denn sie liegen ziemlich abseits der anderen und haben irgendwie etwas eigenes an sich. Wohl für die Elite *g* Dort finden so 12-15 Mann Platz.

Die weiteren kleinen Tischchen sind für ca. 20 Mann konzipiert, also ihr merkt, dass diese Bar ein schönes, gemütliches Plätzchen ist.
Ja wie sitzt man nun dort? Auf nem schicken Barhocker, direkt am Fenster oder mitten im Raum. Das „Alk-Regal“ fällt einem irgendwie bei jedem Blick ins Auge. Man kann machen was man will, immer gehen die Augen zuerst hinter den Tresen, welcher sehr langgezogen ist und hinter dem sich eine nette Bedienung versteckt, die einem dann auch mal nettes zum Trinken oder Essen anbietet.
In der rechten Ecke am hintersten Fenster wird Live – Musik mit Klavier zelebriert mit Unterstützung einer recht guten Stimme, aber dazu kann ich leider nicht so viel sagen, denn wir blieben nur bis 22.45Uhr und ab 22.30uhr geht das ganze immer erst los.
Das war so eine Art Jazz, na ja nicht ganz so mein Fall...
Weiterhin läßt sich sagen, dass angenehme Temperaturen sowie Sauberkeit und nettes Flair im Van Gogh anzutreffen sind. Das kann man an den Toiletten, welche wirklich sehr sauber gehalten sind sowie am Boden oder den Tischen sehen.
Wie schon gesagt, der „Film“, in dem ich mich befand sollte durch den Kerzenschein und die netten Leute fortgesetzt werden, denn die größte Überraschung kam ja noch, also Leute schön weiter lesen, falls es langweilig wird *g*
Die Bedienung kam (junge blonde Frau Mitte 20 würd‘ ich schätzen) und fragte uns nach unserer Bestellung.
Na ja Mai Tai natürlich, war ja nicht mit Auto da, da konnte man schon mal was ordentlich prozentiges bestellen. Meine Begleitung hielt sich zurück und nahm irgendwas Kirschig- fruchtiges...sag ich nix zu *g*. Wo wir auch bei der Karte wären:

Angebote
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Irgendwie wollte man uns nix zu Essen anbieten, denn die Seite fehlte leider in der Karte, das machte mich ganz schön traurig, denn ich bekam plötzlich Hunger. War nicht so schlimm, Cocktail bestellt, Atmosphäre genossen und Hunger verdrängt.
Also angeboten wird so ziemlich alles, was flüssig und trinkbar ist. Von Bier, alkoholfreie Getränke über Whisky, Cocktails alles Art bis hin zum Käffchen und das alles zu angenehmen Preisen, aber was ist schon angenehm? Ich habe für den Mai Tai 15DM bezahlt und der war ziemlich groß und einfach nur lecker.
Mit nem Bier kommt man dann natürlich besser weg, aber wer möchte schon so ein Bräu bei solch einem Angebot bestellen?
Nach 3x nippeln hatte ich die Kerze doppelt gesehen und die Schiffe auf der Spree waren auf einmal so hell beleuchtet...wie kam das nur? *g*
Konnte mich dann aber noch zusammenreißen und geordnete Sätze herausbringen.

Nachdem dann so ein paar Minuten vergangen waren, und ich mich mal so spontan umsah, kam der pure Neid auf. Die Bedienung brachte eine Riesenplatte voller kleiner Häppchen an unseren Nachbartisch, wo drei korpulente Damen ihr Pläuschchen hielten und sich über Mode und anderen Schnickschnack ausließen.
Das war mir ja so ziemlich egal, aber wie schnell die diese fertig belegten Baguettes in den Rachen schoben, war einfach sensationell und nervtötend für mich. Ich hatte doch plötzlich wieder Hunger, aber meine Begleitung brachte mich schnellstens wieder auf andere Gedanken, so vergaß ich mal das Essen.

Ob es in dieser Bar eine Happy Hour gibt, kann ich leider nicht sagen, aber ich denke nicht, denn in der Karte oder am Eingang sowie bei den Öffnungszeiten war nichts von diesem Angebot aufgeführt. Also immer schön den vollen Preis bezahlen, aber das tat ich gern, denn diese Bar muss einfach erhalten bleiben!

Der zweite Ablauf
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Nach langem Gerede über Gott und die Welt kam der von mir bereits angekündigte Knaller. Wer nun mit der Überschrift bisher nichts anfangen konnte, den werde ich jetzt aufklären.
Die Zahl der vorbeifahrenden Autos an der Bar und entlang des Spreeufers wurden immer weniger, doch plötzlich hielt ein Sportwagen mit einem großen Stern auf der Motorhaube direkt vor dem Eingang.
Zwei Personen betreten das Lokal...mensch den kennste doch irgendwo her!?
Jürgen Röber mit Gattin nahm Platz und begrüßte das Publikum mit einem leichten Nicken. Das konnte doch nicht wahr sein! Jürgen Röber, der Trainer von Hertha BSC sitzt zwei Meter neben mir und wird nun beim kommenden Aufenthalt seinen Wein schlürfen?
War mein Cocktail in Ordnung? Nix untergemischt? Hat mir Emilia Galotti so die Nerven geraubt, dass ich jetzt total spinne?
Nein es war Realität und komplettierte den schönen Abend, den ich wohl nie vergessen werde.
Wie zu erwarten, hatte Frau Röber (ich nehme an sie war es) natürlich was zu meckern, bevor sie eigentlich etwas getrunken hatte. Der Wein wäre diesmal so anders...da war auf einmal eine Aufregung in dem Lokal jeder Funktionär wuselte plötzlich um den betroffenen Tisch.
Ich glaub dem guten Jürgen war das nen bißchen peinlich, denn er starrte die ganze Zeit woanders hin und überlegte sich wahrscheinlich gerade, ob er nicht alle Bilder von van Gogh kaufen werde... *g*

Ich mußte leicht schmunzeln, aber diese Differenzen sollten sich schnell legen und alle Gäste konzentrierten sich wieder auf ihre intimen Gespräche.
Positiv anzumerken ist, dass die Bedienung sich wirklich um einen kümmert und immer ein nettes Lächeln auf den Lippen hat. Keine Aufdringlichkeit, sondern Einfachheit und Natürlichkeit charakterisieren dieses Lokal.
Erwähnenswert sind noch die schicken Verzierungen aus barocker Zeit an den Wänden und Leisten über dem Barregal.
Das macht ein wahrlich schönes Ambiente aus, wo man sich einfach nur wohl fühlt und gar nicht nach Hause möchte.
Hat man dann natürlich noch einen wunderbaren Fensterplatz ist alles in Ordnung und man kann sich so richtig gehen lassen, aber nicht zu viel trinken, denn es lauern viele Gefahren auf Berlins Straßen und vor allem in diesem Gebiet rund um die Friedrichstraße.

Nachdem dann die Gläser leer waren, alles ausgetauscht wurde und sich schon auf den folgenden Schultag gefreut wurde, kam die Bezahlung, die bei 30DM für zwei Getränke ausfiel. Für einen Schüler ne Menge Geld, aber man gönnt sich ja sonst nichts...
Herrn Röber wollte ich eigentlich noch nach meinem neuen Vertrag für die nächsten Saison fragen, aber der schien sehr beschäftigt und Pausen oder gemütliche Minuten sollen selbst ihm mal gegönnt sein.

Der Weg nach draußen war leicht schwierig, denn der Cocktail verlangte mir wirklich viel ab, so taten nicht nur meine Beine, sondern alle Glieder vom langen sitzen weh. Was solls, ich hatte Jürgen Röber getroffen, nen netten Abend gehabt, mich mit der Theaterelite Berlins auseinandergesetzt und einfach mal alles rundherum vergessen.

Öffnungszeiten + Anfahrtsweg
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Wie kommt man denn nun eigentlich zum van Gogh? Mit der S-Bahn einfach bis Friedrichstraße fahren und am hintersten Ausgang die Treppe nehmen (Albrechtstraße) und den Weg nach rechts einschlagen vorbei an der „Ständigen Vertretung“ und dem „Brokers“. Noch ein paar Schritte und man gelangt durch einen großen Vorhang ins gewünschte Lokal.
Wer von der entgegengesetzten Richtung kommt, orientiert sich einfach immer am Reichstagsufer und dem Bahnhof.
Parkplätze zu finden wird ein Problem werden, da überall Parkverbot verordnet ist und die übrigen legalen ständig besetzt sind, d.h. schwierig einen zu finden, deshalb rate ich die öffentlichen Verkehrsmittel zu benutzen, vor allem am Wochenende. In der Woche hat man vielleicht noch Glück und kann ein kleines Plätzchen ergattern, aber ich garantiere für nichts *g*

Mo-Do: 10 - 16Uhr, 18 - 2 Uhr
Fr-So : 10 - 18Uhr, 19 - 4 Uhr

Ich wünsche allen Besuchern viel Spaß und hoffe eine guten Alternative zu den zahlreichen Bars und Kneipen in Berlin gegeben zu haben!

© RedWing


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Kommentare

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  • Dragooon 04.11.2002 14:03
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
  • zitrol 15.09.2002 12:32
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich

    Falsch! Der Jürgen Röber hat bestimmt nicht überlegt, ob er die Bilder kaufen soll, sondern wie er seine Frau köstengünstig "abschieben" kann, grins...

  • w.gruentjens 09.09.2002 14:43
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
  • STRAIGHT2002 18.08.2002 14:02
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
  • Lancian 11.08.2002 17:31
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
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