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Erfahrungsbericht

für Valdemossa, Mallorca
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4 Sterne Valldemossa- mehr als nur ein Kloster Bericht mit Bildern
67 von 67 Ciao User haben diesen Bericht als hilfreich bewertet Bewertungen ansehen
Empfehlenswert: Ja

Pro vielseitig

Kontra Wetter

Detailbewertung

Preis-/Leistungsverhältnis
Anbindung
Sehenswürdigkeiten
Sicherheit
Gastfreundlichkeit

Der Autor

kikilotta Seit 21 Feb 2002

Heimweh kenne ich nicht, bei mir ist Fernweh angesagt! mehr

44 Mitglieder vertrauen mir

Nach zahlreichen verschiedenen Aussagen unserer Tischnachbarn im Hotel entschieden wir uns an einen der folgenden Tagen eine Fahrt mit dem Leihwagen entlang der Küste von Port Andratx nach Sa Calobra zu machen.
Doch das Wetter spielte an diesem Tag nicht mit, so dass wir Halt bei strömenden Regen in Valldemossa machten, um uns dort umzusehen.

LAGE
Der Ort Valldemossa liegt in einem fruchtbaren Tal und besteht aus Oberdorf und Unterdorf.
Zu erreichen ist es einerseits über die stark gewundene und kurvenreiche Küstenstraße, die sicherlich bei gutem Wetter seinen Reiz hat, andererseits über die deutlich schnellere PM 111 über Palma.
Von der Küstenstraße aus kommend erreichten wir den Ort und fanden sofort auf der linken Seite einen großen Parkplatz, der über eine geringe Gebühr (in der Mittagszeit gebührenfrei) zu benutzen ist. Von dort aus ist es nicht weit zur Cartoixa.
Unmittelbar am Parkplatz befindet sich eine kleine Touristeninfo, die jedoch leider geschlossen hatte, daneben für dringende Bedürfnisse die beliebten Örtlichkeiten.

ALTSTADT
Überquert man die Hauptstraße direkt am Parkplatz, so gelangt man schon in die Altstadt, wie ein kleiner Lageplan deutlich zu verstehen gibt.
Über kleine Gassen mit Kopfsteinpflaster geht es dann zur Cartoixa, was bei strömenden Regen und Wasser, dass wie reißende Bäche die Straßen runterfließt gar nicht so einfach ist.
Das letzte Stück geht es ein wenig bergauf, das Kopfsteinpflaster wurde dort mit Kunstrasen versehen. Das verwunderte uns schon ein wenig, jedoch bewies ein Auto, dass es bei Regen sicherlich Sinn hat, denn es kam den Berg auf dem glitschigen Kopfsteinpflaster einfach nicht hoch.
Vor der Cartoixa befindet sich ein Platz, von hier aus ist auch schon der Palast del Rey Sancho zu sehen.
Wer ein wenig Zeit hat, sollte hier verweilen und die Geschäfte beachten. Ein Preisvergleich lohnt sich auf jeden Fall.

LA CARTOIXA
Bevor man dieses Gebäude betreten kann, heißt es eine Eintrittskarte zu lösen, die den Zugang zur Kathedrale, dem Kloster und dem Palast gestattet. Das Ticket kostet 7,50€.
Diese Kathedrale ist wohl die meistbesuchteste nach La Seu in Palma. Mir persönlich war sie zu kühl, da nutzten auch die bunten Glasfenster nichts.
Sicherlich trug die uns umgebende Nässe und die Temperatur von 4°C auch ein wenig dazu bei, dass dieses Gebäude mir nicht sonderlich zusagte.
Die Kirche wurde erst 1751 im neoklassistischen Stil erbaut und ist schon von weitem sichtbar. Im Inneren befinden sich Fresken und Ölgemälde.
In der Sakristei befinden sich einige Kirchenschätze.
Geht man durch die Tür neben der Sakristei, so gelangt man in den Kreuzgang. Von hier aus sind es nur wenige Meter bis zu alten Apotheke, die mich sehr beeindruckt hat. Zahlreiche alte Gefäße, Waagen, Reagenzgläser etc. warte hier auf den nächsten Kunden. Die Ausstattung dieser Apotheke stammt aus dem 17.und 18. Jahrhundert und wirkt noch sehr lebendig. Im benachbarten Raum befindet sich ein kleiner Souvenirladen, der den typischen Kitsch anbietet.
Folgt man nun dem Kreuzgang weiter, gelangt der Besucher zu den Zellen der Mönche.
Die Zelle des Abtes hebt sich dabei insbesondere durch die Größe und Ausstattung hervor.
Was mir persönlich auffiel war, dass diese Zellen derzeit mit Strom bzw. Gasöfen zusätzlich beheizt wurden, obgleich es nach wie vor recht kalt darin war. Kaum vorzustellen, wie kalt es damals ohne diese kleinen Luxusöfen war!
Eine beeindruckende Bücherei findet sich hier mit zahlreichen alten Büchern. Alle Bücher stehen ungeschützt in den Regalen und nur ein Schild hält den Besucher ab, diese alten Schinken anzufassen. Unglaublich, welch ein Vertrauen! Aber gerade das macht diesen Raum so echt und lebendig. Es ist, als käme gleich der Abt hinein und würde sich ein Buch aus dem Regal nehmen. Die hier vorhandenen Bücher und Manuskripte sind zum Teil aus dem 15.und 16. Jahrhundert, ob zum Thema Religion, Weltgeschichte oder Astrologie… Einige der Buchtitel sind auf Latein, andere auf Französisch.
Folgt man den Wegweisern, gelangt man zum Schluss in den Schlafraum des Abtes. Hier befinden sich einige original Ausstattungstücke wie eine Öllampe.
Der benachbarte Speisesaal diente eher den besonderen Anlässen…
Nun gelangt man wieder auf den langen Flur des Kreuzganges und wendet sich nach links. Die nächste Zelle widmet sich allein Chopin, der hier eine Zeitlang geweilt hatte.
In einer Zelle wohnte die Baronin Dupin-Dudevant, besser bekannt als George Sand, die im Winter 1838/39 mit Chopin ein Liebespaar war. George Sand schrieb in dieser Zeit ihr Buch "Ein Winter auf Mallorca", welches viel über das Leben im Kloster zu jener Zeit aussagt.
Trotz der Kälte und Nässe und seiner gesundheitlichen Probleme schuf Chopin in diesem Winter 24 Preludes. In diesen Zellen kann der Besucher zahlreiche Notenblätter mit der Handschrift Chopins sowie einige musikalische Originalstücke wie das Pleyelklavier sehen.
Folgt man nun dem Kreuzgang weiter, so gelangt man in das Museum, was allerdings während unseres Besuchs aufgrund Renovierungsarbeiten geschlossen war.

Durch eine Seitentür verlässt man nun das Kloster und gelangt wieder auf den großen Platz. Von hier aus geht es zum Palast des Rey Sancho, welcher 1311 als Jagdhaus erbaut wurde. Im Inneren zeugen Antiquitäten vom Leben zu jener Zeit. Täglich finden hier Klavierkonzerte mit der Musik von Chopin statt, leider war die Parkzeit für uns schon abgelaufen, so dass wir uns nicht wagten, ein halbstündiges Konzert zu genießen…
Mir persönlich gefielen hier die zahlreichen bunten Fenster, mit den Wappen der umliegenden Orte verziert.

RÜCKWEG
Der Rückweg zu unserem Parkplatz wurde zur Tortur, Wassermassen suchten sich den Weg bergab und trotz guter Wanderschuhe und Kunstrasen ging es recht rutschig bergab.
Regenrinnen gibt es kaum die meisten Häuser leiten ihr Wasser vom Haus auf die Straße, was ein Überqueren des Straßenflusses sehr schwierig macht.
Daher entschlossen wir uns, dem Ort den Rücken zu kehren und im warmen Auto weiterzufahren.

KOMMENTAR
Wie wir hörten, eilt Valldemossa der Ruf voraus, dass es dort aufgrund der besonderen Lage der Berge ringsum immer regnen würde. Daher empfehle ich Euch, den Ort an einen Regentag aufzusuchen, wäre doch schade, wenn ihr an einem Sonnentag am Strand verlasst und im verregneten Valldemossa auftaucht?!
Der Ort sieht sicherlich viel netter bei trockenem Wetter aus, dann lohnt sich sicherlich auch ein Geschäftsbummel. Bei unserer Ankunft haben die Geschäftsleute ihre Ständer mit Souvenirs und Waren in die kleinen Läden gezogen, so dass sich ein Umsehen im Laden selbst auch schwerlich gestaltete.
Wer einen Blick in den Klostergarten werfen möchte, sollte das unbedingt tun. Uns blieb nur ein Blick auf eine Karte vom Garten. Dieser sah gestalterisch wirklich umwerfend aus, zumal das Tal sehr fruchtbar sein soll und mich die zahlreichen Mandarinen- und Zitrusbäumchen schon immer faszinierten.

FAZIT
Regenjacke und Gummisstiefel können in Valldemossa nicht schaden!

Bilder

für Valdemossa, Mallorca
Apotheke
von kikilotta kikilotta

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Kommentare

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  • mozarteum 04.04.2006 00:24
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
  • CiaoSteph 04.03.2006 14:15
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
  • Ria1 02.03.2006 20:39
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich

    Dito, wie geschrieben!

  • Beavi 22.02.2006 18:43
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
  • SunnyDay19 09.02.2006 19:25
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
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