Valdemossa, Mallorca

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Valdemossa, Mallorca

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Kein Meer, kein Strand und doch ne Menge Sand!

5  07.04.2002

Pro:
Idylle, Atmosphäre, Kultur

Kontra:
Verkehrslage sowie evt .  der Touristenboom im Sommer

Empfehlenswert: Ja 

Magistix

Über sich: "Glück bleibt, wo es sich wohlfühlt" .:|:. Ich lese gerne persönliche Erfahrungen, die sic...

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Das rund 1.500 Einwohner zählende Städtchen Valdemossa an der Westküste Mallorcas war unser erstes Ausflugsziel. In nahezu allen Reiseführern und Empfehlungen an Gäste, wird Valdemossa ganz vorne genannt – nicht zu unrecht, bietet das kleine Städtchen doch neben einer ganz eigenen Atmosphäre zwischen Ruhe, Friede, Bäuerlichkeit und Abgeschiedenheit, nebenbei den wohl kulturell größten Reiz neben der Hauptstadt Palma.

Wieso? Nun Valdemossa wurde vor allem durch die Künstler Frederic Chopin und George Sand bekannt, die zeitweise hier lebten und arbeiteten. Auch die heiligste Frau der Insel, Santa Catalina Tomas (la Beata) wuchs in Valdemossa auf. Also ein Ort welcher trotz wenig Einwohner scheinbar eine Menge Abwechslung zum mallorquinischen Strandtourismus bietet...
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.:| Valdemossa – abgelegenes Schmuckstück Mallorcas |:.


Westküste ist die offizielle geographische Zuordnung Valdemossas. Ein wenig im Norden Mallorcas liegt es aber auch – eben an der Nordwestküste der Insel, dort wo einige Prominente ihre großen Fincas bewohnen, an den Steilhängen der Küste, nahe der Berge. Die Anfahrt nach Valdemossa ist im Grunde auch schon dem Ort zuzurechnen und als wunderschön zu bezeichnen. Verlässt man die Strandregionen mit den Hotelburgen, so gelangt man relativ schnell (eine Stunde von Palma entfernt) zum kleinen idyllischen Ort, der seinen Ursprung wohl Mitte des 15. Jahrhunderts mit der Gründung eines Kartäuserklosters zu verdanken hat.

Die Anfahrt durch die Bergregionen ist dahergehend sehr schön und anregend, weil man so die eigentliche Schönheit Mallorcas erblicken kann. Enge Serpentinen führen durch die Berglandschaft und über die bewaldeten Pässe. Orangen und Zitronen blühen allerorts (vom Spätherbst an bis etwa Mitte April) und bilden mit den vielen wilden und bunten Blumen ein wunderschönes Bild. Und irgendwann nach einigen Hügeln, vielen Kurven und unzähligen paradiesischen Orten kommt man in den ort Valdemossa, der über auffallend viele kostenpflichtige Parkplätze (hält sich mit 1 Eur/Stunde aber im Rahmen) verfügt. Scheinbar kein Geheimtipp und überaus gut besucht, schlängeln sich zur Hochsaison Menschenmassen durch das Idyll.

Wir waren Ende März dort und die Touristen waren (noch) in der Minderheit. Viele Cafés luden auch jetzt schon zum Verweilen ein, was angesichts der altertümlichen Architektur auch äußerst verlockend erscheint. Schon die ersten Meter durch den alten Teil Valdemossas entführen den Besucher in eine längst vergangene Zeit. Die steinernen Häuser, die engen Gassen, die mich an meinen letzten Toscana-Urlaub erinnerten. Es geht durch die schmalen Engen ein wenig den Berg hinauf, zur Linken und Rechten freundliche Straßencafés und Kunst- wie Antikhändler, deren Angebot aber teilweise doch ehr dem eines Trödlers ähnelte.

Die Stadt ist zumindest in den Morgenstunden und am frühen Abend doch recht leer und dadurch noch sehenswerter. Wenn die Einheimischen in ihren Gewändern mit Körben umhergehen, einkaufen und Schwätzchen halten, ja dann fühlt man den Geist der Stadt. Ruhe, Idylle, natürliche Schönheit. Die alten Häuser mit ihren bunten Fensterladen, das Kopfsteinpflaster – all das hat seinen ganz eigenen Reiz auf den Betrachter. Und hinzu kommen all die versteckten Winkel, in denen Terrassen voll begrünt sind, ein großer Baum Schatten spendet und Blumen in ihrer Vielzahl und Pracht erblühen.

Man geht hinauf auf den Dorfplatz, an welchen die äußerst sehenswerte Pfarrkirche Sant Bartomeu sowie das bereits angesprochene Kartäuserkloster angrenzen. Es kann und sollte besichtet werden – unter Anderem werden dort auch die Reliquien des Chopin-Aufenthaltes beherbergt, kleine Dinge des täglichen Bedarfs aber auch Notensätze und Schmierzettel des Meisters. Ein richtiges kleines Museum wird dort im Kloster beherbergt und ist neben dem zweiten Ausstellungsraum am Platze, dem „Palau del Rei Sanxo“ mit Sicherheit einen Besuch wert. Der Palau wiederum ist ein richtiger, befestigter Palast in dem zahlreiche Antiquitäten zu bestaunen und im Sommer Klavierkonzerte zu hören sind. Gereicht wird hier wie eigentlich überall in Valdemossa jene mallorquinische Spezialität, die hier einst ihren Ursprung gehabt haben soll - coca de patata.

Das Gebäck schmeckte mir nicht sonderlich gut, aber wonach soll Kartoffelmehl auch groß schmecken? Nun, probieren solltet ihr auch dies – vielleicht unter den Bäumen im Park am Wohnhaus Chopins. Ein richtiger kleiner Park wurde dort angelegt – urig und idyllisch, wie eben das ganze Dorf auch.
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.:| Valdemossa – Tipps und Empfehlungen |:.


Die Atmosphäre in den Bergen ist fantastisch um nicht das Klischée behaftete Wörtchen Romantik zu gebrauchen. Die ursprünglichen Gassen, das wenig touristische Treiben und die Reste wie vor 200 Jahren faszinieren beim bloßen Hinschauen und Verweilen. Ein so schöner Dorfplatz, mit großem Baum und Pfarrkirche kennt man eigentlich nur aus Filmen und auch die Sonne trägt mit warmen Strahlen und Lichtspielen durch die Baumkrone dazu bei, Valdemossa lieb zu gewinnen.

Macht man die Augen auf, so wird man fasziniert, was Mallorca abseits des Touristennestes Playa de Palma zu bieten hat. So recht setzt der Merchandisingboom hier nicht ein – keine Straßenhändler mit minderen Waren, sondern vielmehr kleine Läden mit durchaus sehenswertem Angebot – zwar wie angesprochen teils Plunder, aber es gibt auch genug Gegenbeispiele – selbstgeschriebene, handnotierte Stücke von örtlichen Musikern, einige Gaukler und nirgends Hektik oder Kommerz.

Und mittendrin steht dann die Kartause, das Kloster, welches schon von außen fesselt. Umgeben von wunderbaren Gärten kostet es zwar eine Stange Geld (rund 5 Euro/Person), das sich aber für diese Augenweide in meinen Augen lohnt. Die Deckenbemalung ist wirklich wunderschön und allenfalls mit der von Siena zu vergleichen. Und dabei erhält man Schmankerl fürs Auge wie auch fürs Gemüt – Geschichten um die Beziehung des Chopin mit seiner französischen Schriftstellerin, George Sand, machen Freude und Lust auf Geschichte, die an diesem Ort erlebbar wird.

Chopin und Sand hatten hier eine tragische Zeit, wunderbar und doch unwirklich, romantisch und folgenreich. Skandalös zuweilen und mit Sicherheit unterhaltsam wie das Werk „Ein Winter auf Mallorca“ zu und über die Beiden eindrucksvoll beweist. Die Zimmer von Chopin empfand ich als schön und durchaus beeindruckend, was aber weniger an der Einrichtung, als am herrlichen Balkon-Blick ins Tal lag.

Was bleibt zu sagen? Nun, vielleicht der „Geheimtipp“ unseres Hotelleiters, der uns in das sehr einladende "Costa Nord" schickte. Es gehört zum Gesamtkomplex, in dem Michael Douglas Hollywood-like Bilder seines nahe gelegenen Anwesend zeigt und bietet eine durchaus sehr gute Küche. Die Einrichtung ist so, wie sie die Umgebung vermuten lässt – urig. Holzvertäfelungen, eher klein gehalten, einige Tische vor der Türe. Und was mir besonders positiv aufgefallen ist: Es werden nur lokale Gerichte und Weine angeboten, welche aber sehr zu empfehlen sind.
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.:| Fazit: Valdemossa – muy granadiosa! |:.


Ja, ein Ausspruch der meinen vagen Spanisch-Kenntnissen aus der Oberstufe auch vor Ort aus dem Munde gepurzelt kam. Valdemossa zeigt, wieso nicht nur Pauschal-Touris ihren Suff mit Sonnenbrand und gespieltem Höhepunkt erleben, sondern es auch Kultur-Urlauber, Wanderfreunde und alle Jene anzieht, die eine natürlich schöne Landschaft und erhaltene Gemütlichkeit schätzen. Valdemossa ist gerade außerhalb der üblichen Touristenzeiten sehr schön und mit Hundert Prozent ein Besuchs-Tipp für alle Urlauber auf der nahe gelegenen Sonnen-Insel.


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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
Cybersyssy

Cybersyssy

19.03.2009 22:02

Hat mir nicht so gut gefallen. Liebe Grüße, Elena

calobra

calobra

23.04.2002 14:57

Klingt sehr verlockend, bin selber großer Mallorcafan, habe bis jetzt nur Ausflüge nach Cap Formentor und Sa Calobra gemacht- auch sehr zu empfehlen. Ich freu mich schon auf meinen nächsten Urlaub ........

female-lamagra

female-lamagra

22.04.2002 14:23

klingt gut

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