Hallo miteinander,
heute stelle ich euch unsere 22-tägige Rundreise durch den Westen der USA und den Südwesten Kanadas vor, die ich mit 4 weiteren Freunden im Jahr 2008 durchgeführt habe. Da der größte Teil der Reise durch die USA führte und nur 7 Tage Kanada beinhaltete habe ich den Bericht unter USA eingruppiert.
Vorgeplänkel und Planung
Wir haben uns diesmal für eine Autorundreise über ca. 3 Wochen durch den
Westen der USA und den Südwesten Kanadas entschieden. Geplant haben wir unsere Tour natürlich schon zu Hause und haben sicherheitshalber in den touristisch überlaufenen Gebieten die Quartiere schon vorab gebucht, da wir diese laut Planung am Wochenende erreichen würden und somit auch die Amerikaner/Kanadier diese Orte ansteuern würden. Die Planung selbst erfolgte wieder einmal nach Schema F. Touristisch sehenswerte Punkte wurden anhand von anderen Rundreisen gesammelt und dann mit persönlichen Wünschen kombiniert. Heraus kam eine abwechslungsreiche Reise, die sowohl amerikanische Großstädte, aber auch zahlreiche sehenswerte Nationalparks beinhaltete. Es sei hier auch gleich angemerkt, dass bei uns größere Wanderungen ausbleiben mussten, da eine unserer Mitfahrerinnen eine Fuß-Operation hinter sich hatte und daher keine langen Ausflüge möglich waren. Dementsprechend wurde die Tour von uns im Vorfeld angepasst. Natürlich gebe ich euch dennoch an den entsprechenden Stellen Tipps, wo sich eine Nacht länger lohnt und wo ihr besser gar nicht erst anhaltet ;-))
Gewohnt haben wir in überwiegend in bekannten Motelketten, wie Super 8, Studio 6, Travellodge, oder Motel 6 und wurden eigentlich kaum enttäuscht. Diese haben wir auch schon teilweise im Internet vorab gebucht. Bezahlt wurde dabei stets mit Kreditkarte und vor Ort mit allen Unterlagen „bewaffnet“ gab es dann auch keine Probleme. Damit wir alle Quartiere vor Ort auch finden, haben wir uns vorab alle Adressen von interessanten oder vorab gebuchten Quartieren besorgt und diese dann nur noch in unser mitgebrachtes (von Papa geborgtes ;-)) TomTom-Navi eingegeben. Das ersparte uns doch einiges an Stress. Ebenfalls vorab gebucht wurde der Mietwagen, ein 7-sitziger Minivan, doch dazu gleich mehr. Damit ihr euch die Rundreise besser vorstellen könnt, habe ich euch die 10 schönsten Urlaubsbilder mit hochgeladen – hier gibt’s auch gleich die zugehörige Übersicht:
1. Yellowstone Nationalpark
2. Jasper Nationalpark
3. Horseshoe Bend
4. Antelope Canyon
5. Alcatraz – San Francisco
6. Columbia Icefield
7. Grant Teton Nationalpark
8. Jasper Nationalpark Panorama
9. Glacier Nationalpark
10. Bryce Canyon Nationalpark
Die grobe Route möchte ich euch einleitend hier noch kurz als Überblick hinschreiben:
San Francisco >> Straße 1 in Richtung Norden >> Portland >> Seattle >> Vancouver >> Kamloops >> Prince George >> Icefield Parkway >> Banff >> Calgary >> Glacier NP >> Yellowstone NP >> Salt Lake City >> Bryce >> Grand Canyon >> Las Vegas
Unsere Reise führte uns dabei
durch insgesamt 11 Bundesstaaten, die ich der Vollständigkeit halber hier auch noch kurz aufzählen möchte: da wären Kalifornien, Oregon, Washington, in Kanada dann British Columbia und Alberta, dann wieder in den USA Montana, Wyoming, Idaho, Utah, Arizona und zu guter letzt Nevada, das Glücksspielparadies.
USA – das wichtigste in Kürze
Die USA sind mit über 9.500.000 km² Fläche das drittgrößte Land der Erde. Hier leben über 300 Millionen Amerikaner in zahlreichen Millionenstädten. Gemessen an der Wirtschaftsleistung ist die USA (noch) die größte Volkswirtschaft der Welt. Das Klima ist natürlich aufgrund der schieren Größe nicht auf einen Punkt zu bringen, aber in unserem Bereich war es eher trocken und heiß. An der Westküste dagegen teils etwas feuchter aber immer noch ordentlich warm. In weiten Teilen der USA findet man trockene Gebiete und teils Wüsten, die im krassen Gegensatz zu den wunderschönen und vielfältigen Nationalparks stehen. In den USA wurden insgesamt 58 Nationalparks eingerichtet, wovon eine Vielzahl im mittleren Westen der USA zu finden ist. In diesen findet man Höhlen, gigantische Wälder, wunderschöne Küstenabschnitte, sehenswerte Schluchten und Täler, aber auch Wüsten oder malerische Gebirgszüge. Gesprochen wird nur englisch, abgesehen von einigen Indianerstämmen, und gezahlt wird hier natürlich in US-Dollar oder kurz $. Die Hauptstadt kennt glaube ich jeder – sie heißt Washington D.C. und befindet im District of Columbia (daher auch D.C.).
Kanada – kurz und knapp
Vom drittgrößten Land zum flächenmäßig mit knapp 10 Millionen km² zweitgrößtem Land unserer Erde – Kanada. Kanada ist sprachentechnisch zweigeteilt; es gibt es zwei Amtssprachen – im Westen wird vorwiegend englisch gesprochen, im Osten dagegen französisch. Hier leben etwa 32 Millionen Kanadier, was einer deutlich dünneren Besiedelung entspricht, als es bei den USA der Fall ist. Das Land bietet vor allem im Westen gigantisch große Nadelwaldgebiete, für die das Land auch bekannt ist, aber auch arktische Gebiete und wunderschöne Gebirgslandschaften. In Kanada existieren aktuell 43 Nationalparks, die atemberaubende Landschaften schützen sollen und auch den Touristen und Einheimischen auf diese Weise nahe gebracht werden. Kanada selbst ist ein klassisches Einwanderungsland, nimmt also Jahr für Jahr einige Prozente an neuen Bürgern auf – vorwiegend findet man hier Europäer aber auch mehr und mehr Asiaten. Ottawa ist die Landeshauptstadt Kanadas und befindet sich in der Provinz Ontario. Bezahlt wird hier mit dem kanadischen Dollar, der in etwa vom Gegenwert dem US$ gleich gesetzt werden kann.
Die Rundreise
Tag 1: Ankunft in San Francisco
Am späten Abend kamen wir nach einem Flug von Frankfurt und einem Zwischenstop in Atlanta am Flughafen von San Francisco an. Anschließend wollten wir unseren Mietwagen in Empfang nehmen, doch die Kollegin am Vermietungsschalter meinte gleich, dass unser gebuchter 7-Sitzer für 5 Personen samt Gepäck nicht ausreichend sei, da der Wagen keinen Stauraum hinter der 3. Sitzreihe bieten würde. Ungesehen glaubten wir der netten Dame, die uns stattdessen überredete einen Achtsitzer (einen Toyota Sienna) für einen Aufpreis zu mieten. Dieser war in der Tat deutlich geräumiger und bot uns und dem Gepäck ausreichend Platz. In der Garage sahen wir dann, jedoch leider etwas zu spät, dass sie uns gar keinen anderen Wagen hätte anbieten können und wir vielleicht sogar günstiger gekommen wären, wenn wir auf unseren Wagen bestanden hätten. Na ja hinterher ist man halt schlauer ... Wir nahmen also unseren Mietwagen entgegen, sind nur noch unser (von Deutschland aus gebuchtes) Motel in der Nähe des Flughafens angefahren und haben noch einen Happen im benachbarten Schnellrestaurant zu uns genommen, ehe wir in den Betten versanken um Kraft für die bevorstehenden 22 Tage zu sammeln.
Tag 2: San Francisco – Napa Valley – Petaluma
Nach dem Frühstück im Motel fuhren wir in die Innenstadt und parkten unseren Wagen in einem Parkhaus am Pier 39. Hier sei angemerkt, dass wir alle 5 schon einmal in
San Francisco waren und schon im Vorfeld kein ausgedehnter Besuch dieser schönen Stadt geplant war. Dennoch entschlossen wir uns zu einem Rundgang am Pier 39 – einem Teil von
Fisherman´s Wharf, wo es Robben und einen kleinen Rummel auf einem ehemaligen Bootssteg zu bestaunen gibt. Wir überlegten dann was wir uns noch ansehen könnten und beschlossen kurzfristig eine
Stadtrundfahrt zu machen, welche sich im Nachhinein als recht preiswert herausstellte, da wir nur eine Provision von 25$ an den Ticket-Verkäufer zahlten, jedoch den Restbetrag von 105 $ im Bus niemand haben wollte ;-). Das funktionierte nach dem hop-on hop-off Prinzip – man kann mit einmaliger Zahlung also an jeder der Haltestellen ein- bzw. aussteigen und so an schönen Orten auch etwas Zeit verbringen und fährt dann mit dem nächsten Bus einfach weiter oder man lässt sich einfach so wie wir durch die Stadt fahren (sonst hätten wir ja doch noch mehr zahlen müssen ;-)). Die Tour führte im Doppeldecker-Bus ausgehend von Fisherman’s Wharf vorbei am Coit Tower, der Transamerica Pyramid, Chinatown, dem Union Square, den Painted Ladies – malerischen historischen Gebäuden mit der Skyline im Hintergrund, dem sehenswerten Golden Gate Park bis über die weltberühmte Golden Gate Bridge mit ihren etwa 2,7 km Länge (hier bitte eine Windjacke nicht vergessen ;-)). Dann beschlossen wir die
Lombard-Street mit unserem Wagen herunter zu fahren (das gehört ja schließlich mit dazu), verließen San Francisco über die
Golden Gate Bridge nordwärts und machten einen Abstecher in das
Napa Valley, welches als eines der bedeutendsten Weinanbaugebiete gilt. Napa selbst war ein verschlafenes kleines Örtchen, wo wir nur eine kleine Runde drehten. Von dort aus ging es vorbei an zahlreichen Weinhängen gen Westen nach Petaluma, unserem Quartier für diese Nacht, welches wir nach insgesamt 140km erreichten.
Tag 3: Petaluma – Eureka
Am Morgen ging es weiter in Richtung Norden. Unser erster Stopp war
Bodega Bay, wo der Film "Die Vögel" gedreht worden ist. Hier kann man die originale St. Theresa´s Kirche und das Potters Schoolhouse aus dem Film auf´s Bild bannen. Dann ging es weiter auf dem auf dem Highway Nummer 1 immer an der Küste entlang. Größtenteils war die Küste jedoch von Wolken verhangen, was typisch für dieses Küstengebiet ist. Dennoch gelangen uns auf dem weiteren Weg ein paar gute Fotos. Wer Glück hat, findet hierbei sogar einige Robben auf Felsen. Vorbei an schönen Küstenabschnitten kommt man nach etwa 60 km nach Sea Ranch, wo sich die äußerst sehenswerte
Sea Ranch Chapel befindet. Es ist eine winzig kleine Kapelle bestehend fast nur aus Holz und Glas, die eine ungewöhnliche – für mich schwer zu beschreibende - Form besitzt. Am Besten mal die Google-Suchmaschine nutzen und sich selbst ein Bild machen ;-)) Auf dem weiteren Weg passiert man bei Gualala die Mündung des gleichnamigen Flusses, der sich dort in den Pazifik schlängelt. Etwa 5 km vor Port Arena findet man den
Bowling Ball Beach, wo sich bei Ebbe zahlreiche kugelförmige Steinfelsen am Strand befinden, die ihm auch ihren Namen gaben. Ebenfalls in diesem Areal befindet sich der Schooner Gulch Beach, wo sich vom flachen Sandstrand aus steile Klippen anschließen. Nach zirka 25 km nach Port Arena passierten wir einen sehr
schönen Küstenabschnitt an einer kleinen Ortschaft namens Elk, der aus schöne Felsformationen im Wasser bestand, die zusammen mit den tief hängenden Wolken ein merkwürdig bizarres aber interessantes Bild ergaben – ein Fotostopp ist hier Pflicht. Wer Leuchttürme mag, der stoppt kurz in Pine Creek etwa 4 km nach Mendocino, am
Point Cabrillo. Bei Hardy entfernt sich der Highway 1 von der Küste, heißt dann 280 und führt nun durch Wälder und Gebirgslandschaften ostwärts in´s Hinterland. Da wo die Straße schließlich in Leggitt auf den Highway 101 mündet findet sich ein weiteres Highlight – der
Chandelier Tree Eintritt: 5$. Hier hat man die Möglichkeit einen Redwood mit dem Auto zu durchfahren, was wir natürlich prompt testen mussten. Anschließend ging es in Richtung Eureka auf der 101 entlang des Eel Rivers. Wer hier noch Zeit hat, der kann nach Garberville in Richtung Phillipsville auf die
Avenue of Giants abzweigen und wird dort mit einer Fahrt durch riesige Redwoodwälder belohnt, wo sich durchaus auch mal ein Fotostopp lohnt. Die Straße führt parallel zur 101 – es ist also kein Umweg, nur kommt man nicht so schnell voran. Genächtigt wurde nach einer Tagstrecke von etwa 460km schließlich im Super 8 Model in Eureka.
Tag 4: Eureka – Redwood NP – Florence
Nachdem wir ja schon gestern einige Redwoods gesehen haben, fuhren wir nach dem Frühstück zum nördlich gelegenen
Redwook Nationalpark Eintritt: ist frei, wo es die größten Küstenmammutbäume gibt. Das größte Exemplar hier ist stolze 115,55m hoch. Hier drehten wir ein paar Runden am
Big Tree und bestaunten die riesigen Sequoies. Diese Rotholz-Bäume gehören zu den größten Baumarten der Erde und zur Familie der Riesenmammutbäume. Hier fühlt man sich inmitten dieser Giganten nur noch klein und unbedeutend. Auch empfehlenswert, aber nicht mit Campern befahrbar, ist der unbefestigte
Coastel Drive, eine Schotterpiste mit wunderschönen Ausblicken auf die Küste – einfach nur super. Neben den Bäumen selbst bietet der Nationalpark aber auch eine riesige Anzahl von Wanderwegen, man kann Fischen oder auch eine Mountainbike-Tour machen. Weiter nördlich befindet sich Crescent City, wo sich zumindest ein kleiner Abstecher in den Hafen lohnt, da sich dort zahlreiche Walrosse und Robben tummeln. Der auf einer kleinen Insel gelegene Leuchtturm ist sehenswert, aber leider nur bei Ebbe erreichbar. Wenig später passiert man die Grenze zum Bundesstaat Oregon Auf dem weiteren Weg nach Norden fuhren wir wieder an wunderschönen Küstenabschnitten des Oregon Coast Trails vorbei, wo sich zahlreiche Fotostopps anbieten. Sehr empfehlenswert sind dabei der
Windy Point, der Aussichtspunkt
Cape Sebastian ca. 7 km nach Pistol River oder Cape Arago bei Charleston/Coos Bay. Kurz vor dem Tagesziel Florence stoppten wir dann noch bei Sonnenuntergang bei den
Oregon Dunes, wo es riesige Dünen von bis zu knapp 2 km Breite und bis zu 150m Höhe, direkt am Pazifik gelegen, zu bestaunen gab. Wer hier Zeit übrig hat, kann mit einem Sandbuggy die Dünen unsicher machen, mit einem Pferd reiten oder über die Dünen wandern. Nach etwa 440 km erreichten wir an diesem Tag schließlich Florence.
Tag 5: Florence – Portland – Tacoma
Am Morgen konnten wir noch die morgendliche Stimmung genießen und fuhren dann bei gutem Wetter weiter in Richtung Portland. Etwa 15 km nach Florence lohnt sich ein Stopp bei den
Sea Lion Caves Eintritt: 6,50 $ – also Höhlen, in denen Seelöwen zusammen mit einer Vielzahl von Vögeln leben. Wer diese im Urlaub mitführt, sollte eine Nasenklammer in reichweite haben, da die Tierchen doch etwas unangenehm riechen. Etwa 1,5 km weiter passiert man die Cape Creek Bridge. Danach führt rechts eine Abfahrt zum Parkplatz am Fuß der Brücke, von dem man einen schönen Blick auf den
Heceta Leuchtturm und die Brücke selbst hat. Bei uns lag noch ein leichter Morgendunst unterhalb der Brücke, was ein sehr schönes Bild ergab ;-)) Kurz vor Yachats bot sich an einem kleineren und schönen Küstenabschnitt ein weiterer Halt bei
Devils Churn an. Dies ist eine kleine, aber sehenswerte Bucht, bei der sich die Wellen spektakulär brechen. Von da aus fuhren wir über Newport und bogen dort auf den Highway 20 nach Osten in Richtung Portland ab. In Albany fuhren wir dann auf den Highway Nummer 5, der uns bis
Portland brachte. Unterwegs sieht man schon den Hausberg Portlands, den etwa 3400m hohen und stets schnee- und gletscherbedeckten Vulkan Mount Hood. Portland selbst ist meiner Meinung nach nicht sonderlich sehenswert, der
Rose Garden von Portland umso mehr. Im Washington Park befinden sich 500 verschiedene Arten von Rosen, welche alle zeitgleich blühten. Nach einem Rundgang fuhren wir in das Zentrum Portlands. Die Innenstadt ist geprägt von 14 verschiedenartigster Brücken, welche den Columbia-River und den Willamette River überspannen. Ferner gibt es in Portland auch einige moderne Gebäude zu besichtigen. Auf dem weiteren Weg nach Norden in Richtung Tacoma sieht man den Mount St. Helens, einen aktiven Vulkan, der im Jahr 1980 ausbrach und von seinen damals fast 3000m Höhe ganze 400m einbüßte, als ein riesiger Teil der Bergspitze einstürzte.
In Tacoma übernachteten wir in einer Econolodge, welche preislich im Rahmen lag. Jedoch am Morgen bei der Abrechnung waren die Zimmer plötzlich teurer. Das lag wohl daran, dass die Angestellten am Abend nicht in der Lage waren einen Preis mit einem Taschenrechner auszurechnen - armes Amerika (!) Eine Diskussion am Morgen führte zu keinem Einsehen. Jedem der es in Erwägung zieht - von dieser Econolodge sei dringend abgeraten! Eine gewisse Abneigung gegen Econolodge konnten wir seit diesem Tage nicht leugnen – es war für uns die letzte Übernachtung in einer Econolodge.
Tag 6: Tacoma – Seattle
Nach dem morgendlichen Ärger mit der Abrechnung fuhren wir bei schönem Wetter ein Stückchen zurück, um den Hausberg Tacoma´s, den mit 4395m als höchster Berg der Kaskadenkette geltenden Mount Rainier, vernünftig auf ein Bild zu bannen. Anschließend brachen wir zum 50km entfernten
Seattle auf - der Hauptstadt des Staates Washington. Seattle ist eine der schöneren amerikanischen Großstätte. Das aber nicht nur, weil hier Kurt Cobain gelebt hat oder große Firmen wie Boing, Amazon oder Microsoft (in oder im Umkreis von Seattle) ihre Zentralen haben – nein. Seattle hat im Gegensatz zu vielen anderen Großstätten viel grün in der Innenstatt und selbst die Hochhäuser sehen irgendwie schicker aus. Der
Smith Tower galt mit seinen 159m Höhe einst als höchstes Gebäude westlich des Mississippi und war das erste Hochhaus Seattles. Noch heute kann man mit den schicken Aufzügen in die oberste Etage fahren und den Ausblick genießen
Eintritt: 7,50$. Doch Seattle ist ebenso eine Stadt der Musik - es gibt abends sehr viele Bars mit Livebands. Das moderne Zeitalter für Seattle begann jedoch erst mit der Weltausstellung im Jahre 1962. Der
Space Needle, dem Fernsehturm Seattles der auch dem Stratosphere Tower in Las Vegas Pate stand, und auch die (meist defekte)
Monorail wurden extra deswegen errichtet. Bei uns war sie natürlich gerade mal defekt, so dass wir nur mal einen Blick vom Fernsehturm werfen konnten und Zuschauer in erster Reihe waren, wie die Monorail-Passagiere über Rettungsleitern der Feuerwehr befreit wurden ;-). Unabhängig davon hat man vom Aussichtsturm einen wunderschönen Blick auf die Bucht und auch auf die Skyline von Seattle. Wir übernachteten etwas außerhalb in einem Studio 6 Motel in Mountlake Terrace.
Tag 7: Seattle – Einreise in Kanada – Vancouver
Am heutigen Morgen regnete es bereits, so dass wir uns entschlossen haben auf dem Weg nach Vancouver uns ausgiebig einer Premium-Outlet-Mall zu widmen. Neben den Großeinkäufen gibt es eigentlich nur noch zu erwähnen, dass das Einreiseprozedere nach Kanada mindestens ebenso schlimm war, wie das in die USA. Wir mussten uns mehrfach zu unserem Verhältnis untereinander äußern, also wie lang wir uns schon kennen, was wir vorhaben bzw. wo wir herkommen. Letztlich hatten die Kollegen aber doch ein Einsehen und ließen uns passieren, so dass wir unser 230km entferntes Tagesziel Langley - einen Vorort von Vancouver - doch noch erreichten.
Tag 8: Vancouver – Merritt
Am frühen Vormittag erreichten wir dann
Vancouver und parkten unseren Wagen in einem Parkhaus im Stadtzentrum. Direkt in der Nähe lag das Viertel Waterfront oder auch Gastown genannt, wo es auf der Water Street die einzig verbliebene reine
Dampfuhr der Welt gibt. Sie wird nur durch Dampf aus dem Fernwärmenetz angetrieben und gibt zur vollen Stunde die Westminster Glockenschlagmelodie des Londoner Parlaments über ihre 5 Dampfpfeifen aus. Bislang wurde viertelstündlich auch ein Ton ausgegeben, doch der wurde bei unserer Besuchszeit nicht ausgegeben, weil sich die Anwohner gestört fühlten und daher hat man dies wohl abgestellt. Na immerhin dampft sich noch viertelstündlich vor sich hin... Ansonsten besteht das Viertel aus ehemaligen Hafengebäuden, wo inzwischen viele Läden Einzug gehalten haben. Es gibt hier nun jede Menge Souvenirläden und auch einige Cafes und Pubs. Vorbei an der Waterfront-Station - dem schmucken
historischen Bahnhof – gingen wir zum Kreuzfahrt-Terminal namens
Canada Place mit einem IMax-Kino, einem Hotel und auch einem Kongresszentrum, bei dem das Dach wie die Segel eines Segelschiffes konstruiert ist. Tatsächlich lag sogar auch ein großes Kreuzfahrtschiff vor Anker – die Island Princess. Interessant fand ich in Vancouver auch, dass einige ältere historische Gebäude sich schön in die sonst so moderne, mit Bürogebäuden zugepflasterte Innenstadt einfügten. Zu nennen wären hier das Marine Building, welches in der Form (nicht der Höhe) nach an das Empire State Building erinnert, eine richtig schmucke Stadtvilla eine Straße weiter oder auch die Anfang des 20. Jahrhunderts erbaute Art Galerie. Nach unserem Stadtrundgang fuhren wir zum
Stanley-Park, dem größten Stadtpark von Kanadas. Sehenswert sind hier der Siwash Rock, der etwa 18m aus dem Wasser ragt, diverse originale Totempfähle, ein Aquarium, den Beaver Lake, einige Strände und eine große Anzahl von Spazierwegen, die auch gern von Joggern oder Radfahrern genutzt werden. Um die Halbinsel herum führt auch der so genannte Seawall, ein asphaltierter Weg, der ebenfalls von Radlern, Skatern oder Joggern verwendet wird. Vom westlichen Teil des Parks bietet sich den Besuchern ein unbeschreibliches Panorama auf die wunderschöne Skyline von Vancouver. Mir hat das richtig gut gefallen und es war wirklich einzigartig. An den Park schließt sich die ca. 1800m lange Lions Gate Bridge an, welche die Innenstadt mit dem nördlichen Teil von Vancouver verbindet. Vancouver ist ja Austragungsort der Olympischen Winterspiele im Jahr 2010 und ich werde diese auf jeden Fall aufmerksam verfolgen, da mich diese Stadt gefesselt hat und irgendwie fasziniert. Dann verließen wir Vancouver in Richtung Osten und fuhren noch stolze 300km über Hope (wo Wanderfreunden ein weiterer Tag zu empfehlen ist) und dem Coquihalla Highway oder Highway No. 5
seit September 2008 wieder mautfrei – bislang waren es 10$ hindurch durch schöne Berglandschaften bis zum kleinen Städtchen Merritt, wo wir recht spät am Abend ankamen und schließlich in einer Travellodge übernachteten.
Wichtige Anmerkung: die landschaftlich reizvollere Strecke führt von Hope aus definitiv nördlich über den Highway 1 entlang des Fraser Flusses durch den Fraser Canyon und später entlang des Thomson Flusses. Diese Straße schlängelt sich dabei sehenswert durch das Tal und es bieten sich zahlreiche Fotostopps an. Sie führt über den Ort Hells Gate und der gleichnamigen Flusseinengung mit Stromschnellen und später über Cache Creek bzw. dem Kamloops Lake ebenfalls nach Kamloops. Wir sind da zwar auch ein Stück hinein gefahren, haben dann jedoch leider keine unseren Ansprüchen genügende Unterkunft gefunden und wählten daher von Hope aus die Route über Merritt. Da die nächste Unterkunft in Valemount vorgebucht war, mussten wir diese auch am Folgetag erreichen, so dass sich eine Übernachtung in Hope leider ausschloss.
Tag 9: Merritt – Kamloops – Wells Gray Provincial Park – Valemount
Auf dem Weg von Merritt nach Kamloops durchfuhren wir große Waldgebiete und kamen auch an einzelnen Seen vorbei, wo sich auch mal ein Stopp lohnt. Nach etwa 80km erreichten wir Kamloops. Westlich der Stadt liegt der
Kamloops Lake, der mit seinen 29km Länge und etwa durchschnittlich 1,6km Breite stattliche Ausmaße annimmt. Er wird vom North Thomson River und vom South Thomson River gespeist und bei Savona im Westen fließt schließlich der Thomson River ab. In Kamloops selbst gibt es sonst nichts zu sehen, daher tankten wir den Wagen voll, kauften noch ein paar Lebensmittel und fuhren dann weiter in Richtung Norden auf dem Highway 5 in Richtung unseres noch ca. 340km entfernten Tagesziels Valemount. Nun begleitete uns der North Thomson River auf unserer weiteren Reise wieder hindurch durch größere Waldgebiete, die teilweise im Jahr 2003 Buschbränden zum Opfer fielen und nun wieder aufgeforstet werden. Nach etwa 130km erreicht man schließlich Clearwater. Hier verschafften wir uns zunächst einen Überblick über den
Wells Gray Provincial Park und bannten den riesigen Holzelch an der Touristeninfo auf´s Bild ;-)) Schon im Ort befindet sich mit dem Dutch Lake ein schöner See – so quasi als kleiner Einstieg. In diesem Park gibt es zahlreiche Wanderwege, viele natürliche Sehenswürdigkeiten zu bestaunen und wer mag, der kann hier auch auf dem Clearwater River eine Raftingtour machen. Hier kann ich euch nur empfehlen, einen Tag extra einzuplanen. Wir beschlossen einen Abstecher zu den
Dawson Falls am Murtle River, einem 90m breitem Wasserfall von 15m Höhe und den
Helmcken Falls, einem 141m hohen und spektakulären Wasserfall. Zudem finden sich auch links und rechts der Straße auch noch andere sehenswerte Wasserfälle und der Park hat auch einige schöne Seen zu bieten. Hin und zurück sind wir hier zwar mal eben so 90km gefahren, aber es hat sich auf jeden Fall gelohnt – ein landschaftlich wirklich sehr schöner Provinz-Park. Von Clearwater aus fuhren wir im Tal weiter flussaufwärts und bestaunten links und rechts der Straße die bis zu 1800m hohen Berge. Etwa 60km weiter lohnt ein Stopp an den Pyramid Falls. Kurz nach Messiter lohnt ein weiterer Fotostopp an einer sehenswerten Flussverengung des North Thompson Rivers. Zirka 80km vor dem Tagesziel Valemount empfehle ich euch einen letzten Zwischenstopp beim Ort Blue Mountain, wo sich der grünlich gefärbte Mud Lake befindet. Hier kann man auch eine Bootstour über den
Mud Lake und den Blue River buchen, ein Kanu oder auch ein Mountain-Bike mieten – uns blieb dafür leider keine Zeit – so sind die Touristen halt ... sie haben niemals Zeit ;-). In Valemount angekommen quartierten wir uns im, von Deutschland gebuchten, Best Western ein, wo wir eine 5 Personen Suite gebucht hatten. Tatsächlich bestand die Suite jedoch nur aus einem Durchgangszimmer ohne Fenster mit 3 Betten, welches nicht einmal Platz für´s Gepäck bot, einem normalen Doppelzimmer und einem normalen Bad - na ja – es war ja nur für eine Nacht. Dafür gab´s aber wenigstens Kaffee und Internet gratis ;-)). Zu guter letzt haben wir noch am Abend im Hoteleigenen Restaurant gespeist und zu Haus mussten wir feststellen, dass dieses 2 verschiedene Abbuchungen getätigt hat, was wiederum einiges an Klärungsaufwand für mich bedeutete. Wer hier noch Zeit übrig hat, kann noch einen Abstecher zum etwa 8km entfernten Kinbasket Lake unternehmen.
Tag 10: Valemount – Jasper Nationalpark – Banff
Am Morgen starteten wir von Valemount aus in Richtung Jasper Nationalpark. Nach etwa 20km gelangt man auf den Highway 16, den man dann ostwärts in Richtung Jasper fährt. Diese Straße führt zumeist parallel zum Fraser River und bietet zahlreiche Highlights. Als erstes lohnt ein Halt an den
Rearguard Falls, einem kleinen Wasserfall des Fraser Flusses. Etwas weiter führt die Straße direkt in Richtung des knapp 4000m hohen Mount Robson, dem höchsten Berg der kanadischen Rocky Mountains, und bietet so einen spektakulären Blick auf das Massiv. Im Mt. Robson Provincial Park bietet sich bei schönem Wetter eine 4,2km lange Wanderung zum atemberaubenden
Kinney Lake direkt am Fuße des Mt. Robson an. Ein Stückchen weiter passiert man den grünlich gefärbten Moose Lake, der sich sehr schön in das Bergpanorama einfügt und etwas später auch den Yellowhead Lake ehe man den Eingang zum
Jasper Nationalpark -
Eintritt etwa 4 $ - und schließlich auch den gleichnamigen Ort erreicht. Jasper selbst ist ein reiner Touristenort und ein idealer Ausgangspunkt für Ausflüge im Jasper Nationalpark. Der Nationalpark selbst bietet wunderschöne Gebirgslandschaften mit Wasserfällen, traumhaften Seen und auch ausreichend Gletscherregionen. Daneben lassen sich mit etwas Glück auch allerlei Tiere bestaunen. So gibt es hier Bären, Elche, Hirsche und auch jede Menge Hörnchen. Wir haben hier nur einen Tag verbracht, doch das ist hier eigentlich viel zu wenig. Man sollte mindestens 2 Tage in diesem wunderschönen Park verbringen. Um
Jasper gibt es einige sehenswerte Seen, die man gesehen haben sollte – zum Beispiel den
Medicine Lake oder den
Maligne Lake mit seinem kleinen Inselchen mit der Baumgruppe darauf. Wir fuhren dann weiter zum
Mount Edith Cavell, wo sich die Übereste eines Gletschers bestaunen lassen. Bereits auf dem Parkplatz wurden wir freudig von jeder Menge Hörnchen empfangen. Ein etwa 2km langer Rundweg führt dann zu den Überresten eines Gletschers mit einem kleinen See und der zurückgebildeten Gletscherzunge. Von da aus ging es weiter auf dem
Icefield Parkway - dem Highway 93 - mit Stopps bei den
Athabasca Falls, einem sehenswerten Wasserfall vor einem traumhaften Panorama, und den ohrenbetäubenden
Sunwapta Falls. Dazwischen hielten wir südwärts auf der rechten Seite an einem atemberaubenden Aussichtspunkt, der im Vordergrund den Athabasca River und ein gigantischen Bergpanorama im Hintergrund bot (siehe Bild) - hier unbedingt eine Fotostopp einlegen! Schließlich erreichten wir das größte zusammenhängende, subpolare Eisfeld Nordamerikas - das
Columbia Icefield mit seinen insgesamt 8 Gletschern - unter anderem dem Athabasca, Dome und Saskatchewan Gletscher. Hier haben mich die Kanadier allerdings schwer enttäuscht, da sie massenweise Leute auf die Gletscher mit großen busähnlichen Fahrzeugen karren. Für mich sieht Naturschutz in einem Nationalpark anders aus!!! Das ebenso besondere an diesem Ort: hier entspringen große Flüsse, die alle in unterschiedliche Meere abfließen. Diverse Flüsse, welche in den Pazifik münden oder andere Flüsse speisen, welche westlich fließen wie der Fraser River, der Saskatchewan River fließt in den Atlantik ab und der Athabasca River mündet in den arktischen Ozean. Hinab von dem Gletschergebiet in Richtung Banff Nationalpark ergab sich an der
Big Bend ein weiteres atemberaubendes Panorama. An den Jasper Nationalpark schließt sich dann der
Banff Nationalpark nahtlos an. Weiter in Richtung Banff, wo wir unsere nächste Übernachtung gebucht hatten ergab sich noch am
Peyto Lake eine Gelegenheit für ein schönes Foto eines türkisfarbenen Sees am Abend. Unser Quartier in Banff lag direkt am Bow River, wo es auch Wild direkt vor dem Balkon am Abend zu sehen gab. Am kommenden Tag sollten wir dann noch einmal ein Stückchen zurückfahren, um die aus Zeitgründen ausgelassenen Sehenswürdigkeiten nachzuholen.
Tag 11: Banff – Banff NP – Fort MacLeod
Gesagt, getan - wir führen also am Morgen in Richtung
Lake Louise, dem bekannten Wintersportort. Doch davor wanderten wir noch in den auf dem Weg liegenden
Johnsten Canyon hinein bis zum unteren Wasserfall und machten noch 2 weitere Fotostops unterwegs. Lake Louise selbst bietet einen schönen See vor dem Bergpanorama und besitzt eine sehenswerte Touristeninformation. Das dort befindliche Chateau-Lake-Louise-Hotel gehört jedoch wohl eher nach Las Vegas, als in ein so traumhaftes Panorama, aber das bleibt wohl Geschmackssache. Selbstredend, dass sich auch hier viele Möglichkeiten zum Wandern anbieten und so auch der eine oder andere Tag länger nicht langweilig werden dürfte. Beim Verlassen des Banff-Nationalparks in Richtung Osten konnten wir noch ein wunderschönes Bergpanorama genießen. Dann ging es vorbei an Calgary, wo man auch direkt am Olympia Park vorbeifährt, danach noch mehrfach endlos geradeaus bis zum einem verschlafenen Örtchen, fernab von jeglicher Zivilisation, namens Fort MacLeod, welches wir nach insgesamt ca. 420km erreichten (im Film würden dort noch die Grasbüschel über die Straße wehen).
Tag 12: Fort MacLeod – Wiedereinreise in die USA – Glacier NP – Missoula
Am Morgen führte unser erster Weg über den Highway 2 über die Grenze zurück in die USA. Das allerdings erst, nachdem wir die Herkunft unsere mitgeführten Äpfel offengelegt haben und diese nachweislich nicht aus Neuseeland stammten (der Verfolgungswahn der Amerikaner kennt offensichtlich keine "Grenzen"... doch zurück zum Thema). Kurz nach der Grenze, also wieder in den USA, befindet sich der
Glacier Nationalpark (hier Achtung – es gibt noch einen kleineren gleichnamigen Nationalpark in Kanada), der einmal mehr ein atemberaubendes Bergpanorama bot. Hier erwarben wir auch gleich einen
Parkpass für 80$, der in den folgenden Nationalparks in den USA galt. Von den Gletschern war zwar fast nichts zu sehen, da diese zumeist weiter im Norden abseits der Straßen liegen, doch auch dieser Nationalpark ist äußerst sehenswert. Durch ihn führt eine einzige Straße – die Going To The Sun Road - hindurch und führt den Besucher an zahlreichen sehenswerten Plätzen vorbei. So zum Beispiel Wasserfälle oder wunderschöne Aussichtspunkte, die teils spektakuläre Blicke auf die Berge, Täler oder auch Gletscher bieten. Als Einstieg fährt man am
Saint Mary Lake, einem schönen langgestreckten See, vorbei und hat hier an zahlreichen Parkplätzen die Möglichkeit den Fotoapparat zu stressen. Dann geht es hinauf zum
Logan Pass und fährt quasi diesen nur hinauf und auf der anderen Seite herunter, doch dies auf eine wirklich spektakuläre Weise mit wunderschönen Ausblicken. Wer hier viel Zeit einplant, der kann auch auf den zahlreichen Wanderwegen den Park zu Fuß erkunden. Unten wieder angekommen fährt man am
Lake McDonald entlang und wir gönnten uns dort Essen in den vorhandenen Restaurants und anschließend gab es auch noch ein Fußbad im See. Unterwegs bot sich dann noch eher zufällig zirka 4km vor Coram auf dem Highway 2 eine Möglichkeit Minigolf zu spielen, was wir natürlich dankend annahmen. Anschließend fuhren wir über den Highway 206 und später dann Highway 35 weiter über Creston und Bigfork in Richtung Missoula und machten noch schöne Sonnenuntergangsfotos am Flathead Lake, dem größten See Montanas. Nach etwa 430km Tagesstrecke erreichten wir schließlich Missoula.
Tag 13: Missoula – Gardiner
Wir nutzten die Gelegenheit zum Shoppen in Missoula und deckten uns mit Büchern und Sachen ein. Mittags ging es dann weiter in Richtung Yellowstone-Nationalpark. Wir fuhren dabei über den Highway 12 bis Garrison, später Highway 90 bis nach Livingston und dann die 89 bis nach Gardiner. Unser Quartier – das Comfort Inn - im ca. 450km entfernten Ankunftsort lag nördlich des Yellowstone Parks, was uns eine gute Ausgangsposition für die kommenden 2 Tage bescheren sollte. Am Hotel wurden wir schon von Wapitihirschen erwartet. Es ist aber auch kein Wunder, dass die sich in die Stadt verirren, denn die frisch bewässerte Wiesen bieten den Tieren eine Abwechslung zur kargen Landschaft ringsherum und den Tieren eine Nahrungsquelle. So treibt man unbewusst die Hirsche in die Städte, wo sich dann die Touristen drüber freuen ;-)
Tag 14: Gardiner - Yellow Stone NP – Gardiner
Heute widmen wir uns dem
Yellowstone Nationalpark, der wegen seiner geothermischen Aktivitäten bekannt ist. Hier finden sich daher zahlreiche Geysire, extrem viele heiße Quellen & Wasserlöcher und auch Schlammtöpfe. Man hat auch ermittelt, dass sich der Park über einem gewaltigem Vulkan befindet und rechnet eigentlich fest damit, dass dieser eines Tages auch ausbrechen und den gesamten Nationalpark zerstören wird. Nur lässt sich bisher nicht sagen, wann dies tatsächlich passieren wird. Wir ließen uns davon aber nicht beeindrucken befuhren den Nationalpark durch das große Tor kurz hinter Gardiner. Unser erster Stopp im Yellowstone NP war bei
Mammoth Hot Springs, wo wir über Holzstege zu wunderschönen Kalksteinterrassen gelangten. Diese heißen Quellen sorgten hier auch dafür, dass es erstens nach Schwefel roch, wie übrigens an den meisten Stellen hier im Yellowstone NP, und zweitens floss Wasser über diese Kalksteinterrassen, welche schön das Sonnenlicht reflektierten. Teilweise stehen hier auch schwarze vielleicht 2m hohe Baumstämme ohne Blätter inmitten dieser weißen Terrassen. Dies wirkte bizarrer Weise wie eine Winterlandschaft. Es ist hier auch empfehlenswert die Holzstege nicht zu verlassen, da die Kalksteinkrusten nicht sonderlich viel Gewicht tragen und sich darunter extrem heiße Quellen befinden. Nachdem wir uns hier sattgesehen hatten, fuhren wir zum
Norris Geyser Basin, wo wir dem Rundweg folgten und Geysiere und farblich interessante Wasserlöcher vorfanden. Auf dem Weg zum nächsten Ziel hielten wir noch kurz bei einem Ausblick auf einen Wasserfall, um dann auf der Weiterfahrt in einen Stau zu kommen. Es ging nur noch im Schritttempo voran. Der Grund war ein Bär in Straßennähe, der den Verkehr aufhielt - doch gesehen haben wir in leider nicht :-( Die Ranger hatten alle Hände voll zu tun, die Touristen zum Weiterfahren aufzufordern und auch das Tier wieder zu vertreiben. Irgendwann kamen wir dann zum
Fountain Paint Point. Auch hier gab es Wasserlöcher, einen Geysier, Schlammlöcher und Löcher aus denen gefährliche Töne kamen zu bestaunen – also ein bedrohliches Fauchen aufgrund von Gasentweichung. Dann ging es weiter zum
Old Faithful, einem Geysier, der regelmäßig ausbricht und die Mengen bezaubert. Leider war dass Wetter grau in grau und in Höchstform war der Bursche auch nicht, aber wir haben es zumindest mal erlebt. Von hier an fuhren wir zurück zu unserem Quartier im Norden und hielten nur noch beim
Midway Geyser Basin, wo die heißen Quellen sich in einem Fluss ergießen und so ein interessantes Bild ergaben. Abends stand dann wie schon am Vorabend Tischtennis und Kartenspielen im Hotel auf dem Programm.
Tag 15: Gardiner – Yellowstone NP – Grand Teton NP – Jackson
Heute stand viel auf der Agenda - Besichtigung der offenen Sehenswürdigkeiten im Yellowstone und der Grand Teton Nationalpark am Abend. Doch wir wurden frühzeitig gestoppt. Bei Mammoth Hot Springs lag eine Herde Rehe mit einem Hirsch einladend herum, welche auf ein Foto gebannt werden wollten. Dies natürlich wieder auf bewässerten grünen Wiesen. Danach ging es zum
Petrified Tree, also einem versteinertem Baum. Anschließend stoppten wir kurz am
Tower Fall, wo auch kleine Squirrels, also Hörnchen um Fotos bettelten. Im Souveniershop trafen wir später noch sonderbarere Tiere – es gab nämlich Mützen in Form von Elchgeweihen ;-)) – aber Spaß beiseite. Auf der Weiterfahrt parkten mal wieder Autos am Straßenrand, was einen Grund haben musste – einer unserer Mitfahrer reagierte am schnellsten und bannte einen Elch, der am Fluss trank auf´s Foto – nein, die Touristen wieder – tsss.... Auf der Weiterfahrt nach Canyon Village überquerten wir den
Dunraven Pass, der auch mit 2°C gleichzeitig den kältesten Punkt unserer Reise darstellte. Dort sollte auch nach einer Kurve eine Überraschung auf uns lauern ... ein müde dahintrottender Bison kam uns auf dem Mittelstreifen entgegen. Also hielten wir den Wagen an und der Kerl trottete so hautnah an uns vorbei ;-)) Bei
Canyon Village konnten wir wegen Baumaßnahmen nur den
Upper Fall Ausblick genießen, was trotzdem lohnenswert war. Später stoppten wir beim
Mud Volcano, wo es Schlammlöcher gab, aus denen mal wieder schwefelhaltige Gase entwichen. In der Nähe von der
Fishing Bridge machten wir dann ein richtig gutes Landschaftsfoto und es lagen dort auch zahlreiche Bisons auf den Wiesen (und mindestens genauso viele Autos parkten am Straßenrand um die erstgenannten auf´s Foto zu bannen). Einen weiteren Stopp legten wir bei
West Thumb Geyser Basin ein, wo wir einen kleinen Rundweg liefen, ehe wir zu den
Lewis Falls fuhren. Dann verließen wir den Yellowstone NP in Richtung Süden und fuhren in den weniger bekannten
Grand Teton Nationalpark und begegneten im, von der Straße weit entfernten, Gebüsch einem Crizzly – zumindest glauben wir das alle bis heute – auf dem Foto ist das jedoch auch nur zu erahnen ;-). Vorbei am
Jackson Lake, einem künstlich vergrößertem See führt die Teton Park Road gen Süden und bietet an zahlreichen Punkten Platz zum Anhalten und genießen der Landschaft. Auch hier gibt es eine Vielzahl von Wanderwegen und es bieten sich im Umkreis Möglichkeiten für Mountain-Bike Touren oder Rafting auf dem Snake River. Wer kann, der wird hier gern einen Tag mehr verbringen wollen. Das besondere an diesem Nationalparks sind jedoch eher die Gegensätze. Bis zu den Seen ist es eine relativ flache Hochebene, welche direkt hinter den Seen durch steil ansteigende Gebirgsmassive mit über 4000m Höhe abrupt endet und somit ein wunderbares Bild ergibt. Besonders schön ist dies am
Jenny Lake zu sehen, an dem wir später vorbeifuhren, doch leider war das Wetter an diesem Tage grau in grau, so dass wir beschlossen, einen neuen Versuch - das Panorama zu genießen - am Folgetag zu unternehmen. Daher fuhren wir zum 30km entfernten Jackson und quartierten uns dort nach etwa 250km Fahrt und zahlreichen Eindrücken an diesem Tag in einem Motel 6 ein.
Tag 16: Jackson – Ogdan
Gesagt und getan - wir hatten Glück. Die morgendlichen Wolken hingen zwar am Jenny Lake noch in den Bergen und stiegen nur langsam auf, doch man konnte das Panorama schon erahnen und ein paar richtig schöne Fotos machen. Von Jackson aus ging es weiter nach Süden auf dem Highway 191 und dann auf dem Highway 89 durch den sehenswerten
Snake Canyon, wo sich der Snake River neben der Straße sehenswert hindurchschlängelt. Auch hier gibt es jede Menge Ausbuchtungen wo man mal kurz anhalten kann, um einige Fotos von der Landschaft oder den Schlauchbooten auf dem Fluss zu machen. Nach dem Canyon erreicht man Alpine, man schließlich nach links – oder Süden – abzweigt. Bei Afton kann man einen Wasserfall in einem Seitental unweit des Highways besichtigen. Weiter später kommt man durch Montpelier und Paris – ja richtig wir sind noch in den USA ;-) – wo auch erste ältere Mormonenkirchen zu sehen sind. Danach kommt man am
Bear Lake vorbei, der aufgrund seine grünbläulichen Färbung etwas im Kontrast zur kargen dürren Umgebung steht. Wir bogen nach Lakota rechts in Richtung Logan ab und stoppten 500m weiter oben an einem Aussichtspunkt mit Blick auf den Bear Lake. Der weitere Weg führte uns durch den ebenfalls sehenswerten
Logan Canyon, wo sich Felsen mit Nadelhölzern und grünen Hügeln, rötlichen Büschen und Mischwald abwechselten. Die Straße wird dabei stets von einem kleinen Flüsschen begleitet. Ich denke, speziell im Indian Summer – also der Zeit der Laubfärbung - ist dieser Canyon äußerst sehenswert. Direkt hinter dem Canyon beginnt die Stadt Logan, die einen sehenswerten Tempel und das Logan LDS Tabernacle – für mich beides Kirchen – und eine ganz nette Universität zu bieten hat. Da die Zeit noch nicht so weit fortgeschritten war, entschieden wir uns noch bis Ogdan zu fahren, um am nächsten Tag mehr Zeit zu haben. Wir folgten also dem Highway 89 bis zur Interstate 15 und folgten diesem Highway südwärts bis Ogdan, wo wir nahe des Highways ein Super 8 Motel bezogen.
Tag 17: Ogdan – Salt Lake City – Brice
Unser erster Halt am heutigen Tag war nach rund 55km in der
Mormonen-Hauptstadt - Salt Lake City. Ganz kurz als Einstieg - diese Stadt liegt nicht an einem reinen Salzsee ohne Wasser, wie ich vorher vermutete, sondern nur an einem mit 27% relativ salzhaltigem und riesigem See, wo auch Salze abgebaut werden. In der Stadt selbst fuhren wir zunächst zum Capitol Hill mit dem
Capitol, dem Sitz des Senats, des Repräsentantenhauses sowie des Gouverneurs von Utah. Hier befand sich auch gleich eine Touristeninfo und wir informierten uns zunächst über die Lage vor Ort. Anschließend fuhren wir in die Nähe des Mormonenzentrums und parkten dort unseren Wagen. Schon von außen sah man das riesige
LDS-Tempel-Gebäude, welches einem eindrucksvollen Kirchengebäude gleicht, 6 Türme besitzt und 64m in der Höhe misst. Leider darf man dieses ohne Kirchenmitgliedschaft und der Genehmigung des Bischofs nicht betreten. LDS steht im Übrigen für die Kurzform der Kirche die im englischen „The Church of Jesus Christ of Latter-day Saints“ heißt und übersetzt soviel bedeutet wie „Die Kirche Jesus Christi der Heiligen der letzten Tage“. Der Einfachheit halber werden sie aber kurz als Mormonen bezeichnet. Auch wenn man den Tempel nicht betreten darf, so wird einem dafür im benachbartem Gebäude die Glaubensgemeinschaft in Form einer Ausstellung näher gebracht. Sie sind dabei sehr weltoffen und vor allem sehr international vertreten. An jeder Ecke stehen freundliche junge Mitglieder und begrüßen die Gäste in allerlei Sprachen – ja sogar in perfektem deutsch. Die Mormonen sehen sich selbst als Christen, die sich neben der “Bibel“ auch auf das “Buch Mormon“ sowie die Bücher der “Lehre und Bündnisse“ und “Pearl Of Great Price“ (oder übersetzt “Kostbare Perle“) berufen. Sie bilden in den USA die viertgrößte christliche Glaubensgemeinschaft mit etwa 6 Millionen Gläubigen. Auf dem etwa 40.000m² großen Gelände der Mormonen befindet sich auch noch das
LDS Tabernacle, ein Versammlungsraum, die
Salt Lake Assembly Hall, eine Aula, welche auch für Konzerte genutzt wird und auch verschiedene Verwaltungsgebäude – ja eines ist sogar ein Hochhaus. Gegenüber befindet sich zudem noch ein ultramodernes Kongresszentrum, welches ebenfalls zur Kirche gehört. Hier zeugen also zahlreiche prächtige Bauwerke vom offensichtlichen Reichtum der Mormonen. Mehr möchte ich an dieser Stelle über die Mormonen nicht schreiben – wer sich interessiert, der findet höchst interessante Artikel über die Mormonen im Internet. Schließlich fuhren wir weiter in Richtung Süden über den Interstate 15, später Interstate 70 und schließlich dem Highway 89 zum etwa 420km entfernten
Red Canyon. Er stellt einen Ausläufer des Brice Canyons dar und erhielt seinen Namen natürlich von der Färbung seiner Felsen. Hier fährt man zwangsläufig hindurch, wenn man zum Bryce Canyon möchte. Nach kurzem Fotostop ging´s dann weiter zum Ruby´s Inn, dem größten und fast einzigem Hotel in Bryce. Wir machten noch einen Abstecher in den Nationalpark, doch wegen der tief stehenden Sonne lag der größte Teil im Schatten, so dass wir am kommenden Morgen die volle Pracht genießen wollten. Auf der Rückfahrt zum Hotel konnte man wirklich (lebende) Rehe am Straßenrand zählen.
Tag 18: Bryce – Page
Gesagt getan - nach dem Frühstück führen wir die wichtigsten Aussichtspunkte vom
Bryce Canyon Nationalpark ab und machten einige Fotos. Es handelt sich jedoch weniger um einen Canyon, der ja normalerweise durch Wasser entsteht, sondern vielmehr um eine Abbruchkante eines Hochplateaus, die durch Wind und Wetter die heute vorherrschenden Formen erhalten. Heute findet man hier zahlreiche schmale, aber hohe rote Felsblöcke die in der Vielzahl ein sehr beeindruckendes Bild ergeben. Ich würde dieses mal als eine Art große Kleckerburg beschreiben wollen ;-). Vor allem das so genannte Amphitheater ist wirklich eindrucksvoll. Was von oben schon richtig klasse aussah, wirkte später bei unserem kleinen Fußmarsch am
Sunset Point in die Felsen hinein noch viel eindrucksvoller - mein Tipp: ausreichend Wasser & eine Kopfbedeckung mitnehmen und nicht überschätzen, denn man befindet sich hier schließlich auf etwa 2500m Höhe und irgendwie geht´s runter ja immer leichter ;-). Im Anschluss fuhren wir zum etwa 90km entfernten
Zion Nationalpark, der sich aufgrund der vielschichtigen Gesteinsschichten für Geologen als Lehrobjekt eignet. Aber auch der Nichtgeologe kommt hier auf seine Kosten. Schon auf der Zufahrt von Osten kommt man an den imposante Felsen vorbei, die einen nur noch winzig erscheinen lassen. Der Weg führt dabei durch einen schmalen einspurigen Tunnel und führt dann hinunter in das Tal, wo sich auch die Touristeninformation befindet. Man kann von hier aus Fahrten in das Tal unternehmen oder den Park zu Fuß selbst erkunden. Mindestens einen Tag sollte man hier einplanen, denn es gibt hier auch zahlreiche Wanderwege. Die Hauptattraktionen sind hier der
Kolob Arch, ein natürlicher Steinbogen von etwa 90m Länge oder auch der spektakuläre Aussichtspunkt
Angel´s Landing – beim letzteren sollte man allerdings schwindelfrei sein. Wir beließen es dort bei einer kleineren Runde und fuhren dann über Kanab nach Page, wo wir schließlich nach einem kurzen Stop am
Glen Canyon Damm auch tatsächlich spät abends ankamen. Dieser Staudamm staut den Colorado zum riesigen Lake Powell an. Wer möchte, der kann sich hier am Lake Powell auch an einem der zahlreichen Strände den Badefreuden hingeben.
Tag 19: Page – Tusayan
Am Morgen starteten wir zunächst zum
Horseshoe Bend im Glen Canyon, einem Aussichtspunkt, von dem aus man einen Bogen des Colorado in Form eines Hufeisens sehen konnte. Im Anschluss fuhren wir dann zu einem Indianerreservat, wo sich der
Antelope Canyon befindet. Die Nachkommen der Indianer waren zwar nett, haben jedoch auch die Marktwirtschaft für sich entdeckt.
Parkplatzgebühr pro Person im Auto 6$ (!) und dann die Führung mit Jeepfahrt 25$/Person - es wird aber leider nur Bargeld akzeptiert. Die Jeep-Tour führt dabei auf einer Art sandigem Flussbett hin zum Antelope Canyon selbst. Durch den schmalen Canyon kann man auf sandigem Boden hindurchlaufen. Er wurde nur durch hindurchfließendes Wasser geformt und ist aufgrund der farbenprächtigen Licht- und Schatten-Abwechslung äußerst sehenswert. So ergaben sich aufgrund der teilweisen Dunkelheit eindrucksvolle Bilder, die ausgewaschene Felswände im rötlichbraun, orangenen bis blaugrauen Farbmix zeigten. Auch Bilder im Gegenlicht ließen zum Beispiel den Canyonausgang als stehenden Bären erscheinen. Ich wünschte nur, meine Kamera hätte einen Sensor gehabt, der das Bild automatisch dreht, denn ich kann jetzt einige Bilder drehen und habe echt keine Ahnung was da oben ist ;-)). Auch wenn die Unkosten etwas höher ausfielen, so hat sich das auf jeden Fall gelohnt, nur hätte man noch ein Stativ im Gepäck haben müssen, damit ein paar Bilder mehr gelingen. Sehenswert war es dennoch auf jeden Fall – dieser Canyon ist absolut empfehlenswert! Es gibt auch noch einen Lower Antelope Canyon, der jedoch beschwerlicher zu besteigen ist und auch mit kleinen Klettereien verbunden ist – dafür spart man sich jedoch die exklusive Jeepfahrt. Zusatzinfo – die Canyons werden bei Regen gesperrt, da es im Jahr 1997 zu einer Überflutung des Canyons kam und dabei 11 Personen starben. Nach dieser tollen Besichtigung fuhren wir weiter am
Little Colorado River entlang in Richtung des Grand Canyon und stoppten an 2 weiteren Aussichtspunkten, wo man die tiefen Einschnitte des kleinen Bruders des Colorados sehen konnte, ehe wir gegen Abend den berühmten
Grand Canyon Nationalpark erreichten. Dort bestaunten wir bei Sonnenuntergang die rötliche Färbung der Felsen noch an einigen Aussichtspunkten. Unser Plan eine Unterkunft im Grand Canyon Village zu bekommen wurde leider durchkreuzt, so dass wir ein Stück in Richtung Süden fuhren und schließlich im Grand Hotel in Tusayan ein schönes und sogar bezahlbares Quartier fanden.
Tag 20: Tusayan – Grand Canyon NP – Las Vegas
Am Morgen ging es natürlich nochmals an den Rand des
Grand Canyon, wo man nur erahnen konnte, wie tief der Canyon ist und wie beschwerlich die Wanderung hinab und vor allem wieder hinauf sein musste. Zwei unserer Mitreisenden haben mir das von ihrem früheren Besuch anschaulich beschrieben und gemeint, dass man mehr als die übliche Anzahl an Getränken mit sich führen sollte und sich auch hier körperlich nicht überschätzen sollte, da sich der Fluss etwa 1350m tiefer durch den Canyon schlängelt und die Wanderung bei der hier vorherrschenden Hitze von um die 40° Celsius schnell an die körperlichen Grenzen führt. Wir schauten uns das bunte Treiben von oben an einigen Aussichtspunkten an, dabei war an einigen Stellen auch der „rote“ Fluss - der Colorado - sichtbar. Anschließend brachen wir in Richtung des noch 440km entfernten Las Vegas auf und kamen zwangsläufig am Hoover Staudamm vorbei, wo es so richtig heiß war. Das Thermometer zeigte stolze 42° und das war schon richtig heiß. Kurz davor zeigt ein Schild noch zum
Grand Canyon Skywalk, wo eine Glas-Stahl-Plattform über einen etwa 1100m hohen Abgrund gebaut wurde. Da wir jedoch schon wussten, dass dieser Spaß stolze -
Achtung: 75$ (!) - kosten sollte, ließen wir diese Attraktion rechts liegen und fuhren weiter zum
Hoover-Staudamm. Der Damm versorgt Las Vegas und auch Teile von Los Angeles mit Strom und ist somit der wichtigste Stromlieferant der Gegend. Dem entsprechend wird gerade eine Brücke am Damm gebaut, worüber der Verkehr in Zukunft fahren soll. Man hat wohl Angst, dass jemand den Damm sprengt. Der Staudamm selbst staut den Colorado hier am Lake Mead auf eine Fläche von 640m² an. Dieser See wird praktischer Weise als Naherholungsgebiet für die Reichen und Schönen von Las Vegas genutzt. Da wir einen Tag früher in Vegas ankamen als ursprünglich geplant und das gebuchte Hotel diesen Tag früher keine Zimmer für uns hatte, nächtigten wir die erste Nacht im Excalibur, um dann am Folgetag in´s Imperial Palace zu wechseln. Das Excalibur ist zwar eines der größten Hotels in Vegas, doch es ist zu empfehlen. Das Imperial Palace dagegen hat seine besten Tage schon hinter sich und wirkt etwas angestaubt, aber dafür war es ja auch etwas preiswerter...
Tag 21: Las Vegas
Gegenüber meinem letzten Besuch in
Las Vegas im Jahr 2005 hat sich hier einiges verändert. Was mir hier gleich auffiel. Einige Hotels wurden abgerissen und direkt am Strip gab es zahlreiche Baustellen, was den Reiz den Strip mal auf und abzulaufen einen Abbruch tat. Ebenso wurden alle Slot-Automaten auf Papiergeld bzw. Strichcode-Karten umgestellt. Bei einem Gewinn fehlt nun also das gerade so schöne Klimpern der Münzen. Einige Automaten spielen stattdessen dieses Geräusch über Lautsprecher - so ein Blödsinn. Jedenfalls ging auch hier der Reiz der Slotmachines etwas verloren ...
Was kann man in Las Vegas also tagsüber überhaupt unternehmen?
Nun tagsüber bietet sich neben dem Faulenzen am Lake Mead oder am Pool zum Beispiel ein Abstecher zum 356m hohen Stratosphere Tower und den dort installierten Fahrgeschäften an. Wir haben den Big Shot gewählt und es nicht bereut. Man wird dabei in etwa 300m Höhe auf einer Aussichtsplattform nochmals 48m in die Höhe geschossen, um danach im Freien Fall wieder bei ~300m zu stoppen. Dabei wirken gigantische Kräfte von 4g. Wer die Gelegenheit und mit der Höhe kein Problem hat - das ist ein Muss! Im Sahara kann man eine kleinere Achterbahn samt Looping außen am Haus entlang fahren. Im Circus Circus, wo wir im Jahr 2005 nächtigten gibt es im Adventuredome auch diverse Fahrgeschäfte und einen kleine Minigolf-Anlage. Für Familien mit Kindern vielleicht die Beste Wahl. Im Venetian wurde der Canale Grande von Venedig in der ersten Etage sehenswert nachgebautund dort kann man auch durch die zahlreichen Läden bummeln. Ebenso eindrucksvoll sind die Forum Shops im Caesars Palace, aber auch hier sollte man Zeit mitbringen. Wer Achterbahnen eine Nummer größer mag, der kann seiner Leidenschaft am New York nachgehen und den riesigen Rollercoaster mal testen. Im gegenüber gelegenen MGM Grand kann man sich regelrecht verlaufen und Löwen im Glaskäfig bestaunen. Ferner gibt es Autoausstellungen, ein Aquarium oder auch weiße Tiger im Mirage zu bestaunen.
Wer keine konkreten Ziele oder Interessen hat, der kann auch einfach den Strip entlang schlendern – aber Achtung, das ist echt weit und man wird schnell fußlahm. Wir trafen dabei im Jahr 2005 sogar auch Hugh Heffner mit seinen Bunnies ;-))
Und was macht man in Las Vegas am Abend?Wer es nicht kennt, dem ist Alt-Las Vegas mit der
Fremont Street zu empfehlen. Über 12 Millionen Lämpchen erhellen die Decke und werden noch mit lautstarker Akustik unterstützt. Im Ergebnis erlebt man die wohl größte Videoshow der Welt. Aber auch die Shows am
Treasure Island, bei der ein Piratenschiff fast komplett versenkt wird oder der Vulkanausbruch vor dem
Mirage sind sehenswert. Für mich noch immer das Highlight ist jedoch die Fontänen-Show im See vor dem
Bellagio. 1200 einzelne Fontänen werden im Takt zur eingespielten Musik angesteuert und ergeben mit der Beleuchtung ein wunderschön romantisches Bild. Unabhängig davon gibt es jeden Abend eine
Vielzahl von Shows, die sogar noch bezahlbar sind. Auch bekannte Künstler wie U2 oder AC/DC, bekannte Magier oder auch die Blue Man Group und der Cirque Du Soleil geben sich hier die Ehre.
Tag 22: Abreise in Richtung Heimat
Früh zeitig fuhren wir zum Flughafen und gaben unseren Mietwagen ab. Dann traten wir die Rückreise mit einem Zwischenstop in New York an. Beim Anflug auf den Kennedy Airport hatten wir einen wunderschönen Blick auf Manhatten, was sofort natürlich auf´s Foto gebannt wurde. Von da aus ging es zurück nach Frankfurt, wo unser Auto schon auf uns wartete.
Mein Fazit
Die Rundreise war wirklich abwechslungsreich. Wir haben schöne Großstädte, spektakuläre Gebirgslandschaften, wunderschöne Wälder, sehenswerte Wasserfälle sowie Täler und auch allerlei Getier gesehen. Die Übernachtungen in den bekannten Motels haben sich als gute und preiswerte Möglichkeit zu nächtigen herausgestellt und sind bis auf das Thema Econolodge in Tacome allesamt zu empfehlen. Wer eine ähnliche Route plant und gern wandert, der sollte für diese Tour mindestens 4 Wochen einplanen, damit man am einen oder anderen Nationalpark ausgiebige Wanderungen durchführen kann oder einfach mal einen Tag zwischendrin pausiert. Etwas entsetzt hat mich das Thema Naturschutz auf dem Columbia Icefield in Kanada und auch sonst kann man von beiden nordamerikanischen Staaten halten was man möchte. Sehenswert sind beide Staaten allemal und ich denke dass ich nach dieser Rundreise vielleicht eines Tages auch mal den Osten in Angriff nehmen werde, nachdem ich nun so ziemlich alle wichtige Punkte im Westen der USA und Süd-Kanadas abgegrast habe.
Wenn jemand noch Fragen zur Rundreise hat oder noch Näheres wissen möchte, dann kann er mich gern kontaktieren.
Vorab vielen Dank für´s Lesen, Kommentieren und Bewerten
Viele Grüße - Sven