1.200 km Türkische Riviera
8. Apr 2001
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Wir waren im Januar nochmal in der Türkei, diesmal allerdings an der türkischen Riviera, und hier ist mein Bericht zu dieser phantastischen Region. Antalya hat nunmehr 1 Millionen Einwohner. Die Türkei ist im großen und ganzen ein einziges Hochland von durchschnittlich 1.100 m Höhe. Aufgrund dessen, daß es dort im Süden im Winter in den Höhen des schneebedeckten über 2.000 m hohen Taurus-Gebirge in den Wintermonaten weitaus kälter ist, sind viele ältere Türken an die warme sonnige Südküste gezogen. Sie haben ihr ganzes Leben lang gearbeitet und genießen dort ihren wohlverdienten Ruhestand.
Der plötzliche Zuwachs der Bevölkerung innerhalb der letzten Jahre in Antalya ist aber nicht nur zu erklären aufgrund des guten Klimas und der möglichen geschäftlichen Einnahmen durch den Anstieg des Tourismus in der Türkei und speziell in Antalya. Derzeit haben ca. 250.000 Ausländer wie Deutsche, Holländer und Engländer dort ihren festen Wohnsitz. Anziehungspunkt bilden natürlich Sonne und Meer, unzählige historische Sehenswürdigkeiten und der lange Sandstrand. In den letzten Jahren ist dort unglaublich viel gebaut worden, nicht nur vielstöckige Hotels für die Touristen. Der Stadtteil Lara besteht fast nur aus Wolkenkratzern bzw. sehr hohen Gebäuden. Türkische Wohnungen sind meistens ab 120 qm aufwärts groß, weil die gesamte Familie gemeinsam dort wohnt. Unten in den Häusern sind grundsätzlich Läden für Geschäftsräume vorgesehen, die häufig noch nicht vermietet sind. Das ganze Häusermeer zieht sich an breiten vielbefahrenen Straßen über mehrere Kilometer parallel zur Küste lang, also ich fand es nicht besonders
schön.
Da türkische Familien im Sommer viel draußen sind und gern grillen, sieht man dort auf allen Balkonen der Häuser eingebaute Grillkamine. Hier versammeln sich zu warmen Jahreszeiten alle Anverwandten und Nachbarn auf den Loggien, und es raucht in den ganzen Stockwerken. Die Luft ist erfüllt von Gebrutzeltem und Fleischgeruch. Die sehenswerte Altstadt am Hafen wird immer noch umgebaut, entweder stehen da noch völlig verfallene baufällige Häuser oder aber es wird so langsam zu „Schicki-Micki“-Geschäften ausgestaltet und entsprechend teuer. Um nicht zu sagen: häufig Nepp! Alteingesessene Händler müssen aufgrund der nunmehr hohen Mieten leider diesen Stadtteil verlassen. Man befürchtet sogar, daß sich die Altstadt zu einem großen Vergnügungsviertel entwickelt voller Geschäfte, Restaurants, Bars und Kneipen.
Und so besteht eigentlich die gesamte Südküste aus vielen angefangenen Bauten, Bauruinen oder Neubauten. Ab und zu mal ältere oder alte schafstallähnliche Gebäude. Niemand braucht vorher eine Baugenehmigung, der Baukomplex wird erst hinterher genehmigt. Dazu wimmelt es an der Straße von Tankstellen der verschiedensten Firmen. Es gibt kein Gewerbeaufsichtsamt. Jeder eröffnet ein Geschäft, wie er Lust hat, auch die Juweliere. Und ob man Goldschmied-Meister ist, fragt sowieso keiner nach. Daher ist es am besten, man kauft den Schmuck in einer staatlichen Juwelier-Fabrik, denn hier ist die Qualität gewährleistet.
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Außerdem machten wir noch Fahrten nach Side, einem weiteren Touristen-Zentrum. Auch hier wieder das gleiche Spiel: Geschäfte hauptsächlich nur für Urlauber: Lederwaren, Kleidung, Schmuck. Natürlich ist Side ebenfalls wegen seiner historischen Ausgraben sehr reizvoll. Darüber berichten aber genügend einschlägige Reisebücher. Das gesamte Gebiet der Türkei war bis in das 2. Jahrhundert von den Römern besetzt. Von daher gibt es immer noch zahlreiche Sehenswürdigkeiten überall.
Von den Reiseveranstaltern werden vor Ort meistens 2-Tages-Fahrten zu den bekanntesten Plätzen wie Ephesos, Pamukkale und Kappadokien angeboten. Selbstverständlich ist es möglich, selber ein Auto zu mieten, aber für solch lange Strecken inclusive einer Übernachtung, Verpflegung und Eintritten sind diese organisierten Reisen ganz praktisch und recht preisgünstig. Um allerlei von Anatolien (dem asiatischen Teil der Türkei) zu sehen, sollte man auf alle Fälle an einigen Ausflüge unternehmen. Die Benzin-Preise sind genauso hoch wie in Deutschland. Die ausschließlich türkischen Reiseleiter sind immer staatlich geprüft und informieren über alles, was man wissen möchte. Wir nahmen des öfteren ein Sammeltaxi (Dolmuş). Hier kann man an den bekannten Taxi-Ständen einsteigen, aber ebenso während der Fahrt auf ein Winkzeichen hin in diese weißen gekennzeichneten Kleinbusse zusteigen und bezahlt den im Wagen ausgewiesenen Preis für die Strecke. Für die gelben normalen Taxis kann man im übrigen meistens eine Gebühr aushandeln. Der Linienbus, der keine festen Abfahrpläne hat, kann ebenfalls an der Hauptstraße angehalten werden, wenn man mitgenommen werden möchte.
Interessanterweise waren an der Türkischen Riviera im Januar eine ganze Reihe von Schulklassen, die bei diesen günstigen, von der Türkei bezuschußten Winter-Urlaubsangeboten dort ihre jährliche Klassenreise hin unternahmen. Ansonsten waren hauptsächlich Touristen aus Deutschland, Frankreich und England anzutreffen. Viele Oberbekleidung ist äußerst billig. Es handelt sich immer um Imitate der ganzen Marken-Waren und -Namen, aber was soll’s. So kostete eine Levis-Jeans nur 20 DM, ebenfalls unsere Zigaretten pro Stange. Wenn die Türkei der EU beitreten wird, wird es natürlich dann nicht mehr so günstig dort Zigaretten geben, denn auch in den anderen EU-Ländern ist hinsichtlich der Tabak-Steuer ein Ausgleich vorgenommen worden.
Das in der Türkei übliche Handeln und Feilschen und häufig aufdringliche Verhalten der vielen Verkäufer war für mich irgendwann ganz schön anstrengend, wenn auf einem Basar der 30. Händler seine Waren einem aufdrängen will und er beleidigt ist, daß man nicht sofort den Laden stürmt und mit ihm den obligatorischen Apfeltee trinkt. Wenn auch immer gesagt wird, daß diese Einladungen der Türken aus Höflichkeit sein sollen, ist es doch erstaunlich, daß dies gegenüber den anderen Einheimischen nicht von mir beobachtet werden konnte, sondern eben nur bei den wohl mehr zahlungswilligen ausländischen Touristen! Landestypisch ist es, schwarzen Tee (Çay) zu trinken. Da bei Einladungen in Geschäften das Teekochen mit richtigem Teesud viel zu aufwendig wäre, nimmt man daher den praktischen Instant-Apfeltee. Von daher ist dieser Tee nur für die Touristen gedacht und wird überall als Souvenir angeboten.
Wenn Ihr eine preiswerte Fahrt in die Türkei unternehmen wollt, kann ich Euch den Reiseveranstalter transatlas empfehlen! Ein Nachteil allerdings bei solchen Billig-Reisen im Winter ist der, daß die Charter-Flüge nicht unbedingt zu den Zeiten stattfinden, wie sie ausgewiesen werden. Auf plötzliche Termin-Umstellungen muß man immer gefaßt sein. Und transatlas benutzt die Fluglinie Air Anatolya. Der Süden, insbesondere die türkische Riviera, hat zumindest den Vorteil viel sehenswerter alter Kultur, Ruinenstädte, Moscheen und langer Sandstrände. Und vor kurzem lagen wir noch am Meer in der Sonne ...
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11.08.2004 19:18
Habe deinen Bericht gelesen, Wir fliegen im Februar2004 an die Türkische Rivera. Mich würden die Temperaturen in dieser Jahreszeit interessieren, vielleicht kannst Du mir mal antworten. Freundliche Grüsse von Karin!!!!!
25.07.2004 17:41
Im nächsten Jahr werde ich auch dort sein. Dein Bericht weckt schon mal Vorfreude.
02.07.2002 14:44
Die türkische Riviera ist wirklich sehr schön.. Ich war in diversen Kultur Moscheen und bin über die Architektur begeistert !!! Gruss ZeroZone alias Faruk