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Erfahrungsbericht

für Tranekær, Dänemark
5 Sterne Die Kirche von Tranekær Bericht mit Bildern
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Empfehlenswert: Ja

Pro Geschichtsträchtig, ehrfürchtig

Kontra Nichts

Der Autor

didiba Seit 16 Feb 2004

Pensionierter Kriminalbeamter. Technische Berichte ohne persönliche Bilder dazu bewerte ich nicht... mehr

203 Mitglieder vertrauen mir

Einleitung:

Ich war ja schon sehr oft auf der schönen dänischen Insel Langeland, aber sonst immer nur zum Hochsee-Angeln. Damit hat sich dann zwischen dem Sommerhaus und dem nächstgelegenen Hafen das Kennen lernen der Insel erledigt.
Das war jetzt im August anders. Wir haben nur einfach mal Urlaub gemacht und uns so dann auch die Insel angeschaut. Unser Sommerhaus lag postalisch in Tranekær, allerdings in Wassernähe am Langelandbelt.
Aber, bei jedem Ausflug führte der Weg an die Insel-Hauptstraße, der B 305, und somit direkt durch Tranekær durch.
Dieses Mal haben wir dann auch an der beeindruckenden Kirche angehalten und uns diese angeschaut.
Diese Kirche möchte ich euch in einem kleinen Bericht näher bringen.

Die Kirche von Tranekær

Die alte Kirche, gelb gestrichen, liegt direkt an der Hauptstraße. Zwei uralte nämlich etwa 250 Jahre alte Linden bewachen den Eingang zum Grundstück. Sie gehören zu den größten Dänemarks. Knöchern stehen sie da, gespalten und wohl oft verletzt. Wenn die beiden erzählen könnten…………………….
Hinter Kirche, von der Straße her gesehen, liegt der Friedhof der Gemeinde. Wunderschön gepflegt; hoch gelegen in einem hügeligen Gelände fern vom Verkehrslärm der Straße. Drei Seiten des Friedhofs sind begrenzt von gewaltigen alten Linden und Kastanien. Die vierte Seite bildet die Kirche.
An einer Steinmauer westlich der Kirche steht ein schwarzes Eisenkreuz mit der Inschrift: "Hier ruht ein kleines unbekanntes Mädchen, bei Botofte während der Sturmflut 1872 an Land getrieben" (übersetzt).
(Anmerkung: In Botofte haben wir gewohnt und schon während eines Spazierganges auf dem Weg zum Meer, etwa 1 Kilometer im Landesinnern ein Wegkreuz gesehen. Aus der Inschrift erlas man: Bis zu diesem Kreuz hatte das Meer die Insel überschwemmt.)

Noch weiter die Geschichte des unbekannten Mädchens: Im Jahre 1972, zum 100. Jahrestag der Sturmflut - glaubte man, endlich aufgeklärt zu haben, wer das Mädchen war. An diesem Datum stand in der Presse geschrieben, dass man in Gedesby auf Falster (auch eine dänische Insel) 1872 14 Kinder verloren hatte. Man hat aber später nur 13 Leichen gefunden. Seit dieser Zeit steht auf dem Dachboden der Kirche in Gedesby ein Kindersarg, der auf das kleine vermisste Mädchen wartet. Leider habe ich keine Informationen darüber gefunden, wie die Geschichte endet. Es gab wohl keine sichere Identifizierung und so ruht das Mädchen immer noch auf dem Friedhof in Tranekær. (Googelt jetzt auch nicht rum, lasst es wie es ist.)

Die Kirche war, wie das Grundstück selbst, unverschlossen und so konnten wir uns angemessen gekleidet und ehrfurchtsvoll im Kirchenschiff umsehen.
Die Zugehörigkeit der Kirche zum Geschlecht der Ahlefeldt ist auf die Zeit des Großkanzlers Frederik Ahlefeldt ( 1659) zurückzuführen. Erst im Jahre 1942 wurde sie Eigentum der Gemeinde. Sie wurde 1450 erreichtet. Davor stand an gleicher Stelle eine Kirche aus dem 12. Jahrhundert. Sie war in dörflichem Stil erbaut und seit damals steht neben der jetzigen Kirche noch die alte Kirchenscheune. Nach und nach erfolgten immer wieder Umbauten und seit 1886 steht sie gelb verputzt wie heute.

Das Altarbild wurde 1847 von Christoffer Wilhelm Eckersberg gemalt. Kanzel und Altar sind inzwischen dreimal umgestaltet worden. Die jetzige Kanzel hat 1886 ein einheimischer Tischler geschaffen.

Das Schiffsmodell der "Mathilde" hängt seit dem Jahre 1735 in der Kirche.

1670 baute der Lehnsgraf und Großkanzler Friedrich Ahlefeldt die Südkapelle, unter der sich eine Gruft befindet.
Der Eingang zur Südkapelle befindet sich im Kirchenschiff, war für uns jedoch verschlossen.
In den Sarkophags aus Gotland-Sandstein liegen vorn der Graf, hinten Frederik Ahlefeldt zwischen seine Frau Gräfin Rantzau und seiner zweite Frau Elisabeth von Ahlefeldt.
Auf den Fensterbänken der Fenster sind fein verzierte Platten mit Inschriften zu sehen. Sie stammen von einigen Särgen, die in der Gruft der Kapelle standen, aber 1995 ihren Platz auf dem Friedhof fanden.

Zur Gruft unter der Kapelle ist kein Zutritt. Hier ruht der erste Chef der Leibgarde, Generalleutnant Frederick von Ahlefeldt. Auf seinem Sarkophag liegen sein Degen und der Kommandostab. Die Trauerfahne seines Regiments bedeckt das Fußende.

An der Westseite der Kirche gibt es auch noch eine Kapelle. Hier ruhen weitere fünf Mitglieder der gräflichen Familie. Hier ist ein Marmorkruzifix, erstellt von Theobald Stein aufgestellt.

Der Turm der Kirche ist ungewöhnlicher weise an der Nordseite der Kirche angebracht. Erst im Jahre 1886 erhielt er seine heutige Form. Vorher war er pyramidenförmig und auch als Kuppel gestaltet.
Zwei Glocken zieren den Turm. Beide werden täglich zweimal manuelle geläutet.
Eine Glocke stammt aus dem Jahre 1472 und die zweite aus dem Jahre 1791. Das Besteigen des Turmes erfolgt auf eigene Gefahr. Wir haben es unterlassen.

Nach soviel geschichtsträchtigem haben wir die Kirche wieder verlassen, waren aber irgendwie von einer tiefen Ehrfurcht ergriffen.

So viel Geschichte bekommt man ja nicht jeden Tag um die Ohren geschlagen.

In diesem Sinne einen schönen Gruß

©Dieter, 28. 8. 2007

Bilder

für Tranekær, Dänemark
Die Kirche von Tranekær mit dem Friedhof
von didiba didiba

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Kommentare

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  • miss_chocolate 04.03.2012 09:41
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
  • quacky4321 16.01.2012 15:31
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich

    prima

  • maus1980 29.12.2011 12:47
    Bewertete diesen Bericht als
    besonders hilfreich

    super!

  • brahmagirl 22.09.2010 20:14
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
  • grosser1 24.01.2009 19:15
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
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