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Erfahrungsbericht

für Tramway Du Mont-Blanc
5 Sterne Mit der Straßenbahn in Richtung Mont-Blanc. Es geht! Bericht mit Bildern
74 von 74 Ciao User haben diesen Bericht als hilfreich bewertet Bewertungen ansehen
Empfehlenswert: Ja

Pro Eine sehenswerte Strecke

Kontra Sehr laut und rumpelig

Detailbewertung

Pünktlichkeit:
Komfort:
Service beim Ticketkauf / Vorverkauf:
Service bei der Fahrt:

Der Autor

jr4478 Seit 15 Sep 2005

Ich bin wieder Daheim. * Aber heftiger Baulärm lässt zurzeit kaum den häuslichen Aufenthalt zu... mehr

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1386

Tramway Du Mont-Blanc

Eine Straßenbahn die zu Mont Blanc fährt.

http://www.chamonix.com/tramway-du-mont-​blanc,86,de.html

Vorwort:

Wir haben unseren Urlaub in die Schweiz verlegt. Einfach um die Sonne in den Bergen zu geniessen. Und da meine Geli nicht in eine Seilbahn einsteigt, haben wir uns entschlossen, einfach mit der Straßenbahn zu fahren. Und das gleich zu Europa höchsten Berg, dem Mont-Blanc.

Das geht nicht? Aber Hallo, mit der

Tramway Du Mont-Blanc

Ist das kein Problem.

In La Falyet beginnt die Tramway Du Mont-Blanc. Genau gegenüber vom Bahnhofs Gebäude der Staatsbahn befindet sich der kleine niedliche Bahnhof derTramway Du Mont-Blanc.

Die Fahrkarten 32 Euro hin und zurück für zwei Personen) werden an historischen Häuschen verkauft.

Der Hinweis, dass die Rückfahrt gleich bei der Ankunft reserviert werden muss, ist besonders wichtig. Die freundliche Mitarbeiterin erklärt es uns in Englisch und Deutsch. Das Französisch können wir leider nicht sprechen. Und dänisch konnte die nette Dame auch nicht.


Jetzt heißt es warten. Viele Bergsteiger sind ebenfalls auf dem Bahnhof. Dann rollt die Tramway Du Mont-Blanc ein. Die blaue "Marie" kommt ganz langsam eingerollt. Zärtlich von einem jungen Trambahnfahrer gestreichelt.


Exakt hält sie an markiertem Absperrgitter an. Hier werden die Fahrkarten einzeln kontrolliert. Alles geschieht ohne Eile und wirklich sehr gemütlich. Der Platz in der kleinen Tramway Du Mont-Blanc ist reichlich vorhanden.


Pünktlich verlässt die blaue "Marie" mit uns den Bahnhof: Schaukelnd wie ein Kamel, dabei laut ratternd nimmt sie langsam Fahrt auf. Etwa 14 km/h wird es schon sein. Über die Straße führt nun der Weg bis zur ersten Steigung. Mit viel Lärm begrüßt die "Marie" nun die erste Zahnstange. Fast krachend findet sie halt und schon geht die Fahrt steil nach oben. Die Zahnstange ist eine einfache ein Zahn Ausführung. Also die einfachste Zahnform in der Bahngeschichte. Die Zähne haben etwa eine Größe von 4 x 4 cm. Also nicht besonders Vertrauens erweckend. Die Zähne stehen also nach oben und sind an der Spitze völlig rund.


Noch rumpeln wir durch die Ortschaft. Bahnübergänge unterbrechen die Zahnstange, die "Marie" geht für ca. 26 Meter in die Waagerechte um dann mit einem lauten Rumps wieder neuen Halt in der Zahnstange zu finden.

Vorbei an malerischen Bahnhöfen setzt "Marie" ihre Fahrt langsam fort.

Am "Col De Voza"


Ist eine Höhe von 1653 m erreicht. Da hier eine Zugkreuzung statt findet, muss unsere "Marie" etwas warten. Dann sehen wir die pinkfarbene "Jeanne" den steilen Berg herunter kommen. Auch sie rattert ebenso laut wie unsere "Marie". Das Personal begrüßt sich kurz, Reisende steigen aus oder ein und schon setzt "Marie" ihre Fahrt fort. Jetzt geht es noch steiler nach oben. Die Aussicht ist einfach grandios. Der Mont Blanc begrüßt uns ständig neu in seiner wilden Pracht. Der Gletscher ist etwas dunkler, aber oben auf der Bergspitze schein frischer Schnee zu liegen.


Überhaupt scheint das Gebiet um den Mont Blanc eine sehr regenreiche Zone zu
sein. Die Nadelbäume haben an ihren Zweigenden viel Moos angesetzt. Aber auch der Boden scheint so richtig voller Saft zu sein.


Und da heute ein besonders sonniger Tag ist, steigen ständig Dunstschwaden nach oben und lassen oft die Sicht auf das immer kleiner werdende Tal nicht mehr zu.


Nach einigen ratternden Minuten ist dann die Station

Bellevue


Erreicht. Auf 1794 Meter Höhe bietet sich hier zu allen Seiten ein wunderbarer Rundblick. Etwas karg aber scheint es hier im Sommer zu sein. Heute kein Ort um die schöne Aussicht (Bellevue) wirklich geniessen zu können. Also bleiben wir unser "Marie" treu und setzen die Fahrt mit Getöse fort.

Übrigens. Der Blick nach Vorne auf die Schiene sollte nicht zu kritisch sein. Die Gleise sind fast winzig im Gegensatz zur "Marie" ist stämmig, und das Schiefe Gleis erinnert mehr an eine Lorenbahn im alten Ziegelwerk. krumm und schief mit fast eckigen Schiensprüngen nach in alle Richtungen. Eine exakte Linienführung ist fast ausgeschlossen. Scheinbar müssen die Räder der "Marie sehr breit sein, oder fast Rollen mit seitlichen Begrenzungen.


Das Lächeln des Mont Blanc begleitet unsere Fahrt. Jetzt folgen kurze Tunnelstrecken und plötzlich, kaum aus dem Tunnel el gekommen, steht "Marie"
und fährt nicht weiter. Das Gleis vor ihr ist hier zu ende. Der End Bahnhof


NID DE Aigle


Ist erreicht. Auf einer Höhe von 2380 steht "Marie" und lässt ihre Fracht aussteigen. Die Schrägung beträgt etwa 21°. Es ist nicht einfach, aus einem schräg stehenden Zug auf den geraden Bahnsteig auszusteigen.


Ja, und dann begreife auch ich, warum dieser Bahnhof am Ende des Tunnels "Nid De Aigle" heißt. Die kleine "Platte" ist wie ein Nest. Wirklich wenig Platz. Aber dieser Ort bietet einen grandiosen Blick auf den Mont Blanc. Dass allerdings hier nicht viel Platz ist, erwähnte ich bereits.


Übrigens, ein Stationsgebäude ist auch noch vorhanden. Dieses wird von der "Zug Mannschaft" mit betreut. Allerdings ist es nicht immer ganz leicht, die Mitarbeiter der Tramway Du Mont-Blanc zu erkennen. Eine komplette Uniform scheint es nicht zu geben. Ein T Shirt mit einem Aufdruck k könnte auch Werbung nur sein. Aber wir hatten deswegen weniger Sorgen, den unsere fragenden Blicke erzeugten schon ein freundliches entgegen kommen.


Ja, und noch ein Problem. Wem die Blase drückt, muss schon vorher seine Lach und Riechmuskeln etwas anspannen. Zum pischern stehen zwei Toiletten zu Verfügung. Die allerdings stehen erhöht auf einem Behälter, der bestialisch
stinkt. Über eine kleine Treppe stehen zwei Telefonzellen ähnliche Kisten erhöht. Schade nur, dass die Tür beim Geschäft den Blick auf den Mont Blanc völlig versperrt. Oder andersrum, der Mont Blank kann nicht den Sitzenden sehen!


Da es recht kühl hier oben ist, beschließen wir die Rückfahrt anzutreten. Beim Einsteigen erklären wir, dass wir unterwegs die Fahrt unterbrechen wollen, was auch kein Problem darstellt. Aber das reservieren sollten wir umgehend beim Aussteigen am Bahnhof vornehmen.

Mit dieser Information besteigen wir wieder unsere "Marie".

Ein Pfiff und schon verschwindet " Marie" mit uns im Tunnel aus rauen Felsen gehauen.


Jetzt auf der Rückfahrt wirkt das rüttelnde und schiebende Gestöhne unserer "Marie" besonders. Der Druck, nach unten zu rollen ist spürbar.


An der Station Col De Voza unterbrechen wir die Fahrt, reservieren gleich für den nächsten Zug abwärts. Der Mitarbeiter macht in einer Strichliste entsprechende Striche. So besteht immer genaue übersicht über die Anzahl der Fahrgäste die einsteigen wollen.


Als dann die nächsten Tramway Du Mont-Blanc sich mit scheppern und klappern
ankündigt, machen auch wir uns bereit für die Weiterfahrt.


Jetzt kommt langsam und bedächtig die "Jeanne" den Berg hinunter geklettert. Die bekannte Zeremonie beim Einsteigen vollzieht sich wie fast gewohnt. Nur an der Tür kann der Fahrgast am abgesperrten Bereich den Zug besteigen. Die Absperrung ist fest am Bahnsteig befestigt, Und genau auch hier muss der Tramführer die Tramway Du Mont-Blanc anhalten.


Die weiterfahrt ist genauso spannend wie die Fahrt zuvor. Nur jetzt besteht die Möglichkeit, direkt hinter der verglasten Führer Kabine die Fahrstrecke beobachten. Und das lohnt sich. Denn als die Tramway Du Mont-Blanc wieder am Ausgangsort die Straße unter den Räder hat, ist besondere Aufmerksamkeit für den Fahrer erforderlich. Und dem guten Mann gilt auch meine Bewunderung. Der Tramway Du Mont-Blanc fährt maximal auf der Straße 15 hm/h. (ich hatte mein Navi dabei und das zeigt ja bekanntlich die Geschwindigkeit an), sind die Autofahrer kaum in der Lage, eine Straßenbahn auf der Straße richtig zu deuten. Erst in letzter Sekunde merkten die Autofahrer: hui, da kommt ja auf meiner Seite eine Bahn!

Donnerwetter! Dürfen die das?

Ja, so schien es zu sein.

Aber der Fahrer unserer "Jeannne" scheint wohl das zu kennen. Für mich allerdings etwas ungewohnt aus der Sicht hinter dem Fahrer.

?

Fazit


Wer in die Nähe des Mont Blanc möchte, hat die Möglichkeit zu Fuß, mit der höchsten Seilbahn Europas oder die Straßenbahn. Ist das nicht herrlich?

Mit der Straßenbahn zum höchsten Berg Europas! Eine tolle Sache. Und für die "Grünen" in Hamburg eine wahrhaftig tolle Sache. Die wollen ja immer Straßenbahn fahren. In Frankreich ist das in perfekter Art möglich. Sogar Blumen pflücken ist während der Fahrt Möglich. Aber Das machen die Grünen ja nicht


Um Ehrlich zu sein: Ich kann Ihnen lieber Leserin und lieber Leser die kleine Tramway Du Mont-Blanc sehr empfehlen. Sie verbreitet mit ihrem rütteln und schütteln nur Fröhlichkeit. Das bringt Spaß und bringt Sie immerhin auf eine Höhe von 2380 Meter über normal Null!

Bilder

für Tramway Du Mont-Blanc
Tramway Du Mont-Blanc
Tramway Du Mont-Blanc Das Bahnhofs Gebäude
von jr4478 jr4478
Tramway Du Mont-Blanc

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Kommentare

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  • t.schlumpf 10.12.2011 08:45
    Bewertete diesen Bericht als
    besonders hilfreich

    Schuldenabzahlung ;o)

  • Miraculix1967 09.09.2011 14:25
    Bewertete diesen Bericht als
    besonders hilfreich

    Noch nie von einer Straßenbahn gehört, die zum Mont Blanc fährt - aber man lernt ja nie aus! Für diese Reiseimpressionen bzw. das Schließen dieser Bildungslücke gibt es ein BH von mir! Schönes Wochenende und LG aus dem gallischen Dorf Miraculix1967:-)

  • Oberlisbler 07.09.2011 11:56
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich

    TOP! :-)

  • KATERNIKY 04.09.2011 19:09
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
  • Sydneysider47 02.09.2011 18:12
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
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