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Erfahrungsbericht

für Topas Gold-Serie: Beauty-Case
4 Sterne Goldenes Aluminium Erfahrungsbericht mit Diamant-Prämierung
195 von 195 Ciao User haben diesen Bericht als hilfreich bewertet Bewertungen ansehen
Empfehlenswert: Ja

Pro Schön, praktisch, dezent, robust

Kontra Viel zu teuer


Es gibt nicht schlimmeres als nerviges Flughafenpersonal, das detektivmäßig auf übergewichtiges Reisegepäck Ausschau hält. Auch wenn ich nicht unbedingt als geizig durchs Leben gehe, ich sehe es nicht ein, für fünf oder meinetwegen zehn Kilo mehr Gepäck als halboffiziell erlaubt, so um die 100€ hinzublättern. Der Aufpreis hängt ja immer vom Preis des Tickets der ersten Klasse ab -egal wie man selbst fliegt. Es gibt zwar einige Tricks eine strenge Kontrolle zu entgegen, doch nur eine einzige Lösung im Lager zu haben reicht nie. Man muß sich immer nach der Situation richten.

Nützliche Tricks um übergewichtiges Gepäck ,,durch" zu kriegen:

1. Den Pilot des Fluges persönlich kennen; es hilft fast immer weiter.

2. Ebenfalls als sehr hilfreich erweist sich die Vorsorge mit Fluggesellschaften zu fliegen, die großzügig mit dem Gewicht des Gepäcks deren Passagiere umgehen.

3. Auch wenn man gerade allein fliegt, der eigene schwere Koffer sollte immer mit einer größeren Gruppe von Reisenden abgegeben werden. Wer fängt da schon an zu dividieren...

4. Der Koffer sollte zwar stabil und sicher sein, doch von sich aus nicht besonders schwer. Das ist der Hauptnachteil von Hartschalkoffern.

5. Schwere aber relativ kleine Gegenstände sollten bei dem Beauty Case oder dem nach IATA Norm zugelassenen Trolley aufbewahrt werden. Ist der Koffer bereits als übergewichtig abgestempelt, sollte man den IATA Koffer am liebsten dezent verstecken, und so tun als wäre der Koffer das einzige Gepäckstück. Erfahrungsgemäß überprüft kein Mensch nachdem das Hauptgepäck abgeben worden ist, ob man tatsächlich noch was dabei hat, oder wie viel der Trolley wiegt.

Wozu die Einführung? Na ja, ich wollte heute über das Beauty Case der Serie Topas Gold von Rimowa schreiben. Ich habe es mal fertig gebracht, 14 kg darein zu packen.


Fälschlicherweise haben die Reiseprodukte der Firma Rimowa den Ruf Eliteprodukte zu sein. Ganz der Wahrheit entspricht die Behauptung nicht. In diesem Leben kostet Qualität fast immer etwas mehr, manchmal ist aber teuer durchaus billiger. Ich erinnere mich ganz gut, daß während meines Studiums notorisch pleite Kommilitonen ständig mit Rimowakoffern unterwegs waren, wobei der Grund für den schlechten finanziellen Status die hohe Anzahl der ständigen Reisen war, und nicht das Reisegepäck, das trotz einigen äußerst seltsamen Widrigkeiten einen sehr gut Eindruck machte. Andere Koffer hätten da den Geist längst aufgegeben. Meine Familie hat seit fast 50 Jahren beste Beziehungen mit verschiedenen Rimowaprodukten, das hatte aber hauptsächlich mit der Arbeit meines Vaters zu tun, was uns des öfteren ganz kostenlos den Besitz der neusten Modelle erlaubte. So richtig kostenlos war die Angelegenheit selbstverständlich nicht, doch die Kategorie Dienstleistungsaustausch ist nicht immer einfach zu erklären. Als Familie gesehen, gehören wir zu der mittleren Kategorie der Reisenden. Wir reisen zwar nicht jede Woche, doch ca. 20 Reisen pro Jahr kommen für jeden von uns schon zusammen. Da ist der Besitz von einigermaßen guten Produkten angesagt; es heißt denn, man fährt überall mit dem eigenen Auto hin. Die Flughäfen dieser Welt behandeln Koffer meistens nicht besonders nett; sie sind ja schließlich nicht deren Koffer. Mit der mittlerweile legendären Topas Serie von Rimowa bin ich eigentlich aufgewachsen, und alle Koffer, die wir davon haben, befinden sich immer noch in vergleichsweise hervorragenden Zustand -mit Ausnahme der teilweise reichlichen Kratzer. Nach über 30 Jahren ist aber so was zu erwarten. Ein paar Details der Konstruktion haben sich bis zur aktuellen Topas Edition geändert, das Prinzip Topas ist aber immer noch das gleiche. Vor 3 Jahren gab es das fünfzigste Jubiläum seit der Einführung von Topas und die Firma Rimowa brachte eine ganz besondere Edition mit dem Namen Topas Gold auf den Markt.

Rimowa

Die Produkten von Rimowa, die Koffer mit den Rillen, kennen viele, aber trotzdem nicht alle. Deswegen erzähle ich hier etwas über die Geschichte des Unternehmens. Die Fa. Rimowa, ehem. Kofferfabrik Paul Morszeck, wurde 1898 in Köln-Müngersdorf gegründet. Das kleine Unternehmen machte schnell einen Namen, denn die Produkten waren gut und die Qualität bewährt sich bekanntlich fast immer. Vierzig Jahre später hat man bei Rimowa die revolutionäre Idee gehabt, das leichte Aluminium als Material für die Koffer zu benutzen, und zehn Jahre danach folgte der sogenannte ,,Koffer mit den Rillen" aus Flugzeugaluminium. Die Kurzfassung des Prinzips war glasklar. Ein Koffer sollte gleichzeitig leicht und stabil sein, um jegliche Witterungsbedingungen damit problemlos zu bewältigen. Das Ergebnis hieß Topas.

Topas

Die Serie Topas wurde 1950 entwickelt, und der heutige Jumbokoffer war das erste Modell mit den unverwechselbaren Rillen. Im Prinzip wird das gleiche Modell seit damals bis heute produziert. Nur die Art der Rollen, der Standfuß, der Zahlenschloß und einige internen Kleinigkeiten sorgten während der Jahren für eine gewisse Erneuerung. Der Koffer wurde für Tropenreisen entwickelt und ist praktisch unempfindlich gegen hohe Luftfeuchtigkeit und extreme Temperaturschwankungen. Mein Opa hatte schon 1951 seinen ersten Rimowa-Koffer gekauft; das begehrte Sammelstück gibt es immer noch. Und das obwohl 10 Enkelkinder während der letzen 47 Jahren etliches angestellt haben, um den Koffer zu ruinieren.

Woher kommen die Rillen?

Erst war der Käse oder doch die Löcher da? Parallel könnte man fragen, was zuerst sich bei den Rimowakoffern gemeldet hat: das Aluminium oder die Rillen? Das in der Natur reichlich vorhandene Element Aluminium vereint die Vorzüge von Leichtigkeit und Stabilität mit einer angemessenen Oberflächenoptik. Bei der Herstellung wird das Aluminiumblech eloxiert, um eine mögliche Korrosion zu verhindern. Das heißt, daß das Magnesium mit einer extrem harten, kratzfesten Oberfläche verseht wird, was zu einem mattsilbernen Glanz führt. Dann werden in die Bleche Rillen eingeprägt, welche die Stabilität und Steifigkeit deutlich erhöhen. Die Bleche werden dann in Form gebogen, mit Eckbeschlägen versehen und mit einem Rahmen vernietet, so daß der Korpus vollständig aus Aluminium besteht . Das ermöglicht ein hohen Maß an Stabilität, Handhabbarkeit und Langlebigkeit -zumindest solange man nicht mit den Jumbos zu tun hat, deren effektive Handhabbarkeit erst erarbeitet werden muß. Eine tatsächliche Garantie gegen Kratzer kann zwar nicht gegeben werden, richtig anfällig ist die besagte Oberfläche aber trotzdem nicht. Es muß schon eine gewisse Kraft ausgeübt werden, um die Oberfläche zu reizen. Das Material kann einiges ertragen, und nur aus der Nähe sind die Spuren der Zeit und des Einsatzes zu sehen. Aus 10 Meter Entfernung sieht ein alter Rimowakoffer ziemlich gleich wie ein neues Exemplar aus. Die berühmten Rillen sorgen für eine optimale Optik.

Topas Gold

Im Jahr 2000 war wie gesagt das fünfzigste Jubiläum der Topas Serie und Rimowa präsentierte die Edition Topas Gold, die vom Bau her mit der Edition Topas identisch war. Nur das äußere Material aus Aluminium Magnesium zeigte sich auf einmal in goldener Farbe. Schlecht war die Idee wirklich nicht. Die Teile der Edition Topas Gold sind einfach elegant und ästhetisch. Da wo die Aluminium Farbe von Topas noch etwas zu businesslike und zu kantig erscheint, besticht die goldene Farbe von Topas Gold mit schlichter Eleganz, und obwohl das Design an und für sich die Topas Serie 100% entspricht, wirkt die goldene Variante tatsächlich abgerundeter.

Beauty Case und andere Schwierigkeiten

Manchmal gelte ich als schwierig und das betrifft in der Regel die ganz speziellen Fälle der nicht stimmenden Optik. Ich habe schon vor Jahren monatelang gesucht, um eine für mich ,,perfekte" Notebooktasche zu finden, und fast genauso zielsicher fand ich seit meiner Kindheit alle Beauty Cases des Marktes furchtbar langweilig und unpraktisch -mit Ausnahme von Topas. Ich gehöre definitiv nicht zu denen, die die Rimowaprodukte vorbehaltlos akzeptieren. Einige Problempunkte sind trotz einiger Verbesserungen während der ganzen Jahre immer noch da. Beim Beauty Case habe ich allerdings ziemlich wenig zu beanstanden.

Beauty Case Topas Gold

Im Gegensatz zu den meisten Beauty Case Exemplaren, die aus fast gewöhnlichem mehr oder weniger hartem Kunststoff bestehen und ziemlich nach gar nichts aussehen, ist das Beauty Case der Topas Gold Edition aus goldgefärbtem Magnesium konstruiert. Das Rillenprofil kommt grobspurig horizontal und vertikal zur Geltung, was zusammen mit den großzügigen Eckbeschlägen ein sehr schönes optisches Ergebnis liefert. Die Maßen betragen ca. 39x25x25cm und das Gewicht 2,3 Kg (ganz ohne geht es nun mal nicht!). Das Volumen beträgt ca.19l. Ich brauche eigentlich gar kein so großes Beauty Case, denn ich bin immer noch meilenweit davon entfernt, drei Stunden täglich vor dem Spiegel zu verbringen, um erst aus dem Bad rauszukommen zu können. Doch mein schönes Beauty Case versteckt nicht nur Parfüm und Irisgelee in seinem Inneren, sondern oft auch notwendige Kleinigkeiten wie Kamera, Digicam, Diktierapparat, oder besonders schwere Bücher. Aufgrund der eckigen Form ist es dafür ideal. So hat niemand was dagegen auch wenn das gute Teil gerade ganze 14 Kilo wiegt. Hauptsache man verhält sie beim Tragen unauffällig und nicht nach dem Motto ,,Der Nervus Brachialis gibt gleich den Geist auf"! Das Beauty Case kann man nur mit der Hand tragen, da eine Hängevorrichtung aus gutem Grund nicht vorhanden ist.

Im Vergleich zu meinem alten Beauty Case von Topas hat die Gold -ebenso wie die aktuelle Topas Edition ein Zahlenschloß, der von innen individuell eingestellt werden kann. Laut Rimowa ist das Schloßgehäuse aus hartem Metall und somit praktisch unzerstörbar. Hart ist der Metall schon, ich gehe aber jede Wette ein, daß das Schloß im Ernstfall mein Labor nicht überlebt... Um das Schloß zu öffnen, braucht man schon eine gewisse Kraftanwendung. Die Innenwände der Kiste sind mit einem leicht gepolsterten (aber wirklich NUR leicht) Innenfutter aus Kunststoffmaterial bedeckt. Um das Beauty Case äußerlich zu reinigen reicht in der Regel ein weiches Tuch. Der innere Raum ist durch die nicht absorbierende Oberfläche des Innenfutters geschützt, und man kann es einfach abwischen. Die beiden seitlichen Wände wie auch der Wand der Vorderseite (intern versteht sich) sind mit einer elastischen Bandeinrichtung bedacht, um dort die Pflegeprodukte -oder was auch immer- aufzubewahren. Es ist wirklich genügend Platz für alles, auch wenn man drei Kosmetikreihen gleichzeitig mitschleppen will. Tut man letzteres allerdings nicht, bleibt der mittlere Raum frei für die restlichen nicht immer so leichten Notwendigkeiten, die ich vorhin erwähnt habe. An der inneren linken Seite (immer noch intern) sind 3 metallische schmale Vorrichtungen vorhanden, um dort drauf die herausnehmbare Innenablage aus Plastik zu positionieren. Ein Spiegel von mittlerer Größe ist vorhanden und den kann man in verschiedenen Positionen stellen. Angesichts des überteuerten Preises sollte Rimowa vielleicht einen Spiegel und ein Ablagefach von besserer Qualität rein setzen. Ich habe zwar nie wirklich Probleme mit den beiden Teilen, man erwartet aber schon etwas exklusiveres. An der Innenseite des ,,Daches" befindet sich ein netzartiges Fach aus Kunststoffmaterial, das per Reisverschluß geöffnet werden kann. So wirklich nützlich ist dieses Fach nicht, doch ich kann mir vorstellen, daß manche Leute Geld oder Schmuck vielleicht getrennt aufbewahren wollen. Für meine leichteren Haarspangen ist es immerhin gut genug!

Tragekomfort

So ein Case ist natürlich nicht da, um die ganze Zeit es mitzuschleppen. Nichtsdestotrotz ist aber der Tragekomfort beim Halten und Tragen hoch. Aufgrund der eckigen Form wäre das Hängen ziemlich eigenartig, daher hat man es beim Designen gar nicht versucht. Die sonstige Handhabung ist sehr einfach; genauer gesagt idiotensicher. Wenn man allerdings mit so einem Stück rumläuft, sollte immer damit gerechnet werden, daß es sehr auffällig ist. Ich würde davon abraten, darin Geld oder Schmuck aufzubewahren. Wegen Diebstahl gibt es natürlich kein Ersatz von Rimowa, eine fünfjährige Garantie wegen eventuellen Mängel ist aber vorhanden. Nach fast drei Jahren sehe ich zumindest bei meinem Exemplar keine Ermüdungserscheinigungen oder Kratzer. Ich muß allerdings zugeben, daß ich nicht nur mit diesem Teil unterwegs bin. Gold paßt irgendwie gut zum Winter, doch für den Sommer ist mir mein altes Topas Beauty Case lieber.

Preis

Ups! Vorsicht, es folgt eine hohe Summe. Das gute Stück kostet je nach Geschäft zwischen 320€ und 360€, und der Preis ist natürlich viel zu hoch. Vergleichsweise kosten die großen Koffer der Edition billiger. Rimowa verkauft nämlich nicht nur das Produkt selbst sondern auch den guten Namen. Persönlich glaube ich, daß für den Preis zumindest eine bessere innere Ausstattung angeboten werden sollte. Müsste ich den Preis tatsächlich bezahlen, zweifle ich es sehr, daß ich das Beauty Case gekauft hätte -wenn gleich weil ich so was ähnliches bereits hatte. Erst Preise unter 300€ wären langsam diskutable, doch die Wahrheit ist, daß die meisten sogenannten innovativen Qualitätsprodukte in der gleichen preislichen Region sich stationiert haben, und so ist eine gegenseitige Konkurrenz abgewendet worden. Was soll´s... Das Beauty Case der Topas Gold Edition ist ein schönes Stück fürs ganze Leben, das man gerne hat, aber auch ,,ohne" bleibt das Leben lebenswert!

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Kommentare

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  • mozarteum 24.08.2007 07:21
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich

    edel, edel! :-)) lg detlef

  • Perserkatze1 07.06.2005 16:40
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
  • Jacqui01 30.04.2005 13:06
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
  • Queen500 22.01.2005 12:11
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
  • Dr.Claudia 13.10.2004 16:18
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich

    Glückwunsch zum verdienten Diamanten! LG Claudia

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