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Tiroler Kultur
Pro informativ, interessant, kurzweilig
Kontra zu wenig beschriftet
Nachdem ich, wie gesagt, einige Tage in Innsbruck genossen habe, bin ich fast ein wenig traurig darüber, dass es über das Tiroler Volkskunstmuseum noch keinen Bericht gibt.
Wie ich schon in meinem Bericht über die Hofburg erwähnt habe, sind klassische, überregionale Baustile in Innsbruck sehr schön mit Tradition und Nationalgefühl verknüpft. Einen besonderen Ausdruck bekommt dies im Tiroler Volkskunstmuseum verliehen, welches die Entwicklung Tirols durch die Zeitgeschichte begleitet.
+ Informatives
Es ist Montag - Samstag 9.00 - 17-00 Uhr geöffnet. Die Eintrittspreise sind verhältnismässig günstig, da vor Allem Kinder unter 10 Jahren freien Eintritt haben und Kinder über 10 Jahren für nur 1.50 €, ebenso wie Schüler, Eintritt erhalten. Für Erwachsene kostet das Museum 5 €.
Kleiner Tipp: Wer Museum und Hofkirche zusammen besucht, zahlt € 6.50 für beide Bereiche, sowie die Krippen- und Fotosonderausstellungen!
+ Grober Überblick
Im Vordergrund der Exponate steht also die Entwicklung Tirlos unter Einbeziehung internationaler und europäischer Maßstäbe.
Aufgrund der lokalgeschichtlichen Entwicklung stehen Land- und Agrarwirtschaft natürlich weit im Vordergrund.
+ Stuben
In einer Art Rundgang sind im ersten wie im zweiten Stock des Museums verschiedene, begehbare Simulationen Tiroler Bauernstuben zu besichtigen.Im ersten Stock beginnen diese mit der Frühgotik. Der Stil der Gotik, der sich durch spitze, hohe und filigrane Formen auszeichnete, ist auch in den Holzstuben gut erkennbar. Auch ist es faszinierend, wie klein die Türen noch sind.
In den gotischen Stuben ist ebenfalls erkennbar, dass es noch keinen Trend zu Mobiliar gab. Die Stuben sind von wandläufigen Bänken umgeben.
Auch sind viele Austellungsstücke, wie Öfen oder Truhen, explizit erwähnt. Von gotischen Türschlüssern bishin zu gotischen Stühlen wird außerhalb der Stuben der Gotik noch einmal genauer Beachtung geschenkt.
Besonders beeindruckt hat mich hier, dass die überregionalen Stile der Gotik, Renaissance und des Barock so deutlich und so eindeutig erkennbar in die Holzstuben eingearbeitet wurden. Dies hätte ich, aufgrund der Isolation in den Bergen, auf keinen Fall vermutet.
In anderen Exponaten wird im ersten Obergeschoss das ökonomische und wirtschaftliche Leben, vor Allem natürlich im Hinblick auf die Agrarwirtschaft ,aufgegriffen. Verschiedene Instrumente zur Bewirtschaftung des Landes werden, auch in ihrer Entwicklun, gezeigt und ausgestellt.
Viehzucht, Handwerk, Gewerbe, Flachs und Wolle werden hierbei schwerpunktmässig behandelt.
Auch werden die Schnitzereien, mit denen Tirol sich bald einen Nebenerwerb sicherte, ausgestellt. Diese zeigen sich besonders schön in Prozessionsstäben, welche die versch. Zünfte verkörpern sollten.
Im zweiten Obergeschoss sind typische Tiroler Möbel, sowie TIroler Festtagstrachten zu besichtigen. Auch wird hier auf die Volksfrömmigkeit, die das gesellschaftliche Leben zu einem nicht geringen Teil bestimmt(e), eingegangen: Von Prozessionstäben oder Grabdenkmälern in den verschiedenen Stilen bishin zu abstrakten oder gegenständlichen Vorstellungen vom christlichen Verständnis: Der Glaube Tirols wird im zweiten Stock lebendig.
Ich habe den Aufenthalt im Tiroler Volkskunstmuseum als kurzweilig, unterhaltsam und informativ empfunden.
Auffällig ist die Differenz zwischen der Tiroler Kultur und der Großstadtkultur. Zu vielen der Exponate hatte ich persönlich kaum einen Bezug und habe bisher auch nichs Ähnliches gesehen. Vieles habe ich spontan mit "Heidi" assoziiert, weil dies wirklich oft der einzige Berührungspunkt mit dem traditionellen Bergleben ist. Ein faszinierendes und beeindruckend lebendiges Bild einer so nahen und doch so fernen Kultur.
Zu bemängeln habe ich lediglich, dass die Exponate ein wenig informativer hätten beschriftet und erläutert sein können, daher nur vier Punkte, statt fünf.
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hammi79 04.09.2007 16:33
Lady-Alexa 20.08.2007 20:35
EvilEye 10.09.2006 02:45
Petaluma 19.12.2004 21:51
emem 10.10.2004 12:08