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Pro riesige Freilichtbühne, gut für die körperliche Fitness
Kontra Naziandenken, nur für körperlich Fitte
Detailbewertung
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Wer denkt bei Heidelberg nicht zuerst an das imposant über der Stadt thronende Schloss oder den gegenüberliegenden Philosophenweg? Wer - wenn nicht gerade Heidelberger (homo heidelbergensis *g*) denkt schon an die Thingstätte? Ein Relikt der alten Kelten oder Germanen, die an der Thingstätte Rat hielten und Gerichtsurteile fällten? Wieder falsch …
Die Heidelberger Thingstätte auf dem Heiligenberg liegt tatsächlich am Keltenweg, denn dieser Berg war tatsächlich ein Heiligtum unserer Vorfahren, und in späteren Jahren, also um das Jahr 1.000 nach Christus wurde hier ein riesiges Kloster gegründet, das St. Michael Kloster oberhalb der Thingstätte und ein kleineres St. Stephan Kloster unterhalb der davon beim Bismarckturm, einem Aussichtturm.Doch nun zurück zur Thingstätte selbst. Wir sind mit dem Bus die wirklich schmalen Gassen hinauf gefahren und haben auf einem kleinen Parkplatz zwischen Thingstätte und Bismarckturm geparkt. Zuerst gingen wir ein Stück den Keltenweg bergauf, bis wir an den Eingang der Thingstätte kamen. Dort gibt es ein Schild mit Erläuterungen, dass diese Stätte 1934/5 von den Nazis zu Propagandazwecken erbaut worden ist. Ausführende der an ähnliche Einrichtungen, wie z.B. der heutige Waldbühne in Berlin, angelehnten Pläne des Professors H. Alker aus Karlsruhe war der "Freiwillige Arbeitsdienst". Nach der Eröffnung 1935 wurde die Stätte allerdings immer weniger genutzt.
Der Anblick ist wirklich überwältigend! Wie ein riesiges Amphitheater ziehen sich vier Blöcke aus Steinreihen zum Sitzen den Berg hinauf, weit über 100 Stufen. Der Eingang führt direkt auf die Bühne, die heute mit ihren 8.000 Plätzen für kulturelle Veranstaltungen genutzt wird.Ein paar Schritte weiter - immer noch steil bergauf - liegt die Klosterruine von St. Michael. Hier erfahren wir auf einem Schild, dass der Heiligenberg bereits seit 1.000 vor Christus besiedelt ist und dass man hier bereits keltische und römische anlagen sowie ein Frankengräberfeld gefunden hat, ebenso wie einen Herrenhof aus dem 8. Jahrhundert nach Christus.
Das Kloster bzw. die Ruine davon ist in den Grundmauern erhalten, so dass die Struktur sehr gut zu erkennen ist. Besonders positiv fällt auf, dass es nicht nur einen Übersichtsplan am Eingang gibt sondern in jedem einzelnen Raum, wo dann der jeweilige Teil, in dem man sich gerade befindet, markiert ist.Hier gibt es noch einen Turm, den man besteigen kann und von wo man die Aussicht auf die Stadt genießen kann.
Nachdem wir den ganzen Weg durch Kloster und Thingstätte und am Bus vorbei wieder hinab gegangen waren, kamen wir an der Ruine des kleineren Klosters und dem Bismarckturm an. Wer immer noch nicht genug Treppen gestiegen ist, kann dann also noch hier die Treppen hoch steigen, die sich durch den engen Turm winden, und von hier aus die Aussicht auf den Neckar, die Altstadt von Heidelberg, das Schloss und den Königsstuhl genießen. Von der Bank neben dem Turm ist das natürlich auch möglich.Dies zur Thingstätte und "umzu" (wie man in Bremen sagen würde), was alles kostenlos zu beischtigen ist. Weitere Berichte über unseren Heidelbergausflug folgen.
Viel Spaß beim Lesen, Kommentieren, Bewerten und Bilder anschauen!Alles Liebe von Sabine :)
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