Tikal, Guatemala

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Der absolute Reisehöhepunkt !!!

5  05.03.2006

Pro:
absolut sehenswert, direkt im siebttgrößten Regenwald der Welt gelegen

Kontra:
nichts

Empfehlenswert: Ja 

Carsten1962

Über sich:

Mitglied seit:10.11.2004

Erfahrungsberichte:69

Vertrauende:74

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Mit diesem Bericht komme ich zu dem absoluten Höhepunkt meiner Mittelamerikareise! Aus Belize kommend fuhren wir am dreizehnten Reisetag in das größte guatemaltekische Departement, dem Peten. Zunächst präsentierte sich uns eine leicht hügelige Landschaft, in der vereinzelnde Ansiedlungen zu finden sind. Hier wird sehr viel Viehzucht betrieben, leider jedoch wohl nicht so erfolgreich, wenn man sich die mageren Rinder ansieht.

Dieses Departement ist noch nicht lange erschlossen. So mussten wir die ersten Kilometer noch auf einer Schotterpiste zurücklegen. Erst 1958 begann die guatemaltekische Regierung mit einer forcierten Besiedelung. Das führte dann leider auch zu Brandrodungen und Zerstörung des Regenwaldes. Der Regenwald wird noch weiter zerstört werden, da zur Zeit an der Routa Maya, einer Fernstraße, die alle großen Maya-Ausgrabungsstätten verbinden soll, gebaut wird. Hier sieht man, dass Tourismus eben Vor- und Nachteile hat.

Schon weiter in den Norden Guatemalas vorgedrungen, erreichten wir gegen Mittag den Ort Flores. Flores liegt recht idyllisch am Peten Itzá See. Leider war die malerische Kulisse am See durch ein paar Regenwolken verhangen, aber man konnte erahnen, wie schön es hier sein muss. Flores ist hier eine Erwähnung wert, weil es der letzte Ort vor unserem großartigen Reiseziel ist.

Nach dem verlassen des netten Ortes Flores fuhren wir ca. 17 km in den Regenwald hinein und stießen dort auf die Eingangskontrolle zum Tikal Nationalpark. Hier muss auch der Eintritt für den Nationalparkbesuch bezahlt werden. Dazu später aber mehr.

Im Nationalpark Tikal liegt die größte und meiner Meinung nach, soweit ich es vergleichen kann, auch die schönste Ausgrabungsstätte auf dem amerikanischen Kontinent. Mitten im Urwald liegt die erst zu 2 % ausgegrabene ehemalige Mayastadt Tikal. Diese Stadt wurde schon vor über 1.000 Jahren verlassen und im Verlaufe der Jahrhunderte vom Urwald überwachsen. Tikal war während der klassischen Maya Periode ( 3. bis 9. Jahrhundert n. Chr.) die größte Stadt auf dem amerikanischen Kontinent. Die Stadt hatte in ihrer Blütezeit eine Ausdehnung von ca. 30 km² und mehr als 100.000 Einwohner. In Tikal wurden die höchsten und auch steilsten Mayapyramiden gebaut. In dieser eindrucksvollen Ausgrabungsstätte gibt sehr viel zu sehen:

- Geografische Lage
- Anreisemöglichkeiten
- Historie
- Gruppe F
- Großer Platz
- Nördliche Akropolis
- Zentrale Akropolis
- Tempel III
- Fledermauspalast
- Tempel IV
- Tempel V
- Platz der sieben Tempel
- Verlorene Welt
- Gruppe G
- Besucherzentrum
- Fazit


Geografische Lage
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Der Tikal Nationalpark liegt im Norden Guatemalas mitten in den Regenwäldern des Peten. Der Nationalpark umfasst eine Fläche von 575 km². Dieses Regenwaldgebiet ist das siebtgrößte Regenwaldgebiet der Erde. 1979 wurde der Nationalpark von der UNESCO zum Welterbe für Kultur und Natur erklärt. Ich hoffe, dass diesem Park seine Natürlichkeit erhalten bleibt.

Die eigentliche Ausgrabungsstätte umfasst eine Fläche von 16 km² und liegt inmitten des Regenwaldgebietes. Der nächstgelegene Ort Flores liegt ca. 60 km entfernt im Südwesten von Tikal.


Anreisemöglichkeiten
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Die Anreise nach Tikal erfolgt grundsätzlich über den Ort Flores. Von Flores führt eine 60 km lange Straße bis zum Besucherzentrum in Tikal.

Von Flores ist die Ausgrabungsstätte mit einem regelmäßig verkehrenden Kleinbus gut erreichbar. In diesem Ort gibt es mehrere Hotels, die sich für eine Übernachtung anbieten.

Übernachtungsmöglichkeiten gibt es auch in Hotels beim Besucherzentrum in Tikal. Diese sollen jedoch deutlich teurer sein, als die in Flores.

Alternativ kann man auch auf dem kleinen Campingplatz beim Besucherzentrum in Tikal übernachten. Ein Waschhaus mit Duschen steht neben dem Campingplatz. Man sollte hier aber nicht sehr große Komfortansprüche stellen. Wir haben mit dem Rotel hier übernachtet. Es war ein besonderer Übernachtungsplatz. Wann übernachtet man schon mal mitten im Urwald?

Eine weitere Alternative ist die Anreise von Guatemala City über Flores mit dem Flugzeug. Von dort bieten mehrere Reiseveranstalter Tagesausflüge nach Tikal an.

Der Nationalpark Tikal ist täglich ab 6 Uhr morgens geöffnet und wird um 18 Uhr geschlossen. Wer die Eingangskontrolle nach 15 Uhr passiert, bekommt ein Eintrittsticket, das schon für den nächsten Tag ausgestellt ist. Das bietet sich vor allem dann an, wenn man schon früh aufbrechen möchte, um möglichst viel vom Nationalpark zu erleben. Wir haben diese Möglichkeit auch genutzt.


Historie
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Tikal war eine der bedeutendsten Städte der Maya. Die ersten Siedlungsspuren wurden von Archäologen auf das 7. Jahrhundert v. Chr. datiert. Die ersten Tempelbauten stammen aus dem 2. Jahrhundert nach Christus. In der Mitte des 3. Jahrhunderts n. Chr. war Tikal bereits ein wirtschaftliches und religiöses Zentrum. In dieser Zeit begann die klassische Mayaperiode.

Wie schon in meinen Berichten zuvor beschrieben, gab es kein geschlossenes Mayareich, sondern viele Mayastadtstaaten. Der Höhepunkt des Königreiches von Tikal war im 5. Jahrhundert n. Chr.. Damals regierte eine Dynastie, die ihre Nachbarstadtstaaten unterwarf, sie aber als Königreich weiter existieren ließ und Tribut von ihnen forderte. Enge Kontakte besaß Tikal nach Teotihuacán in Mexiko (siehe meinen Bericht: http://reisen.ciao.de/Mexiko_Teotihuacan__Test_3027086). Der nächste ernsthafte Gegner kam aus dem ca. 100 km entfernten Calakmul. Eben dieses Calakmul war es auch, dem es gelang, in einem Krieg den damaligen König Chak Tok Ich'aak II gefangen zu nehmen. Der König kam in der Gefangenschaft ums Leben. Seine Nachfolgerin wurde eine nur sechsjährige Prinzessin. Man vermutet, dass es seine Tochter war. Im Jahre 562 wurde Tikal von seinem Erzfeind Calakmul erobert. Davon hat sich Tikal nicht wieder erholt. Der Niedergang begann. Im 6. und 7. Jahrhundert wurden nicht mehr viele Bauwerke errichtet. Im 9. Jahrhundert endet die Geschichte Tikal´s. Über die Gründe sind sich die Historiker nicht einig. Als Gründe werden angeführt Kriege, Überbevölkerung oder eine klimatische Verschlechterung.

In der Blütezeit lebten in Tikal mehr als 100.000 Menschen. Heute sind mehr als 4000 Bauwerke in der Ausgrabungsstätte bekannt, aber bei weitem noch nicht ausgegraben. Die meisten Bauwerke sind noch vom Urwald überwachsen. Die Geschichte Tikals konnte auf mehr als 200 Stelen, die man hier gefunden hat, nachgelesen werden. Einst hatte die Stadt sogar eine Stadtbefestigung.

Obwohl Tikal lange nicht mehr bewohnt war, ist es bei der indianischen Bevölkerung nicht in Vergessenheit geraten. Noch zur Zeit der spanischen Eroberung berichteten Indianer von einer großartigen Stadt in Mitten des Dschungels. Jedoch erst im Jahre 1848 kamen erste Forscher nach Tikal. Das waren Modesto Méndez und Ambrosio Tut. Auch europäische Forscher zog es nach Tikal. So kam im Jahre 1877 der Schweizer Historiker Dr. Gustav Bernoulli nach Tikal. Er ist vor allem dafür bekannt, dass er in den Tempeln I und IV die Lintel entfernen ließ. Diese sind heute in Basel im Museum für Völkerkunde zu sehen.


Gruppe F
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Schon früh, vor dem großen Besucherandrang starteten wir vom Campingplatz am Besucherzentrum mit unserem Rundgang durch die Ausgrabungsstätte von Tikal. Nach einigen hundert Meter kam schon der erste kurze Stopp an einem mächtigen Ceiba-Baum, dem heiligen Baum der Maya. Die Bedeutung wurde von dem einheimischen Führer und unserem Reiseleiter kurz erklärt. Die Ceiba-Bäume sind sehr kräftige und auch sehr hohe Bäume.

Das war aber noch nicht die erste eigentliche Station der Tour. Nach ca. 2 km Fußmarsch erreichten wir einen vom Urwald überwachsen Gebäudekomplex. Dieser Gebäudekomplex wird schlicht Gruppe F genannt, weil man noch keine passende Bezeichnung vergeben kann, ohne wirklich zu wissen, was sich unter dem Urwaldbewuchs befindet. Man vermutet zwar, dass es sich um einen Markplatz handelt, aber das ist noch nicht ausreichend erforscht. In diesem überwachsenen Zustand befinden sich die meisten Anlagen dieser Ausgrabungsstätte. Aber die bisher als wesentlich bekannten Gebäude sind schon genauer untersucht worden.


Großer Platz
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Von der Gruppe F führte unser Weg weiter in Richtung Westen. Dort stießen wir auf einen recht großen Platz, der auch als solcher bezeichnet wird (Foto 3). Er ist eingerahmt von verschiedenen Gebäuden. Auf und in den meisten Gebäuden ist es möglich herum zu klettern. Man sollte aber aufpassen, nicht alles ist so trittfest, dass man immer ausreichend halt hat.

Besonders hervorzuheben ist an diesem Platz der Tempel I. Dabei handelt es sich um eine Pyramide auf deren Spitze sich ein Tempel befindet, der Tempel des Großen Jaguar. Sie wurde vom König Großer Jaguar selbst geplant. Die Vollendung hat er aber selbst nicht mehr erlebt. Sie wurde unter der Regentschaft seines Sohnes fertiggestellt. Gleich daneben befindet sich das Grab des Großen Jaguars. Darin hat man u.a. mehr als 180 Grabbeigaben aus Jade gefunden. Diese Menge zeigt, dass es sich um eine großen Herrscher gehandelt haben muss. Diese 44 m hohe Pyramide ist gesperrt, nachdem es hier mehrere tödliche Unfälle gegeben hat. Die Pyramiden in Tikal sind eben sehr steil!

Gleich gegenüber dem Tempel I liegt am Großen Platz der Tempel II. Diese Pyramide ist zwar nur 38 m hoch, aber sie darf bestiegen werden. Von der Pyramide hat man schon eine recht gute Sicht über die Anlage, aber es gibt Pyramiden mit einer noch besseren Aussicht. Hier befindet sich das Grab eines weiteren Herrschers, Ah Cacaus, was soviel bedeutet wie Graf Schokolade.

Natürlich darf in einer ehemaligen Mayastadt ein Pelota Ballspielplatz nicht fehlen. Am südöstlichen Ende des großen Platzes steht einer der Pelota Ballspielplätze Tikal´s. Im gesamten Ausgrabungsgebiet sind noch weitere davon zu finden.

Es war schon sehr auffallend, dass die Pyramiden in Tikal steiler gebaut sind als in den anderen bis dahin besuchten Ausgrabungsstätten. Die Tempel I und II gaben hier schon einen Vorgeschmack dessen, was noch kommen sollte.


Nördliche Akropolis
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Besonders herausheben muss man den Gebäudekomplex am nördlichen Ende des großen Platzes, die nördliche Akropolis (Foto 2). Einst standen hier 12 Tempel, diese jedoch in der obersten Schicht. Den Archäologen ist es gelungen, hier über 100 Bauwerke nachzuweisen, die nach und nach immer wieder überbaut worden sind. Die ältesten Gebäudeteile stammen aus dem 2. Jahrhundert. Die jüngsten Gebäudeteile stammen aus dem 8. Jahrhundert.

Nicht verpassen sollte man die ausgegrabene Maske des Regengottes Chac, der uns auf der Reise schon mehrfach in Darstellungen begegnet war.

Erstaunlich ist, dass es den Maya zu der damaligen Zeit schon gelungen ist, hier durch ihre Bauweise für eine besondere Akustik zu sorgen. Das war überraschend und ich hätte es hier nicht erwartet.


Zentrale Akropolis
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Im südlich des großen Platzes gelegenen Areal schließt sich ein weiterer sehr großer Gebäudekomplex an. Er soll einmal das Wohnquartier für adelige Familien gewesen sein. Allerdings ist dies unter den Historikern umstritten.

Dieser Gebäudekomplex scheint der größte in Tikal zu sein. Jedenfalls habe ich keinen größeren während unseres Rundganges entdecken können. Auch hier gibt es wieder viele Möglichkeiten in, um und auf dem Gebäude herum zu klettern.

Für mich sehr interessant war hier eine Einlage des heimischen Führers, die mit dem Gebäude nichts zu tun hatte. Er nahm einen kleinen Stock und stocherte mit diesen in einem etwa mauselochgroßen Loch in der Erde herum. Und dann kam eine handtellergroße Vogelspinne herausgekrochen (Foto 7). Sie ließ sich danach ganz friedlich fotografieren. Nur als einer anfing mit Blitzlicht zu fotografieren, war sie schnell wieder in ihrem Loch verschwunden.


Tempel III
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Unser Weg führte weiter in den Westen der Ausgrabungsstätte. Schon auf dem Wege dorthin schimmerte immer wieder eine Tempelpyramide durch den Urwald. Es war der Tempel III (Foto 1). Die Besonderheit dieses Tempels ist, dass er der einzige ist, in dem noch die Lintel an ihrem ursprünglichen Ort stehen. Lintel sind die Türstützen an den Eingängen der Tempel. Sie sind aus Sagodillholz hergestellt. Dieses Holz ist bei uns eher dafür bekannt, dass aus seinem Saft Kaugummi hergestellt wird.

Wenn man bedenkt, wie lange es her ist, dass Tikal verlassen wurde, so ist es doch sehr erstaunlich, dass diese Lintel heute noch erhalten sind.

Mit einer Höhe von 55 m gehört die Pyramide des Tempel III zu den größeren Pyramiden in Tikal.

Leider konnte man nicht auf die Pyramide heraufsteigen.


Fledermauspalast
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Nur ein kurzes Stück weiter auf unserem Weg in Richtung Westen kamen wir an einem zweistöckig gebauten Palast vorbei. Er wird Fledermauspalast genannt. Die Besonderheit dieses Gebäudes sind die eingebauten Bänke und auch die eingebauten Betten.

Das Gebäude war zwar nicht so spektakulär, aber auch nicht uninteressant.


Tempel IV
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Am westlichen Ende unseres Marsches erreichten wir den Höhepunkt unseres Rundganges. Und das in doppelter Hinsicht. Wir erreichten den Tempel IV. Dabei handelt es sich um die höchste Mayapyramide, nicht nur in Tikal, sondern unter allen Mayapyramiden in Mesoamerika. Sie hat eine Plattformhöhe von 64 m und eine Gesamthöhe von 72 m. Die Pyramide wurde im Jahre 741 erbaut.

Diese Pyramide wurde nie vollständig vom Urwald überwachsen. Als im Jahre 1848 Tikal wieder entdeckt wurde, geschah dies auch durch diese Pyramide, als ihr Tempelaufbau aus dem Urwald herausragte.

Noch heute ist die Pyramide zu einem großen Teil überwachsen. Man kann aber trotzdem auf diese Pyramide hinaufsteigen. Dazu wurde von der Parkverwaltung ein hölzernes Treppengeflecht zwischen dem Urwaldbewuchs auf der Pyramide aufgebaut. Hier muss man aber aufpassen, denn die Stufen sind zum Teil recht unterschiedlich in ihren Abständen gebaut. Aber auch diejenigen, die nicht mehr ganz so sicher auf den Beinen waren, konnten hier hinaufsteigen.

Und dieser Aufstieg hat sich gelohnt (Fotos 4 und 5). Der Ausblick ist so schön, das kann kein Foto wiedergeben. Diesen Ausblick darf man in Tikal nicht verpassen! Man sollte sich auch ein bisschen Zeit nehmen und den Ausblick wirklich genießen. Auf den steinernen Treppen vor dem Tempel waren fast alle Sitzplätze ausgebucht, weil alle diese Pause wirklich genossen haben!


Tempel V
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Nach dem so beeindruckenden Ausblick von der Pyramide des Tempel IV war es schwer mich noch einmal so zu beeindrucken. Vielleicht hätte es der im 7. Jahrhundert erbaute Tempel V schaffen können. Er kann immerhin auch eine Höhe von 58 m aufweisen. Nur leider habe ich ein Problem mit Höhenangst. Und da war mir die steilste Pyramide der Welt dann doch viel zu steil. Foto Nr. 6 zeigt die hölzerne Treppen- oder sollte man besser sagen Leiterkonstruktion links neben der steinernen Treppe. Die steinerne Treppe durfte leider nicht benutzt werden. Aus der Reisegruppe hat sich auch nur einer von achtzehn Teilnehmern getraut, auf diese Pyramide hinauf zu steigen.


Platz der sieben Tempel
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Im südlichen Bereich der Ausgrabungsstätte führte uns der Weg zu einem größeren Platz, der Platz der sieben Tempel genannt wird und aus der späten klassischen Periode der Maya stammt. Um den Platz herum stehen die Überreste von sieben Tempeln, die aufgrund ihrer Anzahl dem Platz seinen Namen gaben.

Hier waren die Restaurationsarbeiten in vollem Gange. So konnte man außer ein paar Trümmerhaufen nicht sehr viel sehen. Leider sah es eher nach Trümmerhaufen aus. Ich denke aber in ein paar Jahren, nach der Restauration, wird dieser Platz zu den sehr sehenswerten Anlagen dieser Ausgrabungsstätte gehören. Immerhin hat unser Reiseleiter noch einige Dinge erläutern können, so dass man sich ein kleines bisschen ein Bild machen konnte, wie es hier vielleicht mal ausgesehen habe könnte.


Verlorene Welt
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Gleich neben dem Platz der sieben Tempel liegt die verlorene Welt. Dieser Name könnte auch zur gesamten Ausgrabungsstätte passen, ist aber allein diesem Platz vorbehalten. Diese Anlage ist die älteste in ganz Tikal. Die ältesten Ausgrabungsstücke stammen aus der Zeit von 700 v. Chr. Dieser rechteckige Platz ist von 38 Gebäuden aus verschiedenen Perioden umgeben. Und in der Mitte befindet sich eine Pyramide, auf deren Spitze sich ausnahmsweise mal kein Tempel befindet. Sie ist 32 m hoch und 80 m lang.

Hier war noch einmal eine tolle Gelegenheit auf eine Pyramide hinaufzusteigen, um den sehr schönen Ausblick zu genießen. Die Stufen waren aber auch nicht für jeden etwas. Sie waren kniehoch und so kam man dann doch etwas schnaufend auf der Spitze der Pyramide an.


Gruppe G
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Der letzte Teil unseres Rundganges war die Gruppe G. Hier soll einst eine adelige Familie gewohnt haben. Das besondere Merkmal dieses Bauwerks ist ein Tunnel, dessen Öffnung das Maul einer Schlange darstellen soll. Und so sind wir dann zum Abschluss im Schlund einer Schlange verschwunden.


Besucherzentrum
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Eine solche Ausgrabungsstätte kommt nicht ohne ein Besucherzentrum aus. Dazu gehören natürlich ein paar Läden mit Andenken aller Art. Hervorheben möchte ich hier aber auch die Post. Wo kann man schon mitten aus dem Urwald Postkarten verschicken?

Im Zentrum des Besucherzentrums steht ein Model, dass Tikal zu seiner Blütezeit darstellt. Um eine grobe Orientierung für den Rundgang zu finden, ist es von Vorteil, sich dieses Modell vorher einmal anzusehen.

Zum Besucherzentrum gehören auch zwei Museen, in denen sich Fundstücke und einige Stelen aus der Ausgrabungsstätte befinden. Ein Besuch gehört bei einem längeren Aufenthalt sicher zum Programm. Wir haben den Besuch ausgelassen.

Zu empfehlen ist das Restaurant im Besucherzentrum. Ich war etwas über die Größe des Restaurants erstaunt, denn es waren kaum Gäste da. Und das lag nicht am Restaurant. Wahrscheinlich habe ich nur eine günstige Reisezeit erwischt.

Im Besucherzentrum kann man sich auch einen Führer für den Rundgang engagieren. Dies wurde für uns vom Reiseunternehmen erledigt. Ich vermute aber eher, dass dies, wie in vielen anderen Ländern auch, für Reisegruppen so vorgeschrieben ist. Die Reiseleiter dürfen keine eigenen Führungen durchführen.

Gleich hinter dem Besucherzentrum kann man in einem See ein Krokodil bewundern. Der See ist übrigens nicht abgesperrt und frei zugänglich. Bis vor kurzem waren dort noch zwei Krokodile zu finden. Das andere wurde jedoch erschossen, nachdem es zwei Parkwächter angefallen hatte.


Fazit
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Bei allen Berichten, die ich bisher von meiner Reise geschrieben habe, fiel es mir leicht, Bilder auszuwählen. Hier war es unheimlich schwer. Nicht nur aufgrund der großen Menge von mehr als 70 Bildern allein über Tikal, sondern auch die Auswahl der richtigen und passenden Bilder zu diesem Bericht zu finden waren wirklich schwer.

Tikal war wirklich der absolute Höhepunkt meiner Mittelamerikareise. Mehrere Ausgrabungsstätten in Mexiko haben schon sehr große Eindrücke hinterlassen. Ich hatte nach bis dahin zwei Wochen Reisezeit auch schon genug "alte Steine" gesehen. Aber Tikal hat alles bis dahin gesehene deutlich übertroffen und wird an erster Stelle in Erinnerung bleiben.

Die steilsten Pyramiden Mesoamerikas befinden sich in Tikal. Es ist schon beeindruckend, wie steil diese Bauten aus dem Urwald herausragen. Den atemberaubenden Blick vom Tempel IV über den Urwald mit den herausragenden Pyramiden sollte man sich auf gar keinen Fall entgehen lassen.

In Tikal findet man nicht nur eine großartige historische Ausgrabungsstätte. Man findet auch ein Naturerlebnis. Es war sehr schön durch den Urwald zu streifen, wenn auch die Wege recht gut ausgebaut waren. Nur wenige Wege hatten mehr den Charakter eines Pfades. Mir gefiel es auch sehr gut, dass die Affen über den Köpfen oben durch die Bäume sprangen. Ein ganz anderes Erlebnis als Zuhause im Zoo. Vögel kann man in einer sehr großen Vielfalt bewundern. Es soll dort auch bunte Papageien geben. Leider habe ich erst an einem anderen Ort welche gesehen. Um die vielen Tiere zu sehen muss man sich aber auch entsprechend ruhig verhalten. Das ist mit einer Reisegruppe natürlich schwierig. Auch bunte Schmetterlinge habe ich viele sehen können. Leider gibt es auch Tiere, die nicht so beliebt sind. Es ist empfehlenswert, sich ein Mückenschutzmittel mitzunehmen.

Für den Besuch dieser Ausgrabungsstätte sollte man sich gut vorbereiten. Da es dort üblicherweise recht warm und auch feucht ist, sollte man sich genügend Wasser zum trinken einpacken. Nicht nur für diejenigen, die auf allen Bauwerken herumklettern möchten ist es wichtig, festes Schuhwerk anzuziehen. Allein schon wegen der langen Wege ist das wichtig. Unter 10 km Länge wird kein Rundgang enden. Es wird eher zu der doppelten Länge oder noch mehr kommen.

Bei Nacht ist das Betreten der Ausgrabungsstätte nicht erlaubt. Man kann sich aber eine Ausnahmegenehmigung im Besucherzentrum bei der Parkverwaltung holen. So soll der Sonnenaufgang auf dem Tempel IV besonders schön sein.

Die Ausgrabungsstätte von Tikal ist meine Reiseempfehlung Nummer 1 für eine Mittelamerikareise. Die Kombination aus Ausgrabungsstätte und Natur macht es zu einem besonderen Erlebnis. Und dabei habe ich wahrscheinlich noch nicht einmal sehr viel von der Tierwelt gesehen. Wer sehr früh morgens bei Sonnenaufgang im Park unterwegs ist, erlebt noch viel mehr. Für dieses Reiseziel müsste man eigentlich schon sechs Sterne vergeben.

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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
Tsiacom

Tsiacom

23.08.2011 18:08

Sehr schöner Bericht!!!

boerdines

boerdines

04.10.2009 22:44

schöner bericht. LG

Moin007

Moin007

22.11.2006 23:02

Moin Moin Casten1962. Supertoller Bericht. Gruß. Moin007

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