Liebe Leser
Heute möcht ich euch mal von einem Musical erzählen, dass wohl kaum einer von euch kennt. Auch mir war es bis vor ein paar Tagen völlig unbekannt. Die Rede ist von der „Salzsage“: „Der Mann im Salz“.
Mein Opa hat mich eingeladen und so bin ich zu einem einmaligen Erlebnis gekommen. Ich hatte mich auf einen schnulziges Musical mit Volksmusik und bayrischen Bräuchen eingestellt. Bekommen habe ich etwas völlig anderes.
~~~Inhalt~~~
1. Handlung
2. Aufführungsdaten
3.Inszenierung
4. Musik
5. Schauspieler
6. Meine Meinung
7. Fazit
~~~Bericht~~~
1. Handlung
„Der Mann im Salz“ spielt „vor den historischen Ereignissen der emotionsgeladenen Zeit des 17. Jahrhunderts.“ (Zitat aus der Broschüre). Hauptperson ist der Jäger Adelwart, der aus Salzburg über die Deutsch-Österreichische Grenze nach Berchtesgaden kommt. Dort angekommen wird er mit Ablehnung und Misstrauen behandelt. Er verliebt sich Hals über Kopf in die Jägerstochter Madda. Diese scheint seine Liebe nicht zu erwiedern und verhindert auch, dass Adelwart eine Stelle bei ihrem Vater als Jäger bekommt. Schließlich findet er Arbeit in den Salzberkwerken. Dort wird er gleich von den Bergleuten höhnisch bedacht: „Der Jäger versucht sich am Berg.“ (nicht wörtlich. Das tatsächlich Gesagte ist amüsanter, aber leider habe ich den genauen Wortlaut wieder vergessen.).
Es gibt in dem Dorf natürlich noch andere Mädchen. Eines davon ist die Tochter des Freimanns (Kerkermeister + Henker) und einer Hure; Johanna. Diese verliebt sich unsterblich in Adelwart,gesteht diesem auch ihre Liebe. Leider ist sein Herz aber bereits vergeben. Beide sind also unglücklich verliebt. Johanna ist von den Dorfbewohnern verachtet, da sie von „solchen“ Eltern kommt und deswegen merkt keiner was für ein guter Mensch sie im Grunde ist - außer Adelwart. Von ihm bekommt sie zum ersten Mal Anerkennung und Zuneigung. Jedoch kann er ihre Liebe nicht erwiedern.
Ein Kommisar kommt in das Dorf um den Dekan zu überprüfen, da dieser sich nicht genau an die Vorgaben der Kirche hält. Es soll in dem Dorf eine Hexe geben und der dekan tut nichts um diese zu finden, da er nicht an Hexen glaubt. Durch den Kommisar kommt Unruhe in das Dorf, da er eine flammende Rede in der Kirche hält und dem Volk richtig Angst einjagt. Um nicht in die Hölle zu kommen sollen sie Zettel mit dem Namen desjenigen, den sie der Hexerei beschuldigen in eine Urne werfen. Fortan beäugen sich die Bewohner misstrauisch und es entsteht Unfriede.
Adelwart will von den Bergleuten Respekt und nicht mehr so herablassend behandelt werden. Also tut er kund, dass er an einem einzigen Tag mehr Salz aus dem Berg „schlagen“ kann, als die gesamte Gruppe in einer Woche. Natürlich lachen ihn alle aus und machen sich nur mehr über ihn lustig. Als er dann mit Hilfe von Sprengstoff tatsächlich so viel Salz (damals ja mehr Wert als Gold), aus dem Berg holte, machte der Wortführer den Bergleuten Angst, indem er ihnen einredete, dass sie in Zukunft Arbeitslos sein werden, da er allein ja bereis mehr Salz „schafft“, als alle in einer Woche. Damit waren wieder alle gegen ihn.
Als dann der „Mann im Salz“ entdeckt wurde, wurde Adelwart verdächtigt mit dem Teufel im Bunde zu stehen und wurde natürlich angeklagt....
Weiteres will ich nicht von der Geschichte verraten, da es sich wirklich lohnt das Musical anzuschauen.
Vorlage für das Musical „Salzsaga“ war das Buch „der Mann im Salz“ von Ludwig Ganghofer“
Das komplette Stück spielt im Berchtesgadener Land und ist sozusagen ein Heimatstück. Lohnt sich aber für jeden.
2. Aufführungsdaten
Das Musical ist in Berchtesgaden im Theater am Königssee zu sehen. Direkt am Königssee wurde ein wunderschönes großes Zelt aufgebaut, in dem das Stück aufgeführt wird. Bereits das Foyer ist sehr gut gestaltet und dient auch als Pausenhalle mit Bänken, Nachbildung von Steinen, Bars und Souvenierläden. Durch einen dunklen Gang gelangt man dann in den Theatersaal, welcher recht groß ist und teilweise wundervolle gepolsterte Sitze hat (das sind die teuersten *g*).
Die Preise schwanken je nach Tag und Sitzplaz zwischen 39 und 119 Euro; ist also recht teuer. Aufführungsdauer ist vom 12.04.2003 – 26.10.2003
Informationen bekommt ihr im Internet auf www.theateramkoenigssee.com und bei info@theateramkoenigssee.com.
3.Inszenierung
Die Aufführung ist sehr einfallsreich gemacht. Es gibt eine große Bühne und links davon sitzt das Orchester. Rechts ist nochmals eine kleine Bühne, auf der dann etwas gespielt wird, während auf der großen Bühne umgeräumt wird. Auf der Bühne steht eine große bewegliche Wand, die die gesamte Rückseitenfläche einnimmt und auf die jeweils passende bewegte oder stehende Bilder von 2 an der Decke hängenden Beamern projeziert werden. Nach jeder Szene wird entweder der linke, oder der rechte Teil auf den anderen geklappt, aber hinter dem geklappten teil ist wieder ein Teil, so dass es immer eine große Leinwand ist. Was das ganze soll erfährt man dann am Ende des Stückes, da dann dort die Leinwand zusammengeklappt und gedreht wird. Da ich davon ausgehe, dass sich die wenigsten Leser hier das Stück anschauen werden, auch wenn sie dann etwas verpassen, verrate ich wohl kaum zuviel, wenn ich sage, dass die Leinwand ein Buch ist. Eine sehr gute Idee finde ich. Das Buch hat zwar nur eine Seite und die beiden Innenseiten des Buchrückens. Jeder Szenenwechsel wird als umblättern des Buches dargestellt.
Scheinwerfer gibt es viele, es treten auch Szenen auf, in denen Blitzlicht verwendet wird, also so wie in der Disko *g*. Gesehen habe ich sehr gut und wir saßen nicht gerade auf den besten Plätzen, wir saßen mehr auf der rechten Seite, in der 11. Reihe (was ca. Die Hälfte der Reihen ist). Es gab sehr schöne Tänze, bei einem hatten alle nur dünne Hautenge Ganzkörperkostüme an, dadurch wurden die guten Figuren der Tänzer und vor allem Tänzerinnen sehr stark betont und man(n) hatte teilweise den eindruck die Damen wären nackt*g*.
Bei den Projektionen, die in sehr guter Qualität waren ist mir einmal (es wurden Flammen projeziert), ein ruckeln aufgefallen. Es scheint mir so, dass deren ihr PC nicht ganz hinterhergekommen ist, was nicht passieren sollte. Entweder PC aufrüsten, oder Auflösung niedrieger setzen.
Bis auf dieses kleine technische Problem war die Inszenierung aber wirklich spitze und auch die Technik, die sie aufgebaut haben hat begeistert.
Ein weiteres Highlight der Aufführung war die Überführung Adelwarts zum Freimann. Denn dieser Zug ging durch die Zuschauerreihen.
Angefangen hat das Musical mit einer Projektion des Watzmanns und geendet hat es mit einer des Königssees. Jeder der noch nie am Königssee war hat etwas wundervolles verpasst.
4. Musik
Im Gegensatz zu dem, was ich erwartet habe gab es keine bayrische Volksmusik, sondern moderne Musik. Bei der Szene, in der Adelwart das erste mal ins Bergwerk ging wurde die Grundmelodie von „we will rock you gespielt“ – leider war der Gesang dann nicht in dem Rhytmus oder der tonlage, wie der Originaltext, aber er hat dennoch gut zur Melodie gepasst, war aber aufgrund der bekannten Melodie etwas komisch anzuhören *g* -::- Auch in dem Film „das 10. Königreich“ (siehe mein Bericht darüber) wurde die Melodie von „we will rock you“ verwendet. Dort wurde allerdings nur der Text geändert. In dem Musical wurde hingegen auch die Melodie leicht abgeändert. Die Musik war sehr gut.
Mir scheint es, als ob sich die Macher von dem Musical „Moulin Rouge“ (siehe mein Bericht darüber) inspirieren ließen. Denn genau wie in dem Musical wurde eine „histroische“ geschichte mit moderner Musik und modernen Tänzen, also absolut unpassend für die damalige Zeit, ausgestattet.
Natürlich wurde alles live vom Orchester gespielt und das sehr gut.
5. Schauspieler
Die Darsteller haben ihre Sache alle sehr gut gemacht. Zwar war mir keiner bekannt, aber am Eingang war eine kleine Informationstafel über die Hauptdarsteller, den Regisseur und die „wichtigsten“ Bandmitglieder. Ich habe mir diese Tafel durchgelesen und musste manchen Schauspieler auch über ihre Leistung beim Musical hinaus Respekt zollen.
Unter den Schauspieleren waren ganz kleiner/junge und auch schon Alte *g* Die kleinen waren echt süß. Vor allem haben 2 kleine (die Kinder Madda’s) solo gesungen, als ihre Mutter geholt wurde. Da war wirklich der ganze Saal begeistert.
Den Text konnte man meist gut verstehen; die Schauspieler haben sehr deutlich gesungen und geredet. Nur manchmal, wenn sie gleichzeitig verschiedene Texte gesungen haben (im Streitgespräch) – hab ich dann kaum was verstanden, aber es hat sich toll angehört. Auch wurde manchmal im bayrischen Dialekt gesungen/gesprochen, den ich bei schnellem Sprechen nicht mehr so ganz verstehe.
Nach der Vorstellung sind mir dann einige der Schauspieler begegnet. Einige sind in’s Foyer gekommen und man konnte Fragen stellen etc. Einigen anderen bin ich dann draußen begegnet, als sie sich bereits umgezogen hatten und zu ihren Freizeitbeschäftigungen aufgebrochen sind. Viele der Schauspieler, und auch die Protagonistin (Johanna) sind in meinem Alter.
Schade, dass ich nicht in Berchtesgaden lebe, sonst könnte ich mich in sie verlieben *g* Um dieser Gefahr nicht ausgesetzt zu sein habe ich sie auch nicht angesprochen. Aber während der Vorstellug hatten wir öfters Blickkontakt *g* -::- das ist nicht gelogen und angesichts der anderen Zuschauer nicht verwunderlich, da ich mich etwas aus der Masse heraushob. Alle Besucher waren im gehobenen Alter (außer Meinereiner) und nach der Pause haben wir uns auf die besten Plätze gesetzt und waren dann nun etwas abgehoben *g*. Außerdem war das Theater allerhöchstens zu 1/3 besetzt, was wahrscheinlich an der Tageszeit (14:30 Uhr) lag.
Ich denke, dass die Besetzung sehr gut war.
6. meine Meinung
Ich war wie gesagt pos. Überrascht. Warum ich das Musical überhaupt besuchte lag daran, dass mein Opa (88) mich dazu eingeladen hat. Da ich seinen Geschmack kenne, habe ich eine Schnulze mit Volksmusik und bayrischen Tänzen erwartet, hingegen etwas sehr modernes bekommen. Die Musik war ziemlich laut, was einige Leute gestört hat – mich jedoch nicht *g*. Natürlich ist das eine Liebesgeschichte, die jedoch auch die Probleme wie Hexenverfolgung und Vorurteile und Ausgrenzungen behandelt. Auch hilf Johanna ihrem Liebsten, damit er mit Madda glücklich werden kann. Damit macht sie sich die beiden natürlich zum Freund, nimmt aber ein großes Risiko auf sich, obwohl sie weiß, dass sie ihn dennoch nicht bekommt.
Sehr gut Inszeniert, besonders von der Idee mit dem Buch als Leinwand, Trennwand und Bühnenhintergrund hat mich fasziniert.
Wir waren an einem heißen Tag in dem Musical. Draußen haben wir geschwitzt und dummerweise war es drinnen fast genauso heiß. So saßen wir dann schwitzend in den Sesseln. Zum Glück hat es in der Pause gewittert und abgekühlt, wodurch es dann auch im Theatersaal wieder kühler wurde. Das Musical ist ein weiterer Grund in eine der schönsten Gegenden Deutschlands zu fahren.
Negativ ist natürlich der hohe Preis des Musicals, zu dem noch die Parkplatzgebühr hinzukommt. Auch Essen und trinken muss extra bezahlt werden.
7. Fazit
Trotz des hohen Preises lohnt sich das Musical auf jeden Fall. Jeder, der seinen Urlaub in de Gegend von Berchtesgaden verbringt und ein bisschen was für Musicals übrig hat sollte sich dieses nicht entgehen lassen. Wir haben für 2 Karten 40 Euro bezahlt, was daran lag, dass mein Opa einen Schwerbehinderten Ausweis hat und ich seine Begleitperson war. Aufgrund dessen durften wir uns nach der Pause auch auf die besseren Plätze setzen.
Unsere Plätze hätten regulär 69 Euro pro Person gekostet und nach der Pause saßen wir dann auf denen für 119 Euro pro Person *g*.
Wegen dieser hohen Preise ziehe ich dem Musical auch einen Stern ab.
Vielen Dank fürs Lesen.
Über sinnvolle Kommentare freue ich mich immer.
06.04.2007 14:11
klingt gut, sollte ich vielleicht mal ansehen
01.06.2004 14:31
die preise sind ja hammer, als schüler unerrichbar
21.05.2004 17:36
oh mann, da war ich auf der vor-vorpremiere eingeladen. war nicht soo berauschend.... aber wenigstens ein mc donalds steht dort in der ecke. naja, nem geschenkten gaul...