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The Cavern Club, Liverpool

Erfahrungsbericht

für The Cavern Club, Liverpool
5 Sterne "Was'n das für'n Club?" (Zitate junger Menschen)
73 von 73 Ciao User haben diesen Bericht als hilfreich bewertet Bewertungen ansehen
Empfehlenswert: Ja

Pro Atmosphäre, Musik, Leute

Kontra nix Erwähnenswertes

Detailbewertung

Essen & Trinken
Preis-/Leistungsverhältnis
Atmosphäre
Service
Anbindung
Auswahl

Der Autor

mr.matze Seit 17 Nov 1999

Leserunde? Klar! Einfach anfangen und/oder kurz im GB Bescheid geben. Ab und zu kann es eine... mehr

383 Mitglieder vertrauen mir

Einleitung

Wenn man in eine Stadt wie Liverpool reist, dann schaut man sich verschiedene Dinge an. Ist man zum Beispiel tiefreligiös oder dermaßen historiengeil, so wird man die eine oder andere Kirche und Kapelle finden, in denen man eine 16 Gigabyte große Speicherkarte sicher vollschießen kann. Ich war auch dort, wollte aber nicht die ganze SD-Karte dafür hergeben.

Ist man fu0ballbesessen, so wird niemand die Stadtgrenze nach außen überqueren ohne mal an der Anfield Road gewesen zu sein. Auch ich war am Stadion von Liverpool – mit hunderten anderer Verrückter.

Und wenn man schlicht und ergreifend nur alt ist, dann geht man in den …

Cavern Club

Circa 500 Meter vom Princess und vom Albert Dock ist in dem Viertel, wo ein Teil des Nachtlebens spielt, die Mathew Street, in dem man den Cavern Club findet. „Was für’n Club?“ mögen die jungen Leute fragen – lächelt über sie.

Der Cavern Club also, in dem Brian Epstein 1961 mit den Beatles zusammentraf. Der Cavern Club, in dem die Beatles 292 mal auftraten. Der Cavern Club, der Berühmtheit erlangt hat wie kaum ein zweiter Club auf der Welt.

Nachdem man die obligatorischen Fotos gemacht hat, steigt man also hinunter in den Club, gefühlte vier Stockwerke ging es auf den sich spiralförmig in die Erde drehenden Treppen nach unten, bis man immer lauter werdende Musik vernimmt, die einen zurücktransportieren in die 60er Jahre, in den hier unter anderem und nicht nur, aber eben auch die Beatles gespielt haben. Zwischen 1973 du 1984 geschlossen, gelang es den Laden wieder zu öffnen und zu dem zu machen, was er heute ist und was er früher war: ein Musik-Club.

Der Cavern Club selber ist ein Gewölbekeller, der an eine verlassene U-Bahn-Station erinnert, ist aber eigentlich ein ehemaliger Luftschutzbunker aus Kriegszeiten. Circa 500 Quadratmeter groß, dafür nur 2 Meter 20 hoch gibt es direkt 20 Meter vor einem vom Eingang aus gesehen die Bühne aus den Brettern, die für viele damals die Welt bedeuteten. Nicht von überall einsehbar, machen noch heute jeden Tag Musiker ihre Auftritte und hoffen entdeckt zu werden. Unzählige Doubles und Beatles Memorial Weeks und Festivals sorgen dafür, dass hier wirklich jeden Abend Musik läuft (unter http://www.cavernclub.org/ findet man die Eventliste).

Eine Bar und ein kleiner Vitrinenabschnitt lädt nicht wirklich zum gemütlichen Plausch ein, da die Musik wirklich sehr laut ist, zumindest kann man sich hier einige Memorabilia anschauen. Ansonsten sucht man sich einen Platz an einem der vielen kleinen Tische, die meist alle besetzt sind (auch werktags ab 16 Uhr kann man schon Bier trinken – und das tun viele auch) oder man stellt sich halt irgendwo dazu, genießt Musik und Atmosphäre und wird irgendwann zwangsläufig von einem meist nicht mehr ganz nüchternen Fußballfan angesprochen, der einem in kürzester Zeit beibringt, welche englischen Fußballvereine gut und welche böse sind. Die Verabschiedung ist ebenso herzlich.

Verewigen kann man sich auch. Nicht so nachhaltig wie die Beatles, aber dank eines Eddings war ich wohl der geschätzt-drei-millionste, der seinen Namen auf die Wände des Cavern Clubs geschrieben hat. Wenn alle das machen, mache ich das auch. Der Touristentrubel, zu dem ich ja durch mein Kommen nicht maßgeblich, aber eben doch ein bisschen beigesteuert habe, scheint nicht wirklich jemanden zu stören. Sein Bier trinkt eh jeder, außerdem sorgt es dafür, dass der Laden immer voll ist und Leute mit zumeist guter Laune den Club bevölkern. Gut für den Umsatz, gut für die Kapellmeister und gut für uns, die wir die Atmosphäre für einige Zeit in uns aufgesogen haben, bevor wir wieder die Treppen ans Tageslicht genommen haben.

Schön war’s.

Fazit

Die Poente ist eigentlich, das ich derzeit 39 bin, also Anfang der Siebziger geboren, als die Beatles sich bereits getrennt hatten. Trotzdem fühle ich mich wie beseelt hier gewesen zu sein. Denn ich bin der festen Überzeugung, dass es in der heutigen Zeit vergleichbares nicht mehr gibt. Keine der heutigen Nummer 1-Gedudel-Retorten.-Stars und Teeniekapellen wir so erinnerlich bleiben, dass es fast schon eine Pilgerstätte geben wird, zu der man 40 Jahre nach der Trennung/dem Tod/dem Vergessen des Künstlers noch hinwandern wird.

Von daher erreicht bei mir der Cavern Club wirklich gerne den Status „muss man mal gesehen haben“. Ich denke schon, ja.

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Kommentare

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  • calimero1111 17.05.2012 12:52
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
  • turbotisl2 13.05.2012 20:31
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
  • St_Moonlight 11.05.2012 19:13
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
  • quacky4321 02.05.2012 16:52
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich

    39 J?? Junges Kücken!!! :-)) LG

  • target1312 01.05.2012 05:35
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich

    Was ist denn eine POENTE?? Ist das etwa ne Sauerei, die ich noch nicht kenne???

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