Thailand, Wissenswertes

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Watwanderung im schönsten Land der Welt

5  17.10.2001 (23.10.2001)

Pro:
zu viele Pros

Kontra:
-

Empfehlenswert: Ja 

Klawiklawaklawong

Über sich:

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Erfahrungsberichte:408

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Dieser Erfahrungsbericht wurde von 64 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Nach sechs Wochen Urlaub in Thailand und der leider schon recht fortgeschrittenen Wiedereingewöhnungsphase, lässt natürlich auch ein Ciao Artikel von meiner Seite nicht lange auf sich warten. Wer schnell die Essenz meines Berichtes haben möchte: Thailand ist richtig geil. Um in meine Überschrift einzuführen: Ein Wat ist ein Tempel und das wohl meistgebrauchte thailändische Wort.

Land und Leute:
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Leider etwas durch Sextourismus in Verruf gekommen, ist Thailand eine wirklich gute Alternative für Individualreisende, die ein sehenswertes Land mit den schönsten Stränden des Planeten, viel Kultur und einem sehenswert niedrigen Budget abrunden möchten. Die Thai sind ein immer weiter westwärts driftendes Volk und zudem mit Ausnahme von Singapur, die reichste Volkswirtschaft in Südostasien. Ein australischer Freund von mir sagte einmal "Es ist doch interessant, mal auf der anderen Seite zu stehen". Diese Aussage bezog sich vor allem auf das Aufsehen, das westliche Touristen (genannt "Farang"), in provinzielleren Regionen des Landes immer noch erregen. Selbst 3 Stunden nördlich Bangkok kann man als "Weisser", Horden von Schulkindern zu Lachanfällen bringen oder peinliches Schweigen auf eine Frage ernten.

Reisen ist für einzelne Frauen hier kein großes Problem. Natürlich sollten alleinreisende Frauen auch hier die selben Vorsichtsregeln beherzigen wie überall. Thailand ist in jedem Fall nicht übermäßig chauvinistisch und da man ohnehin an jeder Ecke jemanden kennen lernt: Wenig Problem (von meiner externen Sichtweise).

Seit 1949 ist König Bhumipol und seine Gattin Sirikit, das Staatsoberhaupt Thailands. Hier gibt es noch den Straftatbestand der Majestätsbeleidigung, der einem bekannten auch an Bord einer Thai International Maschine fast zum Verhängnis wurde. Morgens und abends wird im Radio und auf allen Plätzen des Landes die Nationalhymne gespielt. Dann heisst es stehenbleiben und für eine Minute ruhig sein, wenn man Streß umgehen will.

Sprache:
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So ehrenhaft der Versuch ist, sich auf Thai verständigen zu wollen: Vergesst es! Jedes thailändische Wort hat ca. 5 Bedeutungen, deren Semantik nur durch verschieden Tonhöhen klar gemacht wird. Thais erwarten ein so perfekten thai, das selbst ein geborener Thai, der ein paar Jahre in Deutschland gelebt hat, Probleme hatte, sich zu verständigen.

Geld, Währung, Einkaufen:
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Landeswährung ist der thailändische Baht (20 Baht=1 Mark). Thailand hatte sehr stark unter dem Asiencrash 1998 zu leiden. Insofern strömten in den darauffolgenden Jahren noch mehr Touristen in das asiatische Land als vorher. In der Tat ist besonders Bangkok ein Einkaufsparadies. Gefälschte Markenklamotten jeder Farbe und Form wechseln sich mit CD-Ständen ab und Herrenschneidern. Wie ich schon in meinem Bangkok-Artikel angemerkt habe lohnt es sich durchaus, einen Blick in einen der vielen Schneiderläden in Bangkok zu werfen. 200 DM für einen Maßanzug, der aufgrund von aktuellen Modekatalogen nachgeschneidert wurde...da kann man nicht meckern. Trotzdem sollte man am Beginn einer Reise schon einen Anzug in Auftrag geben, da man normalerweise dreimal anprobieren muss. Und so wird das gute Stück einfach etwas besser, indem man Schneidern die nötige Zeit gibt. Essen in Thailand ist sehr günstig. 50 Baht (2,50 DM), ist der Durchschnittspreis für z.B. grünes Curry, Zwischen 55 und 75 Baht (2,75 DM bis 3,75 DM), muss man für eine Packung Marlboro berappen und ein durchschnittliches Doppelzimmer mit Klimaanlage kostet ca. 400 Baht (20 DM). Recht teuer ist Bier. Mit 80 Baht pro 0,6 Liter Flasche bezahlt man teilweise doppelt so viel für eine Flasche Bier, wie man für ein ganzes Mittagessen berappen müsste.

Reisezeit:
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Wichtig ist natürlich die Planung der Reisezeit. Da wir hier von tropischem Klima sprechen, muss man vorher natürlich einkalkulieren, dass es in Thailand eine Regenzeit gibt. Temperaturen liegen generell zwischen 22 und 32 Grad. Da ändert sich auch im Laufe des Jahres wenig, weil Thailand halt recht nahe am Äquator liegt und da wir ja alle in Erdkunde aufgepasst haben, wissen wir ja was das bedeutet.
Generell gibt es grob drei Jahreszeiten:

- Die kühle Jahreszeit (November bis Februar)
Kühl heisst, dass es zu dieser Jahreszeit in Bangkok zu Temperaturen zwischen 20 und 30 Grad kommt. Trotzdem ist diese Zeit die wohl idealste klimatische Periode des Thaijahres, da es fast nur auf Ko Samui recht oft regnet (also ist es natürlich nicht so ideal, wenn man Urlaub auf Ko Samui machen will).

- Die heisse Jahreszeit (März bis Mai)
Mit Mittagstemperaturen von bis zu 40 Grad im Schatten, ist diese Periode nichts für zarte Gemüter. Im Norden ist es aber ein bißchen kühler.

- Die Regenzeit (Mai bis Oktober)
Bei Regenzeit denkt man an tagelangen Monsun und regenfeste Kleidung. Ich war von August bis Oktober da und hatte nicht sonderlich oft und häufig Regen. Wir reden hier von 1 halbstündigen Guss, alle drei Tage. Ansonsten bietet sich gerade die Nebensaison ab August zum Reisen an, weil die Preise fallen und die Strände leerer werden.

Krankheiten:
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Iiiiiiiih, böses Thema. Generell ist Thailand relativ Malariafrei. Aber besonders in den Trekkingzentren im Norden und Westen und auf den Inseln im Süden, geht von der Anopheles Mücke eine direkte Gefahr für Urlauber aus. Malaria kann man gut behandeln und es bietet sich an, statt der teuren und langwierigen Malariaprophylaxe (kostet 300 DM und muss drei Monate vor Urlaubsbeginn begonnen werden), eine sog. passive Immunisierung vorzunehmen. Die kostet nur einen Fuffi, stärkt das ganze Immunsystem, gibt's auch beim Hausarzt und wirkt fast so gut wie die Prophylaxe. Sollte trotzdem etwas passieren, holt man sich die wesentlich günstigeren und effektiveren Malariamediakamente in Thailand.

Ein oft unterschätztes oder teilweise unbekanntes Problem ist das sog. Dengue-Fieber, das von der Aedes aegypti-Mücke hauptsächlich auf den Inseln im Süden (besonders Ko Phi Phi) verbreitet wird. Gegen Dengue-Fieber gibt es keine Behandlung. Es wirkt wie eine schwere Grippe und geht mit schwerem Fieber, Durchfall, Kopf- und Muskelschmerzen einher. Ganz wichtig ist: Niemals Aspirin oder irgendein anderes acetylsalicylhaltiges Medikament nehmen. Fall sich eure Kopfschmerzen nämlich als Vorboten von Dengue-Fieber herausstellen, kann die Einnahme von Aspirin zu einem lebensgefährlichen Verlauf führen. Das dümmste an Dengue ist, dass man danach nicht mehr nach Südostasien fahren darf, weil eine zweite Infektion mit Dengue, relativ sicher zum Tod führt.

Kurz und knapp: Ein Großteil der Krankheitsgefahren in Thailand gehen von Mücken aus. Holt euch keine Mückenpräparate in Deutschland sondern bevorzugt thailändische Mittel. Besonders giftig aber auch besonders gut sind Mosquitomittel mit dem Zusatz DEET, der in einer mindesten 20%-igen Konzentration in dem Präparat vorkommen sollte. Abends lange, dünne Kleidung tragen.

Wohin fahren?
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Sofern man ein paar Wochen Zeit in Thailand hat, kann man diese Wochen zweiteilen. Der Norden und der Westen sind bekannt für Trekking-Touren in den Dschungel, der Süden für Strände.

Trekking:
So individual wie die meisten Rucksackreisenden glauben zu sein, sind sie gar nicht. Denn wer in Bangkoks Kao-San Road (Touristraße) absteigt, stellt sehr schnell fest, dass die ganzen Pseudohippies, die da rumrennen, am liebsten Burger essen und danach alle die selbe Tour machen. Während sehr viele Traveller nach Bangkok direkt in den Norden nach Chiang Mai fahren, habe ich erlebt, dass sich eine ganz andere Region für Trekking viel besser eignet: Das Grenzgebiet zu Myanmar (Burma). Hier kann ich jedem Leser nur die Stadt Mae Soth ans Herz legen, die man von Pithsanoluk per Minibus erreicht. Mae Soth ist multikulturelles Leben par exellence, weil die Stadt so eine Art Wild West Stadt Thailands ist. Burmesen handeln mit Bergstämmen, Thais mit Indern. Jede wichtige asiatische Ethnie scheint hier vertreten zu sein. Die Trekkingtouren sind mit knapp 180 DM für einen zweitägigen Trip zwar etwas teurer als in Chiang Mai, dafür ist die Organisation excellent und man muss sich nicht mir drogenabhängigen Tourguides rumschlagen, die Touristen nur zum Opiumrauchen in den Dschungel bringen.

Klöster:
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Wer die Chance hat, sollte mal ein buddhistisches Kloster besuchen. Einige bieten Guestrooms an und man kann mit Sicherheit mehr erleben als wenn man dem großen Pulk der Rucksackreisenden zu den immer gleichen Orten folgt.

Der Süden:
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Viele kleine Inseln machen den besonderen Charme der thailändischen Urlaubsinseln aus. Ko Samui dürfte die bekannteste und leider auch touristischste sein. Trotzdem hat die thailändische Provinzregierung eine sehr gute Gesetzesinitiative in Gang gebracht, die verbietet, dass Hotels höher als Palmen gebaut werden. Das Resultat sind Inseln, die in ihrer Schönheit trotz Touristentrubels noch recht unberührt scheinen.
Während Ko Samui den Massentourismus zu deftigen Preisen befriedigt, zeigt sich die nördlich gelegene Ko Pha Ngan ganz von seiner zerklüftete Seite. Ko Pha Ngan düfte den meisten durch seine drogenlastigen "Full-Moon-Parties" bekannt sein, die aber die Emanzipation von einem echten Hippiefestival zu kompletten Komerzscheiss nicht so richtig verkraftet haben. Wenn man sich nicht nur an den überlaufenen Stränden im Süden (Hat Rin Beach) aufhalten will, sollte man sich auf einem Pickup, die Hütten im Norden anschauen. Besonders der Thong Sala Beach im Nordosten bietet hundertprozentiges Strandleben mit nettem kleinen Fischerdorf, günstigen Hütten (250 Baht mit sauberem Bad), Hängematte am Strand und dem schönsten klaren Wasser, das man sich vorstellen kann. Demgegenüber bietet die weiter nördlich gelegene Insel Ko Tao, viele Möglichkeiten, günstige Tauchkurse zu machen (etwa 400 DM).

Aufpassen:
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Wie immer gibt es auch in Thailand ein paar Regeln einzuhalten um zu überleben, den einheimischen nicht auf die Füsse zu treten oder einfach nur um ein paar Baht zu sparen. Speziell für Bangkok kann ich meinen Artikel, den ich vor ein paar Tagen in CIAO abgelegt habe, empfehlen (wie überraschend).

Bangkok:
- Traue nie einem Tuk-Tuk-Fahrer
- Traue nie einem Tuk-Tuk-Fahrer
- Traue nie einem Tuk-Tuk-Fahrer
- Besorgt euch einen Stadtplan
- Kauft auf keinen Fall Juwelen. Ständig kommen auf Toruisten vermeintliche nette Männer zu, die günstige Juwelen mit einer ganz tollen Preisspanne verkaufen wollen. Diese Dinger sind minderwertiger Mist, bei dem schon viele Touristen viel Geld gelassen haben.
- Lange Hosen und feste Schuhe für Königspalast und Wat Pho tragen.
- Die kleinen, süßen Blumenverkäuferinnen in Bangkok sind oft Kindersklaven aus Kambodscha.

Religion:
- Niemanden am Kopf anfassen (Der Kopf ist Sitz der Seele und sollte daher nicht berührt werden).
- Schuhe im Tempel ausziehen
- Wer in einem Tempel ist, muss aufpassen, dass die Fußsohlen auf niemanden zeigen (besonders nicht auf Buddhastatuen).
- Frauen sollten nie einen Mönch berühren
- Ist man in einem Kloster oder wird man von einem Mönch geführt, gibt man eine persönliche Spende an Mönch und/oder Kloster

Reisen:
- In den Süden sollte man einen Nachtzug nehmen und ein bis zwei Tage vorher reservieren. Aus Bangkoks Kao-San Road werden auch Busse angeboten, die aber nicht halb so komfortabel und 50-mal so unsicher sind, wie die sauberen und sicheren Nachtzüge.
- Rapid-Trains sind Intercitys
- Taxifahrer, die kein Taxometer anmachen wollen, wollen euch bescheissen.

Alkohol und Drogen:
- Aufpassen bei thailändischem Whiskey! Der ist oft gepanscht und bewirkt bei manchem eine mehr als ekelhafte Hautkrankheit namens Urticaria (Nesselsucht).
- Opium ist nichts, was man mal gemacht haben sollte.
- Im Süden (speziell auf Ko Pha Ngan) gibt es alles zu rauchen oder zu schmeissen. Mancher glaubt, kiffen ist auf Ko Pha Ngan legal. DAS IST NICHT WAHR. Bei Full Moon Parties verkleiden sich Thais als Polizisten und nehmen horrende Bestechungssummen um kiffende Touristen wieder ziehen zu lassen.
- Jaba ist ein Amphetamin, das tierisch schnell abhängig macht.

Verkehr:
- Man fährt links in Thailand (also beim Straßenwechsel nach rechts gucken).
- Auf Ko Pha Ngan kein Mofa leihen, die Straßen sind nur was für Profis.

Unbedingt machen:
- Kloster besuchen
- Kochkurs besuchen (saubillig und wird auf den Inseln im Süden angeboten).
- TRADITIONAL Thai Massage (ohne das Traditional vor Thai Massage ist man in einem Puff) machen
- Anzug schneider lassen (am Anfang der Reise in Auftrag geben.)

Literatur:
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Das wohl beste deutschsprachige Reisebuch zu Thailand, ist "Thailand" aus dem Stefan Loose Verlag. Ist zwar manchmal bez. Preisen nicht gaaaaaanz aktuell, hat aber viele Insidertips, die die Lonely Planets dieser Welt nicht haben.

Das war's für den Monent. Ich hoffe, ich konnte euch helfen. Wer noch etwas mehr wissen will, möge es mir einfach in ein Kommentar schreiben. Sofern ich antworten kann, tue ichs auch.

Gruß, Klawiklawaklawong


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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
Batida0602

Batida0602

21.10.2004 20:15

Ich habe mir heute einen Thailand-Reiseführer gekauft, schließlich muß ich ja schonmal langsam das nächste Reiseziel anpeilen...es reizt mich ja schon...aber die Tropenkrankheiten, Sextouris, Drogen und der Whiskey von dem man Nesselsucht bekommt, sind ja doch eher abschreckend.

Merzenich

Merzenich

17.07.2003 18:11

sehr schöner Bericht, informativ und mit den richtigen Ratschlägen...nie mehr Tuk Tuk *gg*

Chris26

Chris26

21.06.2003 19:35

Hast viel wesentliches und wichtiges untergebracht in Deinen Zeilen. s. h.

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