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Erfahrungsbericht

für Teneriffa
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4 Sterne Zwei Wochen dem Winter entfliehen: Teneriffa Bericht mit Bildern
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Empfehlenswert: Ja

Pro Tolle Natur rund um den Teide | wenige touristische Highlights ;-)

Kontra Unglaublich viele Hotel- und Appartementanlagen | wenige touristische Highlights ;-)

Detailbewertung

Preis-/Leistungsverhältnis
Anbindung
Sehenswürdigkeiten
Sicherheit
Gastfreundlichkeit

Der Autor

DottiGross Seit 27 Apr 2001

Rechtsschreibfehler zu verschenken ;-) mehr

101 Mitglieder vertrauen mir

Teneriffa
Im Dezember 2010 wollten wir dem frühen Winter entfliehen und beschlossen, noch einmal in den Süden zu fliegen. Islamische Länder kamen für uns nicht in Frage und so wurde uns von einem Kollegen Teneriffa vorgeschlagen. Da sei es warm und man könne sogar noch im Meer baden gehen. Meine Erfahrungen (Wetter, Touristenaufkommen etc.) beziehen sich auf die Zeit 28. November bis 11. Dezember 2010.


| Wie machen wir Urlaub? Was ist uns wichtig?
Ein persönlicher Erfahrungsbericht hat viel mit der Person zu tun, die ihn schreibt. Deshalb möchte ich kurz erzählen, auf welche Dinge wir im Urlaub Wert legen, damit ihr meine Wertungen ein wenig mit euren Ansichten vergleichen könnt.
Wir machen normalerweise Urlaub mit dem Wohnwagen. Doch ab und zu bekommen wir Sehnsucht nach einem Hotelurlaub. Uns reizt dabei gar nicht einmal die Ferne (zumal ich ungern fliege), sondern die Annehmlichkeiten eines Hotelurlaubs. Wir genießen es, an abwechslungs- und umfangreichen Buffets zu schlemmen und die Betten gemacht zu kriegen. Bei einem Hotelaufenthalt ist uns deshalb wichtig, dass es sehr gutes Essen gibt und dass das Zimmer sauber ist. Ob das Hotel in direkter Strandlage liegt oder nicht, ist uns inzwischen egal, denn wir machen keinen Strandurlaub mehr. Wir sind sehr aktiv und meist mit einem Mietwagen unterwegs. Uns ist es deshalb auch wichtig, dass unser Zielgebiet viele Sehenswürdigkeiten bietet.


| Fakten
Teneriffa ist die größte der sieben Kanarischen Hauptinseln. Sie ist ca. 80 Kilometer lang und 50 km breit. Die Hauptstadt heißt Santa Cruz und es gibt zwei Flughäfen. In der Regel steuern die Flugzeuge aus Deutschland den Süden an. Wenn die Windverhältnisse mal nicht passen, ist es aber auch möglich, dass die Airlines den Flughafen im Norden ansteuern, der eigentlich den spanischen Airlines vorbehalten sein soll. Man fliegt von München aus ca. 5 Stunden hin und – je nachdem wie gut es der Rückenwind mit dem Piloten meint – 3,5 Stunden zurück. Der Flughafen Teneriffa-Süd gilt als eine der unpünktlichsten Flughäfen Europas.

Teneriffa ist eine Vulkaninsel und ist deshalb mit geologischen Besonderheiten übersät. Eines davon ist der Berg namens „Pico del Teide“, der imposante 3718 m hoch ist. Aber auch die Flora und Fauna hat einiges zu bieten. Uns sind vor allem die herrlichen Kakteenarten aufgefallen, die hier in allen Größen und Formen gedeihen. Bei Touristen beliebt, sind die Strelitzien, die auch gerne als Souvenir mit nach Hause genommen werden. Während unserer Wanderungen ist uns der Kanarengirlitz aufgefallen, der eine Wildform des Kanarienvogels sein soll. Angeblich soll es vor der Küste Teneriffas auch Pilotwale geben. Die haben wir aber nicht entdecken können. Vielleicht war es auch nicht die richtige Jahreszeit für sie.

Im Dezember 2010 hatten wir mit dem Wetter wenig Glück. Widererwarten hatten wir viel Regen und sogar einen Hurrikan, der auf der Insel viel Zerstörung und Verwüstung anrichtete. In der Regel wird der Insel ein gemäßigtes Klima nachgesagt. Im Sommer sollen die Durchschnittstemperaturen kaum über 25° C steigen – im Winter selten unter 18° Grad. Wir konnten zwischen 25° und 29° im Tal genießen. Im Gebirge ging das Thermometer dann schon einmal auf 8° C runter und es pfiff ein eisiger Wind.

Mit der Geschichte Teneriffas möchte ich euch nicht langweilen. Wer sich dafür interessiert, wird sicherlich ausführlicheres Informationsmaterial dazu finden.


| Urlaubsorte
Nirgendwo auf der Welt habe ich solche Touristenorte wie in Teneriffa gesehen. Unglaublich, was der Bauboom ab den 1970er Jahre auf Teneriffa angerichtet hat. Riesige Flächen mit Appartementhäusern, die sich die Hügel hinauf ziehen. Man muss sich dazu einen ca. 200 m hohen, kegelförmigen Berg vor, an dem sich rundherum terrassenförmig die Appartementhäuser bis fast zur Spitze an den Hang quetschen. Unbeschreiblich! Unfassbar! Ich war von dem Anblick fasziniert… Aber es hat mich auch sehr bestürzt! Während unseres Aufenthalts waren bei den meisten Häusern die Rollläden runtergelassen. Trotzdem haben wir viele Leute getroffen, die uns berichteten, dass sie von Ende Oktober bis Ende April hier überwintern würden. Vor allem Engländer scheinen diese Art von „Überwinterung“ zu mögen. Teneriffa ist definitiv eine „englische Insel“.

Da wir uns nicht entscheiden konnten, ob wir im Norden oder im Süden der Insel Urlaub machen wollten, entschieden wir uns, unseren Urlaub auf beide Seiten aufzuteilen. Der Norden, so sagte man uns, solle eine grüne Oase sein. Der Süden, so hieß es, sei eher karg, felsig und wüstenartig. Im Norden würde aber wesentlich mehr Regen fallen, und Regen wollten wir eigentlich nicht haben.

Also fanden wir die für uns perfekte Lösung:
Wir mieteten uns für 11 Tage ein Auto, das wir schon bei unserer Ankunft am Flughafen-Süd entgegen nahmen. Damit fuhren wir die etwas über 100 km nach Puerto de la Cruz im Norden. Auf der Fahrt dort hin, konnten wir uns schon einmal mit den Straßenverhältnissen und der Infrastruktur vertraut machen. Die erste Woche verbrachten wir dann im Süden. Wir unternahmen Ausflüge zum Teide hinauf, an der Nordküste entlang und auch nach Santa Cruz. Nach einer Woche packten wir die Koffer und wechselten selbstständig in unser Hotel im Süden, in Los Cristianos. Dort verbrachten wir die zweite Woche, wobei wir nach fünf Tagen den Mietwagen am Hotel abholen ließen und uns am Ende des Urlaubs von der Reisegesellschaft pünktlich zum Flughafen bringen ließen. Unser Plan ging komplett auf! Wir sahen fast die ganze Insel und reduzierten die zeitraubenden Anfahrtszeiten auf ein Minimum.

Touristenorte gibt es genug und jeder hat seine eigene Klientel. Wir haben uns einige Orte – mehr oder weniger intensiv - angesehen. PUERTO DE LA CRUZ hat uns recht gut gefallen. Es liegt im Norden der Insel und ist gut über die Autobahn, die fast komplett um die Insel führt, zu erreichen. Es gibt eine schöne Strandpromenade und einen kleinen Ortskern. Die Geschäfte, in denen sich die Touristen tummeln (Engländer und Deutsche halten sich die Waage), sind nicht allzu kitschig und es gibt ein paar schöne Restaurants. Die Stadt wartet auch mit ein paar Sehenswürdigkeiten auf. Interessant ist hier sicherlich das Castillo San Felipe – ein alter Festungsbau aus dem 17. Jahrhundert – und als Kontrastprogramm das unter Denkmalschutz stehende „Lago de la Costa de Martiánez“ – eine Schwimmbadanlage die teilweise von César Manrique gestaltet wurde. In Puerto de la Cruz befindet sich außerdem der berühmte „Loro Parque“. Aber dazu später mehr.

Krasses Gegenteil ist Las Americanos im Süden der Insel. Touristisch völlig überlaufen, ist das ein Ort, an dem ich niemals freiwillig wohnen würde. Während die Strandpromenade recht modern und hübsch gestaltet wurde, besteht die „zweite Reihe“ aus billigen Kneipen, Pubs und Restaurants auf niedrigstem Niveau. Hier reiht sich ein „All-you-can-eat-Chinese“ an den anderen und überall findet man Gaststätten, deren „Schnitzel-“ und „Stew-“Leuchtreklameschilder durch die Nacht strahlen. Die Hotels machen aber von außen einen sehr guten Eindruck und ich kann mir vorstellen, dass man hier trotzdem gut wohnen kann. Auch die Appartementanlagen, von denen es hier natürlich sehr, sehr viele gibt, sahen ordentlich aus. Trotzdem! Nein, hier möchte ich meinen Urlaub nicht verbringen müssen.

Östlich von Las Americanos liegt Los Cristianos. Beide Orten fließen ineinander über, so dass man sie über die lange Strandpromenade fast übergangslos "erlaufen" kann. Los Cristianos kam mir weniger überlaufen vor. Außerdem schien mir das Niveau der Geschäfte und Cafés hier etwas höher zu sein. Aber allzu große Unterschiede gibt es nicht. Hier wohnen wir in der zweiten Woche, in einem 4-Sterne-Hotel am Ortsrand, das ca. 1000 m vom Strand entfernt lag. Nach dem Abendessen gingen wir oft noch zur Strandpromenade hinunter und zum Hafen, an dem die Fähre nach La Gomera anlegt. Sehr wohl fühlten wir uns hier allerdings nicht. Alle paar Meter wurden wir von Werbern „abgefangen“, die uns in ihr Restaurant locken wollten oder uns einen Werbeflyer in die Hand drückten. Hatten wir ein Café gefunden, in dem wir einen echten italienischen Cappuccino bekamen (den spanischen Cappu mit süßer Sahne mag ich nicht – auch wenn ich Urlaub in Spanien mache…), wurden wir von den Schwarzhäutigen angesprochen, die uns billige Uhren und Plastikschmuck verkaufen wollten. Das Publikum ist zu schätzungsweise 90 Prozent englisch-sprachig. Deshalb wird man von den Einheimischen auch nur auf Englisch angesprochen. Während man in anderen Orten noch immer gefragt wird, ob man „Deutsch?“ oder „Inglisch“ ist, geht man hier davon aus, das die Urlauber aus England stammen. Rund um Los Cristianos gibt es schöne und einfache Wanderwege, von denen ich unter der Rubrik „Sehenswürdigkeiten“ ausführlicher berichte.

Wer mit den Touristenhochburgen nicht viel anfangen kann und es etwas ruhiger und einfacher mag, der wird sich vermutlich in El Medano wohl fühlen. Hier sind die „Surfer“ zu Hause. Offensichtlich herrschen hier die idealen Verhältnisse zum Surfen und so findet sich hier immer eine spezielle Fangemeinde ein. Der Ort ist auch bei weitem nicht so überlaufen und wartet trotzdem mit einer netten Strandpromenade auf. Wer hier Urlaub macht, sollte es auch nicht versäumen, auf den „Montana Roja“ hinauf zu laufen. Er ist zwar nur 200 m hoch. Aber von seiner Spitze hat man einen herrlichen Blick über den Ort, den Flughafen und die Bananenplantagen.

Adeje ist ein Ort, an den es uns in unserem nächsten Teneriffa-Urlaub ziehen würde. Er hat eine sehr schöne Strandpromenade und auch die berühmte „zweite Reihe“ ist sehr mondän gestaltet. Es gibt schöne Geschäfte und auch die Restaurants und Cafés wirken nicht so, mmmmh, „asslig“ wie in manch anderen Touristenorten der Insel. Hier findet man neben den üblichen Souvenirläden auch ein paar feinere Boutiquen und auch die Restaurants machen einen besseren Eindruck. Nicht umsonst gilt Adeje als „reichster Ort“ des Südens.

| Sehenswürdigkeiten
Teneriffa bietet nicht viele Sehenswürdigkeiten, die ich als Highlight bezeichnen würde. Der Teide, der „Loro Parque“, der „Siam Park“ und der Botanische Garten in Puerto de la Cruz sind sicherlich die Ausnahme. Hinzu kommen vielleicht noch die Pyramiden von Güímar und Güímar selbst mit seiner "Licht bringenden Madonna“.
In Teneriffa haben uns vor allem die Naturschönheiten begeistert. Wanderungen an einer der zahlreichen Steilküsten oder am Teide gehören zu meinen schönsten Erinnerungen.

Hier ein paar Tipps:
Pico del Teide = mein Lieblingshighlight
Für die Fahrt zur Talstation des Teides (z.B. von Puerto de la Cruz aus) sollte man mindestens eine Stunde einplanen. Mit vielen Zwischenstopps an diversen interessanten Aussichtspunkten oder geologischen Besonderheiten kann man dann schon mal 2 bis 3 Stunden unterwegs sein. Von der Talstation in 2353 m Höhe geht es dann mit der Kabinenbahn auf 3546 m hoch. Die Bahn fährt aber nur bei besten Wetterbedingungen. Bei Wind oder gar Schnee (was im Winter durchaus vorkommt) wird der Betrieb eingestellt. Wer von der Bergstation die restlichen ca. 130 Höhenmeter bis zum Kraterrand laufen möchte, sollte nicht nur über eine stabile Gesundheit und Trittsicherheit verfügen, sondern auch über eine Genehmigung. Es wird nämlich täglich nur eine begrenzte Anzahl an Personen an den Kraterrand gelassen. Damit möchte man wohl das Naturschutzgebiet vor dem Massentourismus schützen.
Man kann sich ausschließlich übers Internet anmelden. Dazu werden persönliche Daten abgefragt, wie Name, Adresse und Personalausweis-Nummer. Außerdem muss man über eine gültige E-Mail-Adresse verfügen, an die eine Buchungsnummer geschickt wird, die man am Tag seines Besuchs vorlegen muss.
Das Naturschutzgebiet rund um den Pico del Teide ist wirklich wunderschön! Wenn man dann noch Glück mit dem Wetter hat, kann man sich gar nicht an den herrlichen Gesteinsformationen satt sehen. Eine Wanderung – und wenn es nur eine kleine Tour um einen der Vulkanschlote, z.B. in El Portillo, ist – sollte man dort oben unbedingt machen.
Übrigens sollte man auf dem kurvenreichen Weg hinauf zum Teide (auf der TF-21 von Aguamansa aus) unbedingt bei der "Piedra la Rosa" Halt machen. Die "Rose aus Stein" ist 7 m breit und 5 m hoch und entstand, als Lava erstarrte und sich zusammenzog. Es entstanden prismenförmige Risse, die an dieser Stelle wie eine riesige Blume aussehen. Ich persönlich finde ja eher, dass sie wie eine Sonnenblume aussieht…. naja…

Loro Parque
Der Loro Parque wurde 1972 von Wolfgang Kießling und seinem Vater ins Leben gerufen. Ursprünglich war er ein Papageien-Park (spanisch: Loro). Doch heute kann man dort u.a. eine Orca-, Delfin- und Seelöwen-Show sehen, einen weißen Tiger, Gorillas u.v.m.. Obwohl mir die 32.- EUR Eintritt vorab etwas zu viel waren, muss ich sagen, dass man das Geld investieren sollte, wenn man auf Teneriffa ist. Es ist wirklich eine Attraktion, auf die die Inselbewohner sein können... oder auch sein müssen. Denn der „Loro Parque“ ist einer der größten Arbeitgeber der Insel.
Am besten haben mir - trotzdem man die Haltung von Orcas und Delfinen in Gefangenschaft umstritten ist - die Orca- und Delfin-Shows gefallen. Man sieht dort, dass diese Tiere keine mystischen Wesen sind, sondern Geschöpfe aus Fleisch und Blut. Ich glaube, dass vor allem Kinder sehr beeindruckt sind, wenn sie die Tiere auch einmal in Aktion sehen können und dass sie dadurch - wenn man es ihnen richtig erklärt - ein Gefühl dafür bekommen, wie erhaltenswert diese Tiere sind. Das kam im "Unterwasser-Tunnel" nicht so gut rüber. Dort schwimmen z.B. die Haie ziemlich unspektakulär durchs Aquarium und durch das dicke Glas, das wie ein Vergrößerungsglas wirkt, erhält das ganze einen eher unrealistischen Charakter. Man fühlt sich, wie "vor dem Fernseher" und alles, was man im Fernsehen sieht, lässt man nicht richtig an sich ran. Mmmh, ich weiß nicht, wie ich es verständlich erklären soll. Aber gerade dadurch, dass die Orcas und Delfine in der Show "vermenschlicht werden", indem man sie irgendwelche Tricks ausführen lässt, bringt man sie dem Menschen auch näher und er übernimmt für sie schneller Verantwortung, denke ich.
Überall im Loro Parque gibt es die Möglichkeit für die für die Einrichtung zu spenden und die Forschung und den Erhalt von gefährdeten Tieren zu unterstützen. Da kann man nur hoffen, dass die Gelder auch an die richtige Stelle gelangen…

Siam Park
Der Siam Park ist eine riesige Wasserlandschaft, in der man nach Herzenslust planschen kann. Das "Wasser" nicht unbedingt unser Element ist und wir - wie gesagt - kein Glück mit dem Wetter hatten, haben wir den Park nicht persönlich besucht. Den Preis von 30.- (Erwachsene) und 19,50 Euro (Kinder von 3-11 J.) werden sich Wasserratten sicherlich leisten, weil man dafür einen ganzen Tag lang viel Spaß haben kann. Es gibt übrigens ein Kombi-Ticket mit dem Loro Parque zusammen, mit dem man viel Geld sparen kann. Infos dazu gibt es an den Kassen des jeweiligen Parks.

Pyramiden von Güímar
Die Pyramiden von Güímar haben wir nicht besucht. Mich hat ein wenig abgeschreckt, dass keiner so recht weiß, wer und warum sie erbaut wurden und ob dahinter vielleicht doch ein wenig „Touristen-Schummel“ steckt. Im Reiseführer werden die Pyramiden von Güímar aber wärmstens empfohlen, weil man im angrenzenden Museum auch viel über die Inselgeschichte erfahren soll. Abgeschreckt hat mich aber auch, dass dort eine "originalgetreue Nachbildung des berühmten Schiffes Ra II" zu sehen ist, mit dem sich der Forscher Heyer-dahl an den Kanaren vorbei nach Amerika treiben ließ. Das klingt für mich eher nach "Touristen-Kitsch" und deshalb haben wir uns den Eintrittspreis von 10,40 EUR pro Person gespart.

Botanischer Garten
Für den Botanischen Garten in Puerto de la Cruz hat leider unsere Zeit nicht gereicht. Diese Attraktion würden wir uns beim nächsten Aufenthalt auf Teneriffa sicherlich nicht noch einmal entgehen lassen.

Wanderungen
Teneriffa ist ein Traum für Wanderer. Ein absolutes Muss ist wohl die Masca-Schlucht, habe ich mir sagen lassen. Wir selbst haben uns nicht an diese anspruchsvolle Tour getraut, zumal wir dieses Jahr kaum wandern waren und deshalb auch nicht in Form waren. Wir hatten außerdem das Gefühl, als wären die Wanderwege nur dürftig ausgeschildert, aber wir hatten auch kein passendes Kartenmaterial dabei und waren deshalb völlig auf Schilder und Wanderzeichen angewiesen. Leider haben wir auch keine Topo-Karte fürs Navi und deshalb beschränkten wir uns auf kleinere Wanderungen von ein bis zwei Stunden. Wer z.B. in Las Americanos oder in Los Cristianos wohnt, kann eine nette, etwa 4-stündigte Tour nach Palm-Mar machen und sich dann ein Taxi zurück zum Hotel nehmen. Oder man wandert gleich noch ein Stück durchs Naturschutzgebiet weiter zum rot-weiß gestreiften Leuchtturm.

Leuchtturm von Hidalgo
Apropos Leuchtturm… in meinem Reiseführer ist ein Bild des Leuchtturms von Hidalgo abgebildet. Deshalb machten wir uns ebenfalls auf, um die Halbinsel "Punta del Hidalgo" zu besichtigen. Meine bessere Hälfte war ein wenig enttäuscht von dem etwas seltsam aussehenden Gebäude. Es sieht eher wie ein etwas zu modern geratender Kirchturm und ist an sich ziemlich unspektakulär. Mir hat der Strandspaziergang dort hin - an den Bananenplantagenhäusern vorbei - trotzdem gut gefallen.


| Strände
Die Strände der Insel sind sehr unterschiedlich. Es gibt schwarze-Lavastrände (z.B. in Puerto del la Cruz), brauner künstlicher und auch echter Sandstrand, aber auch karstige Felsstrände. Hier sollte man sich auf jeden Fall vorher genau informieren, was einen am jeweiligen Urlaubsort erwartet.


| Internet
Die meisten Hotels verfügen über PCs, mit denen man im Internet surfen kann. Das ist aber meistens recht teuer. Wir hätten 2.- EUR für 15 Minuten, 3.- EUR Für 30 Minuten und 5.- EUR für eine Stunde bezahlen müssen. Das war uns zu teuer. Mein Tipp: Wenn ihr ein internetfähiges Handy mit WLAN verfügt, dann sucht euch einen McDonald. Dort kann man während des Verzehrs kostenlos im Internet surfen. Manchmal reicht es auch schon, wenn man vor der Tür stehen bleibt, weil der WLAN-Bereich zu groß eingestellt ist.


| Mietwagen
Wir haben den Mietwagen schon von Deutschland aus gebucht, was ich nur empfehlen kann. Mein Kollege wollte während der Hauptsaison (Weihnachten) am Flughafen ein Fahrzeug mieten und hat keines mehr bekommen. Da stand er nun mit seinem Gepäck (inkl. Surfbrett) und kam nicht zu seinem Appartement.
Es gibt verschiedene Anbieter, wie z.B. Herzt, Avis, Cicar, Goldcar, Autoreisen etc. Wir haben vor allem die Autos von Cicar und Goldcar fahren sehen, die wohl über das größte Kontingent verfügen. Wir selbst hatten bei TuiCar gebucht, die mit der Firma Autoreisen zusammen arbeiten. Für den Kleinwagen haben wir ca. 21.- EUR/Tag gezahlt. Das ist ein guter Preis. Unser erster Mietwagen war ein Peugeot 207 (ca. 30000 km), der leider plötzlich an einem Reifen Luft verlor. Das Problem wurde aber am Flughafen-Nord schnell behoben. Wir bekamen ein neues Fahrzeug - einen Seat Ibiza. Der war zwar schon etwas älter und abgenutzter (ca. 100000 km), dafür hatte er wesentlich mehr Dampf unter der Haube. Mein Tipp: Unbedingt ein Auto mit etwas mehr PS verlangen. Mit dem Peugeot 207 kamen wir nur im zweiten Gang die sehr steilen (!!!!) Straßen hinauf. Über eine Klimaanlage verfügen inzwischen alle Leihwagen, was auch gut ist. Die schwülwarme Luft kann einem wirklich zu schaffen machen und da lässt es sich in einem gut klimatisierten Fahrzeug wesentlich besser reisen. Treibstoff war während unseres Aufenthalts sehr billig. Während der Diesel in unserer Heimat bei satten 1,28 EUR lag, hätte man auf Teneriffa nur 77 Cent bezahlt. Benzin mit 95 Oktan lag bei 87 Cent.


| Parkplätze
Wir hatten bei den Hotels vorab angefragt, ob sie über einen eigenen Parkplatz verfügen. Eines bejahte unsere Frage und wir stellten uns darauf ein. Vor Ort mussten wir dann feststellen, dass dem nicht so war. Es gab zwar 10 Garagenstellplätze, die aber nicht benutzt werden konnten, weil die ganze Zeit ein großes Auto den Eingang blockierte. Angeblich konnte dieses Fahrzeug seinen Platz nicht räumen. Wir sind der Sache aber nicht weiters nachgegangen, da wir vor der Haustür immer einen Stellplatz am Straßenrand fanden. Dieses Glück hatten wir eigentlich immer.
In den Städten und Orten haben wir auch immer einen kostenlosen Parkplatz am Straßenrand gefunden. Gebührenpflichtige Parkplätze haben wir gar keine gesehen. Brauchten wir ja auch nie. Trotzdem passten wir immer auf, dass wir uns nicht auf eine gelb oder blau eingegrenzte Fläche stellten. Diese unterlagen nämlich bestimmten Parkbedingungen, aus denen wir nicht schlau wurden.


| Straßen
Eine breite, gut ausgebaute Autobahn führt fast einmal um die Insel herum. Sie ist aber noch in Bau und soll irgendwann die komplette Insel umspannen. Ob die Autobahn Gebühren kostet, weiß ich nicht. Wir hatten auf unserem Leihwagen einen Aufkleber, der entweder eine Vignette sein konnte, oder eine TÜV-Plakette. Wir haben jedenfalls nichts für die Benutzung der Straße bezahlt.
Abseits der Autobahn kann man dann schon mal auf Überraschungen stoßen. Zwar sind sogar die engsten Straßen baby-popo-glatt geteert, aber das ein oder andere fiese Loch erwartet einen doch plötzlich. Hier sollte man wirklich immer brems- oder ausweichsicher fahren. Apropos ausweichen! Manche Straßen sind so eng, dass an Ausweichen gar Gedanke zu verschwenden ist. Da die wenigsten Nebenstraßen über eine Fahrbahnbegrenzung verfügen, sollte man das auch nicht tun. Wir haben einige Autos gesehen, die am Straßenrand aufgehockt waren oder sich sogar den Unterboden stark beschädigt hatten.
Richtig gemein sind auch diese "Bremsen". Ich meine diese ekelhaften Hügel, die quer über die Fahrbahn verlaufen, damit man abbremsen muss. Diese gibt es hier zu Hauf, und viele davon sind so steil, dass die Wagenachse richtig gestaucht wird, wenn man zu drüber fährt. Manchmal kann man sogar auf 20-30 km/h runterbremsen und es scheppert trotzdem noch gewaltig, wenn man sie überfährt.
Vorsichtig sollte man abseits der geteerten Straßen sein. Teneriffa ist eine Vulkaninsel und das Gestein ist sehr scharfkantig, was den Reifen nicht gut tut. Ich glaube, in der Mietwagenpolice steht sogar, dass man die befestigen Wege nicht verlassen darf.
Wer ein Kreisverkehr-Fetischist ist, wird auf Teneriffa glücklich werden. Ein Kreisverkehr nach dem anderen… Viel Spaß dabei! Wer dann außerhalb der Hauptstadt doch einmal auf eine Ampel trifft, wird sich verwundert die Augen reiben, weil er den Anblick nicht mehr gewohnt ist.
Die Spanier sind übrigens sehr rücksichtsvolle Autofahrer. Ein Straßenkampf wie in Italien wird man hier nicht ausfechten müssen. Hier geht alles rücksichtsvoll und ohne Hupen über die Bühne. Vermutlich haben die Einheimischen aufgrund der zahlreichen Urlauber-Mietwagen schon resigniert ;-)


| Sprachschwierigkeiten
Sprachschwierigkeiten gibt es nicht, wenn man einigermaßen englisch sprechen kann. Die Spanier erwarten schon gar nicht mehr, dass man sich mit spanisch durchquält. Ich wurde immer schnell auf englisch abgewürgt, wenn ich ein bisschen spanisch reden wollte. Vermutlich, weil meine paar Brocken sie eher beleidigten. Naja, ich hätte vielleicht auch kein "vino rojo" ï‹ bestellen sollen, den "Rotwein" heißt auf Spanisch "vino tinto". Naja, das hake ich unter "peinlicher Anfängerfehler" ab ;-)
Da die Insel von englischen Gästen beherrscht wird, kommt man also mit Englisch überall weiter. Wenn wir mit anderen Leuten ins Gespräch kamen, sprachen wir immer englisch, bis wir irgendwann merkten, dass wir doch Deutsche vor uns hatten.


| Supermärkte
Anders als in Italien, gibt es auf Teneriffa nicht nur kleine Tante-Emma-Läden, sondern auch richtig große Einkaufszentren, Supermärkte und Discounter. Al-di lid-lichen Sachen gibt es dort übrigens auch! Neben unserem Hotel gab es einen SPARsamen Markt, in dem wir uns ein bisschen umgesehen haben. Man konnte dort vor allem Produkte kaufen, die die Engländer mögen: Schwarztee, Nussmischungen, Ingwerkekse, Orangenmarmelade etc.


| Fazit
Teneriffa hat mir sehr gut gefallen. Trotzdem fand ich Mallorca schöner und Lanzarote spektakulärer. Ich würde auch vermutlich kein zweites Mal dort hinfliegen, weil wir doch schon einiges davon gesehen haben. Wenn mich also jemand fragt, ob man mal nach Teneriffa sollte, würde ich wie folgt antworten:
Wie lange hast du Zeit? Eine Woche? Dann flieg nach Lanzarote! Da muss man unbedingt mal gewesen sein.
Zwei Wochen im Sommer? Dann flieg nach Mallorca. Dort ist es schöner. Zwei Wochen im Winter? Flieg nach Teneriffa. Da kannst du nach wenigen Stunden Flug den Winter verkürzen.

Ich hoffe, ich konnte mit meinem Bericht ein paar interessante Informationen vermitteln.

In diesem Sinne… Gedanken sind frei… eure Dotti


Auf vielfachem Wunsch ;-) ein paar unverfängliche Bilder, die keinen Bildrechten (außer den meinen ;-) unterstehen.

Bilder

für Teneriffa
Teneriffa
Blick auf den Teide
von DottiGross DottiGross
Teneriffa

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Kommentare

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  • hubbie 08.11.2011 13:12
    Bewertete diesen Bericht als
    besonders hilfreich

    wir waren im Vorjahr gleich nach euch da, heuer geht es wieder in eine Urbanizacion nördlich von Puerto, diesmal bleiben wir gleich einen ganzen Monat

  • Betterwise 24.08.2011 21:38
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich

    geologisch und botanisch ist Teneriffa wohl im absoluten Top-Bereich. Die Touristenhochburgen im Süden der Insel haben wir uns bei unseren beiden Besuchen in den letzten 2 Jahren zum Glück erspart, vielmehr haben wir einige geführte Wanderungen unter kompetenter Leitung unternommen, die uns die ganze Schönheit der Insel offenbarte. Warten jetzt auf Februar, dann ab auf die Insel!! LG!

  • Creedy18 04.04.2011 16:41
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
  • Wildaz_Wip 18.02.2011 21:56
    Bewertete diesen Bericht als
    besonders hilfreich

    Vor Jahren habe ich mal in Puerto de la Cruz Urlaub gemacht und es hat mir recht gut gefallen. Bei einer Rundfahrt sind wir dann auch in den Süden gekommen - das war schon ein krasser Gegensatz!

  • mctweetybaby 13.02.2011 17:56
    Bewertete diesen Bericht als
    besonders hilfreich

    BH nachgereicht. LG Annette

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