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Erfahrungsbericht

für Tasmanien
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5 Sterne Overland Track - Die bekannteste und vielleicht schönste Tracking Tour Tasmaniens
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Empfehlenswert: Ja

Pro Tolle Natur und Tier- und Phlanzenwelt, fast keine Kosten, gut mit öffentlichen Bussen erreichbar

Kontra launisches Wetter

Der Autor

JoeCline Seit 3 Jan 2000

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Der Overland Track führt mitten durch das Inselinnere Tasmaniens, durch den Nationalpark Cradle Mountain --Lake St. Claire. Dieser ca. 95 km Pfad läßt sich in 4 - 5 Tagen bewältigen, aber wer etwas mehr Zeit mitbringt, sollte eine ganze Woche mitbringen und einige der Sidetracks erwandern, die meist noch ruhiger und landschaftlich mindestens genauso reizvoll sind. Der Wanderweg führt nach einem ersten Aufstieg durch das Hochgebirge der Insel Tasmaniens in 1000 m Meter Höhe. Tasmanien selbst läßt sich mit der Fähre über Nacht bequem direkt von Melbourne erreichen.

Nehmt Ihr die Fähre, so landet ihr in Devonport, dem besten Ausgangspunkt für den Track. Die Hafenstadt selbst ist ein ziemlich verschlafenes Nest; im Gegensatz zu dem großen Städten sind alle Läden Sonntags geschlossen. Unterschätzt das nicht, wenn Ihr Samstags mit der Fähre ankommt und (wie ich) Sonntag nachmittags zum nördlichen Ausgangspunkt im Nationalpark fahren wollt!
Es gibt mehrere Möglichkeiten, vor Ort Ausrüstung günstig zu mieten, z.B ein Notzelt und einen Campingkocher. Auch an den "Luxus" regendichter Wanderschuhe und Gamaschen sollte man denken; ich habe die Gamaschen damals als unnötig abgetan und später bitter bereut, als ich knöcheltief durch Wasser und Schlamm lief. Überflüssiges Gepäck läßt sich dagegen problemlos in einem der Hostels vor Ort deponieren.
Im Nationalpark selbst ist man außerhalb jeder Zivilisation und muß sämtliche Lebensmittel mitschleppen. Man startet gewöhnlich mit an die 25 kg Gepäck und frißt sich mit der Zeit buchstäblich leichter. Wasser gibt es dafür reichlich, sowohl von oben wie auch von unten. Will sagen: Wenn es regnet, dann ist das normal, wenn die Sonne scheint, dann beginnt man das spätestens am dritten Tag als ein Geschenk des Himmels zu schätzen, auch wenn man sonst mit Religion wenig am Hut hat.

Im Abstand von jeweils etwa 10 km gibt es Schutzhütten mit Pritschen und gas- oder kohlebetriebenen Ofen, die man kostenlos nutzen darf. Die einzigen Kosten sind ein Ticket für 30 AUS$ (ca. 35 DM), das dann für 2 Monate gilt, auch für die anderen Nationalparks Tasmaniens. Auch eine Beschränkung bezüglich der Anzahl der Wanderer gibt es derzeit noch nicht, auch wenn die Tracker erhebliche Erosionsprobleme verursachen. Also ganz anders als beim Track durch den Milford Sound in Neuseeland, mit dem der Overland Track oft verglichen wird. Gas- oder Kohle für die Hütten wird übrigens von den Rangern alle paar Monate per Helikopter eingeflogen.
Eine dicke Isomatte und ein guter Schlafsack sind nachts Gold wert; es wird da oben nach Einbruch der Dunkelheit bitterkalt, und die Pritschen sind ziemlich hart. Mit meiner dünne Alumatte habe ich mir im Schlaf jedenfalls mehrere blaue Flecke zugezogen.

Im nördlichen Teil des Nationalparks gleicht die Landschaft den Highlands Schottlands, im mittleren Teil wandert man durch gemäßigten Regenwald, und im Süden trifft man aus den Lake St. Clare, dem tiefsten See Australiens. Die Sidetracks führen außerdem zu verschieden Wasserfällen und einigen Berggipfeln, die wir wegen vieler Wolken leider nicht bestiegen haben. Das Klima ist meist sehr wechselhaft, wir hatten z.B. am zweiten Tag morgens einen schlimmen Schneesturm und am nachmittags strahlenden Sonnenschein bei 25 Grad Celsius. Auch wenn also das Klima im dortigen Hochsommer auf den ersten Blick am geeignetsten scheint, sollte man eine Wanderung in der Übergangszeit (November oder März / April) ins Auge fassen; es sind dann wesentlich weniger Wanderer unterwegs, und man bekommt in jeden Fall einen Platz in der Hütte seiner Wahl. Im tasmanischen Winter ist der Track durch Schnee und Kälte für den normalsterblichen blockiert und wohl nur noch für einige Extremsportler geeignet.

Praktisch ist am Overland Track, daß man wegen der vielen Sidetracks die Gesamtlänge der Wanderung individuell anpassen kann, außerdem kann man anstatt der südlichsten (vergleichsweise eintönigen) Etappe am See entlang auch eine Fähre über den See nutzen. Das ist auch eines der Hauptgründe, wieso sich eine Nord-Süd-Durchquerung empfiehlt.

Wenn ihr am Südende der Tour angekommen seid, daß laßt Euch einen Pie oder Hamburger im Tourist Center schmecken und genießt das "Japanese Watching" Die Pauschaltouristen werden mit Bussen zum Visitors Center herangekarrt und glauben, am See etwas Wildnis zu erfahren. Zumindest mir erschienen sie nach 1-wöchiger Wanderung wie Besucher aus einer anderen Welt.
Per Bus ist es kein Problem, anschließend nach Hobart, der Hauptstadt des Staates an der Südseite zu gelangen. Direkt zurück nach Devonport zu kommen, und sei es per Anhalter, ist dagegen Glücksache, also nehmt vorsichtshalber lieber zusätzliche Unterwäsche und Rasierzeug mit, wenn Ihr Gepäck in Devonport zurückgelassen habt.

Nicht vergessen möchte ich noch die beeindruckende Tierwelt, die sich bevorzugt um die Hütten herum zeigt, da dort jeweils Wasserquellen und damit reichhaltige Futterplätze für die zutraulichen Wallabies (kleine Kangoroos) , Wombats und andere Tiere liegen. Viele Tiere leben ausschließlich in Tasmanien oder sogar nur im Nationalpark und sind sonst fast überhaupt nicht in freier Wildbahn zu beobachten. Und hier liegen sie faul herum oder hüpfen morgens über den Weg zur Komposttoilette.

Wer jetzt Geschmack gefunden hat an dieser Tour, dem empfehle ich einen Blick auf die liebevoll gestaltete Homepage von Dave unter http://www.flex.com.au/~dave/Tazzie/, die auch viele Bilder zum Downloaden bereithält. Ich habe damals den Bericht ausgedruckt und als idealen Reiseführer verwendet. Auch die preiswerte Karte und der Führer von der Verwaltung der tasmanischen Nationalparks sind wirklich gut (kann man auch beim Visitors Center auf der Fähre Melbourne - Devonport kaufen).

Fazit: Der Overland Track ist das Highlight einer jeden Tasmanienreise, vielleicht sogar einer Australienreise, und eignet sich trotz der geschilderten Schwierigkeiten auch für mäßig sportliche Leute. Für jemanden, der Spaß an Natur und/oder Wandern hat, eigentlich ein Muß.


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Kommentare

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  • www.moviemaster.de 05.09.2002 14:48
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
  • martin_ch 31.12.2001 11:21
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
  • MCWonder 21.01.2000 15:58
    Bewertete diesen Bericht als
    hilfreich
  • Ralf Kästel 21.01.2000 14:10
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
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