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Kontra düstere Mienen der Darsteller
Detailbewertung
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| Sicherheit | |
| Gastfreundlichkeit |
Dieser Reisebericht ist Teil 7 von 31 Einzelberichten über eine faszinierende Indonesienreise, die uns im Jahre 2002 zunächst nach Nordsumatra inkl. eines Abstechers ins Orang Utan Rehabilitationscenter nach Aceh, dann auf die Insel Nias inkl. 3- Tagesausflug zur Insel Bawa im Westen von Nias und schließlich nach Westsumatra führt.
Eine Zusammenfassung und Auflistung der einzelnen Etappen findet ihr unter: http://reisen.ciao.de/Sumatra__Test_3109953 Abenteuerreise zu Batakern und Kopfjägern
Tänze im Dorf Huta Bolon Simanindo am Tobasee
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Wir erhalten ein Blatt Papier mit einer kurzen Erklärung in deutscher Sprache, die ich hier (von Schreibfehlern befreit) wörtlich wiedergebe: "HUTA ist ein traditionelles Dorf, umgeben von einem Graben und Bambusstauden, welche das Dorf vor Feinden beschützten. Das Dorf hat nur ein Tor, durch das alle Außenstehenden eintreten müssen; dadurch kann man leicht Feinde wahrnehmen und kontrollieren.
Die Häuser des Dorfes sind rechts und links des Königshauses aufgereiht. Das Königshaus wird "RUMAH BOLON" genannt.Gegenüber des Hauses findet man die Reisscheune, für die Lagerung des Reises ("SOPO" genannt).
Auf dem Feld zwischen den Häusern befindet sich der Platz "MANGALAHAT HORBO". Hier wurden Feste abgehalten.Wasserbüffel wurden damals rituell geschlachtet, begleitet von Trommelmusik.
In der Mitte des Feldes befindet sich ein in die Erde eingeschlagener Stab, der mit allen möglichen Blättern verziert war. Er symbolisierte den heiligen Baum Waringin. Der Stab wird "BOROTAN" genannt und an diesem Stab wurde der zu schlachtende Büffel angebunden."Anschließend werden wir nebenan eine offizielle Darbietung traditioneller Tänze der Bataker sehen. Normalerweise werden diese vor der Kulisse von fünf traditionellen Toba-Batak-Häusern vor einem riesigen Waringinbaum (Ficus-Würgefeige) aufgeführt. Leider brannten vor einiger Zeit vier der fünf Häuser ab und auch der riesige Baum nahm immensen Schaden.
Wir erfahren, dass es sich um einen Racheakt innerhalb des Clans handelte, weil die Mitglieder des Dorfes zu geldgierig geworden seien und nicht bereit etwas davon (wie sonst üblich) an die anderen Clanmitglieder abzugeben.Neben uns vier Europäern sehen wir noch 3-4 europäisch aussehende Zuschauer, die restlichen etwa 50 bis 60 Gäste sind Asiaten, dem Aussehen nach jedoch überwiegend aus China und Japan stammend.
Sieben Musiker spielen Stücke der zeremoniellen Gondang-Musik, die heute noch, vor allem bei Hochzeiten, Ahnen- und Totenfesten zur Begleitung der Zeremonialtänze erklingt.Die Besetzung besteht aus einer Sarunei (Oboe), dem Trommelspiel Taganing mit fünf Trommeln, der Baßtrommel Gordang sowie vier Gongs (Ogung) und der Aufschlagplatte Hesek-hesek.
An dieser Stelle eine kurze Erläuterung zum Hochzeitsbrauch: Frauen müssen jungfräulich in die Ehe gehen, von Männern wird es nicht verlangt (wer wollte das auch kontrollieren). Das Paar darf generell vor der Hochzeit nicht zusammen wohnen. Das Hochzeitsfest findet dann bei der Familie der Frau statt, bei der auch die traditionellen Bataktänze aufgeführt werden. Dazu gibt es einen großen Hochzeitsschmaus. Nach der Hochzeit wohnt das Paar bei der Familie des Mannes.Nach der Vorstellung fragen wir einen der Veranstalter danach und er sagt uns, dass die Darsteller diese Tänze "ohne Seele" durchführen müssen, um sich nicht zu sehr in die Situationen zu versetzen, es sei dann nervlich zu anstrengend für sie. Ich kann das nicht so ganz nachvollziehen; denn es sind doch keine negativen Tänze.
Es sind insgesamt 11 Tänze. Hier wieder die auf der Rückseite des Zettels aufgedruckte Erklärung:1. GONDANG LAE-LAE
Dies ist ein Gebet zu Gott, welches den Büffel daran hindern soll, sich aufzulehnen, wenn er zum BOROTAN gebracht wird. Denn vor langer Zeit glaubten die Bataks, dass alle Bewegungen des Büffels vor der rituellen Schlachtung für die Festteilnehmer entweder ein gutes oder ein schlechtes Omen darstellten.2. GONDANG MULA-MULA
Ein weiteres Gebet zum Schöpfer von Himmel, Erde und allen Geschöpfen. Er, der Schöpfer, möge allen am Fest Beteiligten viele Söhne, Töchter und Wohlstand bescheren. Auch solle er mögliche Krankheiten heilen.3. GONDANG MULA-JADI
Ein Tanz, der Dankbarkeit für die Anhörung des Gebetes ausdrückt.4. GONDANG SAHATA MANGALIAT
Die Teilnehmer des Festes tanzten rund um den BOROTAN, wo der Büffel angebunden stand. Der Büffel wurde geschlachtet und das Fleisch an Diejenigen verteilt, die nach der Tradition das Fleisch annehmen durften.5. GONDANG MARSIOLOP-OLOPAN
Die Teilnehmer des Festes beglückwünschen sich gegenseitig.6. GONDANG SIBORU
Ein Tanz unverheirateter Frauen, der den Wunsch ausdrückt, eine von Ihnen den jungen Männern anzubieten.7. GONDANG SIDOLI
Ein Tanz junger Männer. Während des Tanzes geht ein Mann auf die Frau zu, die er liebt und von der er träumt. Er möchte sie zu seiner Frau machen und legt als Liebesbeweis einen Geldbetrag zu ihren Füßen.8. GONDANG PANGURASON
Der Geist der Vorväter kommt in den Körper von einem der Tänzer und gibt ihm seinen Segen.9. GONDANG HABONARAN
Ein Kriegstanz, bei dem der Gewinner das Gute und der Verlierer das Böse symbolisieren.10. TARI BERSAMA
Ein gemeinsamer Tanz aller mit den eingeladenen Gästen zusammen tanzen auch die Gastgeber.11. GONDANG SIGALE-GALE
Es ist eine Puppe, die einem Menschen ähnlich ist. Bewegt wird sie über lange Schnüre.Die ganze Vorstellung dauert etwa 45 Minuten und wirkt sehr flüssig. Trotzdem erscheint es so sehr aufgeführt, dass es uns manchmal stört. Schade, wenn die Darsteller mit Liebe dabei wären, hätte es uns sicherlich besser gefallen.
Wir haben den Eindruck, es wird tatsächlich nur für die Touristen aufgeführt um Geld zu verdienen. Zum Glück wird dies auf der gesamten Indonesienreise das einzige Mal sein, dass wir uns wie Touristen vorkommen.Dennoch haben wir wieder viel gelernt und es gibt 4 Sterne.
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manu63 16.11.2009 16:29
cityqueen 28.04.2009 13:47
kleenerknuffi 02.11.2007 12:45
Leona11 22.10.2007 11:57
Karry2000de 05.08.2007 18:13