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Erfahrungsbericht

für Tanz der Toba - Bataker am Tobasee, Sumatra
4 Sterne Tänze im Dorf Huta Bolon Simanindo am Tobasee (7) Bericht mit Bildern
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Empfehlenswert: Ja

Pro Interessante Bräuche

Kontra düstere Mienen der Darsteller

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Preis-/Leistungsverhältnis
Anbindung
Sehenswürdigkeiten
Sicherheit
Gastfreundlichkeit

Der Autor

Leo56 Seit 6 Feb 2006

lasst euch überraschen.......... mehr

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Dieser Reisebericht ist Teil 7 von 31 Einzelberichten über eine faszinierende Indonesienreise, die uns im Jahre 2002 zunächst nach Nordsumatra inkl. eines Abstechers ins Orang Utan Rehabilitationscenter nach Aceh, dann auf die Insel Nias inkl. 3- Tagesausflug zur Insel Bawa im Westen von Nias und schließlich nach Westsumatra führt.

Eine Zusammenfassung und Auflistung der einzelnen Etappen findet ihr unter: http://reisen.ciao.de/Sumatra__Test_3109​953 Abenteuerreise zu Batakern und Kopfjägern


Tänze im Dorf Huta Bolon Simanindo am Tobasee
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In dem kleinen Dorf Huta Bolon Simanindo an der Nordspitze der Insel Samosir im Tobasee haben wir Gelegenheit, ein sehr gut erhaltenes Batak-Haus, das heute als Museum dient, zu besichtigen.

Wir erhalten ein Blatt Papier mit einer kurzen Erklärung in deutscher Sprache, die ich hier (von Schreibfehlern befreit) wörtlich wiedergebe: "HUTA ist ein traditionelles Dorf, umgeben von einem Graben und Bambusstauden, welche das Dorf vor Feinden beschützten. Das Dorf hat nur ein Tor, durch das alle Außenstehenden eintreten müssen; dadurch kann man leicht Feinde wahrnehmen und kontrollieren.

Die Häuser des Dorfes sind rechts und links des Königshauses aufgereiht. Das Königshaus wird "RUMAH BOLON" genannt.

Gegenüber des Hauses findet man die Reisscheune, für die Lagerung des Reises ("SOPO" genannt).

Auf dem Feld zwischen den Häusern befindet sich der Platz "MANGALAHAT HORBO". Hier wurden Feste abgehalten.

Wasserbüffel wurden damals rituell geschlachtet, begleitet von Trommelmusik.

In der Mitte des Feldes befindet sich ein in die Erde eingeschlagener Stab, der mit allen möglichen Blättern verziert war. Er symbolisierte den heiligen Baum Waringin. Der Stab wird "BOROTAN" genannt und an diesem Stab wurde der zu schlachtende Büffel angebunden."

Anschließend werden wir nebenan eine offizielle Darbietung traditioneller Tänze der Bataker sehen. Normalerweise werden diese vor der Kulisse von fünf traditionellen Toba-Batak-Häusern vor einem riesigen Waringinbaum (Ficus-Würgefeige) aufgeführt. Leider brannten vor einiger Zeit vier der fünf Häuser ab und auch der riesige Baum nahm immensen Schaden.

Wir erfahren, dass es sich um einen Racheakt innerhalb des Clans handelte, weil die Mitglieder des Dorfes zu geldgierig geworden seien und nicht bereit etwas davon (wie sonst üblich) an die anderen Clanmitglieder abzugeben.

Neben uns vier Europäern sehen wir noch 3-4 europäisch aussehende Zuschauer, die restlichen etwa 50 bis 60 Gäste sind Asiaten, dem Aussehen nach jedoch überwiegend aus China und Japan stammend.

Sieben Musiker spielen Stücke der zeremoniellen Gondang-Musik, die heute noch, vor allem bei Hochzeiten, Ahnen- und Totenfesten zur Begleitung der Zeremonialtänze erklingt.

Die Besetzung besteht aus einer Sarunei (Oboe), dem Trommelspiel Taganing mit fünf Trommeln, der Baßtrommel Gordang sowie vier Gongs (Ogung) und der Aufschlagplatte Hesek-hesek.

An dieser Stelle eine kurze Erläuterung zum Hochzeitsbrauch: Frauen müssen jungfräulich in die Ehe gehen, von Männern wird es nicht verlangt (wer wollte das auch kontrollieren). Das Paar darf generell vor der Hochzeit nicht zusammen wohnen. Das Hochzeitsfest findet dann bei der Familie der Frau statt, bei der auch die traditionellen Bataktänze aufgeführt werden. Dazu gibt es einen großen Hochzeitsschmaus. Nach der Hochzeit wohnt das Paar bei der Familie des Mannes.
Die einzelnen Tänze sind eigentlich weniger Tänze, sondern eher ein würdevolles Umhergehen mit einigen Zeremonien und Hilfsmitteln wie Teppiche oder Decken und Reisschalen etc. Was uns stört, sind die bissigen Mienen der Darsteller.

Nach der Vorstellung fragen wir einen der Veranstalter danach und er sagt uns, dass die Darsteller diese Tänze "ohne Seele" durchführen müssen, um sich nicht zu sehr in die Situationen zu versetzen, es sei dann nervlich zu anstrengend für sie. Ich kann das nicht so ganz nachvollziehen; denn es sind doch keine negativen Tänze.

Es sind insgesamt 11 Tänze. Hier wieder die auf der Rückseite des Zettels aufgedruckte Erklärung:

1. GONDANG LAE-LAE

Dies ist ein Gebet zu Gott, welches den Büffel daran hindern soll, sich aufzulehnen, wenn er zum BOROTAN gebracht wird. Denn vor langer Zeit glaubten die Bataks, dass alle Bewegungen des Büffels vor der rituellen Schlachtung für die Festteilnehmer entweder ein gutes oder ein schlechtes Omen darstellten.

2. GONDANG MULA-MULA

Ein weiteres Gebet zum Schöpfer von Himmel, Erde und allen Geschöpfen. Er, der Schöpfer, möge allen am Fest Beteiligten viele Söhne, Töchter und Wohlstand bescheren. Auch solle er mögliche Krankheiten heilen.

3. GONDANG MULA-JADI

Ein Tanz, der Dankbarkeit für die Anhörung des Gebetes ausdrückt.

4. GONDANG SAHATA MANGALIAT

Die Teilnehmer des Festes tanzten rund um den BOROTAN, wo der Büffel angebunden stand. Der Büffel wurde geschlachtet und das Fleisch an Diejenigen verteilt, die nach der Tradition das Fleisch annehmen durften.
(Anmerkung: natürlich wird hier jetzt kein Büffel geschlachtet, es wird nur gespielt. Was die Tradition angeht, wer wann wie viel Fleisch erhalten darf, haben wir später auf der Insel NIAS etwas Ähnliches mitbekommen: dort war es Schweinefleisch statt Büffel aber sonst wohl ähnlich; denn es fand sogar ein Mord statt, weil eine Person vermeintlich zu viel Fleisch erhalten hatte, aber dazu später....)

5. GONDANG MARSIOLOP-OLOPAN

Die Teilnehmer des Festes beglückwünschen sich gegenseitig.

6. GONDANG SIBORU

Ein Tanz unverheirateter Frauen, der den Wunsch ausdrückt, eine von Ihnen den jungen Männern anzubieten.

7. GONDANG SIDOLI

Ein Tanz junger Männer. Während des Tanzes geht ein Mann auf die Frau zu, die er liebt und von der er träumt. Er möchte sie zu seiner Frau machen und legt als Liebesbeweis einen Geldbetrag zu ihren Füßen.

8. GONDANG PANGURASON

Der Geist der Vorväter kommt in den Körper von einem der Tänzer und gibt ihm seinen Segen.

9. GONDANG HABONARAN

Ein Kriegstanz, bei dem der Gewinner das Gute und der Verlierer das Böse symbolisieren.

10. TARI BERSAMA

Ein gemeinsamer Tanz aller mit den eingeladenen Gästen zusammen tanzen auch die Gastgeber.

11. GONDANG SIGALE-GALE

Es ist eine Puppe, die einem Menschen ähnlich ist. Bewegt wird sie über lange Schnüre.
Vor langer Zeit war ein König. Er hatte nur einen einzigen Sohn, der krank wurde und starb.
Als der König diese Nachricht erhielt, wusste er, dass Niemand die (seine eigenen- siehe meinen Bericht über die Gräber der Bataker) Totenrituale durchführen konnte. Er ließ als Ersatz diese Puppe konstruieren und die Zeremonien konnten damit "ersatzweise" durchgeführt werden."

Die ganze Vorstellung dauert etwa 45 Minuten und wirkt sehr flüssig. Trotzdem erscheint es so sehr aufgeführt, dass es uns manchmal stört. Schade, wenn die Darsteller mit Liebe dabei wären, hätte es uns sicherlich besser gefallen.

Wir haben den Eindruck, es wird tatsächlich nur für die Touristen aufgeführt um Geld zu verdienen. Zum Glück wird dies auf der gesamten Indonesienreise das einzige Mal sein, dass wir uns wie Touristen vorkommen.

Dennoch haben wir wieder viel gelernt und es gibt 4 Sterne.


Bilder

für Tanz der Toba - Bataker am Tobasee, Sumatra
Tanz der Toba Bataks 01
von Leo56 Leo56

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  • manu63 16.11.2009 16:29
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
  • cityqueen 28.04.2009 13:47
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
  • kleenerknuffi 02.11.2007 12:45
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
  • Leona11 22.10.2007 11:57
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
  • Karry2000de 05.08.2007 18:13
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
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