Taghazout, Marokko

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Urlaubstraum für Traum-Urlaub

5 22. Jan 2004 (16. Sep 2004)

Pro:
Ruhe und Erholung, tolles Wetter

Kontra:
Nachtleben

Empfehlenswert: Ja 

chris-hh

Über sich: 16.03.2009: Im Moment nur sporadisch online! Lese(!)tipps: Schaut mal bei pinkdawn und Mr.Patt vorbe...

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Dieser Erfahrungsbericht wurde von 148 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Diese Kategorie gibt es tatsächlich bei ciao!??? Bin halb beeindruckt und halb begeistert. Warum? Weil DAS genau mein Lieblings-Urlaubsziel ist. Warum? Lest weiter. Aber – natürlich wie immer streng der Reihe nach...

1. Taghazôut – wo ist das eigentlich?
2. Und wie kommt man da hin?
3. Wo wohnt man?
4. Strand
5. Kann ich da einkaufen?
6. Was ist toll?
7. Was ist nicht so spannend?
8. Und sonst noch?
9. Der Chris meint
**** Update 16.09.2004 ****
10. Reisezeit
11. Wasser
12. Restaurants


+++ 1. Taghazôut – wo ist das eigentlich? +++
Taghazôut liegt in Marokko. Genauer: An der Atlantik-Küste. Noch genauer: Etwa 18 Kilometer nördlich von Agadir.

+++ 2. Und wie kommt man da hin? +++
Naja, erst einmal mit dem Flieger bis Agadir. Vom Flughafen aus dann mit dem Taxi. Dabei ist allerdings einiges an Verhandlungsgeschick gefragt. Mehr als ca. EUR 30,00 bzw. 300 Dirham solltet ihr keinesfalls investieren. Den Preis unbedingt vor Fahrtantritt festlegen, sonst ziehen "die da unten" euch locker das Fell über die Ohren.

Zahlreiche Anbieter von Ferienappartements holen euch gegen Gebühr direkt vom Flughafen ab.

Pauschalangebote großer Reiseveranstalter gibt es dagegen meines Wissens nicht.

+++ 3. Wo wohnt man? +++
Die Angebotspalette reicht von der fensterlosen Höhle für EUR 5,00 pro Tag über sehr einfache Hotels (Hauberges, etwa EUR 12,00) bis hin zu zahlreichen Appartements (etwa EUR 20,00 bis 50,00). Luxushotels sucht man vergebens. Durchschittshotels auch.

Die Buchung kann vorab über das Internet erfolgen (sucht mal bei Google nach "Agadir" oder "Taghazôut"). Auch wer nur einen Flug bucht und anschließend sein Gepäck heimatlos durch Taghazôut buckelt, wird sehr schnell von Vermittlern angesprochen und somit fündig. Viele Vermieter sprechen deutsch.

+++ 4. Strand +++
Ja, klar. Sogar mehrere. Da wäre zunächst der Hausstrand von Taghazôut. Direkt im Ort. Fischerboote liegen malerisch am Strand. Fischer hocken dazwischen. Mit den unvermeidlichen marokkanischen Spielkarten in der Hand. Schwimmen kann man hier auch. Wenn man mutig ist. Oder dumm. Taghazôut hat nämlich keine Kläranlage. Habt ihr in etwa eine Vorstellung davon, wo die flüssigen (und natürlich auch die festeren) Bestandteile aller Abwässer dieses
Bilder von Taghazout, Marokko
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Taghazout, Marokko Bild 54953 tb
Ansicht vom Wasser aus
Ortes landen? Neee – BADEN will ich da nicht wirklich...

Besser: Nach etwa zehn Minuten Fußmarsch Richtung Agadir erreicht man einen wunderschönen, fast sieben Kilometer langen Sandstrand, der auch zur Hauptsaison nie völlig überlaufen ist. Liegestühle kann man dort für kleines Geld (etwa EUR 2,00 pro Tag) mieten. Auf dem Kamel kann man reiten. Oder auf einem Esel. Ach ja – und BADEN kann man da natürlich auch. Gelegentlich besteht die Möglichkeit, Jet-Ski zu leihen oder Para zu gliden. Zwei Restaurants mit Alkohol-Lizenz (Bier aus der Flasche, ca. EUR 1,40) und ein kleiner Mini-Markt komplettieren das Angebot. In der Hauptsaison (Juni bis August) bieten außerdem viele kleine Buden auf dem Weg zur Straße so ziemlich alles an, was man essen und trinken kann.

Weitere kleinere, teils sehr schöne Strände finden sich nördlich von Taghazôut. Anbieter von was auch immer sucht man hier meist vergebens und das dürfte jeder Marokko-kundige durchaus als Vorteil verstehen. Man erreicht die Strände und Buchten entweder zu Fuß, oder mit dem stündlich verkehrenden ZETRAP-Bus 61, dessen Linienführung der Küste über Agrout bis nach Tamri folgt. Fahrpreis für eine Strecke etwa 40 bis 60 ct.

+++ 5. Kann ich da einkaufen? +++
Ja. Durchaus. Zahlreiche kleine Läden bieten die einfachen Dinge des täglichen Bedarfs zu sehr günstigen Preisen an. Das Sortiment ist in den einzelnen Geschäften, die häufig an umgebaute Garagen mit Tresen erinnern, fast identisch. Die Preise auch. Französisch wird in allen und Englisch in einigen Läden verstanden. Deutsch eher nicht. Die kundenfreundlichen Öffnungszeiten schließen alle Wochentage mit ein und reichen bis etwa 23:00 Uhr.

Was es in Taghazôut nicht zu kaufen gibt? Alkohol in jeglicher Form. Auch Klamotten besorgt man sich besser woanders. Allerdings ist Agadir dank guter Linienbusverbindungen (Linie 12, 60 und 61) tagsüber gut und günstig (eine Fahrt etwa 40 ct.) zu erreichen.

Hartgesotteneren Naturen empfehle ich einen Besuch beim Hühnerschlachter direkt neben der Gendarmerie. Dort kann man sich sein Huhn selbst aussuchen. Und während man in die freundlichen Bernsteinaugen der im Käfig unverständlicherweise leicht nervös auf und ab tiegernden Grillhähnchen in spe schaut, entscheidet man sich wahrscheinlich für einen Salat...

+++ 6. Was ist toll? +++
Der direkte Kontakt zu Einheimischen abseits der "ausgetretenen Pfade des Pauschaltourismus" gefällt mir besonders gut. Vor allem, weil die Einheimischen in Taghazôut gegenüber den Touristen deutlich in der Überzahl sind.

Aufdringliche Straßen- und Strandhändler halten sich – vermutlich aufgrund dieser Tatsache – ebenfalls in einigermaßen erträglichen Grenzen. Wer schon einmal in Agadir am Strand war, weiß ganz sicher, was ich meine.

Längere Wanderungen am Strand oder ins Hinterland sind nicht nur möglich, sondern für den Interessierten ein absolutes Vergnügen.

Ruhe und Erholung. Muss ich das noch weiter erklären? Nee, ist glaube ich klar. Vielleicht sei mir der kleine Zusatz erlaubt, das ich keine 100 Jahre alt bin. Aber wenn der Job besonders stressig und nervig ist, freuen sich durchaus auch Jüngere über eine Möglichkeit, mal so richtig abzuschalten.

Günstige Preise in den Restaurants des Ortes. Wenigstens für uns Europäer ziemlich günstig. Ein Hauptgericht kostet zwei bis vier Euro. Die Küche ist zwar wenig abwechslungsreich (Fisch, Eintopfgerichte, Cuscus, einige wenige Fleischgerichte), aber dennoch schmackhaft.

+++ 7. Was ist nicht so spannend? +++
Das Nachtleben beispielsweise. Vor allem, weil es keins gibt. Keine Disco, keine gemütlichen Kneipen. Kein Remmidemmi. Falls für euch so etwas lebensnotwendig ist, seit ihr in Taghazôut wirklich verkehrt.

Historische Baudenkmäler und ähnliche "Muss-man-gesehen-haben-Geschichten"? Ebenfalls Fehlanzeige.

Gewisse Kontakte zur einheimischen Bevölkerung weiblichen Geschlechts? Verbietet ansich der Koran. Muss aber auch nicht unbedingt im Urlaub sein, oder? Ohne das jetzt hier näher vertiefen zu sollen...

+++ 8. Und sonst noch? +++
„Wellenreiten“ ist euer Steckenpferd? Dann nix wie das Bügelbrett unter den Arm geklemmt und ab nach Taghazôut. Liegt mir persönlich nicht so sehr. Merkt man das?

Fisch in allen Variationen gehört zu euren Leib- und Magenspeisen? Versucht es mal mit „Mund-zu-Mund-Beatmung“ – wahrscheinlich fängt das Vieh auf eurem Teller dann wieder an, zu paddeln, so frisch ist es.

Außerdem noch ein absolutes No-No: Leitungswasser ist in Taghazôut kein echtes Leitungswasser, weil es keine Wasserleitung nach Taghazôut gibt. Jedes Haus hat eine Zisterne, die regelmäßig vom Wasserwagen gefüllt wird. Wer erfahren möchte, wie weit sich die eigene Verdauung beschleunigen lässt, kann es gerne trinken. Sonst lieber nicht.

+++ 9. Der Chris meint +++
Viele Tipps und Erfahrungen habe ich ja schon unter den anderen Gliederungspunkten geschildert. Da ich Wiederholungen dem öffentlichrechtlichen Fernsehen überlassen möchte, an dieser Stelle nur eine kurze Zusammenfassung:

Mir gefällt vor allem die Ruhe und der direkte Kontakt zu den durchweg freundlichen Einheimischen. Die Nebenkosten sind überschaubar. Die Anzahl der Touristen hält sich im Rahmen.

Persönlich fehlt mir allerdings eine gemütliche Kneipe mit Bierausschank. Nicht jeden Abend, aber doch so ein- bis zweimal pro Woche.

Soweit mein Bericht über mein momentanes Lieblings-Urlaubsziel. Fehlt was? Dann schreibt mir bitte. Für Lesung, Bewertung und eure Kommentare vielen Dank.


**** Update 16.09.2004 ****

+++ 10. Reisezeit +++
Gerade komme ich von einem dreiwöchigen Urlaub zurück und muss sagen: Nie wieder im Sommer *ächz* !!! Im August ist es viel zu heiß - wenigstens für mich. Tagsüber hatten wir im an die 40° und nachts so um die 30°. Kaum auszuhalten - außer, man ist ein Grillhähnchen. Temperaturtechisch besser: Oktober bis Mai.

Außerdem wird Taghazôut als Urlaubsort offenbar immer beliebter, denn der ansich sonst immer eher leere Hauptstrand war im August überlaufen wie nie. Glücklicherweise nicht durch teutonische Landsleute, die Taghazôut mit Mallorca verwechseln und sich auch so benehmen, sondern durch Marokkaner. Touristentechnisch besser, da einsamer: Ebenfalls Oktober bis Mai.


+++ 11. Wasser +++
Manchmal ist man einfach dusselig. Dass man das Wasser in Taghazôut nur abgekocht trinken sollte, weil Taghazôut keine Wasserleitung, sondern nur Zisternen hat, habe ich weiter oben schon aufgeführt. Eiswürfeln gehe ich daher aus dem Weg. Filterkaffee zukünftig auch - es sei denn, ich habe ihn selbst zubereitet. Warum? Eine handelsübliche Kaffeemaschine erhitzt zwar das Wasser, kocht es aber nicht sprudelnd. Wie gesagt - manchmal ist man einfach dusselig...

Außerdem noch eine aktuelle Info zum Wasser: Von Aury kommend werden zurzeit große Betonrohre gelegt. Nach Informationen der Einheimischen soll es sich dabei um die lang angekündigte Wasserleitung handeln. Abgeblich steckt der neue König hinter dieser Beschleunigung. Man erzählt sich, dass er Taghazôut sehr schätzt. Nun - dann bin ich mit meiner Meinung ja in guter Gesellschaft...!


+++ 12. Restaurants +++
Ansich haben in Taghazôut alle Restaurants entlang der Hauptstraße das gleiche Essen auf der Speisekarte. Auch die Preise sind ziemlich identisch. NEU ist ein kleines Restaurant "Come back" direkt an der Promenade neben dem Café Sonja (Sonja: schmuddelig und daher nicht so empfehlenswert). Schnelle Speisen wie Hühnchen gegrillt (Marokko-üblich als 1/4 oder 1/2), Eierspeisen und Hamburger bekommt man zu auch für Marokko sehr zivilen Preisen. Mehr eine "Frittenbude", aber eine sehr saubere. Außerdem kann man direkt auf der kleinen Prommenade mit Blick auf Strand und Meer speisen.


Ein weiteres Update folgt vermutlich im Januar 2005 - am 31.12.2004 fliege ich nämlich wieder runter...

 
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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
Rollersfan

Rollersfan

18.09.2008 19:23

Von den Temperaturen her genau richtig für mich....die hatten wir exakt letztes Jahr im August in Florida ;o) -- Also, wenn ich noch ein bh hätte, würde ich es ja hier lassen...obwohl, nützt ja eh nichts mehr nach mittlerweile 4 Jahren, oder? *gg* LG!

lassie222

lassie222

25.08.2008 10:02

Klasse Bericht! MfG lassie222!

noname_6032

noname_6032

16.08.2008 21:59

Ich war zwar schon in Afrika, aber nur in Tunesien.

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