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Kuba, Teil II: Massenware zu Designer-Preisen

1  11.02.2004 (20.06.2004)

Pro:
bei TUI gibts Strand und Meer, aber .  .  .

Kontra:
.  .  . mit TUI lernt man ein Land nicht kennen

Empfehlenswert: Nein 

zena

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Erfahrungsberichte:59

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Nach meinem Bericht über den Flug zum Ziel, schick ich heute einen über den Reiseveranstalter TUI hinterher:


Also, auf zu Teil II meines Reiseberichts:

Pauschaltourismus bei TUI


`°º¤ø,¸¸,ø¤º° Wie’s dazu kam... º¤ø,¸¸,ø¤º°

Aus beruflichen Gründen war’s uns erst im November möglich unseren Jahresurlaub zu planen. Und in einem Punkt waren wir uns einig: Warm soll’s sein! Bereits im August sind wir also ins Reisebüro unseres Vertrauens marschiert.

Kuba assoziierten wir mit Nostalgie, alten Autos, Rum und Zigarren... eben einer Welt aus den Fünfzigern. Hinzu kam der Gedanke, dass zu erwarten ist, dass sich Kuba schlagartig ändern könnte, wenn Fidel Castro einmal das Zeitliche segnen sollte und man kann ja nicht wissen, wie lang der alte Herr noch „macht“. Die Einscheidung war da, ein Reiseveranstalter musste her. Da die Inhaber „unseres“ Reisebüros selbst schon mehrfach in Kuba waren, haben Sie uns TUI empfohlen, da man durch diesen Reiseveranstalter die beste Betreuung vor Ort erfahre. Also wurde gebucht.


`°º¤ø,¸¸,ø¤º° Der Preis º¤ø,¸¸,ø¤º°

Das Reisebüro, in dem wir gebucht haben, genießt bereits seit einigen Jahren mein Vertrauen – und ich inzwischen die Rabatte, die man mir dort einräumt. ;o) Insgesamt haben wir daher pro Person 1.359,- EUR gezahlt. Drin enthalten war: Der Flug mit LTU ab Berlin-Schönefeld (Bericht siehe dort), 14 Tage im Hotel RIU Turquesa in Varadero/Cuba, 3½ Sterne, all inclusive.


`°º¤ø,¸¸,ø¤º° Der Flug º¤ø,¸¸,ø¤º°

Geflogen sind wir mit LTU. Hierüber gibt’s einen Extra-Bericht, weil’s sonst doch bisschen viel geworden wär‘. :o)


`°º¤ø,¸¸,ø¤º° Ankunft in Varadero º¤ø,¸¸,ø¤º°

Die Abfertigung bei Zoll und Sicherheitsdienst lief ziemlich fix (was im Nachhinein betrachtet so gar nicht typisch kubanisch gemütlich war *g), Koffer kamen auch schnell und nichts wie raus in den Sommer! SOMMER! IM NOVEMBER!!!
Vor dem Flughafengebäude empfing uns auch gleich ein netter Kubaner, der uns den richtigen Bus zum Hotel zuwies. Freudestrahlend über einen so reibungslosen Ablauf griffen wir nach unseren Reisetaschen... und griffen ins Leere. Die waren weg! Das Herz setzt aus... doch noch eh es wieder mit Schlagen anfangen konnte, entdeckten wir unser Gepäck auf dem Kofferkuli eines weiteren Kubaners, der bereits – über beide Backen strahlend – darauf wartete, uns zum Bus begleiten zu können. Na gut, das mit den Taschen hätten wir auch selbst geschafft, aber wenn’s ums „Dollar-Verdienen“ geht, entwickelt ein Kubaner dann doch eine erstaunliche Schnelligkeit.
Der Bus war (eher etwas zu sehr) klimatisiert und kaum hatten wir einen Platz gefunden, stand auch schon jemand mit Cocktails neben uns. Das Angebot nahmen wir dankend an, wieder wechselten zwei Dollar ihren Besitzer und wir lehnten uns zurück und genossen unseren ersten Mojito.
Der Brüller kam aus einer der Reihen hinter uns: Auch dort wurden die Cocktails angeboten. Der befragte Herr – augenscheinlich niemand, der Hunger zu leiden hat, in Shorts, weißen Sportsocken und.... ja, genau... Sandalen – gab zur Antwort (O-Ton): „No, danke. We have in our Hotel alles inklusive.“ Da fiel mir doch fast der gute Mojito aus der Hand. Leute gibt’s! D a s kann ich mir vorstellen, wie d e r Urlaub macht: Zwei Wochen in der Hotelanlage, das höchste in Sachen Entfernung, das mach bereit ist zurückzulegen, ist der Weg vom Hotel-Restaurant zum Pool oder Strand und zurück. Denn schließlich kann man dann – zurück in Deutschland – erzählen, man habe Kuba gesehen! Das war der erste Moment, in dem ich mich geschämt habe, ein deutscher Pauschal-Tourist zu sein. Aber keine Angst – es war nicht der letzte.
Inzwischen schien die Gruppe vollzählig, der Bus setzte sich in Bewegung und eine quirlige kleine Reiseleiterin hieß uns in Varadero/Cuba herzlich willkommen. Sie erzählte uns ein wenig über die Halbinsel und gab uns Tipps für unseren Urlaub. Natürlich waren wiiir eine besoooonders nette Reisegruppe. Deswegen haben wiiir auch ganz spezielle Insider-Tipps bekommen – so wie alle Gruppen vor und sicherlich auch alle nach uns. Naja, ich denke, wer einmal einen solchen Transfer mitgemacht hat, weiß wie’s läuft. Eben überall gleich.


`°º¤ø,¸¸,ø¤º° Das Hotel º¤ø,¸¸,ø¤º°

Wie bereits erwähnt, verbrachten wir unseren Urlaub im Riu Turquesa in Varadero bzw. ein Wochenende im Hotel Telegrafo in Havanna. Hierüber gibt’s ebenfalls Extra-Berichte. :o)


`°º¤ø,¸¸,ø¤º° Ausflugs-Angebote º¤ø,¸¸,ø¤º°

Die TUI hatte in der Hotelanlage ein eigenes kleines blaues Info-Häuschen, in dem Barbara, die Reiseleiterin vor Ort, jeden Tag ein paar Stunden als Ansprechpartner zur Verfügung stand. Dort kann man Ausflüge buchen oder sich anderweitig Informationen zu Tagestrips holen.

Das Angebot an pauschal buchbaren Ausflügen ist groß – aber Geschmackssache:
- Tagesfahrt nach Havanna
- Tropicana-Show in Matanzas
- Land und Leute
- Krokodilfarm
- Delphin-Schwimmen
- etc.

Pauschal lässt sich sagen, dass es sich in allen Fällen um typische Touristenangebote handelt. Egal an welchem dieser Ausflüge und Veranstaltungen man teilnimmt – es ist nicht Kuba, was man dort sieht und erlebt. Alles ist auf Massentourismus ausgelegt. Hinzu kommen (in meinen Augen) absolut überzogene Preise. (zwischen 25 und 150 US$)
Ich denke, wir sind keine typischen Pauschaltouristen. Wenn wir ein Land bereisen, möchten wir es auch kennen lernen und nicht nur seine Hotels und Strände. „Aber dann fährt man auch nicht nach Varadero“, wird der informierte Leser jetzt sagen. Stimmt. Es war ein Fehler. Jetzt wissen wir das. Aber darauf möchte ich in meinem Bericht zu Varadero bzw. dem Hotel RIU Turquesa näher eingehen.
Wir haben daher an keinem dieser Ausflüge teilgenommen, sondern lieber auf eigene Faust Kuba kennen gelernt.

Zwei, mit denen wir öfter zusammen waren, haben am Ausflug „Land und Leute“ teilgenommen und ich möchte deren Schilderung kurz zusammenfassen: Sie wurden mit einem Kleinbus abgeholt, zu einem Markt gefahren, hatten dort eine Stunde Aufenthalt ehe es weiter ging zu einer kleinen Boots-Tour an deren Ende ein typisch kubanisches Mittagessen stand. Das Mittagessen wurde an einem, eigens für die Massen, die dort per Bus angekarrt wurden, eingerichteten Platz ausgegeben. Als unsere (Urlaubs-)Bekannten dort eintrafen war leider nichts mehr da – nicht einmal mehr Reis mit Bohnen. Das ganze kostete dann die Kleinigkeit von 50 US$ pro Person (entspricht rundgerechnet 50 EUR). Am Ende stand die Frage: Haben wir jetzt Kuba gesehen?


`°º¤ø,¸¸,ø¤º° Der Service vor Ort º¤ø,¸¸,ø¤º°

Wie bereits erwähnt, waren wir während unseres Urlaubs drei Tage in Havanna. Das Hotel dort hatten wir, unabhängig von der Pauschalreise, bereits von Deutschland aus gebucht. Ursprünglich wollten wir mit dem Viasul (einem kubanischen Überland-Bus) nach Havanna fahren. Da Fragen bekanntlich nichts kostet, ging’s ab zu Barbara. Schließlich kennt die sich besser aus und hat vielleicht einen Tipp. Und in der Tat bot Barbara uns eine Mitfahrgelegenheit in dem Bus an, der den Tagesausflug nach Havanna fuhr. Auf die Frage nach dem „wie“ der Rückfahrt hatte sie auch gleich eine Lösung: Sie wolle ihre Kollegin in unserem Stadt-Hotel informieren, dass wir kommen, damit diese uns dann ein gleiches Angebot für die Rückfahrt machen kann. Prima! Also, ab in die kubanische Metropole.
In Havanna angekommen, haben wir uns zunächst an die Klärung der Rückfahrt gemacht, um anschließend entspannt die Stadt zu erkunden. Auf unsere Nachfrage an der Hotelrezeption nach einer TUI-Agentur traf uns erst einmal ein fragender Blick, dann wurde herumtelefoniert und nach ca. einer Stunde bekamen wir die Info, dass uns im gegenüberliegenden Hotel jemand erwarten würde. Super! Also nix wie rüber... Dort angekommen, trafen wir aber leider nur eine nette junge Dame von Reinigungspersonal, die uns jedoch unmissverständlich klar machte, die Mitarbeiterin der Tourist-Info wäre zum lunch. Na gut, wir sind hartnäckig, bestellen uns ne Cola – und trinken erst mal auf den guten Service. Nach einer guten halben Stunde kommt dann auch schon jemand. TUI? Nein, da sei sie leider nicht die Richtige, aber eine Busfahrt nach Varadero könne sie uns auch verkaufen. Ok, nehmen wir. Gebucht, bezahlt und auf, um endlich Havanna zu sehen und zu erleben.
An dieser Stelle möchte ich noch erwähnen, dass unser Problem nicht in der kubanischen Gemütlichkeit lag. Die Leute waren nett – und man hat in dem Land eben eine andere Auffassung von Schnelligkeit und Pünktlichkeit. Aber mensch... was soll’s... wir haben doch Urlaub. Nein, geärgert hat uns das großspurige Verhalten der TUI – alles kein Problem. Das, was am Ende dabei raus kam, hätten wir auch ohne unseren Reiseveranstalter geschafft. Und wären wahrscheinlich auch noch schneller damit fertig gewesen.


`°º¤ø,¸¸,ø¤º° Der Rückflug º¤ø,¸¸,ø¤º°

Nachhaltig geprägt von den Erfahrungen des Hinfluges versuchten wir, über unsere Reiseleiterin Barbara für den Rückflug Plätze zu reservieren. Alles kein Problem, hörten wir, Barbara klärt das selbstverständlich gerne für uns mit der LTU. Wir haben uns gefreut, der Dame als kleines Dankeschön eine Schachtel Zigaretten in die Hand gedrückt (deutsche, keine kubanischen!) und sind zwei Tage später zum Flughafen gestartet. Die Ernüchterung war groß – es waren (natürlich!) keine Plätze reserviert. Na dann... ich hoffe, die Zigaretten haben geschmeckt!


`°º¤ø,¸¸,ø¤º° Fazit º¤ø,¸¸,ø¤º°

Unser persönliches Fazit: Wir sind wohl doch keine typischen Pauschal-Touristen.

Was die TUI angeht, kann ich eine Reise in ein Land wie Kuba mit diesem Veranstalter nicht empfehlen. Wenn man sich an die Angebote der TUI hält, hat man am Ende seines Urlaubs nicht mehr gesehen und erlebt, als Hotel, Strand und ein bisschen Show. Das Land kennt man nicht. Es war mein erster Urlaub mit TUI – und auch mein letzter.

Am Ende vergebe ich einen Stern, weil... naja, weniger geht ja eh nicht... und ich weiß, dass die TUI nicht so schlecht ist, wie wir sie in diesem Urlaub erlebt haben. Alleine im Zusammenhang mit Kuba betrachtet, hätte sie allerdings gar keinen verdient.

Die Geschmäcker sind verschieden, die Vorstellungen von einem gelungenen Urlaub noch mehr. Wer gerne mit der TUI fährt und gut Erfahrungen gemacht hat, für den freut’s mich. Wer aber nach Kuba möchte – bei anderen nicht-europäischen Ländern wird’s ähnlich sein – und mehr erwartet als Touristen-Nepp, dem kann ich die TUI nicht empfehlen.

Ich danke Euch für Lesungen, Bewertungen und Kommentare und hoffe, mein Bericht hat Euch gefallen – Kuba Teil III ist in Arbeit.

Liebe Grüße,
Eure Zena :o)


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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
oberhuett1

oberhuett1

24.08.2006 17:52

Wenn wann mit einem Veranstalter wie TUI in den Urlaub fährt, muss man davon ausgehen, dass dieser auf Massentourismus ausgelegt ist. Außerdem wird ja keiner gezwungen, die TUI-Ausflüge mitzumachen. Wer also Land und Leute kennen lernen möchte, sollte nicht TUI die Schuld geben, wenn diese Angebote für den Pauschaltouristen macht.

w_f_weber

w_f_weber

20.04.2005 13:43

Die beschriebenen Besonderheiten in den typischen Urlauberhotels in Varadero sind keineswegs TUI spezifisch, sondern betreffen alle Reiseveranstalter gleichermassen. Es ist nichtmal spezifisch für Cuba Tourismus. In jedem Urlauberhotel auf diesem Planeten werden mehr oder weniger teuere Ausflüge angeboten. So gesehen enthält dieser Bericht eigentlich etwas wenig Informationen.

Traveller

Traveller

23.07.2004 13:56

Volle Zustimmung, allerdings kriegt die arme TUI ja hier im Prinzip nur stellvertreterhaft für alle Pauschalanbieter ihr Fett weg...wie schon bei der LTU: Klar ist das alles scheiße, aber das ist nunmal die Art von Urlaub, die diese Brüder anbieten..

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