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Erfahrungsbericht

für TT-Line Ostsee-Spritztour, Travemünde
5 Sterne Die Seele baumeln lassen Bericht mit Bildern
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Empfehlenswert: Ja

Pro Einfach mal abgeschaltet - und gut gegessen

Kontra Schlechte Beschilderung in Travemünde

Detailbewertung

Erreichbarkeit:
Übersichtlichkeit
Dienstleistungsangebot (Banken, Geschäfte etc.):
Abfertigungszeit und Pünktlichkeit:
Atmosphäre
Flughafensteuer:

Der Autor

dik1609 Seit 4 Jun 2010

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Es war die Zeit zwischen den Jahren, also Ende Dezember: Der 29-jährige Sohn hatte Urlaub und wusste nur wenig mit sich anzufangen, der Schreiber dieser Zeilen musste ebenfalls nicht den Gang zur Arbeitsstätte antreten. Da kam schnell die Idee auf, gemeinsam etwas zu unternehmen, auf Reisen zu gehen. Und Sohnemann durfte sich das Ziel dieser Kurzreise aussuchen. "Wir könnten ja mal gucken, was so in Schweden los ist", sprach er, nachdem er die vorgeschlagenen Angebote gesichtet hatte. Und genau das wurde getan - wir begaben uns auf eine von der Reederei TT-Line so genannte "Ostsee-Spritztour", die uns von Travemünde ins schwedische Trelleborg und wieder zurück führte. Genau darüber soll hier nun berichtet werden.

Die Reederei

Die Reederei TT-Line ist unter der Anschrift Zum Hafenplatz 1 in 23570 Lübeck-Travemünde zu finden und telefonisch unter (0 45 02) 8 01 -81 sowie im Internet unter www.tt-line.de zu finden. Über sich selbst schreibt sie im Rahmen ihrer Internet-Präsenz folgendes:
Auszeichnungen für marktgerechte Dienstleistung und umweltfreundliche Schiffskonzepte: Seit knapp 50 Jahren setzt TT-Line mit ihrer innovativen und modernen Flotte Maßstäbe für die die Fährbranche.
Zuverlässige, hochwertige und umweltschonende Transportlösungen für Passagiere und Fracht - nach diesen Grundsätzen betreibt die private Schifffahrtsgruppe TT-Line seit 1962 den direkten Fährverkehr zwischen Deutschland und Schweden und spielt damit eine führende Rolle bei der Entwicklung und Realisierung logistischer, touristischer und technischer Innovationen im Fährverkehr auf der Ostsee.
TT-Line setzt unter deutscher und schwedischer Flagge eine Flotte von sechs modernen Fähren ein, an der mit 83,5 Prozent die Holding Trampschiffahrt GmbH & Co. KG sowie mit 16,5 Prozent die Reederei Aug. Bolten Wm. Miller's Nachfolger GmbH & Co. KG beteiligt sind.
Pro Jahr befördern die Schiffe rund 600.000 Passagiere und 320.000 Frachteinheiten. Täglich werden bis zu 14 Abfahrten zwischen Travemünde bzw. Rostock und Trelleborg angeboten. Damit ist die Reederei Marktführer im Passagier- und Frachtverkehr zwischen Deutschland und Schweden.
Auf der Suche nach immer umweltfreundlicherem Schiffsbetrieb hat sich TT-Line zu einem der Pioniere der Branche in Bezug auf den schonenden Umgang mit natürlichen Ressourcen und Verminderung von Emissionen entwickelt. Der Bau der "Green Ships" Nils Dacke und Robin Hood 1995 war der erste große Schritt zum umweltfreundlichen Schiffsbetrieb. Beide Fähren haben umweltfreundliche diesel-elektrische Antriebe, ebenso die 2001 gebauten Schiffe Nils Holgersson und Peter Pan. Die gesamte TT-Line-Flotte fährt mit schwefelarmem Treibstoff. 2008 hat TT-Line das "Green Bridge Konzept" entwickelt und damit eine weiter gehende Reduzierung der Schadstoffe realisiert. Auch zukünftig wird TT-Line die Entwicklung innovativer Schiffstechnik entsprechend den Anforderungen des Marktes und des Umweltschutzes weiter voran treiben.
Technologie- und Umweltengagement des Unternehmens sind mehrfach ausgezeichnet worden: Im Jahr 2000 ehrte die schwedische Transportwirtschaft TT-Line als "Transportunternehmen des Jahres". Im Folgejahr wurde die Reederei vom Informationsdienst "ShipPax-Information" für die erste Ro-Pax-Fähre mit Pod-Antrieb für den "Pionieering Ro-Pax Technology Award" nominiert; das Antriebsystem macht Schiffe manövrierfähiger und hilft Kraftstoff zu sparen. 2002 erhielt das Unternehmen den "Lucia Preis" der schwedischen Regierung und 2003 den "Innovationspreis" des schwedischen Transportunternehmer-Verbandes.
Die Buchung

Über die oben erwähnte Internet-Seite wurde die Ostsee-Spritztour von uns gebucht - das erwies sich als recht einfach, denn die Menüführung ergibt sich von allein. Erwachsene zahlen für das Grund-Paket (Schiffsreise hin und zurück, Übernachtung in einer Vier-Bett-Innenkabine, Frühstücks-Büffet, Tellergericht auf der Rückreise und Reiserücktrittskosten-Versicherung) 71 Euro, für Kinder von sieben bis zwölf Jahren werden 51 Euro fällig. Von uns allerdings wurde das Ganze noch ein wenig aufgestockt, denn statt der Vier-Bett-Innen- buchten wir eine Zwei-Bett-Außenkabine, zudem wollten wir auch am abendlichen "kleinen Buffet" teilnehmen. So kam ein Endpreis von genau 251,50 Euro für das Reise-Duo heraus. Dieser Betrag wurde schlicht und einfach überwiesen, die Reise-Unterlagen erreichten uns wenige Tage nach der Buchung, wobei es im eigentlichen Sinne keinen Fahrschein gab - die Buchungsnummer reichte am Check In völlig aus.

Angeboten werden übrigens auch jeweils Samstags Mottopartys auf den Schiffen (Appen musiziert, Die kultige 70er Fete, TT-Vossi-Revival-Party, Ü 30 auf See, Tanz in den Mai, Sommerhits und Meer, X-Mas-Party und Silvester-Party), die allerdings teurer sind als die normale Ostsee-Spritztour. Zudem gibt es jeweils am Wochenende das große Captains`s Buffet statt des kleinen Buffets, das für unsere Reise angeboten wurde. Bei beiden Buffet-Variationen sind die Tischgetränke im Preis inkludiert.
Der Reiseverlauf

Es gibt zwei unterschiedliche Reise-Abläufe für diese Spritztour auf der Ostsee, wobei im Normalfall die erste Tour auf der "Peter Pan" ist, die zweite auf der "Nils Holgersson". Wir wählten Variante 2, die aber ausnahmsweise auf der Peter Pan durchgeführt wurde - zwischen den Feiertagen nämlich lag die Nils Holgersson auf Reede und nur eines der beiden Schiffe kreuzte zwischen Schleswig-Holstein und Schweden. Unverändert aber blieb der Reiseablauf, der dieses Aussehen hatte:

1. Tag: ab 19.30 Uhr Einchecken am Skandinavienkai in Travemünde, anschließend Einschiffung, ab 20 Uhr Gelegenheit zum Abendessen, 22 Uhr Abfahrt Richtung Schweden.

2. Tag: ab 6 Uhr Frühstücks-Buffet, 7.30 Uhr Ankunft in Trelleborg und Gelegenheit zu einem kurzen Landgang, ab 9 Uhr Einschiffung, 10 Uhr Abfahrt Richtung Deutschland, ab etwa 12.30 Uhr Mittagessen, 18.30 Uhr Ankunft in Travemünde.

Bei der anderen Variante legt das Schiff am Morgen um 10 Uhr in Travemünde ab, erreicht um 17.30 Uhr Trelleborg, kehrt dort ab 22 Uhr zurück und ist am nächsten Morgen um 7.30 Uhr wieder in Travemünde.
Die Anreise

Wir reisten mit dem Pkw nach Travemünde an, was sich als ausgesprochen einfach erwies. Zunächst folgten wir von Hamburg aus kommend der Autobahn A 1, dann waren auch schon Travemünde und der Skandinavien-Kai ausgeschildert. Für etwas Verwirrung sorgte bei mir lediglich eine neue Verkehrsführung unmittelbar am Hafen - ich war zuletzt vor mehreren Jahren vor Ort gewesen und fand meinen gewohnten Weg nicht mehr vor. Kurz entschlossen folgte ich einer Parkplatz-Ausschilderung und tat gut daran: Ich kam direkt zum Hafenhaus, wo der Check-In vorzunehmen war und von wo aus es aufs Schiff gehen sollte. Hier allerdings war ich mit der Beschilderung erneut nicht wirklich zufrieden, denn überall gab es Parkplätze mit einer Maximal-Parkzeit von drei Stunden - unser Auto aber sollte doch länger vor Ort bleiben. Letztlich stellten wir das Auto ab, um uns im Hafenhaus zu informieren und erfuhren dort, dass an der Information ein Parkausweis erworben werden konnte, der bei einer 24-stündigen Gültigkeit 4 Euro kostete. Und mit diesem im Auto platzierten Ausweis durfte das auch auf den Drei-Stunden-Parkplätzen abgestellt werden. Hier wäre es wünschenswert, wenn das auch irgendwo angezeigt würde, denn wir hatten schon einige Runden um die ausreichend vorhandenen Parkplätze gedreht, ehe wir endlich die Lösung fanden.

Bahnreisende fahren über Lübeck-Hauptbahnhof nach Travemünde bis zum gleichnamigen Haltepunkt. Von dort geht es mit der Buslinie 30 oder 40 direkt bis zur Haltestelle "Skandinavienkai Terminal".
Unser Schiff

Die Geschichte "Peter Pan" des schottischen Schriftstellers James Barrie erschien 1904. Sie handelt von Peter Pan, einem Jungen aus London, der nicht erwachsen und vernünftig werden will. Stattdessen fliegt er eines Nachts gemeinsam mit seinen Freunden nach Nimmerland. Dort ist das Leben ein reines Abenteuer, und man muss eben nicht erwachsen werden. Ab und zu kommt Peter Pan zurück. Dann besucht er Kinder und Erwachsene in ihren Träumen und nimmt sie für ein paar Stunden mit nach Nimmerland. Dieser Peter Pan war also Namenspatrone für das Schiff, mit dem wir zweimal die Ostsee querten.

Die Peter Pan der TT-Line erlebte am 3. 3. 2001 ihren Stapellauf, wurde von der SSW Fähr- und Spezialschiffbau GmbH in Bremerhaven gebaut und am 26. 10. 2001 ausgeliefert. Die technischen Daten des RoRo-Passagierschiffes mit Pod-Antrieb:
Länge: 190,75 Meter
Breite: 29.5 Meter
Tiefgang: 6,2 Meter
Tragfähigkeit: ca. 6.600 Tonnen
Vermessung: 36.468 Bruttoraumzahl
Antrieb: Diesel-elektrisch mit 2 SSP-Pods je 11 MW, 5 Diesel-Generatoren mit Gesamtleistung von 29.880 KW = 40.636 PS
Geschwindigkeit: 22 Knoten
Stabilisatoren: Blohm & Voss
Passagier: 744
Kabinen: 220
Betten: 640
Deckskapazität: 2.600 Im bzw. 174 Trailer auf 2.640 Lademetern und 3 Ladedecks
Spurbreite: 3,10 Meter
Freie Laderaumhöhe: 4,60 Meter
Besatzung: 52 Personen

Die Nils Holgersson ist baugleich mit der Peter Pan, erlebte ihren Stapellauf allerdings schon am 19. 8. 2000.

Unsere Kabine

Alle Kabinen befinden sich auf den Decks 8 und 9 - also weit über den Auto-Decks. Wir hatten - wie oben bereits geschildert - eine Zweibett-Außenkabine gebucht, erhielten aber eine Vierbett-Außenkabine (mit 2-er Belegung natürlich). In der Kabine sind entsprechend vier Betten zu finden, wobei es jeweils zwei Betten übereinander gibt - wir aber nutzten natürlich nur die beiden unteren Betten, die sich als sehr bequem, breit genug und mit kuscheliger Bettwäsche bezogen erwiesen. Die Kabine ist vergleichsweise klein (geschätzt etwa acht Quadratmeter) und zweckmäßig eingerichtet. Zwischen den Betten hatten wir an der Stirnseite ein Fenster (das natürlich nicht geöffnet, wohl aber mittels Gardinen verdunkelt werden konnte). Zudem gibt es einen kleinen Tisch, einen Hocker und Kleiderhaken in der Kabine, zu der außerdem ein Bad gehört, das neben Waschbecken (einschließlich dazu gehörender Handtücher) und WC eine Dusche beinhaltet, die mir außerordentlich gut gefiel, weil sie einerseits nicht zu klein war und noch etwas Bewegungsspielraum bot, und weil andererseits der aus dem Duschkopf kommende Wasserstrahl sehr gut regulierbar und kräftig genug war, um sich wirklich zu erfrischen. Die Kabine selbst ist mit blauem Teppichboden ausgelegt, verfügt über eine Klima-Anlage und diverse Möglichkeiten zur Beleuchtung einschließlich kleiner Leselampen an jedem Bett.
Die Verpflegung

Die Mahlzeiten an Bord der Peter Pan stellten für uns den Höhepunkt der Reise dar. Im Normalfall kann gewählt werden, ob der Reisende am Abendbüffet um 20 oder 22 Uhr teilnehmen möchte. Wir hatten uns für die erste Sitzung entschieden - meines Wissens nach gab es zu unserem Reisetermin am 27. Dezember vergangenen Jahres allerdings auch nur diese eine Sitzung. Das sogenannte "kleine Buffet" (kostet bei Einzelbuchung 23 Euro) erwies sich als völlig zufrieden stellend. Angeboten wurden Suppen (auch eine für Vegetarier), kalte und warme Vorspeisen (natürlich auch einige Fisch-Gerichte), Salate, Hauptgerichte (diverse Fleisch- und Fischsorten, Beilagen wie Kartoffeln, Reis und Gemüse, Nudelgerichte), Nachspeisen (in erster Linie Eiscreme und Pudding) und eine Getränke-Auswahl, wobei sowohl Softdrinks wie Bier, Rot- und Weißwein sowie Kaffee selbst gezapft werden müssen. Nach zwei Stunden sollte der Gast seine Mahlzeit beendet haben, was sicherlich kein Problem darstellt.

Auch das Frühstück am Morgen, das wir übrigens erst nach dem Ablegen des Schiffes in Trelleborg einnahmen, wird in Buffet-Form angeboten und ist reichhaltig, bietet natürlich neben Säften und Heißtränken auch Cerealien, diverse Brot- und Brötchen-Sorten, Salate, Wurst und Käse, Marmelade und Honig, Fischgerichte, Rührei und gekochte Eier, gebratenen Schinken und Würste und Einiges mehr. Hier dürfte kaum ein Wunsch offen bleiben - auch wenn ich mir persönlich vielleicht noch ein Spiegelei gewünscht hätte.

Gespannt waren wir auf unser als "Tellergericht" angekündigtes Mittagessen. Nachdem wir ausgiebig gefrühstückt hatten, wollten wir natürlich auch diese Mahlzeit nicht versäumen und betraten gegen 13 Uhr das Restaurant, wo uns eine freundliche Mitarbeiterin fragte, ob es richtig sei, dass wir erst vor kurzem gefrühstückt hätten. Nachdem wir diese Frage wahrheitsgemäß bejaht hatten, empfahl sie uns, das "Tellergericht" erst ab 17 Uhr einzunehmen. Momentan nämlich könne sie uns nur ein Putenschnitzel mit Pommes Frites anbieten, ab 17 Uhr aber sei ein kleines Buffet aufgebaut. Dieser Empfehlung folgten wir natürlich - auch angesichts des nicht vorhandenen Hungers - sehr gern und erschienen gegen 17 Uhr wieder im Restaurant, wo wir ein Tablett erhielten, mit dem wir an dem mit einfachen Speisen (Köttbullar!) bestückten Büffet vorbei marschierten. Dabei durften wir nicht nur ein Hauptgericht auswählen, sondern das auch mit einem Softdrink, einem Salat und einer Nachspeise anreichern - prima!

Der Service

Vielleicht lag es an unserem Reisetermin und der damit verbundenen geringen Passagier-Belegung des Schiffes - aber das soll uns eigentlich gleichgültig sein. Das Personal an Bord jedenfalls erwies sich als überaus freundlich und hilfsbereit, was ja auch schon durch den oben aufgeführten Hinweis bei unserem Mittagessen deutlich wurde. Aber auch ansonsten waren alle Besatzungsmitglieder wirklich enorm freundlich und erledigten zumeist wohl mehr als ihre vertragsgemäßen Aufgaben - lediglich in der Panorama-Bar wurden die Tische leider zu selten gesäubert. Im Restaurant dagegen war es während der Buffets nahezu selbstverständlich, dass die bereits genutzten Teller jeweils dann vom Tisch verschwanden, wenn wir unterwegs waren, um uns mit weiteren Köstlichkeiten einzudecken. Und dass auf dem Buffet selbst vergriffene Speisen schnell nachgelegt wurden, versteht sich schon beinahe von allein.

Das schönste Erlebnis aber gab es hinsichtlich des Personals wohl während der Liegezeit des Schiffes in Trelleborg, als wir nämlich auf dem Schiff unterwegs waren und nur zu gern einen Kaffee gekauft hätten. Alle entsprechenden Verkaufsstellen aber waren geschlossen - und so wandte ich mich an einen netten Herrn in Uniform, um von dem möglicherweise einen Ratschlag zu bekommen, wie wir den unsere Koffein-Sucht befriedigen könnten. Der gute Mann war pragmatisch eingestellt: Er führte uns zu seinem (Büro-)Arbeitsplatz und schenkte uns aus seiner Kaffeemaschine ein - natürlich ohne jede Berechnung.

Die Kabinen übrigens wurden wäjhrend unseres knapp 24-stündigen Aufenthalts auf dem Schiff nicht gesäubert - aber das hatte ich auch nicht erwartet und erwies sich auch nicht als notwendig.
Weitere Einrichtungen auf dem Schiff

Natürlich gibt es auf der Peter Pan wie auch auf der Nils Holgersson eine Reihe von Möglichkeiten, sich auch außerhalb des Restaurants mit 290 Sitzplätzen die Zeit zu vertreiben. Besonders beliebt war bei uns die Panorama-Bar, die knapp 200 sehr gemütliche Sitzmöglichkeiten und große Fenster bietet, durch die vor allem das Ein- und Auslaufen des Schiffes prima beobachtet werden können. Beeindruckend ist hier vor allem die kurze Fahrt durch die Trave, während der das beleuchtete Travemünde und das am Ufer festgemachte Viermaster-Segelschiff "Passat" beobachtet werden können. Natürlich werden in dieser Bar auch Getränke angeboten, die zudem vom Preis her erschwinglich sind. Das beginnt bei einer großen Tasse Kaffee für 2,90 Euro, geht über Softdrinks wie Coca Cola (0,2 Liter 2,50 Euro) über Bier vom Fass (0,3 Liter Warsteiner 3,30 Euro), Wein (0,2 Liter Chardonnay 4,50 Euro) bis hin zu Longdrinks (Whisky Cola 6,00 Euro) und Spirituosen (4 cl Wodka Finlandia 4,50 Euro).

Zudem gibt es ein kleines VIP-Pub, das wie alle anderen öffentlichen Räume auf Deck 7 zu finden ist, während unserer Reise aber geschlossen war, einen Kinosaal mit 45 Sitzplätzen und mehreren Vorführungen am Tag, einen Saal mit Glücksspielautomaten, natürlich einen Duty-Free-Shop (jeder Reisende darf übrigens zwei Schachteln zollfreier Zigaretten kaufen, die aber nicht im Shop, sondern an der Information erhältlich sind), einen Kinder-Spielraum, einen Raucherraum, einen Fitnessraum sowie Whirlpool, Sauna und einen Konferenzraum. Natürlich werden auch Sitz- und Liege-Möglichkeiten auf dem Sonnendeck angeboten, was im Winter allerdings nicht sonderlich nachgefragt wird.
Meine Meinung

Vorweg sei gesagt, dass wir unsere kurze Schiffsreise wirklich genossen haben - sie bietet auch im Winter eine wirklich hervorragende Möglichkeit, sich des Müßigganges zu betätigen und einfach nur die Seele baumeln zu lassen, wobei das Preis-/Leistungsverhältnis hier wirklich noch in Ordnung und vor allem auch die Verpflegung an Bord im Vergleich zu den Schiffen anderer Reedereien bezahlbar ist.

Ärgerlich fand ich während unserer Anreise - wie oben geschildert - die unzureichende Beschilderung in Travemünde zum Hafenhaus sowie die der Parkmöglichkeiten. Zudem muss auch nach dem TT-Line-Büro im Hafenhaus erst etwas gesucht werden - irgendwie wirken die Büroräume nicht wirklich wie ein Check-In-Schalter, an dem wir im übrigen neben unseren Bordkarten und Zimmerschlüsseln in Plastikkarten-Form auch die Gutscheine für alle Mahlzeiten erhielten.

Auch die Wartezeit (wir waren natürlich viel zu früh angereist!) im Hafenhaus war alles andere als schön, denn die Sitzplätze im Untergeschoss des erst vor einigen Jahren neu gebauten Hauses sind doch sehr einfach gestaltet, die Verpflegungsmöglichkeit durch eine Art Kiosk sehr eingeschränkt und im Falle des von uns georderten Kaffees auch noch schlecht. Große Anzeigetafeln sollen die Passagiere unter anderem über die Zeiten der Einschiffung informieren - und auch da gab es ein Problem, denn nachdem zunächst die auch vorab so geplante Zeit von 19.30 Uhr auf dieser elektronischen Tafel angezeigt wurde, änderte die sich irgendwann im Laufe der Wartezeit auf 21 Uhr - was mich reichlich missmutig stimmte, hätte das doch weitere 90 Minuten Warten in nicht behaglicher Umgebung bedeutet. Aber diese Anzeige erwies sich schlicht und einfach als falsch - pünktlich um 19.30 Uhr öffneten sich die Türen und die wenigen Passagiere wurden mit einem Bus (wie ungewöhnlich!) einige wenige hundert Meter weit zum Schiff gebracht.

Nun erwies sich alles Folgende als sehr angenehm, wobei Sohnemann und ich das Treppenhaus benutzten, um nach Verlassen des Busses den Eingang zum Schiff auf Deck 7 zu erreichen, während die meisten anderen Passagiere - die aber auch eindeutig mehr Gepäck als wir dabei hatten - einen Fahrstuhl benutzten. Insofern übrigens wirkt das Ganze auch durchaus Behinderten tauglich, denn auch auf dem Schiff selbst können diverse Treppen dank der eingebauten Fahrstühle umgangen werden.

Im Inneren der Peter Pan erreichten wir als erstes das sehr schön gestaltete und ausgeleuchtete Atrium, in dem sich auch die Rezeption beziehungsweise Information befindet. Pflanzen, angenehme Holzfarben an den Wänden und eine geschwungene Treppen ließen hier den Hauch von Luxus erkennen, wobei das helle Holz, das irgendwie eine beruhigende Wirkung zu haben scheint, auch in allen anderen öffentlichen Räumlichkeiten des Schiffes vorzufinden ist und einfach nur Behaglichkeit demonstriert. Zusammen mit den in zartem blau gehaltenen Sitzmöglichkeiten und den in Tiffany-Optik gestalteten Motiven aus der Peter-Pan-Erzählung an den Wänden wirkt das rein optisch wirklich alles sehr schön.

Positiv überrascht waren wir von der wirklich ausgezeichneten Verpflegung an Bord (siehe oben), mir als Raucher kam es zudem entgegen, dass ich zur Sucht-Befriedigung nicht jedes Mal nach draußen musste (wo ein recht kalter Wind vorherrschte), sondern es einen entsprechenden Raum mit einigen Tischen und Sitzmöglichkeiten gab. In dem allerdings hätte ich mich nie länger als für eine Zigarettenlänge aufhalten mögen, auch wenn ein eingeschalteter Fernseher hier sogar für Unterhaltung sorgte.

Natürlich mussten viele Angebote an Bord ausprobiert werden - so auch die Geldspielautomaten. Die allerdings waren dummerweise nur mit schwedischen Kronen zu füttern, die nicht in unserem Besitz waren. Also ging es an einen Wechselautomaten, der uns mit Zehn-Kronen-Stücken versorgte - die einfachen Automaten allerdings akzeptierten nur Ein-Kronen-Stücke, die wir immer noch nicht hatten. Alternativ konnten auch Euro-Scheine eingeschoben werden - und für unsere investierten 5 Euro hatten wir durchaus auch einige Minuten Spaß, die überzähligen schwedischen Münzen wurden später eingesetzt, um sich in der Panorama-Bar mit einem Espresso zu versorgen.

Wichtig war zudem natürlich, dass wir auf dem Schiff einen geruhsamen Schlaf erlebten. Weil nur wenige Passagiere an Bord und die abendlichen Aktivitäten entsprechend gering waren, suchten wir recht früh nach dem Essen unsere Kabinen auf und schliefen dort wirklich hervorragend, wobei ich es als sehr angenehm empfand, in keines der oberen Betten klettern zu müssen. Dass auch Dusche und WC meinen Ansprüchen vollständig entsprachen, habe ich bereits oben kund getan.

Am zweiten Tag unserer Reise bestand bekanntlich die Möglichkeit zu einem kurzen rund 90-minütigen Landgang in Trelleborg. Aber: Es war dunkel, es regnete, es war noch sehr früh und deswegen an Land wohl kaum ein Geschäft geöffnet. Ergo: Wir verzichteten auf diesen angebotenen Landgang und blieben auf dem Schiff. Schade nur, dass in der Liegezeit in Trelleborgs Hafen alle Restaurants und Verpflegungsmöglichkeiten geschlossen waren. Da wäre zumindest eine Möglichkeit, sich auch offiziell einen Kaffee zu kaufen, sehr angenehm. Aber wer weiß? Vielleicht gibt es diese Möglichkeit bei besserer Passagier-Auslastung ja durchaus. Während der Liegezeit in Trelleborg nämlich hatte ich das Gefühl, dass Sohnemann und ich nun die einzigen Passagiere an Bord seien.

"Ist das nicht langweilig?", mag sich mancher Leser nun fragen - und meine Antwort darauf lautet, dass es immer darauf ankommt, was der Einzelne erwartet und was er aus der Situation macht. Für uns jedenfalls bedeutete diese Kurz-Seereise Entspannung pur. Wir konnten es durchaus genießen, mal in der Panorama-Bar zu sitzen und zu lesen, dann wieder nach draußen zu gehen und uns den Wind um die Nase wehen zu lassen, die Wellen und andere Schiffe zu beobachten, zwischendurch gut zu essen und die spannenden Ein- und Ausfahrten in und aus den Häfen zu verfolgen. Irgendwie sorgte diese Reise für innere Ruhe. Und für mich hätte sie durchaus auch etwas länger dauern dürfen, wenngleich schon diese knapp 24 Stunden dafür sorgten, dass das Gehirn teilweise abgeschaltet und Probleme vergessen wurden. Genau so hatten wir uns das vorher auch gedacht - insofern war diese Reise einfach nur perfekt für Vater und Sohn.

Bilder

für TT-Line Ostsee-Spritztour, Travemünde
Schiff1 - TT-Line Ostsee-Spritztour, Travemünde
Auf der Peter Pan: Das Atrium
von dik1609 dik1609
Schiff1 - TT-Line Ostsee-Spritztour, Travemünde

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Kommentare

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  • t.schlumpf 18.05.2012 09:00
    Bewertete diesen Bericht als
    besonders hilfreich

    So da war ja noch ein Dessous abzugeben ;o)

  • handballwilhelmshaven 04.05.2012 17:29
    Bewertete diesen Bericht als
    besonders hilfreich

    BH

  • MeinkleinesLicht 24.04.2012 01:57
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
  • deel 04.04.2012 19:55
    Bewertete diesen Bericht als
    besonders hilfreich

    Sehr beeindruckendender Bericht LG

  • Venevica 29.03.2012 18:02
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
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