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Pro Faszinierende Multimediashow
Kontra Reizüberflutung/Grenze zum Kitsch wird überschritten
Detailbewertung
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Vorwort
Swarosvki, was fällt mir dazu ein:Wer keine Lust hat, einer „Adabei“ wie beispielsweise Fiona Winter-Swarosvki sein Eintrittsgeld in den Rachen zu werfen oder für den Swarovskiprodukte einem Schlag aufs Auge gleichkommen, der sollte auf der Inntalautobahn lieber an Wattens vorbeifahren…
Wer aber André Hellers Schöpfungen mag, keine Berührungsängste mit zeitgenössischer Kunst hat und vielleicht seine Kinder unterhalten will, der kann in den Kristallwelten seine Sinne mit einer Multimediashow kitzeln. Wir waren mit unseren Kindern (jetzt 8 und 15 Jahre alt) im Tarotgarten von Niki de Saint-Phalle in der Toskana und in dem herrlich versponnenen Heller-Park in Gardone am Gardasee, und sie waren beide begeistert. Im letzten Sommerurlaub besuchten wir zum ersten Mal die Kristallwelten, jetzt waren wir an Pfingsten das zweite Mal da, unser Jüngster wollte zwei Tage später wieder hin! Vielleicht muss man selbst noch ein bisschen Kind sein, um an solchen Anlagen Gefallen zu finden…*******************************************************
Entstehung der Kristallwelten
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Anfahrt
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Öffnungszeiten
Es empfiehlt sich, möglichst früh da zu sein, obwohl es anscheinend keine feste Regel gibt ( sagte die Dame am Ticketverkauf). Wir sind in den Sommerferien und in den Pfingstferien jedes Mal vor 10:00 Uhr morgens angereist und mussten nicht warten, einmal wollten wir allerdings noch gegen Mittag nur in den Shop und mussten mindestens 20 Minuten in der Warteschlange stehen! Man darf nicht vergessen, dass die Kristallwelten eine der größten Touristenattraktionen Österreichs sind, mit bisher zehn Millionen Besuchern, wenn man Pech hat, und einige Reisebusse gleichzeitig ankommen, ist mit Gedränge zu rechnen, wir hatten jedoch Glück und konnten ungestört durch die Ausstellung wandern.
**********************************************************Kinder bis 12 Jahre haben freien Eintritt, über 12 Jahre zahlt man pro Person € 9,50, wir haben also als vierköpfige Familie € 28,50 bezahlt, weniger als für eine Bergbahn beispielsweise…
Die Gruppenermäßigung gilt ab zehn Personen, dann kostet es € 8,00 pro Person.
Mitglieder der Swarovski Crystal Society haben freien Eintritt.
Der Eintritt in den Shop ist gratis, man braucht aber auch ein Ticket, um hineinzukommen.
Der Eingangsbereich umfasst den Ticketverkauf, ein Café und Toilettenanlagen. Gleich am Eingang begrüßt den Besucher ein Riesenmodell des Swarovskiklassikers Kristallmaus. Man bewegt sich auf einen riesigen, künstlichen Hügel zu, der ein wenig an ein Hobbithaus erinnert. Vor dem Hügel liegt ein Teich, das stilisierte Gesicht eines Riesen mit funkelnden Augen speit Wasser in den Teich hinein. Es gibt zwei Eingänge rechts und links des Riesenmundes, die zur Ausstellung führen. Ein Weg biegt links vor dem Teich ab und führt zu dem kostenfreien Shopeingang. Wir haben uns wenig im Außenbereich aufgehalten und gleich die Ausstellung „gestürmt“. Es gibt in der Grünanlage aber einen Park, Kunstinstallationen, ein Biotop und einen Spielplatz.
Die Ausstellung ist für Rollstuhlfahrer und Kinderwagen geeignet (haben wir aber nicht überprüft!).
Die Eingangshalle:
Die große Halle prangt im magischen „Yves-Klein Blau“. Hier trifft der Besucher auf viele Werke berühmter zeitgenössischer Künstler:
Die schwarz-weiße Keith Haring Stele der Aida-Inszenierung in Luxor schmückt eine Wand. Fröhlich grüßt eine knallbunte Nana von Niki de Saint-Phalle mit einem Riesenkristall in der linken Hand. Von der Decke hängt der gigantischer Lüster , dessen LEDs ständig die Farbe wechseln, von Gaetano Pesce. An der hinteren Wand hängt eine dreidimensionale „geschmolzene“ Armbanduhr von Salvador Dali, rechts daneben prangt ein schwarzes Pferdemodell, welches mit Swarovskikristallen reich geschmückt ist, einer Nachbildung des Schmucks, den ein Maharadscha für seinen Lieblingshengst anfertigen ließ. Das Herzstück der Ausstellung ist hier jedoch der Centenar, der angeblich den größten jemals hergestellten Kristalll mit 40 cm Durchmesser und 100 Facetten darstellt. Hier wird dem Besucher gleich zu Beginn des Rundgangs klar, dass bei Swarovski nur geklotzt und nicht gekleckert wird…
Man folgt der 42 Meter langen und elf Meter hohen Kristallwand, in der Millionen Kristalle funkeln zu
Nr. 2: Der Kristalldom
Dafür gibt es jetzt im Kristalldom umso reichlicher Funkelndes: Über 590 Spiegel vermitteln dem Betrachter die Illusion, sich im Inneren eines Riesenkristalls zu befinden, dazu ertönen Sphärenklänge von Brian Eno, während in einzelnen Nischen Kunstobjekte von Susanne Schmögner auftauchen und wieder verschwinden. Wenn man sich darauf einlässt, hat man das Gefühl, in eine andere Welt abzutauchen.
Das Kristalloskop
Auch hier wartet Swarovski wieder mit einem Superlativ auf: hier sieht der Besucher das „Größte Kaleidoskop der Welt“. André Heller hat es gemeinsam mit dem Heilpraktiker Peter Mandel (Zitat: „Kristalle sind das Medium für die Seele. Das Licht der Facetten steht in Resonanz mit den Facetten des Unbewussten.“ kreiert. Nun ja, man muss halt dran glauben. Jedenfalls laden die gepolsterten Rückenlehnen zum Verweilen ein und man kann in Ruhe den Farbspielen an der Decke zuschauen.
Nr.5: Kristallkalligraphie
Das Wort an sich ist ja schon ein kleines Kunstwerk.
Der Glaskünstler Paul Seide perfektioniert die „Neontechnologie“,, seine Lichtschrift kommt ohne Buchstaben aus und illustriert Zeilen aus Baudelaires „Les fleurs du mal“: „Engel für ewige Dauer, leidend am Fieberschauer, durch des Morgens blauen Kristall, fort in das leuchtende All.“ Nach der überbordenden Symbolik im Vorraum beruhigen die einfachen, bläulichen Linien das Auge wieder etwas.
Nr. 7 und 8 Galerie
Hier ist Raum für wie wechselnde Ausstellungen, seit November 2010 präsentieren die beiden russischen Künstler Blue noses alte und neue Weltwunder: Cheopspyramide, Empire State Building, und Lenin Mausoleum wurden präzise als Kristallmodelle gefertigt und mit eigenwilligen Videoinstallationen verfremdet, am Boden der Pyramide treibt es eine Mumie mit einem Ausgräber, auf dem Grund des Wolkenkratzers kreischt eine Bikinischönheit beim Anblick eines Riesenaffen und im Mausoleum bettet sich ein Herr im dunklen Anzug zur Ruhe. Wir fanden die Installationen sehr witzig, kamen aber etwas in Erklärungsnot, als unser ägyptenbegeisterter Jüngster wissen wollte, was da in der Pyramide vor sich ging. Ein solches Mumienverhalten war ihm (und uns) bisher noch nicht untergekommen!
Nr. 10: La Primadonna assoluta : Jessye Norman
Die berühmte amerikanische Sopranistin hat sich seit ca. zehn Jahren weitgehend aus der Kunstszene zurückgezogen, neben dem klasssichen Repertoire beherrschte sie sowohl Gospel als auch Jazz. André Heller filmte ihren Auftritt im Kristalldom, als Norman die Schlussarie aus "Dido und Aeneas" von Purcell vortrug. Der Opernkenner muss selbst entscheiden, ob der Kristalldom oder Normans Sopran heller strahlt…
Nr. 12: 55 Million Crystals von Brian Eno
Musik für die Augen, ein Gemälde auf Zeit, dies fasst das Werk von Eno zusammen, ein bewegtes Objekt, das von Hand Gemaltes und Computergrafiken vereint, sich allmählich verändert und nie wiederholt, jeder Moment ein Unikat. Man sollte sich einfach hinsetzen, die ruhigen Bewegungen mit dem Auge verfolgen und die meditative Wirkung von Farbe und Musik hinnehmen. Ein Erlebnis in der vierten Dimension, so beschreibt es Eno, der Bands wie Roxy Music, Talking Heads und U2 beeinflusste.
Nr. 14: Kristallwald von Fabio Plessi
Irgendwie muss ich den bei unserem letzten Besuch übersehen haben, denn ich erinnere mich nicht mehr daran. Laut Homepage ist es eine Verbindung von Technik und der Natur, die Plessi am Anfang bezwingen wollte, aber jetzt in die moderne Technik integriert. Gut erinnere ich mich dagegen an die wunderschöne künstliche Qualle, die ihrer meterlangen „Nesselfäden“ entlang des Korridors ausstreckt und glitzert und leuchtet. Damit ist die Ausstellung beendet,
Man passiert eine Installation zur hundertjährigen Firmengeschichte, beginnend bei Daniel Swarovski. An ihn erinnert auch der riesige D-Cube, eine Hommage von Chris Levine in Form des größten geschliffenen Kristallwürfels der Welt.
Es sind noch zwei Hochzeitsroben, mit Swarovski-Kristallen verziert, zu bestaunen , letztes Jahr prangten an dieser Stelle verschieden Tänzerinnenkostüme. Nun betreten wir den
Hier gibt es 08/15 Schmuck von der Stange, pompöse Kreationen, die manchmal wie Folterinstrumente aussehen, winzige, funkelnde Handtäschchen, Designerschmuck, einzelne, abgepackte Kristalle, große und kleine Kristallskulpturen. Schönheit liegt ja im Auge des Betrachters, aber die meisten Gegenstände würde ich persönlich nicht geschenkt wollen. Auch die Figuren sind unerträglich niedlich, angefangen von Tinkerbell bis zu wuchtigen Skulpturen, die etliche tausend Euro kosten sollen. Letztes Jahr gab es an dieser Stelle unglaublich teure Kreationen, die mit zigtausenden Kristallen besetzt waren, beispielsweise einen Weißkopfseeadler und einen Leguan in Lebensgröße. Solche Teile kann man sich am besten in den Villen neureicher Russen vorstellen (Preis pro Stück ca 20.000 Euro), eine bewundernswerte Fleißarbeit, aber keine Kunst…. Ach ja, pro Eintrittskarte werden beim Einkauf ganze 2 Euro rückvergütet, echte Schnäppchenpreise also!
Irgendwann ist das Auge dann wirklich übersättigt und man tritt die Flucht nach draußen an, dann tut das Grün der Parkanlage wirklich gut!
Es gibt in den Kristallwelten unendlich viel zu sehen und zu hören. Sicher muss einem nicht alles gefallen, was geboten wird, aber ich finde, man kann sich ruhig die Rosinen herauspicken, genau wie in dem Meer von Kitsch im Verkaufsbereich das eine oder andere Schmuckstück dennoch gefällt. Auf jeden Fall ist es fantasievoll, optisch und akkustisch interessant und außergewöhnlich. Wir haben den relativ hohen Eintrittspreis gerne bezahlt und kommen vielleicht noch ein drittes Mal zurück.
Ich habe meine Erinnerungen mit dem aktuellen kostenlosen Führer und der Homepage abgeglichen, bei der Nummerierung ergaben sich manchmal Unstimmigkeiten. Die Homepage www.kristallwelten.swarovski.com gibt aber einen guten Gesamteindruck wieder und erläutert auch die einzelnen Themen.
Mir wurde auf anfrage versichert, das sowohl Fotografieren als auch Filmen ausdrücklich erlaubt sei.
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FlyingDagger 13.05.2012 08:18
MonaR 01.05.2012 12:17
golden_rose 27.04.2012 17:11
Das verdiente BH wird nachgereicht. Lieben Gruß
ClaudiaL 07.04.2012 20:58
BH: würde ich mir auch gern mal ansehen! LG Claudia
krimifan66 24.03.2012 05:47
BH Bericht.LG Martina