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Erfahrungsbericht

für Südnorwegische Küste, Riviera Norwegens
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5 Sterne Die Riviera Norwegens - norwegische Südküste
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Empfehlenswert: Ja

Pro sonnig, tolle Küsten, kinderfreundlich, super Natur, schöne Städtchen

Kontra teuer - aber das ist es wert

Der Autor

bjlghs Seit 1 Dez 2004

Frühling lässt sein blaues Band wieder .....Lest doch mal bei meinen Vertrauten, was es Neues gibt. mehr

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Die Riviera Norwegens - Südnorwegische Küste

Kaum ein Landstrich in Norwegen wird von den Norwegern selbst so intensiv als Feriengebiet genutzt, wie die südnorwegische Küste zwischen Arendal im Osten, Kristiansand
und Flekkefjord im Westen. Hier kommen auch etliche ausländische Norwegen-Urlauber auf die diversen Campingplätze und in die Ferienhäuser, um zu urlauben. Und das hat durchaus seinen Grund. Nicht umsonst wird dieser Küstenabschnitt als die Riviera Norwegens bezeichnet. In dieser Küstenregion gibt es mehr Sonnentage, als im Landesdurchschnitt und wenn die Sonne scheint, dann erreicht sie durchaus Temperaturen bis 29/30 Grad (so erlebt im Sommer 2000 in Flekkefjord).

Wie kommt man hin?

Die Anfahrt dorthin ist recht einfach. Man fährt aus Richtung Süden über die A7 Richtung Flensburg, nach der Grenzüberfahrt führt die weiter nach Norden führende dänische Autobahn dann die Bezeichnung E45. Diese ist seit Mitte 2004 mit bis zu 130 Kilometern pro Stunde befahrbar, was die reizarme, durchaus auch als langweilig zu bezeichnende Autobahnfahrt durch die dänische Flachlandschaft (ähnlich wie in Nordfriesland, wo man Mittwoch schon sehen kann, wer Samstag zu Besuch kommt) zeitlich ein wenig abkürzt. Ab Aalborg ist dann auf der Straße 13, auch E 39 genannt, weiter zu fahren, bis zum kleinen Fährhafen Hirtshals, von dem aus Fähren in mehrere Richtungen Dänemark verlassen (Oslo - Kristiansand - Egersund - Stavanger - Bergen - Harwich)

Von Hirthals aus schippert man dann mit den Fähren der Color Line nach Kristiansand, wo die Riviera beginnt. Es gab bislang zwei mögliche Fähren, die die genannte Überfahrt ermöglichten. Zum einen eine sogenannte Katamaran-Fähre, die in etwa 2 ½ Stunden Norwegen erreicht und eine konventionell bewegte Fähre, die etwa 4 ½ Stunden für die selbe Strecke benötigt. Wir haben beide Fähren kennengelernt und ich kann jedem, der keine Termingeschäfte in Südnorwegen pflegen muß, empfehlen, die konventionelle Fähre (M/S Christian IV) zu nehmen. Die Color Line ist im Sommer eher der Mercedes unter den Fähranbietern und man muß für Hin- und Rücktour meist mehrere hundert Euro (200-300) zugrunde legen, wenn man mit Wohnmobil oder Wohnwagen fährt.

Die M/S Christian IV. bietet neben einem (üblichen) Shop auch mindestens zwei Restaurants, in denen man sitzend und die Fahrt genießend speisen kann. Die Fahrgeräusche sind auf ein Minimum reduziert und auch ein Aufenthalt auf Deck ist ohne nervige Rüttelgeräusche zu genießen. Auf der Katamaran-Fähre dagegen (F/F Silvia Ana) ruckt und rüttelt es während der schnellen Fahrt überall auf dem Schiff, an Bord gibt es nur die Möglichkeit, Speisen und Getränke an Theken-Lokalen zu erwerben, um diese dann in engen Sitzreihen mit kleinen abklappbaren Plastiktischchen zu sich zu nehmen. Man wird dabei das Gefühl nicht los, in einem engen Charter-Flugzeug zu sitzen. Außerdem nimmt die Katamaran-Fähre nur Autos bis max. 1,96 cm Höhe mit, keine Vans und Wohnwagen.

Außerdem kann man einem mit auf die Reise genommenem Hund im Auto auf dem ständig rüttelnden Autodeck kaum zumuten, diese Schüttelarie längere Zeit über sich ergehen zu lassen. Diese schnelle (bis 41 Knoten), aber aus meiner Sicht unkommode Katamaran-Fähre verkehrt allerdings nur zu den Reise-Spitzenzeiten im Sommer.

Wer es also bequemer und komfortabler mag, der sollte unbedingt die konventionelle M/S Christian IV (19 Knoten schnell) nehmen, denn auf ihr hat der Urlaub schon während der Überfahrt begonnen. Genau genommen beginnt der Urlaub bereits etwa 120 Kilometer hinter der dänischen Grenze, wenn die vielen Dänemark-Urlauber in die deutschen Kolonien an der Nordseeküste abgebogen sind und die Verkehrsteilnehmer wieder überwiegend Dänen sind.

Ein weiterer Fährweg ist der von Fredrikshavn nach Larvik, von wo aus man die Regionen östlich von Kristiansand und südlich von Oslo gut und schnell erreichen kann. Dieser Fährweg wird ebenfalls von der Color Line bedient und die Überfahrt mit der M/S Peter Wessel dauert etwa 6 Stunden am Tage (nachts sind es 8-10 Stunden).

Zur Region

Die Südküsten Norwegens teilen sich in zwei Bereiche. Kristiansand ist dabei der Scheitelpunkt. Die östlich Kristiansands liegende Küstenregion reicht von eben diesem Ort bis etwa Sandefjord und umfasst viele kleine Städte wie Lillesand, Grimstad, Larvik, Risör, Sandesfjord, Lyngör u.a. Westlich Kristiansand reicht die Region bis etwa Egersund oder davor Flekkefjord, dazwischen liegen Mandal und Farsund. Hier an diesen Küstenabschnitten liegen unendlich viele Campingplätze und das Angebot an Ferienhäusern ist deutlich höher, als für andere Regionen Norwegens.

In meiner Beschreibung beschränke ich mich jedoch auf den Abschnitt zwischen Lillesand östlich Kristiansand bis Flekkefjord westlich davon, weil ich nur diesen Bereich ausgiebig bereist habe.

Die ganze südnorwegische Küste ist übersät von kleinen und großen vorgelagerten Schären, die die Küste vor den Wellen des Skagerraks schützen. Und es gibt ganz viele interessante bunte Küstenstädte, die allemal einen Besuch wert sind. Außerdem beginnen in der Nähe dieser Küste viele interessante Bergtäler, die oft gerade nach Norden gehen (z.B. Setesdal).

Zu Lillesand

Der Ort wird gelegentlich auch als das Kampen Norwegens bezeichnet und in der Tat scheint ein bedeutender Teil des norwegischen Geldadels dort das familieneigene Ferienhaus zu haben. Nirgendwo anders haben wir so viele, so schöne und so große, meist weiß gestrichene Holzvillen erlebt, wie in Lillesand. Diese großen Häuser zeigten nicht selten riesige parkähnlich angelegte Gärten um die „Hütte“ herum und der kleine Ort wirkte insgesamt schmuck, sauber und „wertig“.

Das konnte man vom Campingplatz in Lillesand nicht behaupten. Der wirkte überladen, weil zu voll, ungeordnet (selten auf norwegischen Plätzen) und auch nicht ganz sauber (höchst ungewöhnlich für norwegische Verhältnisse). Dieser Eindruck wurde noch verstärkt durch übermäßig frequentierte Serviceeinrichtungen, wie Duschen und Waschräume. Wir haben diesen Platz fluchtartig nach einer Nacht wieder verlassen und fanden einen sehr schön gelegenen Ersatz etwa 15 Kilometer von Kristiansand entfernt.

In Lillesand aßen wir die teuerste Pizza unseres Lebens. Als wir an einem von außen eher unscheinbar aussehenden Restaurant bei einem Spaziergang durch Lillesand vorbeikamen, stieg uns ein unendlich guter Pizzageruch in die Nase, der uns umgehend veranlasste, das besagte Lokal zu betreten. Es gab dort zwei Pizzagrößen und ein kurzer Blick an den Nebentisch ließ uns vermuten, dass die dort liegende Pizza die größere sein müsse. Wir bestellten die kleinere Version und da wir am Ende des Urlaubs waren, hatten wir längst aufgegeben, ständig umzurechnen.

Die Pizza kam und es war die kleine, aber eben das Riesenteil vom Nebentisch. Wir hatten zwei bestellt und auch mit drei Personen schafften wir nur 1 ¼ Pizzaräder. Für den erheblichen Rest brachte uns die sehr freundliche Bedienung einen Thermobeutel, in die sie geschickt unsere Restpizza verpackte. Das war offensichtlich öfter der Fall, denn auch die Gäste am Nebentisch nutzten diesen Service.

Inzwischen hatten wir dann umgerechnet und kamen auf einen Betrag von rund 32 DM pro Pizza. Mit fünf Getränken, darunter zwei Bier (je 14 DM), kostete das Ganze dann rund 105 DM. Ein wirklich teures Vergnügen. Allerdings hätte uns auffallen müssen, in was für einer Umgebung wir spiesen, denn direkt neben der am Wasser liegenden großen Terrasse, auf der wir in der Sonne saßen, lagen zwei Luxusyachten, die von eigenen Bodygards bewacht wurden. Schon dieser doch recht wertigen Pizzi wegen werden wir Lillesand ganz sicher nie vergessen. Ach ja und sie war es nicht nur, sie schmeckte auch riesig.

Kristiansand

Kristiansand ist die Provinzhauptstadt von Vest-Agder und hat rund 75000 Einwohner. Damit avancierte die Stadt zur fünfgrößten Stadt Norwegens. Sie ist wirtschaftlicher, kultureller und administrativer Mittelpunkt der norwegischen Südküste und bietet sehr vielen Menschen der Region Arbeitsplätze.

1641 von König Christian IV ursprünglich als Eckpfeiler der Küstenverteidigung gegründet, wurde der Ort sehr schnell zum auch wirtschaftlichen Mittelpunkt der Region. Die Stadt wurde quadratisch (wie zu Renaissance-Zeiten durchaus üblich in einem Schachbrettmuster) angelegt, was man auch noch heute in den Straßenzügen gut erkennen kann. Fast alle Straßen der Innenstadt gehen in rechten Winkeln voreinander weg, bzw., treffen sich.

Kristiansand bietet mit seiner Universität höchsten Standard in der IT-Technik und ist Knotenpunkt des Warenverkehrs der südlichen Provinzen in allen Transportsparten (LKW, Bahn, Flugzeug, Schiff). Es wird behauptet, dass um Kristiansand herum die schönsten Strände Südnorwegens liegen sollen. Da ist sicher etwas dran, aber davon gibt es an der ganzen Südküste eine ganze Menge.

Kristiansand bietet eine unendlich große Zahl an kleinen und größeren Geschäften bis hin zu großen Kaufhäusern. Wir hatten bei unserem Besuch Glück und erlebten einen Straßenmarkt, in der sehr belebten Innenstadt wurde vielfältig musiziert (von ganz klein bis ganz alt) und es herrschte allerorts ein äußerst geschäftiges Treiben. Ganz viele Lokale, gute, gar edle Restaurants und etliche Fastfood-Lokale prägten das Stadtbild und mit diesem heftigen Leben in der Stadt bietet Kristiansand den Gegenpol zur Beschaulichkeit und Ruhe der ländlichen Umgebung.

Auf einer Insel vor Kristiansand, mit einer Brücke mit dem Festland verbunden, liegt die ehemals hart umkämpfte Festung Christiansholm, die zwischen 1662 und 1672 errichtet wurde. Hier sollen heute viele Kunstausstellungen und Konzerte abgehalten werden.

Noch ein paar geschichtliche Daten
1666 war Kristiansand Garnisonsstadt
1682 wurde der Bischofssitz von Stavanger nach Kristiansand verlegt
1734 wurde bei einem verheerenden Brand ein erheblicher Teil der Stadt zerstört
1839 wurde Kristiansand an die Dampfschifffahrtsroute London – Petersburg angeschlossen
1892 brannte es wieder und der heutige Altstadtteil Posebyen wurde danach neu errichtet
1895 wurde die Setesdal-Bahn (Schmalspur) fertiggestellt, die heute Touristenattraktion ist, seit sie 1962 stillgelegt wurde
1938 kam es zur Eisenbahnverbindung nach Oslo (Sörlandbahn)
1944 zu einer Eisenbahn-Verbindung nach Stavanger

Natürlich gibt es auch in Kristiansand eine sehenswerte Domkirche, die 1885 nach einem Stadtbrand wieder aufgebaut wurde so wie sie heute zu besichtigen ist.

Kristiansand Dyreparken

Etwa 11 Kilometer östlich von Kristiansand liegt Dyreparken, der Zoo von Kristiansand. Wer mit Kindern reist, sollte sich diesen Zoo unbedingt antun, denn er bietet ganz viele kleine und große Gehege, anschauliche Kleintieranlagen und allerlei Spieleinrichtungen, die zumindest unseren Sohn einen halben Tag dort fesselten. Dazu gibt es ein großes Freigehege, dass hoch eingezäunt und in Segmente unterteilt, insbesondere die nordische Tierwelt zeigt. Sehenswert für Kinder insbesondere das auf einem künstlich angelegten Wasserring herumschippernde Seeräuberschiff, das ständig von Kindern belagert wurde.

Rund 60 qkm groß ist das Areal und man begeht es auf hohen Plankenwegen, die ca. 6-8 Meter über dem Gehegegrund verlaufen und das Betrachten der Tiere in fast freier Natur erlauben. Luchs, Wolf, Vielfrass und Elch sind zu sehen. Wer also bis dahin noch keinen Elch gesehen hat, kann dies hier recht mühelos und ganz nahe nachholen. Und man könnte den Elch auch so fotografieren, dass die Bekannten zu Hause denken, man wäre diesem Riesentier in freier Wildbahn begegnet und hätte ihn unter Lebensgefahr eben dort auf Chip oder Celluloid gebannt. Wer’s denn braucht!! (www.dyreparken.com )

Mandal, eine Hafenperle der Küste

Etwa eine dreiviertel Autostunde von Kristiansand westlich entfernt liegt das nächste Kleinod der Küste : Mandal. Es ist einer der mondänsten, größeren Orte an der Küste, der ganz viel zu bieten hat.

Wir wohnten nur etwa 25 Kilometer entfernt und konnten so Mandal regelmäßig genießen. Neben ganz vielen attraktiven Geschäften und kleinen Lokalen insbesondere an der langen Wasserlinie kann man vor allem traumhafte Boote und kleine Schiffe sehen, die sich dort regelmäßig ihr Stelldichein geben.

Nicht weit weg von der großen Brücke entfernt, die Hafen und offenes Meer voneinander trennt, gab es eine kleine Bäckerei, die direkt am Wasser auch Kaffee und Kuchen anbot. Dort lagen immer wieder absolute Spitzenboote (vom Teakholz-Segler bis zum 8 Meter langen Rennboot), deren Besitzer bzw. Fahrer das Boot direkt vor dem Kaffee anleinten und neben dem Kaffeetrinken sehr genau aufpassten, das keiner ihr Boot berührte. Ansehen, bestaunen und bewundern ja, aber nicht anfassen.

Hier kann man fast alles kaufen und auch hier gibt es regelmäßig einen kleinen Straßenmarkt direkt vor dem Rathaus. Mandal bietet viele kleine, zum Teil recht schmale Gassen mit bunten (weiß, rot gelb bis lila) Holzhäusern, ein kleines, sehenswertes Museum direkt am Wasser, eine langgezogene Wasserlinie, an der immer wieder bildschöne Boote liegen, und im „Turistkontoret“ werden jede Menge Ausflüge in die unmittelbare Umgebung für alle Zielgruppen angeboten. Insbesondere Familien mit Kindern finden Angebote, die speziell auf Kinder ausgerichtet sind.

Ein besonderer Leckerbissen im wahrsten Sinne des Wortes ist das einmal im Jahr Anfang August stattfindende Schalentierfest, bei dem eine ziemlich lange Strecke der Wasserlinie abgesperrt wird. An einer sehr langen Tischkette, die über 300 Meter lang war, werden auf bereits fertig arrangierten Tellern Krebs und Muscheln verschiedener Couleur zu einem recht üppigen Preis angeboten. Das ist schon eine sehr delikate Angelegenheit. Aber eben auch teuer, denn man muß schon Eintritt bezahlen, um überhaupt in diese Fressmeile eingelassen zu werden (2000 waren es 40 Kronen pro Peron) und der Teller kostete noch einmal etwa 150 Kronen. Also ein teures, aber sehens- und erlebenswertes Vergnügen.

Und dann hat Mandal an seinem Hafen einen langen, breiten Sandstrand zu bieten, der nicht nur durch flaches Wasser kinderfreundlich ist, sondern, der auch einen Blick auf die in den Hafen ein- und ausfahrenden Schiffe aller Größen ermöglicht. Und wie sonst nicht üblich in dieser Region sind immer nur wenige Badegäste am Strand, so dass man durchaus von Ruhe an diesem schönen Strand reden kann. Und dieser Strand soll der größte und schönste an Norwegens Südküste sein.

In Mandal ist vor allem die Mandal Kirke mitten im Ort (in der Fußgänger-Zone) interessant, denn sie ist mit ihren 1800 Plätzen die größte Holzkirche Norwegens. Ob man sie als schön bezeichnen kann, muss jeder für sich selbst entscheiden. Ich fand die groben Rundhölzer der Kirche eher nicht so attraktiv, obwohl gerade sie das Ungewöhnliche der Kirche ausmachen. Und wenn man Museen mag, dann ist das Mandal Bymuseum direkt an der Wasserlinie durchaus interessant, dass hauptsächlich volkstümliches Kunsthandwerk alter Tage zeigt.

Setesdal-Bahn

Die Bahnverbindung wurde 1896 zwischen dem Byklandsfjord im Setesdal und Kristiansand eröffnet. Als die Bahn Anfang der 60iger Jahre des 20. Jahrhunderts stillgelegt wurde, gelang es Eisenbahn-Freunden, eine kleine, nur 6 Kilometer lange Strecke vor dem Abriss zu retten. Auf dieser Strecke nicht weit von Kristiansand entfernt dampft heute eine uralte Dampflok mit einigen ebenso alten Wagen dahinter durch die sehr schöne, abwechslungsreiche Landschaft. Es geht über alte Brücken und an Seen vorbei und die Fahrt ist an einigen steilen Stellen so langsam, dass man aussteigen könnte, um ein paar Blumen zu pflücken (was natürlich verboten ist).Die Sitze in diesen Wagen sind allerdings der Zeit, aus der sie stammen, angepasst und hart.

An der Endstation mitten in der „Pampa“ kann man sich dann vor der Rückfahrt (die Lok wird dazu umgesetzt) die Beine vertreten und die Natur genießen. Am Ende läuft man dann wieder in einen sehr schön restaurierten Bahnhof ein, an dem ein paar Häuschen, darunter ein Kartenhäuschen, stehen und ein paar Gleise zum Rangieren parallel zur Hauptstrecke vorhanden sind. Für jeden Eisenbahn-Fans ein Muss, denn man kann alles aus nächster Nähe betrachten und erleben.

Lindesnes, der südlichste Leuchtturm Norwegen

Auf dem Weg von Kristiansand über Mandal fährt man über die E 39 Richtung Vigeland (Ort mit Bank, Polizei, Supermarkt und Bäcker, der an der Kreuzung E39 und RV460 liegt). Dort biegt man Richtung Spangereid ab. Am Ende der Straße einige Kilometer hinter Spangereid liegt Lindesnes fyr, der südlichste Leuchtturm Norwegens.

Man stellt den PKW auf einem Parkplatz am Fuße des Felsens ab, auf dem der weißrot gestrichene Leuchtturm weithin sichtbar steht. Zu Fuß geht es dann nur wenige hundert Meter zur Spitze des Felsens, der eine bewegte Geschichte hinter sich hat.

Der Leuchtturm ist begehbar (nur wenige Stufen hoch, denn der Turm ist selbst nicht so groß) und man hat bei gutem Wetter (das wir an diesem Tag hatten) einen unendlich weiten Blick aufs Meer. Die weit ins Meer ragende Landzunge, auf der der Leuchtturm steht, war den Deutschen im Zweiten Weltkrieg Anlass genug, hier oben neben dem Turm ich meine drei große kreisrunde, etwa 1 ½ bis 2 Meter tiefe Geschützgruben in den Felsen zu sprengen, um von dort oben mit 38 cm-Geschützen einen erheblichen Küstenbereich gegen Anlandungen feindlicher Schiffe zu sichern. Rings um den Felsen sind, ebenfalls in den Felsen gehauen, durch Steinmauern geschützte Laufwege der Soldaten (Wachen und Geschützbedienungen) erhalten und in den Felsen gesprengte Höhlen, in denen die Geschützbedienungen absolut sicheres Unterstand hatten. Ein Angriff die steilen Felsen hinaus konnte man von hier oben sehr gut abwehren.

Die Norweger haben diese militärischen Einrichtungen so belassen (natürlich sind die Geschütze entfernt worden) und gehen mit dieser ihrer nahen Vergangenheit wie ich fand ziemlich locker um. Es gibt zwar nur wenige Hinweisschilder zu den militärischen Einrichtungen, aber diese gehören für die Norweger ganz offensichtlich zu diesem Leuchtturm. Übrigens soll der Leuchtturm die nach dem Vigeland-Park in Oslo am meisten besuchte Sehenswürdigkeit Norwegens sein. Das am Parkplatz gelegene Restaurant ist übrigens empfehlenswert und natürlich.............teuer!

Die Umgebung des Leuchtturms, die wunderbare Weitsicht und die Möglichkeiten, sich auch in der Nähe des Turmes an einsame Stellen am Meer zurückziehen zu können, machen den Reiz dieses so geschichtsträchtigen Ortes aus. Und man kann von Mandal aus sogar mit dem Bus dorthin fahren, der relativ oft verkehrte.

Farsund und Halbinsel Lista

Farsund ist eine weitere hübsche kleine Fischerstadt, in der viele Angelurlauber Station machen, weil man von hier aus vor der Küste sehr gut angeln kann. Auch hier stehen viele Holzhäuser eng zusammen und ergeben attraktive Fotomotive. Für uns besonders interessant war der Naturhafen, in dem es viel Bewegung durch kleine, bunt beflaggte Fischerboote gab. Allerdings wird die nähere Umgebung durch ein ziemlich hässliches Industriewerk verschandelt (Aluminium-Hütte?), dass hier absolut nicht herpasst. Aber wo tut es das schon?

An Farsund vorbei führt die Straße (RV 43) über Vanse nach Vestbygd. Wenn man hier das Auto abstellt und ins Landesinnere wandert, trifft man auf einen vom Tourismus ziemlich unberührten Fleck Südnorwegens, in dem es eine hohe Population von Elchen und auch Rehen geben soll (haben leider keine Tiere gesehen). Auch die Küste dort ist sehenswert und wie schon gesagt, meist einsam und ruhig. Hier kann man Natur in purer Form genießen und trifft seltenst auf Gleichgesinnte. Unbedingt mal hinfahren und genießen. Und wenn man etwas essen oder trinken möchte, gibt es in den kleinen Orten (z.B. in Vanse) kleine Lokale, die noch nicht den Preisstandard der anderen Küstenorte haben.

Flekkefjord

Der kleine Ort am Listafjorden ist auch heute noch wohlhabend und war die letzten 200-300 Jahre zum Teil als reich einzustufen. Der Holzhandel mit den Niederlanden brachte viel Geld ein und ließ den Ort gedeihen. Nicht weit vom Hafen nur wenige Schritte von den Lagerschuppen entfernt liegt das Viertel Hollenderbyen, in dem es auf engem Raum in vielen schmalen Gassen wunderschöne, meist weiß angestrichene Holzhäuschen zu sehen gibt, die erahnen lassen, dass es dem Ort lange sehr gut ging.

Sehenswerte Architektur bietet auch das Grand Hotel von Flekkefjord, das ebenfalls aus Holz erbaut wurde und mit seinem achteckigen Türmchen über dem Eingang sehr markant wirkt. Ein Spaziergang durch die wahrlich nicht große Stadt lohnt sich wirklich. Auch die achteckige Kirche (acht Ecken haben hier wohl Symbolcharakter und sind überall anzutreffen) in der Nähe des Hafens ist durchaus sehenswert gebaut.

Eine der Hauptattraktionen des Ortes ist aber die vor der Stadt liegende, sehr kleine, nur mit einer Fähre zu erreichende Schäreninsel Hidra (nicht zu verwechseln mit Hitra, einer Insel an der Westküste). Man fährt keine 10 Minuten übers Wasser und die Fähre fährt ziemlich oft. Auf Hidra gibt es nur zwei größere Häuseransammlungen, in denen die Mehrzahl der knapp 900 Einwohner leben.

Für uns am interessantesten waren nicht die Reste von Wikingersiedlungen oder alte Grabstätten aus der Eisenzeit, sondern die Lachszuchtanlage am Fjord, die wir, weil keiner mehr da war, der uns daran hätte hindern können, aus nächster Nähe betrachten konnten. Dort sprangen in jedem der rund 14-16 Netzbottichen (Durchmesser etwa 20 Meter) die Lachse in wilden Sprüngen aus dem Wasser, um mit viel Getöse wieder aufs Wasser zu klatschen. Der Lachs, den wir von einem sehr netten kroatischen Gastarbeiter geschenkt bekamen, hat dann am Abend supergut geschmeckt.

Auf Hidra haben wir kleine, versteckt gelegene Bootshäuser und Ferienhütten gefunden, die Idylle pur darstellten (traumhafte Fotomotive). Viele kleine Buchten und abgelegene Plätze machen diese Insel sehr attraktiv. Wer also abgeschieden Urlaub machen möchte, der hat auf Hidra viele passende Gelegenheiten dazu. Und den Lachs vor der Tür.

Abschließend:

Wir wohnten in einem attraktiven Ferienhaus etwa 20 Kilometer von der Küste entfernt mitten in den meist 300-400 Meter hohen Bergen nördlich Vigelands. Wir hatten über den Veranstalter Elchferien gebucht und das Glück gehabt, ein Haus zu bekommen, dass versteckt hinter großen Felsen an einem kleinen See lag, der zu Beginn unseres Urlaubs voller Bachforellen war. Das Angelrecht für den See hatten nur wir, es gab ein Boot am Haus, mit dem man auf den kleinen See fahren konnte und einen wunderschönen Garten und Grillplatz vor dem Haus oberhalb des Sees (Haus und See hatten etwa 10 Meter Höhendifferenz). Außerdem gab es hinter unserem See (man mußte ans andere Ufer rudern und von dort zweihundert Meter zu Fuß über versteckte Felder gehen) noch einen weiteren kreisrunden See (80 Meter Durchmesser), in dem es ebenfalls von Bachforellen wimmelte.

Insgesamt holten wir zwei kleine Aale und 52 Bachforellen aus den beiden Teichen, von denen unsere Vermieter (wohnten 1 Kilometer entfernt) ein paar bekamen und wir in mehreren Mahlzeiten satt wurden. Bachforelle gebraten oder gegrillt ist zusammen mit einem kühlen Tuborg Guld und der gegebenen superschönen Mittelgebirgs-Landschaft drum herum wirklich kaum zu toppen. Das Haus kostete anno 2000 rund 1200 DM pro Woche und ist leider mittlerweile aus dem Elch-Ferien-Katalog verschwunden.

Fazit
Die Südküste Norwegens ist eine der sehr attraktiven Regionen des Landes, in der man viele interessante Dinge miteinander verbinden kann. Es gibt wohl alle 5-10 Kilometer einen Campingplatz meist direkt am Wasser, es bestehen unzählige Hausangebote in einem Streifen von etwa 20 Kilometern von der Küste bis ins Landesinnere. Man kann ohne Ende shoppen (Kristiansand, Mandal) und viele interessante Ziele besuchen (Lindesnes Leuchtturm, Setesdal-Bahn), es gibt superschöne Naturplätze (Vigeland die RV 460 bergauf, Lista) und und und.....!

Wir werden jedenfalls noch öfter dort urlauben, um die viele Sonne zu genießen, attraktiv angeln zu können und die wunderschöne Landschaft aufzusaugen.

bjlghs

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Kommentare

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  • atrachte 10.08.2005 20:52
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
  • warewunder 05.05.2005 19:59
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
  • SabineG1959 30.04.2005 13:09
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
  • Cismet 26.04.2005 12:29
    Bewertete diesen Bericht als
    besonders hilfreich

    Was soll man dazu sagen!? Einfach gelungen!! Ganz, ganz lieben Gruß an unseren Reiselustigen!!!

  • 11071984 14.04.2005 11:44
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
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