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Erfahrungsbericht

für Straßenverkehr, Hamburg
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3 Sterne Forderungen an Hamburg
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Empfehlenswert: Ja

Pro einiges ist gut

Kontra wiichtige Dinge warten auf Verwirklichung

Der Autor

Winfried Koelsch

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Hamburgs Straßenverkehr sind das letzte große Thema der Stadt bei denen es klare Fronten gibt. Fußgänger, Radfahrer und die ÖPNV-Benutzer stehen den Autofahrern unversöhnlich gegenüber. Klare Visionen fehlen zur Zeit und allen Recht zu machen ist unmöglich. Dabei sind Kompromisse gerade im Straßenverkehr oft auch das unsinnigste Mittel, den Verkehr zu lenken. Was kann Hamburg also tun. Hier ein paar Erfahrungen von mir zum Straßenverkehr, aus denen ich Forderungen ableite:

Als Autofahrer

Ich fahre gern und oft Auto. Dabei merke ich, wie gut und breit in Hamburg die Kfz-Spuren ausgebaut sind. Tempo 50 fährt niemand in der Stadt. Warum auch. Es gibt keinen Grund mehr hierfür, höchstens die Angst vor Strafe. Daher ist die Durchschnittsgeschwindigkeit per PKW mit 27 km/h höher, wie in jeder anderen deutschen Großstadt. Viele Fremden sind deshalb auch durch die „zügige Fahrweise“ der Hamburger beim Berufsverkehr verunsichert.
Eng ist es bei den Stellplätzen hier im Viertel geworden. Ich lass manchmal meinen Wagen tagelang stehen, da ich keine Lust habe abends wieder 10-20 Minuten einen Stellplatz zu suchen.


Als ÖPNV-Benutzer

Bahn und Busse fahre ich in HH gar nicht gerne, obwohl der HVV nun zu dem billigsten Nahverkehr von ganz Deutschland zählt. Dennoch lohnt es sich für ich nicht, da ich mitten in der Stadt wohne. Mit dem Rad bin ich vielerorts einfach schneller. Was mich wohl am meisten abschreckt ist das ganze Gelaufe durch die großen Bahnhöfe, die ja heute mehr Einkaufspassagen sind. Das kostet einfach zu viel Zeit. Und gerade auch deshalb bin ich ja so ein großer Verfechter zur Einführung der straßengleichen Stadtbahn in HH geworden.


Als Radfahrer

Ich fahre auch sehr gerne Rad. Nur ist Hamburg leider alles andere als eine Radfahrstadt. Es gibt, bedingt durch eine unselige Richtlinie der Innenbehörde, entgegen der Bundesregierung noch immer Radwege für Radfahrer und keine Spuren. Die Radwege sind nun 80cm breit, richtig gefährlich holperig und zumeist zugeparkt. Am gefährlichsten sind diese Wege bei Straßeneinmündungen, da Autofahrer mich auf dem Rad ständig übersehen. Dasselbe gilt für Fußgänger. Das hat zur Folge, das ich als Radfahrer so alle 5 Minuten eine Vollbremsung hinlegen muss, da ich wieder einmal geschnitten werde. Und kein Autofahrer weiß, bzw. will wissen, das heute Radfahrer auf den neueren Rädern auch um die 25-30 km/h im Durchschnitt fahren. Und das Velorutenprogramm (7 separate Radwege quer durch Hamburg), wie auch die Erstellung von Radstreifen wurde ja gerade von der neuen Regierung gestoppt.


Als Fußgänger

Auch das gibt es. Den Fußgängerverkehr. Denn es gibt auch Menschen, die brauchen kein Hilfsmittel, um sich im Straßenraum fort zu bewegen. Und auch für sie gibt es Mankos. Zugeparkte Wege fällt mir hier natürlich zuerst ein. Auch die gegenüber den Autofahrern ungerecht kurzen Grünphasen für Fußgänger an Ampeln. Ein weiterer Punkt fällt kaum einen Hamburger auf. Die fehlenden Gassen, Durchgänge, Plätze und separaten Wege die Räume, die halt nur Raum für den Fußgänger geben. Das gibt es in HH überhaupt nicht, ja das kennt man in HH auch überhaupt nicht.


Der Aufenthalt

Verkehr muss nicht nur Bewegung sein, um so schnell von A nach B zu kommen. Es gibt auch den Aufenthaltsverkehr, den ruhenden- oder den stehenden Verkehr. Hier gibt es manche Ecken in HH, da sind Aufenthaltsqualitäten im Straßenraum vorhanden. Ottensen, Eppendorf, Eimsbüttel, St.Pauli und natürlich seit neusten immer mehr die Schanze. Und sogleich hat dies zur Folge, das das gesamte Umfeld super positiv gesehen wird und die Stadtteile als „beliebt“ angesehen werden. Aufenthaltflächen, also Räume in denen man sich treffen kann, ohne gleich den ganzen Konsumterror mitmachen zu müssen, sind leider sehr, sehr rar in HH. Wenn ein neuer Platz geschaffen wird, setzt sogleich die Komerzialisierung des öffentlichen Raumes mit ein. Als Beispiel ist hier die vor ca. 8 Jahren umgebaute Mönckebergstr. genannt. Für die Tische und Stühle, die nun die zentrale Hamburger Fußgängerstr. besetzen, zahlen die Besitzer schon weit über 10.000€ im Jahr.Hier nun einige Forderungen für Hamburgs Straßenverkehr

1. Die Stadt soll nicht mehr die privaten Garagen verhindern. Investoren, die Kfz-Stellplätze als Marktlücke sehen, sollen die Möglichkeit erhalten, Parkpaletten in der Stadt und den Quartieren zu bauen.

2. Die Grindelallee muss zum Boulevard mit 1-spurigen Kfz-Verkehr umgebaut werden.

3. 16 Kfz-Spuren münden zur Zeit vom Berliner Tor kommend, am Hbf in die Mönkebergstraße. Hier können 12 Spuren in einen „Central-Park St.Georg“ umgewandelt werden.

4. Der Pferdemarkt zwischen Feldstraße und Schanzenstr. kann zu einem wunderschönen innerstädtischen Platz umgebaut werden.

5. Das Projekt Wandsbeker Marktplatz hätte nicht scheitern dürfen. Eine bauliche Mitte von Wandsbek, ungestört vom Verkehr der B75 ist sehr, sehr wichtig für die ganzen Stadtteile östlich der Alster. Die ausschließliche Erneuerung des Omnibusbahnhofes bringt es einfach nicht.

6. Das Niendorfer Gehege ist als innerstädtischer Park zu sehen. Deshalb müssen da die Autos raus.

7. Natürlich muss der Senat die unseligen blauen Radschilder endlich abschrauben und auf den Müll werfen. Damit Radfahrer überall die Kfz-Spur mit nutzen dürfen.

8. Öffnung der Einbahnstraßen generell für Radfahrer und nicht nur mit diesen kleinen Schildern, die weder Autofahrer noch Radfahrer erkennt.

8. Aus den Straßenbäumen in Hamburg wird zur Zeit Stangenholz gemacht. Sie werden hochgeastet, wie die Fichten im Wald. Der Blödsinn muss beendet werden.

9. Hamburg hat noch immer die alten Peitschenleuchten, die ausschließlich die Kfz-Spuren beleuchten. Deshalb lieber runterfahren mit dieser unsinnigen Beleuchtung. Denn im Auto merkst Du fast nichts davon in der Stadt, als Fuß- oder Radfahrer ist diese Beleuchtung mehr als unangenehm.

10. Hamburg führt noch immer das Regenwasser in die Kanalisation ab. Manchmal, nicht immer wäre es viel sinnvoller und billiger, Regenwasser in Gräben und Teiche zu führen. Und es gäbe viele schöne kleine Teiche in HH mehr.

11. Die oberirdische Stadtbahn (Strassenbahn), gekoppelt mit den Nahverkehrstzügen, muß wenn dann Schill in 3 Jahren wieder fort ist, endlich Wirklichkeit werden.

12. Hamburg muss mit Teilen von Niedersachsen und Schleswig-Holstein endlich zum Nordstatt zusammen finden. Die Hamburger Tarifzonen gehen ja demnächst über halb Schl./ Hol. Eine vernünftige Verkehrspolitik ist aber nur möglich, wenn die wirklichen Gesellschaftsstrukturen auch mit den politischen Übereinstimmen. Sonst wird das Vorhanden sein, der derzeitige Bundesländer nur noch an den Fahnen und Wappen ausfindig gemacht werden können .

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Die hier sind nur einige wichtige Forderungen für Hamburg, damit Hamburg schöner wird und auflebt.

Winfried Kölsch

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Kommentare

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  • Wolle0509 17.05.2005 19:46
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
  • Hope0815 20.01.2005 09:14
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
  • Pici16 01.08.2002 22:22
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
  • InspektorMumu 17.06.2002 20:42
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
  • evigebloomencraft 04.06.2002 03:10
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