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STOMP out loud!
Pro gute Show
Kontra Ambiente im Theater hat mir nicht gefallen
Detailbewertung
| Preis-/Leistungsverhältnis | |
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| Sicherheit | |
| Gastfreundlichkeit |
Es ist nun schon einige Jahre her, da liefen wir kurz vor Ostern in London vom Trafalgar Square den Strand hoch, als ich im Vaudeville Theatre Plakate des Musicals STOMP entdeckte. Ich hatte Ausschnitte (noch ein paar Jahre vorher) im Fernsehen, ich glaube bei Wetten dass?, gesehen und war seitdem begeistert davon.
In England bin ich jedes Jahr mit einer Jugendgruppe und am letzten Tag steht immer ein Besuch in London an. Während die Jugendlichen dann das übliche Pflichtprogramm absolvieren (Madame Tussaud´s, anschließend shoppen), haben wir Begleiter dann das "andere London" erkundet und sind mal in die Außenbezirke gefahren, haben Greenwich und Wimbledon gesehen und auch mal das Grab von Karl Marx besucht…
Warum nicht mal ein Musicalbesuch. Passen würde es, da am Donnerstag auch Nachmittagsvorstellungen angeboten wurden.
Das sagt die Webseite:
"STOMP finds beauty and music in the mundane - from boots and bins to zippo lighters and plumber's plungers - everything including the kitchen sink becomes part of this production as a cast of 8 performers make instruments out of brooms and turn hand-clapping into conversation. With energy and toe-tapping exuberance, STOMP takes the clutter and junk of everyday life and transforms it into a theatrical event."
(Quelle: www.stomp.co.uk)
Die Shows finden montags und donnerstags bis samstags jeweils um 20Uhr statt, donnerstags und sonntags gibt es eine Vorstellung um 15Uhr und sonntags nochmals um 18Uhr. Die Zeiten können auf der oben angebebenen Webseite nachgelesen werden (nur in englischer Sprache), hier kann man auch gleich Karten buchen.
Und hier lag mein Problem: Karten gab es aus dem Ausland im Vorverkauf nur gegen Angabe einer Kreditkartennummer, die dann mit dem Betrag auch gleich belastet wird. Zum einen besaß ich keine Kreditkarte, auf der anderen Seite wollte ich mich nicht vorher binden, da ich ja immerhin als Begleiter einer Jugendreisegruppe unterwegs war, die Jugendlichen also Vorrang hatten und ja immer mal was dazwischen kommen konnte. Ich beschloss also, beim nächsten Besuch in London an der Tageskasse eine Karte zu kaufen.In den folgenden Jahren kam allerdings immer etwas dazwischen, mal ein Aufenthalt mit Übernachtung etwas außerhalb, so dass wir nachmittags nicht im Zentrum waren, mal ein gemeinsamer Besuch im London Dungeon (aber das ist eine andere Geschichte). Im vergangenen Jahr war es dann soweit: ich in London mit meiner Begleiterkollegin. Wir stehen am Leicester Square, wo es die verschiedensten "Box Offices" gibt, an denen Karten für fast alle Theater verkauft werden. Sie wollte Billy Elliot sehen, ich STOMP. Leider gab es keine Karten für STOMP mehr zu ergattern, also Karten für Billy Elliot gekauft? Fast!
Sie ja, ich war ein bisschen trotzig, denn ich hatte mir ja seit Jahren STOMP in den Kopf gesetzt.
Also, ein weiteres Jahr London einmal anders für mich.
Nachdem wir das Ambassador Theater in der West Street auf dem Stadtplan endlich gefunden hatte, konnte es losgehen. Karten mussten, wenn ich mich richtig erinnere, spätestens um 13:30Uhr abgeholt werden, die Vorstellung um 15Uhr beginnen.
Das Abholen der Karten gestaltete sich als Gehetze, da vorher noch der Bus geparkt, Teilnehmer in die Kunst des U-Bahn-Fahrens eingewiesen werden mussten und auch wir hatten noch einige Stationen bis zum Leicester Square zu bewältigen.
Das Theater liegt in einer kleinen Nebenstraße und sieht, wie auch die Straße, von außen nicht gerade einladend aus. Ich wüsste nicht, ob ich im Dunkeln gern dort lang gehen würde. Dort angekommen finden wir hinter der Eingangstür das kleine Foyer mit der Tageskasse vor. Im Foyer, dass vielleicht zwanzig Menschen Raum bietet ohne zu drängeln, unterhalten sich zwei Angestellte, eine vor, einer hinter der Glasscheibe und wir unterbrechen die beiden beim Gespräch. Das Abholen der Karten klappt ohne Probleme, wir hören im Hintergrund die Crew beim Proben und keine zwei Minuten später sind wir auch schon wieder draußen.
Die Wartezeit verbringen wir in einer Eckkneipe am Cambridge Circus, wo wir den anderen Gästen beim Verzehren ihrer Pub Meals zusehen und aus der ersten Etage dem geschäftigen Treiben auf dem Platz folgen können.
Nach ein paar kleinen Verwirrungen und einer Menge Telefonate mit unseren Jugendlichen, der Agentur und unserem "Boss" in Deutschland, weil die Teilnehmer trotz vorgebuchter Karten nicht bei Madame Tussaud´s eingelassen werden sollten (aber auch das ist eine andere Geschichte) machten wir uns dann zum zweiten Mal auf den Weg in das Theater.
Wir saßen mit unseren 25 Pfund Karten (knapp 38€) in der vorletzten von 17 Reihen. Die Sitze standen sehr eng zusammen, ich hatte das Glück, einen Platz an der Seite eintauschen zu können, so dass ich wenigstens wusste, wohin mit meinen Beinen. Die Damen haben sich auf ihren Plätzen wohl gefühlt.
Nun geht es los.Nach kurzer Zeit ist die erste Sequenz vorbei und auf der Bühne wird es wieder ruhig.
Die Darsteller entdecken weitere Möglichkeiten, Rhythmen mit allen möglichen Gegenständen zu erzeugen. Von Feuerzeugen, Streichholzschachteln, Küchenspülen, die sie sich wie einen Buchladen umgebunden haben, bis hin zu Staubsaugerschläuchen wird alles verwendet und die unglaublichsten Klänge erzeugt. Natürlich dürfen auch die obligatorischen als Mülltonnen verwendeten Ölfässer nicht fehlen.
Jeder Darsteller hat eine Rolle, vom Deppen, der von allen aufgezogen wird über den Außenseiter bis zum Coolen.
Die Charaktere werden von den Schauspielern ohne Worte dargestellt, alles passiert nur durch Geräusche, die mit dem Mund und Instrumenten erzeugt werden. Die Darstellung könnte man vielleicht an das pantomimische angelehnt bezeichnen.
Das Publikum wird zum Mitklatschen und Mitstampfen aufgefordert, stillsitzen konnte niemand.
Das Bühnenbild beinhaltet and er Rückwand ein "Baugerüst" die Darsteller hängen an Seilen an einer senkrechten Wand um mit dort aufgehängten Pfannen, Schildern und Waschbrettern ein Konzert aus trommeln, schlagen und hämmern zu geben.
Und hier kommt ein ganz großes Manko des Theaters: das Gerüst ist relativ weit oben angebracht, von meinem Sitzplatz aus konnte ich rein gar nichts sehen! Mit viel Kopfverrenken habe ich den unteren Teil der Konstruktion erkennen können, gehört habe ich natürlich gut.
Die Schauspieler schaffen es, das Publikum ohne Worte 1 ¾ Stunden ohne Pause zu unterhalten ohne dass Langeweile aufkommt.
Die 105 angekündigten Minuten (mit Zugaben!) wurden von den Darstellern fast auf die Minute genau eingehalten, durch ein noch nüchterneres Treppenhaus wurden wir dann so um 16:50Uhr wieder auf die Straße gespuckt.
Einen Souvenirshop habe ich nicht gesehen, ich habe aber auch nicht danach gesucht (eigentlich ungewöhnlich für England, wenn ich so darüber nachdenke).
Wie hat es denn nun gefallen?
Die Vorstellung an sich war klasse, ich würde mir immer wieder ein STOMP live ansehen, allerdings nicht in diesem Theater. Die Enge und die teilweise schlechte Sicht haben das Erlebnis doch getrübt.Empfehlen kann ich STOMP in London schon, wer meinen Bericht gelesen hat, weiß ja nun worauf er sich einlässt.
Zusammenfassend habe ich noch die "technischen Daten" aufgeführt:Ambassador Theatre
West Street
London WC2 H9ND
Preise 25/ 35/ 45 Pfund (38/ 53/ 68€)
stomp.co.uk
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Jester-Neo 07.04.2012 10:27
metal_maus 27.03.2012 15:36
lassie222 14.03.2012 17:17
Londonfootball 08.03.2012 15:33
nana75 04.01.2012 20:47