Lange ist meine Exkursion nach Schweden her und noch immer schwelge ich tagtäglich in Erinnerungen. Ende Mai 2010 traten 25 unerschrockene Studenten, Dozenten und Professoren die 14-stündige Reise von Kiel nach Schweden an. Knapp 7 Tage sollten es werden. Knapp 4 Tage in Uppland & Umgebung, knapp 4 Tage in Stockholm. Auch wenn ich mich auf diese Exkursion im Vorfeld gefreut hatte, war ich doch ein wenig betrübt, dass ich ein Jahr vorher nicht das Geld für Norwegen hatte. Norwegen war um einiges billiger und so mussten für die Schwedenfahrt knapp 650 Euro herhalten, ohne Verpflegung.
Eigentlich bin ich kein Freund ellenlanger Berichte. Dennoch musste ich mich an einigen Stellen sogar zügeln, denn ich hätte aus den 7 Tagen Reiseerlebnisse locker 2 Bücher schreiben können. Wen die Tage nicht interessieren, der kann sich ja wenigsten die 10 Bildchen angucken ;)
1) Die Anreise - Über Stock und Stein
Ja, die war beschwerlich. Gute
14 Stunden Hin- und 12 Stunden Rückfahrt standen auf dem Programm. Bis auf die letzte Etappe von Norrköping nach Uppsala waren wir im 4-Stunden-Takt in diversen Zügen unterwegs.
Denn von Kiel ging es erst nach Lübeck und von dort aus nach Kopenhagen. Netterweise durften wir dort 2 Stunden auf dem Bahnhof rum sitzen und uns von seltsamen ansprechen lassen, die uns Bilder gezeigt haben und dafür auch noch Geld wollten. Im dortigen Burger King hat man mich dann auch noch übers Ohr gehauen, weil ich keine Dänischen Kronen besaß und der Typ mir einfach viel viel zu wenig Wechselgeld herausgegeben hat. Damit war ich um knapp 10 Euro ärmer, die mir rechtmäßig eigentlich noch zustanden. Von Kopenhagen aus, fährt auch ein Zug direkt nach Stockholm. Für uns ging es erst einmal nach Norrköping, um dann nochmal 3h im eigens angemieteten Bus nach Uppsala zu tingeln.
Wer von dort aus seine Reise nach Stockholm weiter führen möchte, braucht im Bus nochmal gute 2h. Mit dem Auto wird man auch nicht schneller sein, denn in Schweden darf man nun einmal
nicht wie ein besoffener Elch auf der Straße rasen, sondern muss sich an die Tempolimits halten. Wer das nicht tut, kann seine Reisekasse gleich um einige Euros leeren. Natürlich kann man auch direkt den Flieger nehmen. Keine Ahnung, warum wir das nicht getan haben, wahrscheinlich, weil die Reise dann noch teurer geworden wäre und mich in das Teil nicht mal 10 Pferde bekommen hätten.
2) Die Ankunft - Vandrarhem Zinkensdamm
Im gemütlichen und beschaulichen Stadtteil
Söder(malm) endete unsere Busfahrt und wir wurden vor der Herberge abgeladen. Die Umgebung ist sehr ruhig, da es fernab der Hauptstraße liegt und von Kleingartenanlagen umgeben ist. Dennoch ist man nicht fernab vom Schuss, sondern hat in 3-5 Minuten die örtliche U-Bahn-Station erreicht, von der einem sämtliche Wege offen stehen.
Die Herberge an sich ist irgendwie unpraktisch aufgeteilt. Die ersten beiden Tage habe ich mich
in den Gängen verlaufen, weil ich weder zu meinem Zimmer gefunden, noch den Weg zum Speisesaal oder zur Küche erreicht habe. Zimmernummern hören plötzlich auf und neue Nummern mit einer anderen Hunderterstelle fangen an. Beim Einchecken habe ich 45 Minuten gebraucht, um in diesem, eigentlich recht kleinen, Gebäude mein Zimmer und meine Kommilitonen zu finden. Mit Gepäck sind die Gänge arg schmal und wenn man das Pech hat und einem jemand mit einem Koffer entgegen kommt, wirds richtig eng.
Je nach Ansprüchen kann man verschiedene Zimmer mit verschiedenen Preisklassen buchen. Für uns Studenten war das Billigste gut genug und so wurden wir in 4er Gruppen in die Zimmer gepfercht.
Dusche und Toiletten befinden sich auf jedem Gang und müssen mit den anderen Bewohner des Ganges geteilt werden. Wer den Luxus im Zimmer will, zahlt natürlich drauf. Da wir jedoch eh von Frühs bis Abends unterwegs waren, war das völlig ok. Die Duschzeile ähnelt der in einem Fitnessstudio oder Schwimmhalle, nur dass es zum Glück
abgetrennte Duschkabinen mit Vorhang gibt. Mich da nackig vor all den anderen Fremden zu duschen hätte ich so oder so nicht gemacht. Muss ja nicht jeder meine gut kaschierten Speckröllchen entdecken. Die Herberge war eigentlich fast international ausgebucht und so teilten wir uns den Gang mit schwedischen Schulkindern (*örks*) und französischen Schülern (*doppel örks*). Franzosen mochte ich noch nie, aber was eigentlich noch schlimmer war, war die Tatsache, dass die ständig die Türen zugedonnert haben und selbst Nachts noch Bambule gemacht haben.
Auf dem Gang selbst gab es
2 Toiletten und in der Dusche noch einmal eine. Erstaunlicherweise gab es sowohl bei den Toiletten, als auch bei den Duschen nie Engpässe. Weder am Waschbecken, noch bei den dort hängenden Fö(h)ns. Dafür gab es enorme Engpässe, im wahrsten Sinne des Wortes, in unserem Zimmer.
Für 4 Personen war der Stauraum einfach zu klein. Jeder von uns kam mit Koffer oder enormer Reisetasche angereist. Im Zimmer gab es zwar 4 Schränke zur Aufbewahrung, nur hat dort nicht wirklich jeder Koffer hinein gepasst. So mussten die Koffer im Zimmer rumstehen und rum liegen und man ist eigentlich immer nur darüber gestolpert. Auch die Aufbewahrung für die Klamotten waren kaum vorhanden. Ein paar Häkchen an der Wand sollten alle Möglichkeiten abgedeckt haben. Für Urlauber und Reisende mit leichtem Gepäck völlig ausreichend. Für uns jedoch absolut zu wenig. Auch die Vorhänge waren ein bisschen altbacken und sahen aus, wie aus der Zeit des Schwedischen Befreiungskrieges. Für ein
4er Zimmer mit je 2 Doppelstockbetten (die wunderbar knarzen, wenn man sich darauf bewegt) musste man
280 SEK/Nacht'/Person (schwedische Kronen) bezahlen. Beim damaligen Umtauschwert ca. 28 Euro. Für Gruppen gab es Sondertarife, also habe ich im Prinzip keine Ahnung, wie viel nun jeder von uns eigentlich zahlen musste. Ein Preis, der für Stockholm und für die zentrale Lage mehr als fair ist.
Sogar Duschen und aufs Töpfchen gehen ist inklusive. Was leider nicht inklusive ist, ist das
Frühstück, das kostet nämlich noch einmal
70 SEK/Tag, also ~ 7 Euro. Auch das ist im Prinzip ein fairer Preis, denn dort gibt es kein Verzehrlimit. In guter alter Brunchmanier kann man also zuschlagen, was das Zeug hält. Müsli, Eier, Brötchen, Brötchenbelag, Kaffee, Kakao usw. stehen zur Auswahl und werden regelmäßig wieder aufgefüllt. Wir als Gruppe mussten uns vorher anmelden, damit genügend Raum in den Speisesälen zur Verfügung steht. Bei so vielen Gruppen muss Koordination schließlich sein.
Da der Mai sehr warm war und wir täglich um die 25-30°C hatten, war ein Frühstück auf der Terrasse im brutzelndem Sonnenschein natürlich ein toller Einstieg in den Tag. Die meisten haben wohl auch diesen Ort nach draußen verlegt, um ersteinmal in Ruhe die morgendliche Lulle anzuzünden. Da es auch kein Abendbrot für uns gab, haben wir nach unseren Touren die dortige Küche genutzt, die für jeden frei zugänglich ist. Einzig und allein die Aufbewahrung im Kühlschrank muss man zahlen bzw. diesen anmieten. Ansonsten stehen einem Teller, Töpfe, Pfannen, Mikrowelle, Besteck und sogar Würzmittel zur freien Verfügung, wobei sich an letztere keiner heran getraut hatte. Ein Haltbarkeitsdatum hat man nämlich vergeblich gesucht.
3) Resttag 1 - Die Stadt wird erkundet: Skinnarviksberget & Mosebacke
Auch wenn wir schon seit 8 Uhr morgens auf den Beinen waren und gegen 17.30 Uhr in der Herberge ankamen, mussten wir eine Wanderung durch die Stadt über uns ergehen lassen. Der Himmel hatte sich bereits in einem hellen Rot gefärbt und das Wetter war angenehmer denn je. So sind wir also durch die Straßen Södermalms gedackelt, hier und da mal stehen geblieben, um uns Anekdödchen über irgendwelche Häuser und Straßenzüge anzuhören um irgendwann zum
Skinnarviksberg zu gelangen. Dieser hat nach so einem langen Tag einen enormen Anstieg von sagenhaften 53 Metern zu bieten. Für die sportliche Betätigung wird man jedoch schnell belohnt, denn von da oben hat man eine
wunderschöne Sicht auf Stockholm, insbesondere Gamla Stan (Altstadt). Wie wir schnell sehen konnten, waren wir nicht die Einzigen dort, denn gerade im Sommer ist der Aussichtsplatz Spielwiese für zahlreiche junge und alte Menschen. Dort wird
gegrillt, gepicknickt, gespielt, sonnengebadet oder einfach nur entspannt. Ungeniert pinkeln auch einige vor den anderen Leuten einfach einen Abhang herunter. Tja, was tut man, wenn man von all diesen Eindrücken förmlich erschlagen wird? Man macht ein Foto von diesen Ferkeln ;) Zwischen 0 und 7 Uhr morgen gilt dort übrigens Alkoholverbot. Keine Ahnung, wie sie das durchsetzen, aber ich meine, dass man dort oben Kameras installiert hat.
Der Abstieg ging um einiges schneller, was wohl auch daran gelegen haben mochte, dass wir an einer begehbareren Stelle hinunter gegangen sind. Durch zahlreiche Gassen und Straßen, u.a. auch an der
Münchner Brauerei vorbei, gelangten wir irgendwann zur Götgatan, wo wir noch einmal ein eindrucksvolles Panorama der Stadt sehen konnten. Mit einem weiteren enormen Aufstieg von gefühlten 2000 Treppenstufen erreichten wir am Ende des Tages das beliebte Ausflugsziel
Mosebacke. Wer schon einmal genötigt wurde, einen Roman oder ein Drama von August Strindberg zu lesen, der kann hier seine Stockholmbeschreibung aus seinem Buch
Röda Rummet (Das rote Zimmer) eindrucksvoll nachempfinden. Ich hielt mein erstes Referat, denn schließlich sind wir nicht zum Spaß hier und Education muss auch sein. Warum der Mosebacke so ein beliebtes Ausflugsziel für Stockholmer ist, kann ich beim besten Willen nicht nachempfinden. Die Szenerie ähnelt dem
Oktoberfest in minimaler Ausführung. Im Prinzip ist es nur ein großer Biergarten mit Aussicht auf die Stadt. Zahlreiche Musiker spielen dort und es wird getrunken bis zum Abwinken. Zudem ist es noch mächtig überfüllt, also absolut nix für mich. Mit dieser letzten Etappe endete unser erster Tag in Stockholm. Wer wollte, konnte die Stadt noch alleine erkunden, aber die Meisten waren schon so müde, dass sie sich auf den Heimweg in die Herberge machten. Schließlich begann der nächste Tag wieder extrem zeitig.
4) Tag 2 - Östermalm & Norrmalm
Der Tag begann früh, meine Füße taten seit Tagen extrem weh und brannten und das Kopfsteinpflaster und die Anhöhen der Stadt machten diesen Zustand nicht besser. Zu den heutigen Ausflugszielen zählten:
- Spaziergang durch Östermalm, Strandvägen
- Kungliga Dramatiska Teatern (Königliches Dramatisches Theater)
- Historiska Museet (Historisches Museum)
- Brunkebergstunneln
- Olof Palmes Gedenktafel
- Drottninggatan mit dem Strindbergmuseum
- Vasastan mit Observatorielunden & Stadsbiblioteket
- Kungliga Biblioteket (Königliche Bibliothek)
- Strindbergs Intima Teatern
Das Wetter war super und der Spaziergang über den Strandväg einfach idyllisch. Wer die königliche Hochzeit gesehen hat, weiß, was für ein malerisches Plätzchen es dort unten ist. Doch bevor man den protzigen Promenadenweg entlang geschlendert ist, gabs vor dem
Dramaten (Kungliga Dramatiska Teatern) an der
Nybrogatan wieder einen der ewigen Vorträge. Hört man, wie ich, nicht zu, sondern schlendert vor dem Gebäude hin und her, fällt einem die
imposante Bauart auf. Goldene Säulen & Statuen, sowie einster Marmor zieren den Eingang. Gleich um die Ecke steht noch eine gußeiserne Statue, deren Namen und Funktion ich vergessen hab. Das lustige jedoch ist, dass sich der
Bauch des Menschleins zu allen Zeiten richtig warm anfühlt. Die ganze Sache soll wohl etwas mit der Sonne & Energie zu tun haben; 2 Dinge mit denen ein Physikvolltrottel wie ich nix anfangen, geschweigedenn herleiten kann. Im
Dramaten haben zahlreiche bekannte skandinavische und nicht skandinavische Autoren, Regisseure etc. diverse Stücke ur- bzw. aufgeführt, so auch Ibsen und Strindberg (2 Namen, an denen ein Skandinavistikstudent nie im Leben vorbei kommt. Wetten?!) oder auch Ingmar Bergman. Ob man einfach so ins Theater hinein gehen kann, weiß ich nicht. Mit Sicherheit wird man einen Blick hinein werfen dürfen. Wir hatten aufgrund des vollgestopften Tagesprogramms keine Zeit dafür und doch war das auch nicht nötig. Denn es hat vollkommen ausgereicht, einfach nur davor zu stehen und den Bau zu betrachten.
Weiter ging es in Richtung
Historisches Museum, am Narvavägen. Dort kann man für
70 SEK/7 Euro oder für
40 SEK/4 Euro in der Gruppe
Schwedens Geschichte bestaunen. Erstaunlicherweise scheint es in Schweden Tradition zu sein, dass Jugendliche bis 18 Jahre in die meisten Attraktionen, Museen und Ausstellungen gratis rein kommen. Das
Herzstück des Museums ist sicherlich der sogenannte
Gold-Raum im Untergeschoss. Leider war dort fotografieren komplett verboten. Zahlreiche Gold- und Silberschätze sind dort eindrucksvoll in einer Art Rondell ausgestellt. In der Mitte befindet sich ein kleiner Brunnen, in denen die Besucher in guter alter Manier Münzen aus allen Ländern werfen. Auf insgesamt 3 Etagen gibt es zahlreiche Ausstellungen, u.a. Prähistorisches, Kirchliches, eine Kleiderkammer und eine Ausstellung über die Wikingerzeit. Wohin rennt man als Skandinavistik-Student natürlich zuerst? Natürlich, zu den Wikingern! In einem mit neonlicht gedämmtem Raum konnte man
zahlreiche Runensteine bewundern, die Geschichte der nordischen Götter erkunden (auch deren Missbrauch während der Zeit des Naziregimes) oder das Leben damals nachempfinden. Sogar für unsere kleinen Wikinger gab es eine spielerische Ecke, bewacht von Hugin und Munin, die allerdings wie billige Krähen aussahen, und mit allerlei kindlichen Büchern über das Thema. Gerne hätte ich vor allem diese Kinderbücher einfach eingesteckt, denn diese waren echt schön. Der dortige Souvenirshop, in die ich immer gleich danach renne, hat mich jedoch nicht aus den Latschen gerissen, das kleine Café auch nicht. In die prähistorische Ecke konnten wir leider nicht, da sich dort noch eine Reisegruppe mir Führung befand und warten wollte ich darauf auch nicht. Der
kirchliche und baugeschichtliche Teil hat mich dann jedoch absolut nicht interessiert und ich bin im Galoppschritt durch gehuscht.
Am Knotenpunkt zwischen Norrmalm und Östermalm, dem Stureplan ging die Reise weiter und wenn man nicht wüßte, dass man sich gerade in Schweden befindet, das Bullerbü-Feeling lässt grüßen, könnte man meinen, man steht irgendwo in Hamburg, Frankfurt oder Berlin. Weiter durch zahlreiche Strassen und Gassen getrieben worden, kamen wir irgendwann vor den über 220m langen Brunkebergtunnel. Dieser ist eine richtig praktische Investition vor knapp 220 Jahren gewesen, denn zahlreiche Stellen in Stockholm sind richtig fiese Anhöhen mit einem furchtbaren Kopfsteinpflaster. Selbst in trockenem Zustand hatte ich Panik, dass ich mich bei den Abstiegen gleich genüsslich auf die Gusche lege; da möchte ich nicht wissen, wie die Stockholmer im Winter unterwegs sind. Dann sind gebrochene Beine wahrscheinlich vorprogrammiert. Ich hab mich auch mal bei Wikipedia schlau gemacht, lesen bildet schließlich: Diese Anhöhen nennt man Os(er) und sind "eine bahndammähnliche Aufschüttung von geschichteten Schmelzwassersanden und -kiesen, die während der Eiszeit unter dem Gletschereis gebildet wurde." Der Tunnel an sich ist eigentlich nicht spektakulär, vor allem nicht, wenn man Stockholmer ist und dort regelmäßig durch latscht. Für mich wars eine nette Erfahrung, denn wenn man im Tunnel ist, sieht man richtig, wie lang er sich zieht. Sogar einen Fahrradweg für Radfahrer hat man integriert. Ein paar Meter weiter im Tunnel hat ein Mann Saxophon gespielt und uns schelmisch erschreckt. Wieder ein paar Meter weiter wurde eine Kommilitonin von einem etwas in Eile geratenen Schweden als Hure bezeichnet. Nette Menschen :)
Hinter dem Tunnel in der Tunnelgatan ist es nicht mehr weit zu dem Platz, an dem man in den 80ern den schwedischen Ministerpräsidenten Olof Palme erschossen hatte (Sveavägen/Ecke Tunnelgatan). Dort erinnert eine Tafel an das Attentat, das laut meiner Schwedisch-Dozentin eigentlich ein paar Meter weiter stattgefunden haben soll. Am Sveavägen befindet sich eine gigantische und sehr gut befahrene Hauptstraße, die dieses Andenken und die Stimmung irgendwie zunichte macht. Man fühlt sich leicht in die Zeit zurück versetzt und irgendwie lässt es einen erschaudern, jetzt da man weiß, was sich hier abgespielt haben muss. Weiter ging es in Richtung T-Centralen, dem Hauptbahnhof und von dort aus zum Observatorielunden, einem Park in Vasastaden. Dort hat man die Staatsbiblitothek hingepflanzt, die nun äußerlich kein Highlight war, wohl aber wenigstens von Innen sein soll. Viel schöner war da der Humlegården in Östermalm, in dem sich die Kungliga Bibliotheket, Schwedens Nationalbibliothek, befindet. Allein der Park läd vor allem Im Frühling und Sommer zum Liegen, Lesen und Entspannen ein und nicht wenige junge und alte Menschen frönten dort auf dem Rasen.
Nachdem wir irgendwann das Gefühl bekamen, dass wir umstandshalber im Kreis und damit enorme Umwege liefen, waren wir auch schon bei unserer fast letzten Etappe angekommen: dem Strindberg-Museum in der Drottninggatan. Wie schon erwähnt, kommt an diesem Autor keiner von uns vorbei, so war es Pflicht, den Blauen Turm, wo er seine letzten Jahre verbracht hat, zu besichtigen.Eigentlich ist es ein ganz gewöhnliches Wohnhaus, dass an den Charme alter Wiener Häuser erinnert. Im obersten Stockwerk hat man seine Wohnung rekonstruiert bzw. gewartet. Ich hab da nicht wirklich zugehört, denn wenn ich ehrlich sein soll, fand ichs sterbenslangweilig. In den Räumen darf nur eine bestimmte Anzahl an Leuten sein, an den Schuhen müssen Überzieher wie im OP sein, damit man den alten Teppich nicht ruiniert. Der Eintritt kostete zwischen 30 und 50 SEK, je nachdem ob man Student oder Erwachsener ist. Kinder bis 19 Jahre kommen mal wieder gratis rein.
Weil das Museum kein Highlight war, haben wir uns darauf beschränkt, ein kleines Antikvariat gleich neben dem Museum zu stürmen. Skandinavische bzw. größtenteils leider nur schwedische Bücher und DVD für lau. Der Besitzer hat sich über uns 7 Hanseln gefreut, weil wir in der einen Stunde richtig zugeschlagen haben. Währenddessen waren einige immer noch im Museum; keine Ahnung, was man so lange dort drin machen kann. Es wurde zwar noch ein Video gezeigt, aber wen interessiert das schon, wenn draußen sommerliches Wetter ist und der Kram eh nur auf Schwedisch genuschelt wird? Bis knapp 18.30 Uhr hatten wir der 'Rest' des Tages frei. Das waren nur noch knapp 2h und so wurde das Antikvariat erneut gestürmt.
Um 19 hatten wir nämlich exklusive Tickets (um die 20 Euro) für Dödsdansen (Totentanz) von August Strindberg (Wer auch sonst?) im Intima Teatern, gegründet von? Richtig! ;) Tja, ich hab das Buch nicht gelesen, weils mir auf Schwedisch zu blöd war. Bereits im vorherigen Semester habe ich mir ein ganzes Hauptseminar über Strindbergs-Dramen angetan. Irgendwann braucht man eine Pause davon. Das Theater ist nicht groß und weil sich alle aus der Uni nach hinten gepflanzt hatten, bliebt mir nur die erste Reihe direkt an der Bühne. Irgendwie peinlich, verstehe ich doch nur maximal 20% von dem, was die da sagen. Hinter mir saßen die Profs und die Schwedisch-Dozenten, na prima; dann fällt es ja erst Recht auf, wenn ich nichts verstehe. Ich habe keine großen Erwartungen an das Stück gehabt, doch am Ende war ich absolut begeistert und hin und her gerissen. Die Anzahl der Schauspieler war übersichtlich und wenigstens zwei bekannte schwedische Akteure agierten auf der Bühne. Zum einen Niklas Falk ("Wie im Himmel"/Så som i himmelen, "Vergebung"/Luftslottet som sprängdes) und zum anderen Marika Lindström, die mir persönlich kein Begriff war, dafür aber natürlich den Schweden unter uns. Vor allem Niklas Falk als Edgar hatte es mir angetan, sah er doch so wunderbar verranzt aus mit seinen Reiterstiefeln und seinem 3-Tage-Bart. Auch wenn ich nicht alle Zusammenhänge auf Anhieb verstanden hatte, hatte mich das Stück mitgerissen. So sehr, dass ich sogar meine Hausarbeit darüber schrieb. Der Eintrittspreis von 20 Euro hat sich absolut gelohnt und sollte das Stück jemals wieder in dieser Kombination aufgeführt werden, bin ich dabei. Der Tag war damit gegen 22 Uhr vorüber und wir durften alleine das Nachtleben erkunden. Aufgrund meiner immer noch höllisch schmerzenden Füße, ging es für mich natürlich zurück in die Herberge.
5) Tag 3 - Gamla Stan & Riddarholmen
Der Mittwoch begann wie immer sehr warm. Montag waren wir angereist und Freitag soll es wieder nach Kiel gehen. Die Hälfte des Stockholmaufenthalts war damit schon fast wieder vorbei. Ich durfte den Auftakt zu einer weiteren Reihe an Referaten auf dem
Stortorget in Gamla Stan, Schwedens Altstadt, geben. Dort fand vor sehr sehr sehr vielen Jahren das
Stockholmer Blutbad statt, ein Resultat aus den Anfängen der Befreiungskriege, bei dem Christian II. mal eben 100 gegnerische Leute der Ketzerei beschuldigte und dort hinrichten ließ. Die Leichen blieben dort tagelang liegen und es stank bestialisch. Unter den Opfern war auch der Vater von Gustav Wasa. Wer sich mit Schwedens Geschichte auskennt, wird den Namen überall lesen können, denn er hat schließlich Schweden aus der Kalmarer Union herausgebracht und unabhängig gemacht. Zumindest war er dabei ;) Sein Grab konnten wir Tage zuvor schon in Uppsala bewundern.
Die Altstadt ist wirklich eine Besonderheit, denn allein von der Architektur her, grenzt sie sich vom restlichen Stockholm mächtig ab. Alte und schmale Gassen & tödliche Kopfsteinpflaster erinnerten mich an meine jährliche Sommerferien in Meißen. Dass Gamla Stan zugleich natürlich auch eine
Touristenhochburg ist, erkennt man an all den Souvenirläden und dem fremdsprachigen Publikum. Bei den Souvenirläden sollte man jedoch auch vorsichtig sein. Selbst beim Kartenkauf wird man übers Ohr gehauen, vor allem wenn so mancher Verkäufer erkennt, dass kein Vollblutschwede vor einem steht. Da wird aus dem angepriesenen Preis schnell mal ein anderer und wer sich das auch noch gefallen lässt, ist am Ende selbst Schuld. Auch die Preise schwanken von Laden zu Laden extrem, sodass man lieber von einem ersten Kauf absehen sollte, um die Preise zu vergleichen.
Wir hatten bis zur Besichtigung der
Svenska Akademien noch gute 3 Stunden Zeit und zogen von Laden zu Laden. Schnäppchen kann man in Gamla Stan so gut wie keine machen, denn die Geschäftsleute dort wissen, wie sie mit dem Publikum umzugehen haben. Neben zahlreichen Kirchen, die wir besichtigten, blieb vor allem die
Tyska Kyrkan in Erinnerung, denn wie der Name schon sagt, ist es die Deutsche Kirche und umso schöner war es, dass die dort drin auch wirklich mal Deutsch sprachen. Das war zumindest mal eine nette Abwechslung, auch wenn mich die Kirche nicht sonderlich interessiert hat. Nette und bunte Fensterchen hatte sie.
Auf dem Weg in Richtung
Kungliga Slottet trafen wir auf eine Skulptur eines in Schweden seeeeehr bekannten Liedermachers, Dichters, Malers, Komponisten usw. namens
Evert Taube. Neben Bellmann ist er Schwedens Nationaldichter schlechthin und es gibt wohl keinen Schweden, der ihn nicht kennt. Mir hatten uns im vorbereitenden Kollokviumskurs einige seiner Liedchen angehört. Naja, ganz ehrlich? Nicht mein Fall. Ein paar Meter weiter saß eine Kindergarten- oder Grundschulklasse, die auf der Straße vor einer riesigen Statue, die den
heiligen Georg beim Drachenkampf zeigt, saß. Ein kleines Gemetzel schlechthin und die Kinderchen muss diese Impressionen abmalen. Das Ergebnis war katastrophal, aber doch irgendwie lustig ;)
Direkt hinter dem Schloss, nahe der Finnischen Kirche steht
Schwedens kleinste öffentliche Skulptur Pojke som tittar på månen. Dort wird in regelmäßigen Abständen Geld hingelegt oder der kleine Junge im Winter mit einem Mini-Schal versehen. Es ist reine Glückssache, wenn man die Chance bekommt, ein ordentliches Foto von der Skulptur zu machen, denn eigentlich scharen sich immer viele Touristen darum oder wie in unserem Fall eine Kindergartengruppe, die ständig ihre Pfoten in meinem Bild hatte. Unser Prof nutzte einen abermaligen Vortrag für ein kurzes Nickerchen. Während man nun eilig zur
Storkyrkan rannte, um im Zeitplan zu bleiben, dachten einige von uns nicht daran, da wir gerade zum richtigen Zeitpunkt am abgesperrten Schloss standen. Denn täglich gegen 12 Uhr findet dort die Wachablösung statt, ein Spektakel, dass man sich nicht entgehen lassen sollte. Und Kirchen kann man ständig bestaunen. So blieben 10 von uns mit unserem Schwedisch-Dozenten stehen um dieses
Tammtamm mit anzusehen. Die Musiker hat man schon von weitem gehört und schon kamen sie auch an, die
kleinen Trommler und Trompeter. Allesamt in Uniform versteht sich. Nach einer kurzen Weile kamen dann auch die
neuen Soldaten und wir folgten ihnen auf den Schlossplatz. Neben uns stand noch ein wirklich nerviger Reporter aus irgendeinem Ausland, der sich ständig die Freiheit heraus nahm, anderen Menschen vor den Fotoapparaten herum zu rennen.
Die Zeremonie dauert ewig, weil jeder Soldat einzeln aufgerufen wird, hervor tritt, woanders hinlatscht, dort stehen bleibt usw. Wir haben nicht bis zum Ende dagestanden und gewartet, weil wir dann zu den anderen vorstoßen mussten, aber für einen bleibenden Eindruck hat diese halbe Stunde locker gereicht. Durch die Storkyrkan sind wir durchgerannt, weil irgendwie:
Kennste 5 Kirchen von Schweden, kennste echt alle. Gamla Stan, Helgeandsholmen und Riddarholmen bieten zudem noch eine Reihe von Museen, so z.B. das
Nobelmuseum, Medeltidsmuseum (Mittelalter) oder auch das
Postmuseum. Wir gingen um 16.30 Uhr in die
Schwedische Akademie, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, die schwedische Sprache und Literatur zu fördern. Dort wird auch der
Literaturnobelpreisträger bestimmt! Ich weiß gar nicht, ob man die Akademie an sich besuchen kann oder ob es nur unserer Studiengruppe gestattet war. Fakt jedoch ist, dass es ein unglaubliches Erlebnis war. Allein die Galerie mit den Nobelpreisträgern war erstaunlich. Wir durften uns sämtliche Säle ansehen und bekamen (natürlich wieder auf Schwedisch) den Prozess und die Geschichte der Schwedischen Akademie erzählt. Wir schritten durch Säle, in denen das Komitee sonst tagt, und dürften sogar auf den
nummerierten Stühlen der 18 Mitgliedern Platz nehmen. Ich sicherte mir unbewusst den Stuhl des Kanzlers. Ja da staunt ihr. Zudem habe ich in einem unbemerkten Augenblick den Stuhl der Königin angefasst. ;)
Der gute Mann musste sich mit uns etwas beeilen, da das Eintreffen der Königin nahte. Vor der Akademie standen auch schon viele persönlich geladene Gäste. Wir haben sie an diesem Tag jedoch nicht gesehen. Dafür aber
Stockholms schönstes Pissoir direkt neben der Akademie. Damit war dieser Tag dann auch schon vorbei. Auf dem Heimweg haben wir uns noch
Riksdagen, die Oper und diverse Gebäude angesehen.
6) Tag 4 - Besuch beim Arzt & Djurgården
Was wäre ein Auslandsaufenthalt ohne Arztbesuch? Da ich Mittwoch Abend nicht mehr Laufen konnte, weil es sich angefühlt hat, wie 5.000 stechende Nadeln und weil ich die Nacht aufgrund brennender Füße nicht mehr schlafen konnte, war ein Besuch beim Arzt unausweichlich. Während ich mit unserer Schwedisch-Lektorin in Richtung Arztpraxis unterwegs war, verpasste ich eigentlich das, worauf ich mich am Meisten gefreut hatte:
Die Fähre nach Djurgården. Diese Fahrt machten wir 2h später unspektakulärerweise mit dem Bus, der zudem noch im Stau stand.
Wir standen in der Zwischenzeit mitten im Anmeldeprozess, denn bevor man in Schweden beim Arzt dran kommt, muss man sich registrieren. Wer keinen Vollblutschweden an seiner Seite hat, wird letztendlich hier scheitern. Denn auf Englisch klingt der Kram auch nicht besser und kaum ein Pauschaltourist wird diese Bandbreite an Fachtermini aufweisen können. Nach über 30 Minuten, zahlreichen Kopien und um 350 SEK ärmer, war ich endlich drin (Das ging ja einfach!) und wir durften im Gemeinschaftswartezimmer Platz nehmen. Wer in Schweden spezielle Wehwehchen hat, muss erst zum Allgemeinarzt und wird von dort weiter verwiesen. Sprich: Auch wenn man Dreck in den Ohren hat, der rausgespült werden muss, muss man erst zum Allgemeinarzt dackeln. Das Wartezimmer glich einer US-Serie, die Arztpraxis
Emergency Room. Im Wartezimmer gab es zudem noch einen Wasserspender. Tolle Sache, vor allem bei der Hitze da draußen. Das war nicht so ein mickriges Teil wie bei DM oder Karstadt, nein das Teil war eine halbe Maschine. Ich habe nur darauf gewartet, dass es auch Rühreier machen kann. War leider nicht so.
Irgendwann kamen wir dann dran und meine Lektorin regelte das Ganze. Ich hatte ihr vorher die Symptome erklärt und die beiden quasselten dann munter drauf los. Die Ärztin kneteten an meinen
mit Blasen und alten Pflastern übersäten Füßen und kam dann zu dem phänomenalen Entschluss, dass diese völlig runtergerungst sind. Ich soll unter keinen Umständen so viel laufen; eine Tatsache, die auf einer 7-Tage-Exkursion nicht wirklich umsetzbar war bzw. ist. Viel sitzen, ausruhen und die Füße entlasten waren die Diagnose, für die ich 35 Euro bezahlt hatte. Die Tatsache, dass uns eine Wanderung im Djurgården bevorstand, war also nicht förderlich. So bekam ich also ein Rezept für
Alvedon, die schwedische Variante für Voltaren und Paracetamol. Dass ich selbst Schmerztabletten dabei hatte, aber nie daran dachte, sie zu nehmen, dämmerte mir erst jetzt. Ich exte noch in der Apotheke 2 Tabletten und hatte nach einer guten halben Stunde ein Grinsen im Gesicht. Die Schmerzen waren komplett weg und ich glitt förmlich sanft über all die tödlichen Kopfsteinpflaster und Wege. Mir wurde angeboten, mit dem Bus zu einem bestimmten Punkt zu fahren, um dann nur die Hälfte der Strecke mitzulaufen, aber der innere Stolz ließ das nicht zu. Schließlich hatte ich mich fast schon eine Woche gequält, da sollte es hier nicht scheitern.
Man wartete also auf mich und der Spaziergang ging los. Was ich bis dahin nicht wusste, war die Tatsache, dass wir einmal über dieses Inselchen laufen würden. Gute 3-3,5km. Am
Rosendals Slott vorbei ging es zum
Rosendal Trädgård,einem wunderschönen Garten mit vielen Bäumen, Blumen und vor allem genügend Ess- und Trinkmöglichkeiten. Endstation war die
Thielska Galleriet, in die ich überhaupt nicht rein wollte. Nordeuropäische Kunst des letzten Jahrhunderts kann man dort bestaunen, u.a. Gemälde von
Edvard Munch und
Carl Larsson. Kunst war noch nie mein Metier. Ich weiß nicht mehr, wie teuer der Eintritt war, zu teuer jedoch, wenn man absolut keinen Sinn für die Werke hat.
Nach diesem Ausflug gab es den letzten freien Nachmittag, an dem wir zahlreiche Museen hätten besuchen können:
Vasamuseet, Nationalmuseet, Skansen, Nordiska Museet oder auch das Pippi Langstrumpfmuseum
Junibacken. Nun, ich war in keinem, sondern ging stattdessen in der Stadt shoppen. Wer jedoch in Stockholm weilt, sollte sich vor allem das Vasamuseet und Junibacken ansehen. Es soll sich wirklich lohnen und letzteres vor allem, wenn man mit Kindern unterwegs ist. Das Freilichtmuseum
Skansen befindet sich außerdem gleich auf Djurgården, sprich: Wer eh einmal dort ist, sollte dieses lebende Museum mitnehmen.Unser letzter Abend in Stockholm endete beim abendlichen vegetarischen Buffet in der Gaststätte
Örtagården in der
Nybrogatan 31 auf Östermalm. Auch wenn es nur einen Vegetarier und zwei Veganer unter den knapp 25 Leuten gab, war das Essen ein Traum. Die letzten Stunden verbrachte jeder auf seine Weise, denn am nächsten Morgen hieß es, früh aus den Federn zu kommen, da die Zimmer geräumt werden mussten.
Exkurs: Verkehrsmittel
Wer so einen Ausflug wie wir gemacht hat, ist definitiv auf die öffentlichen Verkehrsmittel angewiesen. Natürlich kann man diverse Ausflugsziele bequem zu Fuß erreichen, aber manchmal möchte man auch schnell und bequem ans Ziel kommen. Zu empfehlen ist daher eine
3 oder wer länger bleibt 7-Tage-Karte für die öffentlichen Verkehrsmittel. Die Eintageskarte ist vergleichsweise teuer, denn sie kostet bereits 100 SEK, also knapp 10 Euro. Für eine 3-Tage-Karte zahlt man das Doppelte, also 200 SEK. Die 7-Tage-Karte ist gerade einmal 60 SEK teurer. Mit diesen Chipkarten ist dann aber auch alles grenzenlos nutzbar. Wir sind vor allem ständig U-Bahn (Tunnelbana) gefahren (Hach und das war echt ein Traum! Ich vermisse sie!) und gerade dort rentiert sich der Kauf enorm. Ohne gültigen Fahrschein bzw. ohne diese Karte, die man über eine Art Scanner zieht, kommt man gar nicht erst ins Tunnelsystem hinein. Einer Freundin von mir ist zudem noch folgendes Missgeschick passiert: Wir haben unsere 3-Tage-Karten gerade frisch erhalten und standen irgendwann im U-Bahn-Tunnel, als wir merkten, dass das Mädel fehlt. So sind wir wieder aus der U-Bahn-Station hinaus und sehen sie vor den Scannern mit einem Beamten reden. Ihre
Karte war angeblich abgelaufen und so kam sie nicht durch die Absperrungen. Beim Aufladen muss ein elektronischer Fehler passiert sein und ihr einziges Glück war es, dass sie den Rechnungsschnipsel mit dabei hatte. Wer sich also eine Karte zulegt, sollte die Rechnung am Besten in dem kleinen Kartenhalter immer bei sich führen.
Exkurs: Geldumtausch
Normalerweise heißt es ja: Umtausch am Besten in dem Land, in das man fährt. Da wir jedoch in der absoluten Pampa ankamen und es zudem noch 22 Uhr abends war, sollte man sich nicht darauf verlassen, dass man da noch irgendwo Geld eintauschen kann. Ich hatte mir daher schon in Deutschland knapp 300 Euro umgetauscht und einige Tage später in Stockholm noch einmal direkt aus dem Bankautomaten Geld gezogen. Gut, der Bankautomat war eine Herausforderung, weil er mir Fragen stellte, mit denen ich nix anfangen konnte. Zum Glück trifft man überall auf hilfsbereite Schweden, die einem aus der Misere helfen. Glück hat man natürlich, wenn man ein Konto bei der SEB hat, dann bekommt man die Kosten direkt erstattet, die beim Abheben entstehen. Es ist sicher nicht verkehrt, schon in Deutschland ein paar SEK einzutauschen.
Fazit
Stockholm ist einfach ein Traum. Wirklich jeder Cent hat sich gelohnt, vor allem wenn man bedenkt, wieviel wir gehen und erlebt haben. Gute 600 Bilder habe ich geschossen. Daraus die besten 10 auszuwählen, grenzt an eine Herausforderung. Generell kann man die Eindrücke, die man dort gesammelt hat, nie wirklich detailgetreu in so einem Bericht wiedergeben. Man muss dort gewesen sein und es selbst erlebt und gehen haben. Auch wenn die An- und Abreise strapaziös war, so würde ich sie doch jederzeit wieder in Kauf nehmen. Die Menschen sind freundlich, die Stadt einfach nur sehenswert. Viele kulturelle Sehenswürdigkeiten und viele Läden und Ereignisse machen den Besuch zu einem Erlebnis der besonderen Art.
Auch wenn man gerade am Anfang merkt, dass Skandinavien sehr ins Geld geht, so hat man sich nach 1-2 Tagen schon so an die Preise gewöhnt, dass es einem nicht mehr auffällt. Abschließen möchte ich mit dem Refrain eines Liedes von Lars Berghagen, das wohl jeder Stockholmer kennt:
Stockholm i mitt hjärta,
låt mig besjunga dig nu,
åldrad i ungdomlig grönska,
öarnas stad, det är du!
Av städer jag känner i världen
är du den stad som fått allt.
Genom Mälarens kärlek till havet
en blandning av sött och salt.
wg dem rottigen neuen Design kann ich leider nicht die richtige WErtung dalassen, erinner mich bitte daran, danke