Home > Reisen > Südamerika und Karibik > St. Vincent und die Grenadinen > Reiseberichte & Tipps zu St. Vincent und die Grenadinen > St. Vincent und die Grenadinen, Allgemeines > Erfahrungsbericht

Erfahrungsbericht

für St. Vincent und die Grenadinen, Allgemeines
Nächsten Bericht ansehen "Segeltörn von Martinique..."
5 Sterne Saint Vincent - mein Geheimtipp in der Karibik Bericht mit Bildern
88 von 88 Ciao User haben diesen Bericht als hilfreich bewertet Bewertungen ansehen
Empfehlenswert: Ja

Pro für mich alles

Kontra kann man leider nur 90 Tage bleiben (normalerweise)

Detailbewertung

Preis-/Leistungsverhältnis
Anbindung
Sehenswürdigkeiten
Sicherheit
Gastfreundlichkeit

Der Autor

trozki

Die neuesten Berichte des Autors

Ich hatte 1999 die Möglichkeit, mir einen langgehegten Traum zu erfüllen, und in die Karibik zu fliegen.
Freunde hatten sich damals für 2 Jahre auf St. Vincent niedergelassen und mich eingeladen.
Dadurch, dass ich kein "typischer" Tourist war, hab ich sicher viel mehr erlebt und gesehen, als die "typischen".
Bevor ich zum persönlichen Teil komme, hier ein paar grundsätzliche Infos:

~~~ST. VINCENT~~~

Eigentlich St. Vincent & die Grenadinen, aber ich war nur auf St. Vincent und kurz auf Bequia!
Es ist also eine Kette von Inseln , wobei St. Vincent die größte - und damit die Hauptinsel ist.
Alles folgende bezieht sich im wesentlichen auf St. Vincent.
Die Insel ist vulkanischen Ursprung und hat somit schwarze Strände ( werden so heiß, dass man locker Eier drauf braten könnte - und Füße!!!). Der noch aktive Vulkan La Soufrière (1234 m) befindet sich im Norden der Insel und ist 1979 (!) das letzte Mal ausgebrochen. Den kann man übrigens besteigen.
Die Insel ist von bewaldeten ( Regenwald) Bergen durchzogen und im wesentlichen nur an der Küste besiedelt. Es herrscht tropisches Klima, feucht , warm und angenehm windig. Von Oktober bis Mai ist Trockenzeit, danach das Gegenteil. Wobei das nicht überbewertet werden sollte. Morgens wird es 6.00 Uhr hell und abends 18.00 dunkel. Morgens kann man wirklich nicht länger im Bett bleiben, weil es ziemlich schnell warm wird - um nicht zu sagen heiß...

LAGE:
Sie gehören zu den südlichen Inseln der Karibik, nicht weit von Venezuela entfernt ( zumindest auf der Karte).
St. Vincent liegt westlich von Barbados, fast auf einer Höhe.

GRÖSSE:
mit 389 km² etwas kleiner als Bremen

~~~EINREISE/ANREISE~~~

Für einen Aufenthalt bis 90 Tage benötigt man lediglich einen gültigen Reisepass ( muss mind. noch 6 Monate gültig sein, glaub ich). Im Flugzeug muss man einen Schein ausfüllen, wo man wohnen wird, warum man herkommt usw.. Deshalb sollte man sich vorher schon irgendwo einquartiert haben! Außerdem sollte man
ein Weiterflug - bzw. Rückflugticket besitzen.
Man wird ziemlich oft kontrolliert auf dem Flughafen ( ist manchmal ganz schön unangenehm, wenn da vor allen die hinter einem stehen, alles - wirklich alles ausgepackt und hochgehalten wird!!!).

Der Flug ging über London nach Barbados. Von da aus fliegt eine kleine Maschine nach St. Vincent. Man sollte mal versuchen, nach Einbruch der Dunkelheit loszufliegen. Ich hab selten so was wunderschönes gesehen, wie ein kleiner Sternenhaufen im dunklen Weltall sieht es von oben aus.
Der Flug kostete damals so 1300 Mark und dauert ca.11h (reine Flugzeit).

~~~GESUNDHEIT~~~

Es gibt so gut wie keine Malaria-Gefahr auf den Inseln. Fliegt man in der Trockenzeit hin, gibt's sowieso kaum Moskitos. Trotzdem immer unterm Moskitonetz schlafen!!! Es gibt dort das Dengue - Fieber.
An Impfungen gibt nix besonderes. Vieles was man sowieso haben sollte ( Tetanus...) und Hepatitis ist empfehlenswert.
Ich hab gelesen, dass es dort einige Aids-Fälle geben soll, was ich aber nicht wirklich bestätigen kann. Wahr ist nur, dass da "Promiskuität" weit verbreitet ist, dh. jeder mit jedem ( das ist natürlich etwas übertrieben!).
Die medizinische Versorgung ist nicht sonderlich vertrauenserweckend, weswegen man unbedingt ne Auslandskrankenversicherung haben sollte.

Da die Sonnenstrahlung nicht zu unterschätzen ist, sollte man "vorgegrillt" sein ( nicht übertreiben). Außerdem benötigt man unbedingt Schutzcreme mit LF über 30! Wir haben von Vichy eine mit LF 60 gehabt, die sehr geeignet war. Keine Angst, braun wird man sowieso.

Hygienische Vorsichtsmaßnahmen sind wie in anderen tropischen Ländern, d.h. möglichst kein pures Leitungswasser trinken usw..

~~~SPRACHE~~~

kreolisches Englisch ( hört sich witzig an)
Fast alle Einheimischen sind Nachfahren von afrikanischen Sklaven.

~~~WÄHRUNG~~~

karibische Dollar
Der Wert war damals glaub ich ähnlich wie US$, aber sowas kann sich ja schnell ändern.
Sollte man erst auf der Insel tauschen. Vorher haben wir hier etwas Geld in US- Dollar getauscht.
Aber man kann dort in der Hauptstadt auch bequem Geld mit einer Kredit- Karte abheben
( empfehlenswert!).

~~~FORTBEWEGUNGSMITTEL~~~

Es herrscht Linksverkehr. Das Straßennetz ist relativ gut ausgebaut. Die meisten Straßen sind
zweispurig, eng und zum Teil sehr kurvenreich. Wegen der vielen Schlaglöcher, herumstreunenden Tieren sowie der unorthodoxen Fahrweise wird zu Vorsicht im Straßenverkehr angeraten. Motorräder und -roller sollten trotz der tropischen Temperaturen nur mit entsprechender Schutzkleidung benutzt werden. Relativ
preisgünstige Taxis stehen zur Verfügung. Das Fahren von Kfz ist nur mit einem lokalen Führerschein gestattet, der gegen Vorlage des deutschen Führerscheines bei der Einreise am Flughafen erworben werden kann. Die Gebühr hierfür beträgt zur Zeit 50 ECD. ( Das sind Angaben von öffentlicher Seite)

Meine Erfahrung:
Man sollte auf gar keinen Fall mit einem eigene Gefährt fahren - Lebensgefahr!!!!
Es fahren in jede Richtung "Van`s", d.h. Minikleinbusse. Man kann sie an jeder Stelle durch Handzeichen zum Anhalten bringen. Sie fahren unter einem bestimmten Namen immer in die gleiche Richtung. Wenn man unterwegs raus will, muss man das dem Fahrer kurz vorher zurufen. Er hält, man bezahlt ihn ( ist sehr billig, damals 1ECD für eine relativ weite Strecke, am besten, man fragt vorher, was es kostet).
In Deutschland würden in so einem Fahrzeug ca. 12-14 mitfahren können. Die meisten die ich dort erlebt habe, sind mit bis zu 24 gefahren! Es kann also eng werden. Außerdem führt die Straße meist direkt am Meer entlang, besser gesagt am Abgrund zum Meer. Sehr kurvenreich und eng... .Vor einer Kurve ( die man meist nicht einblicken kann) wird gehupt, um den Gegenverkehr zu warnen. Das muss man erlebt haben! Und über allem dröhnt laut Reggea-Musik. Klasse!

~~~PERSÖNLICHE EINDRÜCKE~~~

Ich war mit einer Freundin dort. Da ich ein Regenwald - u. Papageienfan bin, war das eines der ersten Ziele. Wir sind mit einem Van dorthin gefahren, wobei man bis zum Eingang noch ca.1h oder mehr laufen muss. Oder man lässt sich weiter fahren gegen Gebühr ( wir waren aber arme Hunde).
Da nur ein begrenzter Teil zugänglich ist ( es ist sehr bergig), wählt man natürlich den ausgewiesenen Pfad. Man betritt wirklich eine ganz andere Welt. Nach einem längeren Trip kommt man zu einem Aussichtspunkt, von dem aus man die Königsamazonen u.a. Vögel beobachten kann. Königsamazonen sind Papageien, die es nur auf dieser Insel gibt!!! Sie haben allen Farben im Gefieder - wunderschön.Man hat einen herrlichen Ausblick über ein kleines Paradies. Gefährliche Tiere gibt es da nicht.
Über einen anderen Pfad kommt man nach ca.1h zu wunderschönen Wasserfällen ( Trinity - Falls).
Dort haben wir gebadet. Das Wasser fällt stufenweise ab, so dass sich kleine Tümpel dazwischen bilden. Dort kann man nach belieben schwimmen, sich durchmassieren lassen oder umbringen. Es ist nicht ganz ungefährlich, dafür aber wunderschön und kostenlos.

Die Menschen auf St. Vincent sind unglaublich offen und freundlich. Ein Beispiel:
Wir zwei Frauen wollten von unserer Unterkunft zu Fuß allein zum Strand quer durch die Botanik. Etwas mulmig ist einem da schon, weil man als einer der wenigen Weißen nicht unbedingt unauffällig ist. Jedenfalls hatten wir nach 1,5h ( wir wohnten ja in keinem Touristenteil) die Küste erreicht. Wir befanden uns an einer kleinen Bucht, die jeweils von kleineren Hügeln eingeschlossen war. Dort verbrachten wir einen wunderschönen Tag, bis plötzlich ein Einheimischer auftauchte. Ich sah mich schon als vergewaltigte Wasserleiche in den Weiten des karibischen Meeres treiben , meiner Freundin ging`s nicht anders. Er kam auf uns zu ( ich war im Wasser) und war plötzlich wieder verschwunden. Ich dachte nun, na ja, bei soviel Sonne kann einem das schon mal passieren. Aber plötzlich sprang er von einem Baum, der am Strand stand herunter, kam auf uns zu und_________________überreichte uns freudestrahlend 2 frischgepflückte Mangos. Da waren wir platt. Ich nahm sie todesmutig an, worauf er uns freudestrahlend wieder verließ... .
Er ist nicht wiedergekommen!!! Das hat mein Weltbild von Männern völlig durcheinander gebracht!
Wenn uns das nicht öfter passiert wäre, könnte man das für nicht repräsentativ halten. Aber es ist uns an anderen Stellen ebenso passiert. Unterwegs auf den Straßen halten wildfremde Menschen an, um uns zu fragen, wie es uns hier gefällt, und ob wir irgendwo hin wollen. Die Menschen sind sehr stolz auf ihre Insel und freuen sich über jeden (netten) Touristen!
Es gibt dort bis auf kleine Diebstähle keine wirkliche Kriminalität.
Im Grunde sind die Einheimischen arm, aber sie haben alles, was man zum Leben braucht. Ich bin nicht einmal angebettelt worden o.ä..

Mangos, Papayas, Ananas, Tamarinden, Brotfrucht , Maracujas, usw. gibt es reichlich und superlecker! Auch Kokosnüsse, unter denen man nicht liegen sollte, gibt`s in Hülle und Fülle.
Überhaupt, dass Essen ist indisch-angehaucht und damit äußerst köstlich.
Einheimische Früchte und Gemüse sind recht preiswert, aber alles andere ist es nicht, da viel eingeflogen wird. Man sollte auf dem Markt einkaufen gehen, dort bekommt man gleich ein paar Rezepte dazu!!!

Es gibt auch einen wunderschönen botanischen Garten, der sich in Kingstown, der Hauptstadt befindet.

Die Insel befindet sich übrigens zwischen dem ruhigen karibischen Meer und dem stürmischen atlantischen Ozean. Ich war vorwiegend auf der karibischen Seite, weil nur dort kann man wunderbar schnorcheln und schwimmen. Am Atlantik sind solche riesigen Wellen, dass man nichts von beiden kann. Trotzdem ist es dort sehr eindrucksvoll und gigantisch.

Von St. Vincent aus gelangt man (Knete vorausgesetzt) ohne Probleme auf die Nachbarinseln mit dem Flugzeug oder einem Boot. Dort befinden sich dann die typischen weißen Strände - und damit auch Touristen. Letztere sieht man auf St. Vincent nur in hoteleigenen Taxen in der Hauptstadt. Die Unterwasserwelt kann man auch auf St. V. erleben. So viel bunte Fische und anderes Unterwassergetier hab ich noch nie gesehen. Das Wasser hat eine gute Qualität, obwohl an einigen Stellen Einheimische ihre Abwässer reinlaufen lassen. Aber das hab ich selten gesehen.

Tja, es gibt noch unglaublich viel zu erzählen. Aber die besten Geschichten erlebt man immer noch selbst!!! Deswegen solltet ihr mal hinfahren. Es ist nicht wirklich teuer, wenn man nicht so anspruchsvoll ist und gut plant. Einige gute Infos gibt es, wenn man mal unter St. Vincent sucht.
Neulich hab ich eine Seite gesehen mit Unterkunftsadressen für die Insel. Die Preise gingen bei 20 US-Dollar los. Da kann man sich doch nicht beschweren, oder???!!!! Allerdings muss man mit Kakerlaken rechnen, zumindest hatten wir welche.

Für weitere Infos steh ich gern zur Verfügung.
Ich versuch auch noch einige Bilder einzuscannen, mal sehn ob es klappt.

Kurzer Hinweis zu Bildern und ciao: Man scheint erst würdig zu sein, Bilder reinzustellen, wenn man mind. mit seinem grünen Punkt Eingang in die WERT-STOFF-Sammlung gefunden hat.
Deswegen konnte ich erst jetzt Bilder einscannen.

Bilder

für St. Vincent und die Grenadinen, Allgemeines
größere Bucht - alle einsam!!!
von trozki

Bewerten Sie diesen Erfahrungsbericht

Wie hilfreich ist dieser Bericht für Sie? Leitfaden zum Bewerten

Achtung, dies ist der erste Berichte des Autors

Anstatt dem Mitglied eine negative Bewertung zu geben, bitte daran denken:

  • Helfe diesem Mitglied durch nützliche Tipps

  • Melde einen Missbrauch wegen unerlaubter Kopie oder anderer Gründe an das Ciao Support Team.

Aktiviere die Funktion für negative Bewertungen

Kommentar schreiben

 Kommentar abgeben  Kommentar abgeben

JavaScript sollte aktiviert sein, um eine Bewertung oder einen Kommentar abgeben zu können.

Kommentare

Haben Sie eine Frage zu St. Vincent und die Grenadinen, Allgemeines? Frage stellen
Vorherige Seite Nächste Seite Seite 1 von 19 | 1 - 5 von 94 Kommentaren
  • christianpirker 25.12.2007 22:56
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
  • photoart 25.07.2007 00:00
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich

    ein schöner und informativer reisebericht. hat mir gut gefallen. lg TOM

  • JoergTh 18.03.2007 17:42
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
  • Krischan.B 05.04.2006 21:44
    Bewertete diesen Bericht als
    besonders hilfreich

    Oh, was für ein schöner Reisebericht. Da will ich hin. Ich finde es übrigens klasse, wenn man endlich mal in der Minderheit ist - das war eine der bleibenden Erfahrungen für mich. Es gibt einem eine vernünftige Perspektive.

  • Pik7 16.02.2006 16:56
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
Vorherige Seite Nächste Seite Seite 1 von 19 | 1 - 5 von 94 Kommentaren

Mehr Berichte

für St. Vincent und die Grenadinen, Allgemeines