ST. JOHANNES RÖHRMOOS
EINLEITUNG
Als erstes fand ich die Kirchen zufällig auf meiner Unheiligen tour, dann hielt ich schon fast bewusst an, alles brachte mich nicht weiter. Ein Neuer Versuch, Vielleicht kommt es auf den Namen des Ortes an? Nach Rumeltshausen nun Röhrmoos? Es war ein Sonniger Sonntag, Ein Tag zum spazieren gehen. Nicht weit weg von mir befindet sich Maria Brunn, ein sehr schöner Ort. Ich fuhr hin und konnte durch den Fön auf die Alpen schauen. Wunderschön war das, ich sah die Allianz Arena, fast 40km weit weg Rot leuchten, die alpen, den Olympia Turm. Ein Toller Blick. Blickte ich in die andere Richtung schaute ich auf Röhrmoos. Hervor trat von Röhrmoos der Kirchturm. Also schnell einmal hingefahren und angeschaut.
ST. JOHANNES RÖHRMOOS
GESCHICHTE
Röhrmoos gehört zu den Ältesten Ortschaften im Landkreis Dachau. Schon im Jahre 774 wurde von einer Kirche in Röhrmoos berichtet. Ein Herr Onolf übergab seinen Besitz, darunter auch das Bethaus zu "Roraga Mussea" (=Moossumpf mit Röhricht) dem Bischof von Freising.
Die ältesten Teile der heutigen Pfarrkirche St.Johannes Baptist und Evangelist, der dreiseitig geschlossene Chor und der 33 m hohe Turm, stammen aus der Frühzeit der Gotik (15.Jh), das Langhaus aus der Zeit des Barocks (um 1690).
Um 1921 wurde das Kirchenschiff verlängert sowie mit Stuck und Deckengemälden geschmückt.
Die letzte große Renovierung der Kirche erfolgte im Jahre 2004.
ADRESSE
St. Johannes Röhrmoos
Prälat-Steininger-Straße 1
85244 Röhrmoos
JOHANNES DER TÄUFER
Auch über diesen Heiligen gibt es etwas zu berichten.
Johannes war Sohn der Elisabeth und des Zacharias, er wurde nach der Überlieferung ein halbes Jahr vor Jesus geboren. Der schon alte Priester Zacharias, dessen Ehe lange kinderlos war, opferte im Tempel und erhielt durch den Erzengel Gabriel die Verheißung, dass ihm ein Sohn geboren werde. Er wollte das nicht glauben und zweifelte daran. Zacharias bat die Engel um ein Zeichen er verlor dadurch seine Sprache und war Stumm. Elisabeth wurde im Hohen Alter wirklich schwanger und bekam einen Sohn. Als dann Elisabeth nach dem Namen des Jungens gefragt wurde bekam sie eine Eingebung und gab den Sohn den Namen entgegen der Tradition Johannes. Zacharias schrieb den Namen auf eine Tafel und bekam seine Stimme zurück.
Johannes trat der Überlieferung nach im Jahr 28 erstmals öffentlich als Bußprediger auf. Er lebte als Asket in der Wüste, wo er mit rauem Kamelhaar bekleidet, von Heuschrecken und wildem Honig sich ernährt.
Dabei wurde er vom Fürsten Herodes bespitzelt und gefangen genommen weil der ihm die unrechtmäßige Verbindung mit seiner Schwägerin Herodias öffentlich vorgehalten hatte.
Die hasserfüllte Herodias bewegte ihre Tochter Salome, als diese dem von ihrem Tanz entzückten Vater einen Wunsch äußern durfte, Johannes' Haupt zu fordern. Er wurde enthauptet, Salome brachte der Mutter das Haupt auf einer Schale. Begraben wurde sein Leichnam in Samaria, dieses Grab wurde von Hieronymus bestätigt, im 4. Jahrhundert wurde dort eine Kirche errichtet, deren Reste 1931 ausgegraben wurden. Die Städte Konstantinopel, Damaskus und Emesa behaupteten aber auch, das Haupt des Johannes zu besitzen; Überlieferungen berichten die Verbrennung der Gebeine durch die Ungläubigen in Sebaste, wobei aber Reliquien gerettet werden konnten.
Als Mittler im Jüngsten Gericht ist sein Platz traditionell zur Linken Christi. Der Täufer erhielt seinen Festtag in Rom sechs Monate vor dem Geburtsfest Jesu.
Sein Hinweisen auf den Erlöser ist wohl der Grund, warum sich das alte keltische Sonnenwendfest, der Tag des Sieges der Sonne und des Lichtes über Dunkelheit und Tod, als Johannistag geeignet erwies, um christlich überformt zu werden. Johannes- oder Sonnwendfeuer werden weithin an diesem Tag abgebrannt; seit dem 10. Jahrhundert war es üblich, dazu geweihten Wein zu trinken. Heute wird zu diesem Fest sicher mehr als Wein getrunken. Ein "Feuersegen" findet sich im deutschen Benediktionale der katholischen Kirche. Dem Johanniskraut, das um diese Jahreszeit blüht, schrieb man Abwehreigenschaften gegen Geister und Teufel zu.
Johannes ist Patron der Schneider, Weber, Gerber, Kürschner, Färber, Sattler, Gastwirte, Winzer, Fassbinder, Zimmerleute, Architekten, Maurer, Steinmetze, Schornsteinfeger, Schmiede, Hirten, Bauern, Sänger, Tänzer, Musiker, Kinoinhaber; der Lämmer, Schafe und Haustiere; der Weinstöcke; gegen Alkoholismus, Kopfschmerzen, Schwindel, Angstzustände, Fallsucht, Epilepsie, Krämpfe, Heiserkeit, Kinderkrankheiten, Tanzwut, Furcht und Hagel.
WAS ICH DORT SAH
AUSSENANSICHT DER KIRCHE
Am Ortsrand auf einer kleinen Anhöhe befindet sich diese Kirche in Röhrmoos. Schon von weitem sieht man den Turm und auch das Gebäude. Abgebogen und Parkmöglichkeiten fand ich direkt vor der Kirche.
Die Kirche ist ein Kirchenschiff mit einem aus drei achteckseien bestehenden Chor und einem Turm der 33 Meter hoch ist. Der Chor und der Turm sind die ältesten Teile dieser Kirche sie stammen aus Neugotischer Zeit. Das Kirchenschiff wurde nach dem 30jährigen Krieg neu gebaut und dann im Jahre 1920 verlängert.
Der Turm besitzt ein sehr steiles Dach mit Ecktürmchen. In dem Turm die von Karl Czudnochowsky im Jahr 1950 gegossenen Glocken sind der Gottesmutter Maria und dem hl. Johannes dem Täufer geweiht. Das Läuten der Glocken wird seit 2004 von einem Computer gesteuert, um die Eigenschwingungen des Kirchturms zu reduzieren.
Die Turmuhr, deren Uhrwerk im Erdgeschoss des Turms aus der Zeit um 1900 stammt, besitzt vier Ziffernblätter mit 1 Meter langen Zeigern. Eine Turmuhr gibt es dort schon seit dem 17.Jh..
An der Außenmauer der Kirche sehe ich viele Epitaphe von Pfarrern die in Röhrmoos waren und auch ein recht großes Kruzifix, ein sogenanntes Missionarskreuz.
De Eingang der Kirche ist mit einem Vordach überbaut, nun trete ich nach einer runde um die recht große und durch den Turm sehr hoch wirkende Kirche ein.
IN DER KIRCHE
Als erstes fallen mir hier die prächtigen Stuckarbeiten an der Decke und den Wänden der Kirche auf. Man könnte denken man ist in einer Kirche aus der Rokoko Zeit. Das stimmt aber nicht diese Arbeiten wurden erst 1921 in der Kirche angebracht. Schaut aber wirklich richtig gut aus. Sicher Arbeiten der Wessobrunner Stuckschule.
Vorn sehe ich einen prächtigen Hochaltar aus der Zeit um 1690. Auf Säulen steht der Altar, viel Gold und Pracht und auch sehr viele Engel sind dort zu sehen. Der Mittelpunkt dieses Altars ist das Altarbild“ Maria Hilf“ Dieses Altarbild ist eine von unzähligen Kopien des Gnadenbildes "Maria Hilf' aus Passau.
Das Original des Maria-Hilf-Bildes malte Lucas Granach der Ältere für den Sächsischen Kurfürsten. 1611 kam es als Geschenk nach Passau.
Neben dem Altarbild stehen lebensgroß aus Holz geschnitzte Figuren von dem hl. Johannes des Evangelisten mit einem Kelch in der Hand, und des hl. Johannes des Täufers, der einen Kreuzstab mit Schriftband hält und vor dem ein Lamm sitzt.
Weitere Lebensgroße vergoldete Figuren sehe ich im Altarraum. Rechts der hl. Korbinian in Bischofsornat. Zu seinen Füßen krabbelt ein kleiner Bär. Auf der anderen Seite der Hl. St. Bonfatius.
Ich sehe ein sehr großes Holzkreuz mit Tafeln und einen sehr historischen Taufstein. Der Taufstein stammt von 1740 und ist mit einer geschnitzten Figurengruppe verziert. Wunderschön neben den Figuren die Stuckatur Decke und die vielen Verzierungen. An der Decke noch ein Gemälde, es zeigt die Gemeinde Röhrmoos und Maria sowie weitere Heilige bei der Anbetung der Weißen aus dem Morgenland. Ich sehe St. Vitus in seinem Kessel. Weitere sehenswerte Bilder sehe ich an der Decke. Auch unten befindet sich neben dem Hochaltar noch ein Seitenaltar, der Linke ist Johannes dem Täufer gewidmet, wieder ist auf dem Bild die Rörmooser Kirche zu sehen. Der Rechte Seitenaltar wurde dem hl. Stephanus geweiht.
Auch die Fenster sind mit wunderschönen Glasmalereien aus dem Jahre 1902 verziert wurden. Auch dort Bilder von Maria, der Hl. Anna, Johannes und anderen.
Ich setzte mich kurz in eine Kirchenbank, diese sind wunderschön gestaltet und sollen aus dem Jahre 1922 stammen. Ich betrachte die wunderschöne Stuckdecke, das ist für mich das Highlight in dieser Kirche, die Kreuzwegbilder die Historische Kanzel und die vielen sehenswerten Leuchter in der Kirche. Zu sehen gibt es hier wirklich sehr viel, ruhig ist es und auch recht kühl. Ich sehe das Kanzelkreuz und viele sehr interessant gestaltete Figuren.
Drehe ich mich um und schaue auf die Empore sehe ich eine Orgel. Die sieht schon fast modern aus. 1950 gefertigt und 2006 komplett renoviert. Zu hören bekomme ich sie leider nicht.
An der Empore sind die Bilder der Apostel zu sehen und darunter sehe ich ein großes Weihwasserbecken aus dem Jahre 1622. Daneben steht eine Krippe. Diese Krippe steht seit 1998 in der Kirche. Sie hat der Rentner Rudolf Hagn originalgetreu nach dem alten, 1799 erbauten und noch immer bewohnten Schulhaus gefertigt. Ich schaue noch einmal die Runde und trete aus der Kirche.
Neben der Kirche das Pfarrhaus und ein Kriegerdenkmal. Und vor dem Pfarrhof, auf dem Röhrmooser Kirchplatz, steht seit einigen Jahren der Johannesbrunnen mit einer Steinfigur des Papstes Johannes XXIII. Ihr seht ihn auf meinem Foto.
SUMMARY
Die Kirche St. Johannes Röhrmoos ist eine wirklich sehr schöne Kirche, Groß von außen und mächtig von innen. Die Stuckarbeiten an der Decke und an den Wänden, die Altäre, die Heiligenfiguren so viel gibt es dort zu sehen, eine wirklich sehr sehenswerte Kirche.
Vielen Dank für das Lesen, Bewerten und Kommentieren dieses Kirchen Berichtes aus Röhrmoos