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Erfahrungsbericht

für St. Benno Gymnasium, Dresden
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5 Sterne Ein Gymnasium als Sehenswürdigkeit! ...?
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Empfehlenswert: Ja

Pro beste Architektur der Nachwendezeit

Kontra man kommt im Normalfall nicht ins Gebäude rein

Der Autor

aprikow Seit 20 Mrz 2001

Lese gern, lese gern gegen, lese gern gegen den Strom, der mich umfießt. mehr

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Dresden ist ja bekannt für seine Liebe zum Sandstein und seinem Bedenken vor Neuerungen. Im architektonischen Sinne gleichermaßen wie im gesellschaftlichen. So ist es nicht verwunderlich, dass seit 1990 nicht übermäßig viele avantgardistische Bauten entstanden sind. Aber ein paar (wie in den Jahrhunderten vorher übrigens auch: Blaues Wunder, Yenidze) Gebäude sind emporgewachsen, die abseits von modernistischer Büroarchitektur bestand haben werden. Und diese kann ich jedem Dresden – Besucher nur wärmstens empfehlen anzuschauen und zu bestaunen. Als da wären der Kristallpalast Walpurgisstraße (Kinoneubau von COOP HIMMELB(L)AU), das gerade entstehende neue Bahnhofsdach (SIR NORMEN FOSTER) und das jetzt hier zu betrachtende St. Benno – Gymnasium (BEHNISCH).

Wer sich dem Straßburger Platz von der Innenstadt nährt, wird sein Augenmerk zuerst auf die Gläserne Manufaktur von VW lenken. Ein übrigens auch architektonisch nicht uninteressantes Werk. Biegt man am Platz selber aber rechts Richtung Elbe ab, so wird man wiederum vom weiten schon auf ein sehr kräftiges Blau inmitten der 50/60er Jahre Bebauung aufmerksam. Dieses Blau strahlt von dem Gebäude aus, von dem ich persönlich behaupte, es sei der schönste und architektonisch wertvollste Bau der Nachwendezeit.

Es ist schwer, diesen Baukörper zu beschreiben, Fotos sind im Netzt ein wenig rar (unter www.benno-gym.de sind erste Eindrücke möglich). An der Güntzstrasse gelegen verschließt sich das Gebäude technisch vom lauten Raum der Straße. Eine glatte lange Wand markiert diese Trennlinie. Emotional wird diese durch das kräftig strahlende Blau aber wiederum abgemildert.

Die von der Strasse abgewendete Seite ist dagegen äußerst offen gestaltet. Freitreppen, mittels filigranen Konstruktionen gehalten, führen von den verschiedenen Gebäudeteilen nach unten, Glas und Holz in kräftigen Farben dominieren. Ein Gefühl von Freiheit. Das Gebäude wirkt kaum noch gegliedert, nichts von der vermeintlichen Strenge der Straßenfront.

Im Inneren dagegen ist das Gebäude stark gegliedert. Die Service, Funktions- und Büroräume liegen größtenteils hinter der oben beschriebenen blauen Wand, die Klassenräume gegenüber. Interessant sind im Detail auf alle Fälle das PausenFoyer, der Zeichenraum auf dem Dach und die Turnhalle im Keller.

Alles in allem ein Typischer Behnisch-Bau. Was das ist? Ganz einfach: Ein Gebäude ohne Schnörkel, gezeichnet von Offenheit und Funktionalität: die Architektur soll dem Menschen dienen, der Mensch soll in der Architektur leben, nicht von ihr beherrscht werden. So auch im vorliegenden Fall.
Leider ist es einem normalen Besucher nicht möglich, das Innere zu erkunden, es sei denn er befindest sich im Pennäleralter und tut dies in cognito. Aber erstens lohnt sich ein umrunden des Gebäudes allemal und wer für Architektur starkes Interesse zeigt sollte sich einfach mal mit der Schulleitung in Verbindung setzten.

Wer ist dieser Günther Behnisch eigentlich?

Nun, vor gut 80 Jahren in Dresden geboren. Nach Umzug nach Chemnitz, Schulbildung, und Kriegsdienst studierte er 1947 – 1951 an der TU Stuttgart. 1952 eigenes Architekturbüro in Stuttgart (wo Behnisch heute noch lebt), 1967 Berufung zum Professor für Entwerfen, Industriebau und Baugestaltung und zum Direktor des Instituts für Baunormung an der technischen Hochschule in Darmstadt.

Wichtige Werke von ihm sind: Olympiabauten München (incl. Stadion), Bonner Parlamentsgebäude, Deutsche Postmuseum am Frankfurter Museumsufer und gerade im Entstehen: „Bristol Centre for the Performing Arts" in Bristol/Südengland.


Also, wer nach Dresden kommt und Sinn für schöne Bauten hat sollte einen Abstecher in die Pillnitzer Straße unternehmen. Und zwar mit den allen Linien ab Pirnaischer Platz zum Straßburger Platz, dort umsteigen in Linie 13 Richtung Neutstadt/Mickten und eine Haltestelle fahren (diese heißt auch St. Benno Gymnasium). Man kann aber vom Straßburger Platz getrost auch laufen, 8 min ca.

Anschrift: Pillnitzer Straße 39, 01069 Dresden

Tel.: 0351 / 44 54 60

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  • handballwilhelmshaven 19.03.2012 22:46
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
  • Velu1961 19.03.2012 21:41
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
  • dark666moon 29.09.2008 03:42
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    sehr hilfreich
  • hochsauerlaender 06.08.2008 07:56
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    sehr hilfreich
  • Micaela030 08.05.2008 03:19
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
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