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Ein Gymnasium als Sehenswürdigkeit! ...?
Pro beste Architektur der Nachwendezeit
Kontra man kommt im Normalfall nicht ins Gebäude rein
Dresden ist ja bekannt für seine Liebe zum Sandstein und seinem Bedenken vor Neuerungen. Im architektonischen Sinne gleichermaßen wie im gesellschaftlichen. So ist es nicht verwunderlich, dass seit 1990 nicht übermäßig viele avantgardistische Bauten entstanden sind. Aber ein paar (wie in den Jahrhunderten vorher übrigens auch: Blaues Wunder, Yenidze) Gebäude sind emporgewachsen, die abseits von modernistischer Büroarchitektur bestand haben werden. Und diese kann ich jedem Dresden – Besucher nur wärmstens empfehlen anzuschauen und zu bestaunen. Als da wären der Kristallpalast Walpurgisstraße (Kinoneubau von COOP HIMMELB(L)AU), das gerade entstehende neue Bahnhofsdach (SIR NORMEN FOSTER) und das jetzt hier zu betrachtende St. Benno – Gymnasium (BEHNISCH).
Es ist schwer, diesen Baukörper zu beschreiben, Fotos sind im Netzt ein wenig rar (unter www.benno-gym.de sind erste Eindrücke möglich). An der Güntzstrasse gelegen verschließt sich das Gebäude technisch vom lauten Raum der Straße. Eine glatte lange Wand markiert diese Trennlinie. Emotional wird diese durch das kräftig strahlende Blau aber wiederum abgemildert.
Die von der Strasse abgewendete Seite ist dagegen äußerst offen gestaltet. Freitreppen, mittels filigranen Konstruktionen gehalten, führen von den verschiedenen Gebäudeteilen nach unten, Glas und Holz in kräftigen Farben dominieren. Ein Gefühl von Freiheit. Das Gebäude wirkt kaum noch gegliedert, nichts von der vermeintlichen Strenge der Straßenfront.Im Inneren dagegen ist das Gebäude stark gegliedert. Die Service, Funktions- und Büroräume liegen größtenteils hinter der oben beschriebenen blauen Wand, die Klassenräume gegenüber. Interessant sind im Detail auf alle Fälle das PausenFoyer, der Zeichenraum auf dem Dach und die Turnhalle im Keller.
Alles in allem ein Typischer Behnisch-Bau. Was das ist? Ganz einfach: Ein Gebäude ohne Schnörkel, gezeichnet von Offenheit und Funktionalität: die Architektur soll dem Menschen dienen, der Mensch soll in der Architektur leben, nicht von ihr beherrscht werden. So auch im vorliegenden Fall.Wer ist dieser Günther Behnisch eigentlich?
Nun, vor gut 80 Jahren in Dresden geboren. Nach Umzug nach Chemnitz, Schulbildung, und Kriegsdienst studierte er 1947 – 1951 an der TU Stuttgart. 1952 eigenes Architekturbüro in Stuttgart (wo Behnisch heute noch lebt), 1967 Berufung zum Professor für Entwerfen, Industriebau und Baugestaltung und zum Direktor des Instituts für Baunormung an der technischen Hochschule in Darmstadt.Wichtige Werke von ihm sind: Olympiabauten München (incl. Stadion), Bonner Parlamentsgebäude, Deutsche Postmuseum am Frankfurter Museumsufer und gerade im Entstehen: „Bristol Centre for the Performing Arts" in Bristol/Südengland.
Anschrift: Pillnitzer Straße 39, 01069 Dresden
Tel.: 0351 / 44 54 60
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handballwilhelmshaven 19.03.2012 22:46
Velu1961 19.03.2012 21:41
dark666moon 29.09.2008 03:42
hochsauerlaender 06.08.2008 07:56
Micaela030 08.05.2008 03:19