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Ticket to Spain
Pro Lebensfreude, Multi Kulti
Kontra -----------------
Detailbewertung
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| Sicherheit | |
| Gastfreundlichkeit |
Wenn einer eine Reise tut kann er etwas erzählen. Vor drei Jahren verschlug es mich für ein ganzes Jahr nach Spanien. Ich ergriff die Gelegenheit beim Schopfe und bereiste das Land bergauf und bergab.Von Alicante bis San Sebastian ; von Sevilla bis Barcelona - immer reiste die Neugier mit.
Einige Erlebnisse möchte ich nun teilen.Es handelt sich also um keine Länderbeschreibung im klassischen Sinne.
Früh um sieben zu San Fermin
Was wäre ein Spanienaufenthalt ohne die Feria San Fermin in Pamplona hautnah erlebt zu haben.Als gegen acht die tollkühnen Läufer vor den Kampfstieren her in die Arena gejagt kamen, gab es kein Halten mehr.Die Menge sang und jubelte aus allen Kehlen.
Nun gab es ein ergötzliche Spektakel.Nachdem die Kolosse für den abendlichen Kampf verstaut waren liess man Jungkühe herein ,um die Läufer durch die Luft zu wirbeln.Flugs wurden etliche aufs Horn genommen und fanden sich wenig später unsanft zerüttelt auf dem Boden wieder.
Durch Ernest Hemingways Erzählungen ist Pamplona für seine Fiesta weltberühmt geworden.
Bis aus Australien und Japan kommen die Besucher um bei Musik , Theater, Rummel , und Tanz die Feierei zu erleben.
Die Fiesta wirkt aber auch als Magnet für Taschendiebe.
Geklaute Brieftaschen und Handys sind an der Tagesordnung.
Die Polizei hat sogar Beamte mit Fremdsprachenkenntnissen angestellt um die Anzeigen zügig aufzunehmen.
Ein Aufenthalt im Dorf ist ähnlich wie die mittägliche Siesta etwas elementares im Leben der Spanier. Gleich nach meiner Ankunft gab es ein Wiedersehen mit Eduardo . Er erwartete uns auf der Plaza Mayor mit seinen Freunden. Für die nächste Stunde hatte ich immer einen gut gefüllten Humpen Bier in der Hand und wurde zünftig vorgestellt. Wie es sich herausstellte kannte man mich schon aus Eduardos Erzählungen und das Hallo war gross. Bei einer herzhaften Runde Tapas intonierte die Altherrenrunde spanische Volksweisen. Wenig später war Ihnen klar das ich im Dorf übernachten sollte. Man lud zu einer Ronda ein , einem nächtlichen Ständchensingen in den Gassen des Dorfes. Nachdem man mir die Zusage zu bleiben abgenötigt hatte , widmeten wir uns ausgiebig dem Mittagessen. Spanische Tortilla gegrillter Chorizo und Gaspacho …
Am späten Nachmittag machten wir mit Freunden eine Landpartie um typische Wohnhöhlen in den Feldern zu besichtigen. Derer gibt es hier viele , sie dienten früher den Bauern wärend der Sommermonate als Schlafstatt. Auf dem Weg hatten wir das Glück einen Bekannten zu treffen der noch eine riesige Höhle bewohnt. Er lud uns ein später auf ein Schwätzchen vorbeizuschauen.Nachdem wir eine kleinere Ausführung mit Swimmingpool besichtigt hatten ,kamen wir gern auf sein Besuchsangebot zurück. Neugierig beäugt von einer Rebhuhnfamilie und unter den wachsamen Augen einer Sperlingseule rumpelten wir über die Feldwege.Unser Bekannter hat wirklich viel Platz zum Wohnen. Grosszügig sind die Zimmer in den Stein gehauen ,mit Deckenhöhen von über 2m. Der Hauptvorteil einer solchen Behausung ist das angenehme Klima. Im Sommer ist es schön kühl und im Winter sind die natürlichen Wände ein vorzüglicher Wärmespeicher.
Zur elften Stunde marschierten wir mit Gitarren und Klapperholz bewaffnet in Richtung Plaza Mayor. Dort waren schon 20 weitere Musiker versammelt und stimmten sich auf die nächtliche Tour ein. Mit flottem Gitarrenwirbel zogen wir durch die Nacht. Ab und an hielt der Zug um Nachtschwärmern ein spezielles Liedchen zu verehren. Stunde um Stunde ertönten die Lieder ,wurde Rast in Bauernwirtschaften gemacht.
Die Landbewohner liessen sich nicht lumpen und fuhren exquisiten Queso Manchego , Schinken und Landwein auf. Hauptakteur des Abends war Antonio , ein kleiner lustiger Urmacher aus dem Nachbarort. Zusammen mit einem anderen Compañero spielte er den Melodiepart der Lieder. Virtuos intonierte er mit seiner Bandola ( ähnlich der Mandoline) über 100 traditionelle Weisen. Wie ein Wasserfall sprudelten die Pasodoble, Zarzuelas und Marzurkas aus seinem Gedächtnis heraus.Voller Begeisterung heizte er die Stimmung an.
Beim Morgengrauen machten wir noch einen Einkehrschwung beim Chilenen in der Bar und liessen die Eindrücke der Nacht Revue passieren.
Im sprichwörtlichen Frühtau zu Berge Sauseschritt galt es eines Morgens den Mont Juic zu erklimmen. Einigen zwielichtigen Objekten war es wohl nicht so recht darauf gefaßt ,schon um sieben früh mit einem derartigen Touristen Bekanntschaft zu schließen und dem Liebespaar im Auto an der Festungsmauer war sowieso ringsherum alles egal. Meine Wenigkeit genoß die Aussicht über die erwachende Metropole und später den Besuch vom Olympiastadion, dem "Spanischen Dorf" und nicht zu vergessen des Museums von Miro. So ging es dann weiter bis zum Abend mit Besichtigungen vom Schiffartsmuseum , den Häusern von Gaudi und der weltberühmnten Sagrada Familia etc. Ein ergreifender Moment war es noch , als sich zu den Klängen einer Kapelle die Katalanen zum traditionellen Sardanatanz erhoben- stolz und würdevoll ging es herum im Kreis. Von Bergketten umringt und am Meer gelegen , ließe es sich dort gut leben. Am nächsten Tag bot sich noch die Gelegenheit ein weiteres Kunstwerk von Gaudi zu bewundern, nämlich den Parc Güell.Der Architekt und Meister hatte es gut:-) Er konnte sich auf einem großen Geklände künstlerisch austoben.
Hochwürden und die heiratswilligen Spanier
''Pepes'' Ansinnen mich als Zeugen für die Anmeldung zu seiner kirchlichen Trauung zu gewinnen , brachte mir vergangen einen Besuch in des Hochwürden Amtsstube ein. Leider war es mir letztendlich nicht beschieden rechtschaffend an der Prozedur mitzuwirken, da der Kirchenfürst augenscheinlich etwas gegen meine freiprotestantische Einstellung in seiner Feste des Katholizismus einzuwenden hatte. Als ich seine Frage auf Religionszugehörigkeit zur Katholischen Kirche verneinte, zog er ein Gesicht wie einst der Politoffizier vom Wehrersatzamt, der mich trotz psychologischer Ränkestücke nicht für den aktiven Militärdienst motivieren konnte. Zum Glück waren noch zwei weitere mehr oder minder religiöse Freunde ''Pepes'' zugegen , sodass es keine Verzögerung mit den Formalitäten gab. Das angehende Brautpaar und die Zeugen wurden erst einer hochpeinlichen Befragung unterzogen ehe der Gottesmann die notwendigen Papiere für den Festakt im Mai signierte. ''Pepe'' , schon genervt überhaupt um der Tradition willen kirchlich zu heiraten, sprach hinterher vom größten Fanatismus den er je erlebt hätte. Die wohl schärfsten Fragen an die Huckstleute waren, ob denn bei der Frau schon Abtreibungen vorgenommen wurden oder ob der Mann nicht etwa Impotent sei.Blütenzauber oder ''Pepes'' Hochzeit
Mit lautem Gejubel und einem wahren Regen aus Rosenblättern und Reiskörnern, begrüßten wir das Brautpaar im Hafen der Ehe.Das Wetter meinte es auch gut mit uns und so feierten wir einen wunderbaren Freudentag.Zum Fest wahren ca. 90 Personen eingeladen, nach spanischen Verhältnissen eher niedlich- kann doch die Zahl der Gäste im normalen Rahmen an die 300 betragen.Als Geschenk der Frischvermählten an die Gäste wurden den Damen der Gesellschaft Schmuckdöschen aus Porzellan überreicht und die Herren bekamen jeder Zigarren fürs Wohlbefinden.Und auch die kulinarischen Leckerbissen beim Bankett waren ein Traum.Es gab z.B. Datteln mit Mandelsplittern gefüllt und vieles mehr.Als einziger Ausländer wurde ich reich mit Aufmerksamkeit bedacht und befand mich in Gesellschaft etlicher Unterehmer, Lehrer, Architekten und Musiker.Zu vorgerückter Stunde , nachdem wir schon das Lokal gewechselt und in einem Parkcafe fleißig das Tanzbein geschwungen hatten begaben wir uns zum Mitternachtsmahl in ein Chinarestaurant. Da ''Pepe'' und seine Braut noch Ihen Hochzeitsstaat trugen grüssten uns viele Leute auf der Strasse , hupten und wünschten alles Gute.Was mich am meisten beindruckt hat war, daß die Beiden vorher noch nicht zusammen in einer Wohnung gelebt haben. Erst am Hochzeitstage zog das Mädchen mit Hab und Gut in Ihr neues Heim um.Mit Ihren 29 Jahren hatte sie vorher noch mit Ihren Eltern zusammen gewohnt.Feria de April
Eines Wochenendes reiste ich nach Andalusien um die Feria de April zu erleben.Die Feria ist eine Art riesigen Jahrmarkt.Früher müssen wohl die Bauern hier Ihre Erzeugnisse und PferdeLos Picos de Europa
Auf der spanischen Alm oder die Seen von CovadongaWer einmal im Sommer Spanienurlaub machen möchte , dann ist auf alle Fälle die Gegend zwischen San Sebastian und Santander eine gute Wahl. Das Klima ist angenehm und die einheimische Küche( viel Rindfleisch, Fisch) ein Traum.
Dicke Nebelschwaden lagen auf der Bergwand , umschmeichelten die nächtliche Bergstrasse mit einem weichen seidigen Schleier .Unaufhörlich reihte sich ein kurviges Nadelöhr an das nächste , liessen sich tiefe Abgründe schemenhaft erkennen. Plötzlich standen wohlgenärte Bergkühe auf dem Weg und sahen uns mit treuherzigen Augen an. Ohne jegliche Hast machten sie auf dem warmen Asphalt Rast. Nun galt es die Rindviecher kunstvoll zu umschiffen alsbald stellte sich wieder Ruhe ein. Nach schweisstreibenden
Mit dem Auto Unterwegs
Es war ein Bild geschaffen wie für die Ewigkeit. ''Marika''saß in Ihrem Wagen und telefoniertefieberhaft mit Deutschland , der Abschleppdienst hatte uns schon angeseilt und die Herren von der Guardia Civil eine fünfminütige Frist gesetzt ehe sie die Beschlagnahme des Vehikels vollzogen hätten. Die Reise zu den Fallas nach Valencia wurde also zu einem Abenteuer. Minuten vorher hatte ein dusseliger Bauarbeiter beim Ausparken unsere Stoßstange angekratzt und wollte samt Gefährten eiligst türmen. Doch um letzteres zu schaffen hätte er mich umfahren müssen. Derart überrumpelt und sichtlich erbost über sein Mißgeschick rief er die Lokalpolizei auf den Plan. Diese nahm sich fürsorglich unserem Fall an , froh ob der sich bietenden Abwechslung zur Nachmittagszeit. Soweit so gut. Als tückisch erwies sich aber der Fakt das ''Marika'' ihre Versicherungspapiere nicht dabei hatte.Dafür war die Rechnung der Ordnungshüter sehr einfach. Entweder die Versicherungsgesellschaft bestätigt ''Marikas'' aktuelle Mitgliedsschaft oder das Auto wird beschlagnahmt und wir hinter schwedische Gardienen verbracht. Nur gut das die Versicherungsgesellschaft promt reagierte und uns nach 2 Stunden aus der mißlichen Lage befreite. Zwischenzeitlich hatten wir die Wachtmeister dazu überredet uns samt Auto anstatt zum Abschleppdienst auf das Revier zu überstellen, was das Ordnungsgeld erheblich senkte. Nach einer Grundsatzdiskussion über den offiziellen Charakter von Faxdokumenten durften wir endlich weiter.
Wenn Ihr meine Reiseberichte magt,dann schaut Euch noch weiter bei mir um.
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Lacrima_ 11.12.2006 15:41
cherryhoney 23.10.2006 16:32
Toll geschrieben. LG cherry
Queen500 23.10.2006 11:07
da bist Du aber hier schon viel herumgekommen. LG Michael
Tau-Bai-Bai 22.10.2006 17:28
die sprichwörtliche Gastfreundschaft und das Talent zum Feiern zeichnet die Spanier aus