Ciao - für Leute mit eigener Meinung
Neueste Erfahrungsberichte
|
Neue Fragen
|
Erfahrungsbericht schreiben
|
Produktvideos
|
SOUSSE IN TUNESIEN - URLAUB AN DER RENNSTRECKE
Pro Sicherheit, exotisches Flair, natürlich gewachsene Stadt mit historischem Kern
Kontra Sauberkeit, kulturelles Angebot, Verkehrsaufkommen
Im Herbst 2000 wollten zehn noch übrig gebliebene Urlaubstage verbraten werden. Als chronischer Ltur-Bucher studierte ich eine Woche vor Urlaubsbeginn die Last-Minute-Angebote dieses namhaften Unternehmens. Recht schnell (und ohne große Manipulationen meinerseits) kristallisierte sich Tunesien als günstiges Reiseziel heraus. Bei meinen Reisen, egal ob als Individualreisender mit dem Leihwagen oder mittels Flugzeug und Pauschalarrangement – mir war bisher immer daran gelegen, möglichst viel von Land und Leuten kennen zu lernen (in der Sonne und am Meer liegen kann man auch an der Ostsee). Dies ist ja eigentlich nur in Urlaubsregionen möglich, die auf natürlich entstandene Orte verweisen können und nicht der garten- und landschaftsgestalterischen Retorte entsprungen sind.
So wurden dann in logischer Konsequenz die Mitfavoriten Hammamet und Djerba auf die Plätze zwei und drei verwiesen. Sieger: Sousse, die etwa 125 000 Einwohner umfassende Hafenstadt, etwa 30 Kilometer nördlich von Monastir entfernt. Wirtschaftliche Motoren sind neben dem Tourismus der Hafen mit der daraus resultierenden Fisch- Textil- und metallverarbeitenden Industrie.Ich hätte bei Buchungsabschluß nicht gedacht, einen derart guten, günstigen und interessanten Urlaub vor mir zu haben. So ging es dann einige Tage später in den frühen Abendstunden in Richtung Nordafrika. Nach kurzem Flug und wenig TamTam im Flugzeug der TunisAir (schlicht, französisch sprechend und zügig) konnte man im Dunkeln ziemlich wenig aus dem Fenster erkennen. Am Flughafen empfingen einen milde Temperaturen und der für exotische Länder typische Geruch aus mehr oder weniger verbranntem Müll und Autoabgasen. Paßkontrolle und Transfer vollzogen sich recht schnell, so lag ich dann um 23.00 im Doppelbett und sah noch ein Weilchen Deutsches Fernsehen.
Am nächsten Morgen offenbarte die Stadt – aus dem sechsten Stock betrachtet - dann ihr Gesicht: ein homogenes Häusermeer erstreckte sich bis zum Horizont, wobei man selten Gebäude unter drei Stockwerken ausmachen konnte. Die Lage des Hotels Chems El Hana in der Stadt an sich erinnerte mich irgendwie an Monaco – führten doch zwei recht breite und viel befahrene Straßen an Vorder- und Rückseite um das Gebäude. Geschwindigkeit, Abgase, Geräuschentwicklung und Verkehrsdichte erinnerten dann auch sehr an eben jenes Formel-Eins-Rennen im Stadtstaat auf der anderen Seite des Mittelmeeres.An dieser Stelle ernst gemeinter Tipp und Warnung: unterschätzen Sie in Sousse bloß nicht die Gefährlichkeit des Straßenverkehrs!
Ich habe im Laufe einer Woche drei Verkehrsunfälle mit erheblichem Blechschaden vom Balkon aus erlebt und jeden Tag ein bis zwei demolierte Fahrzeuge am Strassenrand stehen sehen. Da wäre ich auch bei der ersten Eigenart dieser Stadt (wahrscheinlich des ganzen Landes...) – es gibt kaum oder keine Verkehrsregeln und Ampeln, wenn sie denn funktionieren stellen sie eher gut gemeinte Empfehlungen dar.Richtig viel zu sehen gibt es in diese Stadt nicht, die ein oder zwei Kilometer lange Strandpromenade ist wie der Hafen ziemlich schlicht. Einzig die in den Reiseführern gepriesenen Souks sowie die ummauerte Altstadt stellen eine Attraktion dar, werden in meinen Augen aber überbewertet. Die dort angepriesenen Waren und Souvenirs sind allesamt nicht antik und stammen aus der Massenfabrikation. Die Gassen der Souks verengen sich in ihrem Verlauf und wenn man nicht aufpasst, ist man irgendwann nur noch von dort lebenden Einheimischen umgeben. Mir so geschehen und ich fühlte mich nicht sehr wohl dabei...
Sousse hat als verhältnismäßig große Stadt gute Verkehrsanbindungen - so verkehren Busse und Sammeltaxis zwischen den Städten und mit der Eisenbahn kann man vom zentral gelegenen Bahnhof aus bis nach Tunis fahren. Von Polizei und\oder Militär ist so gut wie gar nichts zu sehen - im Vergleich zu Ägypten sehr angenehm.Die Strände sind allesamt sauber, doch wenig reizvoll. Wie in allen anderen Urlaubsregionen auch, gibt es zahlreiche "Attraktionen" wie Bananenboot, Piratenschiff, Fallschirmflug, Jetski- und Motorbootverleih.
Die Stadt ist verhältnismäßig sauber, auf Freiflächen ist dann aber das allzu bekannte Gemisch aus Pappe, Plastik und Dosen zu finden. Die Strassen sind gut ausgebaut und haben Gehwege. So kann man einen längeren Spaziergang von Sousse nach Port El Kantaoui machen, welches einen schön gestalteten Hafen hat. Wer nach dem Marsch seine Beine nicht mehr verspürt, kann von einem Sammelplatz in Port El Kantaoui aus mit einer Eisenbahn auf Reifen (petit train) den Rückweg antreten. Die Fahrt ist günstiger als das Taxi – zudem gibt es feste Haltestellen nahe bei den großen Hotels.Fazit: wer parallel zu seinem Badeurlaub das exotische Flair einer industriell und touristisch orientierten nordafrikanischen Hafenstadt mit westlichen Einflüssen erleben möchte sowie Land und Leute in ihrer Natürlichkeit kennen lernen will, sollte sich auf den Weg in diese Stadt machen.
Achtung, dies ist der erste Berichte des Autors
Anstatt dem Mitglied eine negative Bewertung zu geben, bitte daran denken:

Helfe diesem Mitglied durch nützliche Tipps

Melde einen Missbrauch wegen unerlaubter Kopie oder anderer Gründe an das Ciao Support Team.
Kommentar schreiben
Bifie 03.11.2003 19:50
Drafi 24.10.2003 14:08
atek 24.10.2003 03:28
so gut wie meine Berichte weiter so
phoenix80 23.10.2003 20:10
Metalwarrior666 23.10.2003 19:46