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Erfahrungsbericht

für Soos - Moor bei Hajek
5 Sterne Klein aber fein: Torfmoor SOOS bei Hajek Bericht mit Bildern
70 von 70 Ciao User haben diesen Bericht als hilfreich bewertet Bewertungen ansehen
Empfehlenswert: Ja

Pro informativ, lehrreich, interessant, liebevoll gestaltet

Kontra nicht alles ist auch deutsch übersetzt

Der Autor

SabineG1959 Seit 16 Okt 2004

Hallo, Ihr Lieben! Leider habe ich ernsthafte Augenprobleme und kann nich so viel lesen, wie ich... mehr

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Torfmoor Soos

Das Torfmoor Soos liegt im Egerer Becken in Tschechien nahe der Städte Hajek und dem bekannten Franzensbad. Das Besondere dieser Gegend ist der immer noch abklingende Vulkanismus. Die Erdkruste hier ist ganz besonders dünn, und darunter brodelt es noch bis heute. Die Mineralquellen sind bis heute die Grundlage der großen Bäder Karlsbad, Marienbad und Franzensbad im böhmischen Bäderdreieck.

Das Torfmoor Soos ist ein Naturschutzgebiet und mit dem Auto gut zu erreichen. Es ist geöffnet:

1.3. - 15.11. täglich
März, November 10 - 17 Uhr
April, Oktober 10 - 18 Uhr
Mai, Juni, September 9 - 17 Uhr
Juli, August 9 - 19 Uhr

Die Eintrittspreise betragen:

Erwachsene 50 CZK, Kinder 30 CZK - man kann auch in Euro bezahlen (Kurs ca. 1:30), vom 1. März 2003 wird ein spezielles, günstigeres Eintrittsgeld für Grundschule und Familie mit Kindern genommen.

Laut http://web.telecom.cz/muzeum_fl/soosN.ht​m und soweit ich es gesehen habe, ist der gesamte Museumskomplex behindertengerecht, allerdings habe ich keine Behindertentoilette gesehen - sorry, habe nicht darauf geachtet.


Der Museumskomplex beinhaltet das Moor, ein kleines naturkundliches Museum, ein Minisaurier -bzw. Urzeitmuseum, eine kleine Station, in der verwundete oder kranke Tiere gesund gepflegt werden, genannt Zoo, und einen geologischen Garten mit einigen Steinen aus der Gegend - alles ist klein aber fein bzw. sehr interessant. Außerdem gibt es ein Kiosk mit Außensitzgelegenheiten, die z.T. überdacht sind.


Zuerst gingen wir den Lehrpfad durch das Moor. Damit man nicht im Moor versinkt, hatte man einen Weg aus Holzplanken angelegt, auf dem bequem zwei Personen nebeneinander gehen können.

Als erstes kamen wir an eine dieser Heil- und Mineralienquellen, die sehr schön eingefasst ist und aus der man auch trinken kann - wenn einem dieses stark sulfathaltige Wasser schmeckt.

Auf Schildern, die in Deutsch und Tschechisch beschriftet und mit Fotos und Zeichnungen bebildert sind, erfahren wir vieles über die Geschichte und die Geologie des Moors. In früheren Zeiten gab es hier wohl einen See, es wurde Salz und Torf abgebaut, so dass der jetzige Lehrpfad über den ursprünglichen Grund des Moores führt. Ein Teil des Moores ist Torfmoor, ein anderer Wiesenmoor.

Aus sogenannten Mofetten strömen Kohlendioxid und Kohlenmonoxid aus. Es sind kleine gurgelnde Quellen, die wie Minigeysire aussehen aber im Gegensatz zu den heißen Geysiren kalt sind.

Immer wieder wird auf den Plakaten auf Kieselgur verwiesen, der aus Mineralsalzen besteht und auf dem außer Algenarten nichts weiter wächst, was dem Moor eine über weite Strecken öde und trostlose Atmosphäre gibt.

Die Ursache dieser Mofetten ist der abklingende Vulkanismus. Die umgebenden früheren Vulkane der Gegend sind erloschen, aber der Boden darunter ist noch nicht zur Ruhe gekommen. Die Gegend hier ist eine der erdbebegefährdeten Gegenden Europas, wobei es sich allerdings um Schwarmbeben handelt, wobei der Druck unter der Erdoberfläche nicht ruckartig in großen Ausbrüchen freigegeben wird sondern eher langsam und schwankend. Die Auswirkungen davon sind bis nach Deutschland ins Fichtelgebirge zu spüren.


Am Ende des Steges durch das Moor gelangt man zu einem befahrbaren Wirtschaftsweg und zu einem Schmalspurbahngleis, von dem ich nicht weiß, ob es noch genutzt wird oder nicht. Über Straße und Gleis hinüber gibt es wieder einen Steg durch das Moor, das hier einen völlig anderen Charakter hat und mehr bewachsen ist. Dort wurde ebenfalls eine Quelle eingefasst, aus der kalter Schaum sprudelt, der ebenfalls sehr schwefelig roch.

Von hier aus muss man wieder zurück auf den Wirtschaftsweg und gelangt so auf einem schönen Spaziergang wieder zum Ausgangspunkt zurück, wo man als erstes bei o.a. Kiosk landet. Dort gibt es Kaffee, Eis, Süßigkeiten und kleine Imbisse und einen sehr netten Wirt.


Das nächste Gebäude auf der rechten Seite enthält viele ausgestopfte Vögel und andere kleine Tiere, die in der unteren Etage in ihrem Lebensraum ausgestellt werden und leider nur in Tschechisch beschriftet waren. In der oberen Etage sind viele weitere Tiere, auch meistens Vögel, ausgestellt und in Tschechisch und Deutsch beschriftet. Ich vermute mal, dass man die Beschriftungen in der unteren Etage ebenfalls entsprechend ändern wird.


Daneben befindet sich das kleine erdgeschichtliche Museum mit wirklich süßen Sauriernachbildungen, die wohl eher für Kinder gedacht sind. Im selben Stil gibt es auch Nachbildungen anderer fossiler Funde. An den Wänden wird sehr ausführlich die Geschichte der Erde beschrieben und mit Bildern illustriert, diesmal wieder Deutsch und Tschechisch. In Glasvitrinen kann man einige echte Funde ansehen.


Gegenüber diesem Trakt befindet sich wieder der Eingang zum Moor, wo wir schon waren, rechts davon sind der geologische Park und der "Zoo" ausgeschildert. Auf einer Wiese werden einige große Steine der Gegend ausgestellt und kurz beschrieben, ein paar Schritte weiter geht es in die Tieraufzuchtstation Zoo, wo es leider wieder nur die tschechischen Namen der Vögel gab, die dort in großen Volièren oder Käfigen zu sehen waren. Anscheinend besteht der Zoo nur aus solchen Tieren, die mit Grund gefangen gehalten werden oder dort zur Pflege und/oder Heilung untergebracht sind, was mir sehr lieb wäre, da ich Zoos, die der bloßen ZurSchauStellung von Tieren dienen, eigentlich nicht mag. Ich empfinde das als Tierquälerei.

Ganz besonders angetan hatte es uns eine Schneeeule, mit der wir uns wunderbar unterhalten haben und die auch regelrecht nach uns rief, als wir zu den Nachbarn gingen.


Alles in allem verlebten wir einen sehr angenehmen Nachmittag in diesem liebevoll gestalteten und sehr interessanten Areal. Alles ist klein aber fein, und ich kann einen Besuch dort nur sehr empfehlen.

Alles Liebe von Sabine :)

Bilder

für Soos - Moor bei Hajek
die erste Quelle
von SabineG1959 SabineG1959

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  • Baerchen2571 28.06.2010 09:27
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
  • ronald-bitterlich 05.05.2009 11:34
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
  • hr.biernot 05.08.2006 12:11
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
  • miriaW 26.05.2006 21:59
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich

    Liebe Sabine, schön, wieder etwas von dir zu lesen! Hochinteressant, bekomme ich wirklich Lust, einmal hinzufahren! Liebe Grüße, Maria

  • petra64 18.05.2006 16:23
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich

    das klingt ja sehr interessant, ich war auch schon in einer Moorlandschaft, aber in Holland, aber da ich dieser Sprache nicht maechtig bin, habe ich nur sehr wenig von den Erklaerungen mitgekriegt.

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