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Verrückt - aber cool
Pro Polen ist uns näher gerückt
Kontra Keines erkannt
Detailbewertung
| Wann besucht: | |
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| Gruppengröße: | |
| Kulturangebot: | |
| Naturangebot (Strände, Berge etc.): | |
| Shopping-Möglichkeiten: | |
| Reisebudget pro Tag: | |
| Art der Reise: | Andere |
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Ausnahmsweise habe ich mir die Überschrift zu diesem Bericht nicht selbst ausgedacht, vielmehr entstammt sie einem Zitat. Der beste Sohn von allen nämlich hatte reichlich Zeit - und der Schreiber dieser Zeilen ebenfalls. Was nun anfangen mit all den Minuten, Stunden und Tagen? Der reisefreudige ältere Herr hatte eine Antwort parat: Wir fahren nach Polen! So sehr weit allerdings sollte es in unser östliches Nachbarland nicht gehen, weswegen wir uns auf den gut 400 Kilometer langen Weg nach Frankfurt/Oder machten, dort den Fluss querten und auch schon in Slubice waren.
Vom östlichen Westfalen aus machten wir uns auf den Weg in Richtung Polen, fuhren an Hannover, Wolfsburg, Magdeburg und Berlin vorbei und erreichten schnell Frankfurt. Ich wusste noch, dass es eine Stadtgrenze gibt, die uns direkt nach Slubice führen würde. Also verließen wir die Autobahn an der Ausfahrt Frankfurt-Zentrum und entdeckten auch schon bald Hinweisschilder in Richtung Slubice, das wir nach der kurzen Stadtdurchfahrt und insgesamt knapp vierstündiger Anreise über die Stadtbrücke erreichten. Auf der Brücke kamen uns schon viele Menschen entgegen, die offenbar ihre normalen Einkäufe in Polen getätigt hatten - der Absturz des polnischen Zlotys macht das interessant. Grenzkontrollen übrigens gibt es nicht mehr, seitdem Polen Vollmitglied der Europäischen Union ist und auch das Schengener Abkommen unterzeichnet hat.
Wir hätten uns durchaus am oder in der Nähe des Basars verpflegen können, wollten das aber nicht, sondern suchten in der Stadt ein Restaurant, von denen es einige leicht zu finden gibt. Wir landeten schließlich nach kurzer Autofahrt in einem Selbstbedienungs-Restaurant, in dem wir uns für kleines Geld aufs angenehmste stärkten, obwohl wir kein polnisches Geld dabei hatten und die Umrechnung der Preise in Euro doch arg zu unserem Nachteil gerundet wurde. Aber da gibt es keine Beschwerden, denn 2,50 Euro für ein paniertes Schnitzel mit Kartoffel-Beilage sind immer noch ein hervorragender Preis - und gemundet hat es auch!
Einen Blick wert ist auch das städtische Kulturzentrum SMOK, das auch von Studenten gern besucht wird. Gemeinsam mit der Stadt Frankfurt richtet es unter anderem die "TranzVOCALE" aus, ein internationales Festival für Lied und Weltmusik.
Dass viele Touristen Slubice aus ganz anderen Gründen besuchen, ist ein offenes Geheimnis. In der Stadt nämlich gibt es eine ganze Reihe von Bars und Bordellen - über eigene Erfahrungen diesbezüglich kann ich allerdings nicht berichten.Natürlich konnten wir Polen nicht verlassen, ohne getankt zu haben. In der Nähe der Oder-Brücke fanden wir eine Shell-Tankstelle, die die Benzin-Preise praktischerweise nicht nur in Zloty, sondern auch in Euro anzeigte. Zum damaligen Zeitpunkt kostete bei uns daheim ein Liter Superbenzin noch 1,58 Euro, hier mussten wir gerade einmal 1,29 Euro zahlen - das ist schon ein gewaltiger Unterschied. An dieser Tankstelle kaufte ich denn auch noch meine Zigaretten, wobei pro Person die Mitnahme von vier Stangen erlaubt ist. Auch hier ergab sich eine gehörige Ersparnis von etwa 20 Euro pro Stange im Vergleich zu Deutschland.
Interessant war, dass ich Benzin und Zigaretten mit einer Kreditkarte bezahlte, wobei mir der Preis in Zloty und Euro zum recht genauen Tageskurs angezeigt wurde. Als ich inzwischen meine Kreditkarten-Abrechnung erhielt, war die Rechnung komplett in Euro enthalten, was mir immerhin die Gebühr für den Einsatz beim Bezahlen mit einer Fremd-Währung ersparte.Ja, ein wenig verrückt ist es schon, für nur wenige Stunden Aufenthalt gut 800 Kilometer mit dem Auto zu fahren. "Verrückt - aber cool", wie ein Freund meines Sohnes später meinte. Trotzdem hat uns dieser Tages-Ausflug viel Spaß gemacht, wobei wir bei einer eventuellen Wiederholung sicher auch etwas auf dem Polen-Markt einkaufen würden (außerdem würde mich dann ja das Frisör-Angebot enorm interessieren!). Erstaunt waren viele Bekannte darüber, als wir ihnen von unserer Fahrzeit berichteten, die pro Weg dank freier Autobahnen ohne Staus und Baustellen und bei Einhaltung aller Geschwindigkeits-Begrenzungen unter vier Stunden lag. Polen scheint uns also näher gerückt zu sein - und das durchaus auch im wörtlichen Sinn. Vor einigen Jahren noch habe ich mit einem Auto lange Zeit an der deutsch-polnischen Grenze gestanden, die heute eigentlich nur noch durch die Oder sichtbar ist. Schön, wie Europa zusammen wächst! Schade eigentlich, dass das zumeist nur genutzt wird, um billig Zigaretten oder Alkohol zu kaufen, wovon die vielen entsprechenden Geschäfte in der Stadt zeugten.
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sakibr 15.02.2012 19:17
Sh, lg
belli4charlotte 09.02.2012 17:22
Sotairo 09.01.2012 18:15
chipad 04.01.2012 14:14
Wieder was gelernt