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Erfahrungsbericht

für Sintra
5 Sterne Sintra sehen und sterben!
44 von 44 Ciao User haben diesen Bericht als hilfreich bewertet Bewertungen ansehen
Empfehlenswert: Ja

Pro schöne Zauberwälder und mystische Schlösschen

Kontra liegt leider soooo weit weg, im fernen Portugal

Der Autor

Schlawinchen

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Erzählt man einem beliebigen Lissaboner von seinem Vorhaben, einen Tagesausflug nach Sintra zu unternehmen, kommt immer die selbe Reaktion: ein verträumtes Lächeln, die Augen verdreht und ein schwärmerisches „Ooooh, Sintra!!! Ja, da ist es ja soooo schön!“
In der Tat, das ist es. Übrigens, wenn es danach ginge, mutiere ich selbst wahrscheinlich auch langsam zur Lissabonerin. Zu ähnlichen Reaktionen lasse ich mich nämlich auch schon hinreißen. Jedesmal, wenn ich in Lissabon bin, und sei es nur für ein paar Tage, gehört Sintra zur absoluten Pflicht.


Was hat es mit Sintra auf sich?
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Sintra liegt nördwestlich von Lissabon, in der Serra de Sintra mit seinen Nebelwäldern. Genau die damit verbundene hohe Luftfeuchtigkeit und Kühle im Sommer machte diesen Ort schon sehr früh zu einer optimalen Sommerresidenz im ach so heißen Portugal. Jeder, der Rang und Namen hatte, setzte also hier sein Schloss oder Schlösschen hin. Das Ergebnis ist ein kleines verträumtes Örtchen voller Residenzen aller Epochen und Größenordnungen umgeben von einem Märchenwald voller Moosen und Efeuranken sowie wilder Vinca (Immergrün).
Nach meiner Theorie muss hier einst ein mächtiger Zauberer eine besondere Art von Kreativität in die Luft gelegt haben, die zur Errichtung der verwunschensten Bauten animiert.
Den Anfang machten hier, wie sich im lokalen Museum nachprüfen lässt, die alten Römer. Deutlichere Spuren hinterließen da schon die Mauren, welche oben auf der höchsten Erhebung (das Wort „Berg“ erscheint doch unpassend) einen Burg („Castelo dos Mouros“) errichteten, welche heute noch besichtigt werden kann.
Der Ort Sintra selber wird von einem anderen Bauwerk dominiert: dem Palácio Nacional, dessen Palastküche mit zwei enormen, konischen Schornsteinen ausgestattet ist, die weithin sichtbar sind und schon fast Symbolcharakter für Sintra haben. Der dafür verantwortliche König Dom Manuel I (nach dem sogar ein Architekturstil Manualistik benannt wurde) wusste anscheinend die Prioritäten richtig zu setzen...
Außerdem erwähnenswert ist noch das Potpourri der Epochen, der Palácio da Pena, welcher in Reiseführern auch gern das Neuschwanstein Portugals genannt wird. Hier hat sich „Dom Fernando II“ (nein, kein Portugiese, zu deutsch: Ferdinand von Sachsen-Coburg-Gotha) auf den Ruinen eines vom Erdbeben zerstörten Klosters einen Traum aus kunterbunt durcheinandergeworfenen Baustilen, wie sie nur der Blüte der Romantik entspringen konnte, verwirklicht.


Nach Sintra reisen
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Von Lissabon kommt man sehr leicht nach Sintra: man muss lediglich in den Bahnhof direkt am Rossio begeben (Estação do Rossio) und Karten nach Sintra lösen. Die Züge verkehren etwa im Viertelstundentakt und brauchen von einer Endstation zur anderen ca. eine ¾ Stunde.
Die moderne Zugverbindung führt übrigens durch endlose Schlafstädte, vielleicht für einen Touristen auch mal ganz interessant: ein anderes Gesicht von Lissabon (aber nicht vergessen: Slums und im Park schlafen sind noch hässlichere Alternativen).


Vor Ort
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Als ich das erste Mal Sintra besuchte, tat ich gut daran, den direkt am Bahnhof befindlichen Turismo aufzusuchen und empfehle es daher weiter. Hier wird man mit Kartenmaterial eingedeckt, mit dem man leicht in Eigenregie einen Spaziergang zu den erwähnten Palästen machen kann. Insbesondere die alte Maurenfestung sollte man besuchen und zwar über den etwas längeren Weg (auch zwei linke Füsse brauchen nur eine Stunde), der von der Praça da República an der Igreja de Santa Maria entlangführt. Die meisten Touristen werden von einem Parkplatz nahe des Palacio da Pena losgelassen. Ab hier ist der Märchenwald dann durch den Betrieb auch nur halb so märchenhaft.
Von der Maurenfestung hat man ein herrliches Panorama über die Serra, die nördlich anschließende Estremadura und den benachbarten Palästen auf den anderen Kuppen sowie natürlich Sintra selbst. Bei guter Sicht kann man auch die Meeresküste einsehen.
Von hieraus ist es ein Katzensprung herüber zum Palácio da Pena, der seit etwa vier Jahren frischrenoviert wieder zu besichtigen ist und den Eintritt von inzwischen wahrscheinlich ca. 2, 50 € auf jedenfall wert ist. Auch der Parque da Pena ist eine Besichtigung wert. Er wird immer noch liebevoll gepflegt und beherbergt alte Schätze für Pflanzenliebhaber.
Zurück im Ort kann man dann auch noch den Palácio Nacional besichtigen. Dies hab ich allerdings selber noch nicht gemacht, es soll aber lohneswert sein.
Außerdem lässt es sich auch noch gut shoppen. Hier gibt es viele Künstler und Souvenirlädchen sowie viele Angebote der Gastronomie.


Zurück in Lissabon
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Kommt man also abends wieder mit den eingangs erwähnten Lissaboner zusammen, wird er neugierig fragen, ob denn Sintra gefallen hätte. Das kann man natürlich nur eifrig bejahen. „Und habt ihr denn auch Queijadas probiert?“ lautet die nächste gespannte Frage einer echten portugiesischen Seele. Damit ihr auch das mit „Ja“ beantworten könnt, weihe ich Euch ein: hierbei handelt es sich um eine lokale Gebäckspezialität, bei der Zimt und Frischkäse eine wichtige Rolle spielen. Sie kann in jedem Café erstanden werden und ist wirklich lecker.


Übernachten
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Der Vollständigkeit halber sei auch dazu noch was gesagt: Es gibt für Puristen einen Campingplatz und eine Jugendherberge in Sintra, außerdem für Geldbeutel von 17,- bis 300,- € die Nacht Pensionen und Hotels oder Quintas („Waldhäuser“). Da ich aber immer nur Tagesausflüge von Lissabon aus gemacht habe, kann ich hier keine eigene Erfahrungen preisgeben. Der Campingplatz steht allerdings auf meiner Wunschliste für kommende Abenteuer.


Viel Spass im Zauberwald wünscht Euch Euer

Schlawinchen

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Kommentare

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  • Lulzen 17.07.2006 23:48
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
  • Kerstin_Henke 28.11.2005 13:19
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
  • MALUSE 08.04.2005 22:29
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich

    Ich war gerade da in den Osterferien, wirklich schön!

  • JanaLipy 29.07.2002 10:19
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
  • Volker111 17.06.2002 18:15
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich

    Und wieder ein neues Reiseziel ;-)

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