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Erfahrungsbericht

für Sightseeing in Madrid, Madrid
5 Sterne De Madrid al cielo Erfahrungsbericht mit Diamant-Prämierung Bericht mit Bildern
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Empfehlenswert: Ja

Pro Madrid ist ne tolle Stadt: Tapas, Kultur, Shopping...

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Der Autor

travelgirl Seit 12 Jan 2007

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INTRO


Die spanische Hauptstadt Madrid ist unbedingt eine Reise wert. Dank Billigflieger und Co kommt man super günstig in die Metropole in der Mancha. Selbst mit Lufthansa oder Iberia bezahlt man bei geschickter Buchung selten mehr als 99 Euro für Hin- und Rückflug. Wenn ihr denn schon mal in Madrid seid, wollt ihr ja sicherlich nicht nur auf eurem Hotelzimmer sitzen und Däumchen drehen. Um euch eine Idee zu geben, was man in Madrid alles anstellen kann, berichte ich euch nun über einige meiner Lieblingsplätze und verrate den einen oder anderen Geheimtipp.

KULTUR


Jaja, Kultur. Es soll Leute geben, die ihren Urlaubsort an Hand der Zahl der Museen buchen. Nun gut, das würde ich nicht unbedingt machen, aber Madrid muss sich, was die Kultur betrifft, nicht verstecken:


# Templo de Debod
Wenn man in Madrid ist, sollte man auf jeden Fall den Templo de Debod besuchen, denn nicht nur der Tempel an sich, sondern auch die wunderschöne unmittelbare Umgebung sind in jedem Fall einen Besuch wert. Der Tempel liegt zwischen dem Palacio Real und dem Príncipe Pío Bahnhof, ich selbst bin mit der roten Route von Madrid Vision hingefahren, die genau vor dem Aufgang zum Tempelgelände hielt (Adresse: Paseo Pintor Rosales, s/n).
Es ist schon verwunderlich, dass sich ein alter, prachtvoller ägyptischer Tempel, umgeben von einer Wassergrube und einem echt schönen und idyllischen Park mit Palmen inmitten der spanischen Metropole versteckt, allerdings gibt es dafür eine recht simple Erklärung: Beim Bau des Staudamms am Assuan hatte man Angst, dass einige historisch wertvolle Gebiete überflutet würden. Die Spanier schickten damals Hilfe und als Dank gabs den Templo de Debod, den man per Schiff nach Spanien mitbrachte und in Madrid auf einem ehemaligen Militärgelände wieder aufbaute.
Während man immer in den Park am Templo de Debod kann – als ich nachmittags dort war – gab es neben einigen Joggern und Familien mit Kindern auch viele Studis, die auf dem Rasen liegend, ist die eigentliche Templeanlage auch ab und zu geschlossen; Öffnungszeiten sind saisonal bedingt. Die mehr oder weniger freundlichen Mitarbeiter weisen einen beim Betreten des dunklen Tempels jedenfalls darauf hin, dass der Eintritt kostenlos ist, man dafür aber einiges zu beachten hat, so u.a.: keine Fotos mit Blitzlicht macht und weder die Wände, noch die Ausstellungsobjekte anfassen. Am Anfang ist es schon etwas ungewohnt, wenn man in den dunklen Tempel reinkommt, immerhin findet man ein bisschen Abkühlung, schließlich ist es relativ kalt (für Deutsche Verhältnisse immer noch ziemlich warm) im Tempelinneren. In verschiedenen Räumen im Untergeschoss findet man entweder gar nichts, Erklärungen zu Wandinschriften, die an einer Art Geländer angebracht sind oder einige Lichtprojektionen. In der oberen Etage wird es dann etwas spannender, hier kommen Hobbyarchäologen und Fernsehfans auf ihre Kosten, es werden Miniaturmodelle ägyptischer Siedlungen und Tempel bestaunen. Museumsmitarbeiterinnen achten allerdings auch peinlichst darauf, dass evtl. mitgebrachte Kinder den Miniaturpüppchen aus den Modellen nicht den Kopf abreißen. Also: Barbiepuppen mitnehmen, an denen sich die lieben Kleinen austoben können….

# Palacio real
Hierbei handelt es sich um den Palast des Königs. Zwar leben Juan Carlos und seine Sofia nicht mehr hier, nutzen den Palast jedoch zu repräsentativen Zwecken, um so den einen oder anderen Staatsgast zu beeindrucken, schließlich befindet sich der Palast direkt neben der Kathedrale Almudena (hier heiraten spanische Royals), dem Plaza Oriente und dem königlichen Sabatini Garten, der für alle geöffnet ist. Vom Palastpatio aus hat man auch eine tolle Aussicht auf die Landschaft.
Der Palacio Real ist allerdings nicht immer und überall für den Publikumsverkehr geöffnet, man kommt lediglich durch zwei Eingänge rein, wobei einer den Besitzern der Madrid Karte vorbehalten ist. Der Haupteingang des rechteckig angelegten Palacios befindet sich vis a vis der Kathedrale Almudena, hier kann man dann auch einen Blick in den – zwar vergitterten, trotzdem aber - beeindruckenden Innenhof werfen.
Wie in allen anderen Museen beginnt dann wieder das Durchleuchten der Taschen, die man dann jedoch entweder mitschleppen kann oder gegen Pfand (1 Euro) in eines der zahlreich vorhandenen Schließfächer einschließen kann, die sich zwischen Museumsshop und WCs befinden.
Hat man das dann geschafft, sollte man bloß daran denken, sein Ticket mitzunehmen, anderenfalls kann man sich mit den Vigilantes anlegen, die einen nur in den Haupttrakt (einmal quer über den Patio und dann in die riesige Tür reingehen, wo alle reinwollen) lassen, wenn man dann das Ticket auch vorzeigt. Mich ließ sie nicht rein, weil ich mein Ticket vergessen hatte, und als ich sie darauf hinwies, dass am Mittwoch doch ehe freier Eintritt wäre, meinte sie, dass ich ja genau so gut aus Südamerika sein könnte, und dann keinen freien Eintritt hätte – mein Spanisch scheint also nicht so schlecht zu sein…
Während man in den Seitengängen die königliche Apotheke besichtigen kann, erwartet einen in der ersten Etage des Schlosses, die für Rollstuhlfahrer gar nicht und für Kinderwagen (eine Mutter hat ihn tatsächlich hochgeschleppt) nur bedingt zugänglich, da die Treppe recht steil und lang ist.
Die Säle an sich fand ich nicht wirklich spannend, wenn ich 10 Euro hätte bezahlen müssen, hätte ich mich wahrscheinlich geärgert. Das mag vielleicht auch daran liegen, dass ich schon mehrere Schlösser (Versailles, Potsdam, Warschau, Krakau…) gesehen habe und diese bedeutend besser für Touristen aufbereitet waren. Die Absperrungen waren alle recht eng gesetzt, die Säle schlecht beleuchtet und auch die Texte, die vereinzelt mal in den Räumen zu finden waren, wirkten recht lieblos, einen Orientierungsplan gab es gar nicht erst. Naja, mal will halt die Audioguides an den Mann bringen. Ich kann also empfehlen, wenn überhaupt, nur am Mittwoch den Palacio Real zu besuchen, wenn Europäer freien Eintritt haben, alles andere ist Geldverschwendung.


# Prado
Das Museo Nacional del Prado – kurz: Prado – ist neben dem Thyssen Museum und dem Centro Nacional de Arte Reina Sofia eines der drei großen Kunstmuseen Madrids und ganz nebenbei auch Welt. In unmittelbarer Nähe zur Metrostation Atocha (nicht Atocha Renfe) gelegen, kann man das Museum von dort aus bequem in einem Fußmarsch erreichen. Mann folgt einfach dem Paseo del Prado und gegenüber vom Ministerio de Asuntos Sociales (=Sozialministerium) bzw. fragt sich zum Real Jardín Botánico (= Königlicher Botanischer Garten) findet man das Museum. Sperrige Taschen – meine normalgroße Handtasche wurde als solche eingestuft…. – muss man an der glücklicherweise kostenlosen, Gepäckaufbewahrung deponieren, auch Wasserflaschen muss man dort lassen. Dann kommt der flughafenähnliche Sicherheitsbereich. Hier werden dann kleiner Handtaschen, Kameras – Fotografieren ist übrigens verboten – und Co durchleuchtet, ehe man endlich in das Museum kann.
Da ich schlauerweise an einem Sonntag dar war, musste ich keinen Eintritt bezahlen, an normalen Tagen beträgt der Eintritt allerdings 6 Euro, wahrscheinlich ist es dann aber auch nicht so überlaufen. Generell sollte man die Spanische Siesta Zeit nutzen, da fallen schon mal die Spanischen Besucher weg, an sonsten ist das Museum von 9 – 20 Uhr geöffnet, das Restaurant (für einen Museumsrestaurant ist ne Kaffee zu 1,25 Euro wirklich preiswert) und Museumsshop (5 Kunstpostkarten 3 Euro, Stifte ab 80 Cent) schließen etwas eher.
Vom Museum an sich ist man wirklich erschlagen. Es gibt um die 100 Räume, die auf vier Etagen verteilt sind. Im Untergeschoß gibt es eher griechische und römische Sammlungsgegenstände, im Erdgeschoß und der ersten Etage hängen durchgehend Bilder und im zweiten Obergeschoß findet man nur zehn bebilderte Räume. Hätte ich mit am Eingang keinen Flyer mitgenommen, wäre ich wirklich verloren gewesen, denn auf Saal 1 folgt nicht immer Saals 2, manchmal gibt es noch einen Saal mit der Zugabe B und überhaupt fehlt ab und zu auch mal einer der römischen Buchstaben, der die Saalnummer anzeigt, gut dass es da noch die Museumsguards gibt die man fragen kann, wenn man den des Spanischen mächtig ist – also: Bevor man nach Spanien fährt, unbedingt ein paar Brocken Spanisch lernen….
Angucken sollte man auf jeden Fall die Meninas von Velázquez, eines der bekanntesten Bilder, das dort häng (Saal 12, 1. Etage), dann gibt es noch Werke von Tizian, El Greco, Goya, Rembrandt, Rubens, Dürer, Ribera, Rafael etc. Generell findet man Bilder aus den Jahren von 1100 bis 1850.
Mein Fazit: Ich war da. Es war sehr voll, aber ich habe trotzdem was mitbekommen, auch wenn ich durch den Museumsfaltplan wirklich verwirrt war. Gott sei Dank habe ich immer einen freundlichen Museumsmitarbeiter gefunden, der mir weiterhelfen konnte (was daran lag, dass ich Spanisch spreche).

ESSEN


Ist natürlich auch immer wichtig. Wenn man allerdings schon mal in Spanien ist, sollte man unbedingt auch eine Tapasbar von innen sehen. Natürlich gibt es auch amerikanische Fastfoodfilialen, aber wie gesagt, ir de tapas muss man unbedingt mal gemacht haben.


# Lateral
Wenn man in Spanien ist, will man natürlich Tapas essen gehen. Das haben wir natürlich auch einige Male in der spanischen Metropole Madrid gemacht. Nach dem Shoppen auf der Gran Vía ist man natürlich relativ müde bis geschafft, so dass man dann auch nicht mehr stundenlang durch die Gegend laufen möchte, und so bot sich ein Stopp im Lateral an. Lateral ist eine Tapaskette mit 5 Filialen in Madrid, wir haben die in der C/ Fuencarral, 43 besucht. Das ist eine Seitenstraße der Gran Vía, die sich genau als Abzweigung an der Metro Station Gran Vía befindet, also auch relativ gut erreichbar ist.
Zwar sind die Tapas – die auf schwerem, rechteckigem, grünen Porzellan serviert werden - hier etwas teurer (1,35 Euro für eine Croqueta mit Jamón, um die 1,75 Euro für die unidad Tortilla, Raciones ab 3,30 Euro), dafür ist das Ambiente echt toll – wenn auch eher gehoben; Müll auf dem Boden, wie in der Sidrería findet man hier nämlich nicht. Da das Wetter in Spanien ja bekanntlich etwas wärmer ist, saßen wir draußen auf der Terrasse, die nicht nur über tolle Sonnenschirme verfügt, nein es gibt auch einen Wasserspränkler, der dafür sorgt, dass man keinen Sonnenstich bekommt. Das Lateral liegt jedenfalls in einer Ecke, neben einem Starbucks, von dem die Terrasse durch einige Bambusabsperrungen abgetrennt ist. Tische sind in Metalloptik mit bedrucktem Serviettenständer, um diese sind Sessel in Korbflechtoptik mit Lateralbezug gruppiert. Die Kellner waren eigentlich ganz nett, wirkten aber bei Nachfragen etwas planlos. Da wir meist nur zum Zwischendruchsnack da waren, reichte eine Racion (mehrere Tapas der gleichen Sorte) oder ein paar Einzeltapas (unidades), an Getränken gab es eigentlich alles, was man so braucht, vom Kassenschlager Tinto de Verano (Rotwein mit Casera, das ist eine Art nicht ganz so süße Zitronenlimonade für 2,80 Euro), Casera pur oder Softdrinks alles, meist bewegten sich die 0,3 l um die 2,15 Euro – 0,5 l Wasser für 1,75 Euro, was für die Lage ziemlich OK ist. Und man muss bedenken: es gibt immer mehrere Preise: am günstigsten ist es an der Theke, drinnen sitzen kostet etwas mehr und draußen ist es natürlich am teuersten)
Das Publikum ist eher etwas älter, als in den Durchschnittstapasbars, dafür gibt es auch viele internationale Besucher, v.a. Austauschstudenten. Auf jeden Fall gibt es eine Empfehlung!

# Hard Rock Cafe
Direkt an der Metrostation Colon, genauer gesagt schräg gegenüber des Plaza Colon, befindet sich das Hard Rock Cafe (HRC). Von außen sieht alles recht unspektakulär aus, über eine Treppe kommt man dann ins HRC, der Kellner – der wirklich fließend Englisch und Spanisch spricht – fragt einen nach den Wünschen. Ich wollte zunächst in den Shop (estoy buscando la tienda…), um mich dort umzusehen und einen Pin für meine Sammlung zukaufen (7,95 der klassische Pin), zudem habe ich dann noch ein paar T-Shirts (ab 20 Euro aufwärts, generell von S bis XXL in verschiedenen Modellen vorhanden) angeguckt und letztendlich eines mitgenommen. Ist man dann wie ich stolzer Besitzer des ISICs, kommt man in den Genuss eines HRC Goodies. In meinem Falle eine knatschgelbe rund Din A4 Blatt hohe HRC Plastikgitarre, mit der ich nicht all zu viel anzufangen wusste. Man erklärte mir dann auf Nachfrage, dass es sich hierbei nicht um eine Spardose, sondern einen Cocktail Shaker handelt; von alleine wäre ich darauf nicht gekommen.
Die Einrichtung des Cafes ist typisch HRC like, die Mitarbeiter waren recht freundlich, ob Frage nach Fyler oder der Weg zur Toilette, alles kein Problem. Und das Wichtigste für alle, die kein Spanisch sprechen: Man spricht fließend Englisch. Um mal aufs Essen zu kommen: Es ist recht teuer, aber sehr lecker. Ambiete ist natürlich auch cool, zwischen goldenen Schallplatten, Gitarren, Fotos und Co isst man ja auch nicht jeden Tag… Also: durchaus empfehlenswert, schließlich macht man soetwas ja auch nicht jeden Tag

# KFC Atocha
Sollte man mal keine Lust auf Tapas haben, kann man direkt an der Metrostation Atocha, nicht Atocha Renfe, zum KFC gehen. Wenn man aus dem Metroausgang kommt folgt man einfach der Straße in Richtung Bahnhof - nicht Richtung Retiro Park) und nach knapp 250 m findet man dann auf der rechten Seite den Eingang. Es ist immer ziemlich voll, so dass ich knapp 5 Minuten warten musste, bis ich der Kassiererin meine Bestellung mitteilen konnte. Auf Spanisch natürlich, denn Englisch spricht man hier nicht. Ich wollte eigentlich drei Chickenfilets als Menü, wie man es überall in Europa kennt, aber daraus wurde nix. Die Chickenfilets kann man nämlich nur zu einem Menü mit Chickenwings bestellen oder als Kindermenü ordern. Ich entschied mich für Zweiteres, da ich keine Chickenwings mag. Für stolze vier Euro bekam ich dann zwei Chickenfilets, dazu ein Getränk meiner Wahl, konnte mich dann zwischen Pommes und Kartoffelpürree mit Soße entscheiden, und durfte mir dann noch ein Softeis á la Mc Sundae oder nen Joghurt aussuchen, wobei ich mich dort dann für das Softeis mit Schokosoße entscheiden habe, und für unverschämte 1,80 Euro noch einen Coleslaw dazbestellt habe. Zu den Pommes wollte ich eigentlich gravy haben, weil ich die gerne zu den Filets esse, was allerdings aus unerfindlichen Gründen nicht ging. Nach fünf minütiger Diskussion – ich habe keine Taste für gravy in der Kasse und deshalb bekommst du keine – habe ich dann kurzerhand, nachdem ich mich versichert habe, dass es zum Kartoffelpürree gravy gibt - auf diesen umgeordert und drum gebeten, mir extra viel Soße draufzutun. Mit dem Tablett, auf dem man mir zusätzlich noch ungefragt Ketchup und Pfeffer, sowie ein Zitronenreinigungstuch gelegt hatte, musste ich dann einen Platz suchen, was recht schwierig war, da nicht nur der Security Typ, sondern auch viele Kinderwagen im Weg standen. Nach dem Essen wollte ich dann noch mal für kleine Mädchen, was allerdings nicht ging, da die Toiletten aus irgendwelchen Gründen – die man mir nicht nennen wollte – gesperrt waren, und man auf einem handgeschriebenen Papier, das lieblos an die Türe geklatscht war, sich für die Unannehmlichkeiten entschuldigte und um Verständnis bat. Ich hab keinen Verständnis für den nicht vorhandenen Service, allein schon nach der Gravy Sache war ich stinksauer, so was hatte ich noch nie erlebt. Selbst in Polen, gab es freundliche englischspechende Verkäufer, die einem jeden Wunsch von den Augen ablasen, und Gravy zu bestellen war dort kein Problem. Ich empfehle dann doch lieber irgendwo neben an Tapas essen zu gehen…

RELAXEN


Gerade wenn man im Sommer in Madrid ist, und es furchtbar warm ist, sollte man einige Zeit zum Relaxen einplanen. Wo man das am Besten machen kann, erzähle ich euch nun:


# Real Jardín Botánico
Direkt zwischen Retiro und Prado liegt der Real Jardín Botánico (auf Deutsch in etwa: Königlicher Botanischer Garten), den man auch bequem per Metro – Station wäre Atocha (nicht Atocha RENFE)- erreichen kann, ist eine optimale Möglichkeit, einen Museumsbesuch mit Relaxen zu verbinden. Pflanzenfreunde kommen hier auch ihre Kosten und können eine Reihe verschiedenster Pflanzen mit noch tolleren und längeren lateinischen Namen besuchtigen, wobei jede Pflanze durch ein beigestelltes Schildchen mit lateinischem Namen und einer spanischen Erklärung gekennzeichnet ist. Damit man sich auch ja nicht in dem weitläufigen Großgarten verläuft, bekommt man am Eingang, an dem man auch seinen Eintritt entrichtet (Lehrer haben freien Eintritt, Studis, Schüler und Kinder bezahlen um die 1 Euro und Erwachsene ohne Ermäßigung dann das doppelte) einen riesengroßen Plan, auf dem neben ein Wegweiser zu den entsprechenden Pflänzchen auch die wirklich wichtigen Sachen, wie Toiletten, Museumsshop (dies war eher ein Blumenladen mit Postkartenverkauf) und Museumscafé eingezeichnet sind. Ganz toll finde ich auch diejenigen Bereiche des Parks, an denen um kleine Plätscherbrunnen Bänke gruppiert sind – Gott sei Dank stehen diese Bänke unter Schatten spendenden Bäumen – hier lässt es sich eine Weile aushalten, und wenn keiner der guards hinguckt, kann man sicherlich auch mal seine Füße im Wasser plätschern lassen. Sollte es einem wider Erwarten doch zu kalt sein, kann man einen Blick in das eigens vom spanischen König Juan Carlos eröffneten – das weiß ich nur, weil vor dem Gewächshaus ein Schild angebracht war, dass bestätigte, dass die royale Familie zur Eröffnung zugegen war; kein Wunder, es ist ja auch der königliche botanische Garten… - Tropenhaus wagen. Hier ist es ganz schön warm. Zudem kann man auch relativ wenig sehen, da man das Gefühl hat, sich in einer Art nassen Nebelbank zu befinden. Was noch bemerkenswert ist: sollte man kleinere Kinder mithaben, so kommen auch diese auf ihre Kosten, schließlich gibt es eine Art pädagogisch-didaktisch aufbereiteten Lernpfad (allerdings auf Spanisch), in dem bestimmte Fragen gestellt werden, bzw. Dinge vorgestellt werden, so u.a. verschiedene Formen von Laubbaumblättern.


# Parque del Buen Retiro
Der Parque del Buen Retiro, von den Spaniern auch gerne nur Retiro genannt, befindet sich in Madrid und ist ein beliebtes Ausflugsziel, nicht nur am Wochenende. Zu erreichen ist der Park relativ bequem, man hat dabei auch mehrere Möglichkeiten, wir haben meist den Eingang genutzt, der sich genau zwischen dem Bahnhof Atocha (Metro: Atocha RENFE) und der Metrostation Atocha befindet; zwar muss man hier einen kleinen Berg raufkraxeln, und läuft leicht Gefahr, sich zu verlaufen, da wir allerdings unseren tollen Baedecker Reiseführer dabei hatten, und dieser auch über eine Karte des Retiros (ja, der Retiro ist eine Art kleine Stadt mit vielen verschiedenen Straßen….) verfügt, war dies weniger problematisch. Dazu mussten wir dann aber erst einmal die Straßenschilder finden, was anfangs doch nicht ganz so einfach war… Wir haben es aber trotzdem gemeistert, und waren echt sauer auf uns, dass wir keinen Picknickkram mithatten, schließlich bietet der Retiro dazu jede Menge möglichkeiten. Ob große Wiese mit oder ohne Schatten – alles ist zu haben. Was man allerdings nicht machen sollte, ist ein BBQ zu veranstalten, es gab ein paar Menschen, die deshalb Ärger mit der Polizei hatten. Wir haben jedenfalls neben den beeindruckenden Rosengärten (wir wussten die schönen Blumen mit den ellenlangen Namen wohl nicht ganz adäquat zu würdigen, was uns den einen oder anderen bösen Blick eingehandelt hat) und lustigen Bäumen auch die zahlreichen Cafes gesehen, waren dann aber doch enttäuscht, als die Karte aus dem Reiseführer nicht ganz stimmte, und wir statt am Estanque, dem riesengroßen, wahrscheinlich künstlich angelegten Tretböötchen befahrenen Gewässer auf einmal am anderen Ausgang standen. Aber da die Spanier ja freundlich sind, haben sie unserer semi-verzweifelten Suche „Estamos buscando el estanque, puede usted ayudarnos?“ ein Ende bereitet und uns sicher an den idyllischen See gelotst. Die unmittelbare Umgebung desselben war weniger idyllisch, als doch eher ein Touristenparadies, wo in zahlreichen Cafes bzw. deren Terrassen fröhlich gequatscht bzw. Kaffee getrunken wurde. Leider haben wir es nicht geschafft, eines der Treetböötchen zu mieten, da schlichtweg alle ausgebucht waren, trotzdem hatten wir eine schöne Zeit im Retiro, so v.a. auch in der Gegend um den Palacio de Cristal, dem Glaspalast, in dem aus uns unerklärlichen Gründen ein Haufen Baumstämme gelagert wurde. Am Weiher vor dem Palacio haben wir Schildkröten und Entchen gesehen – alles extrem Idyllisch, und auf den Stufen, die zum Weiher runter führen, gibt es auch genug Platz, um sich hinzusetzen und Sonne zu tanken. Und das Beste zum Schluss: Im Retiro bezahl man keinen Cent Eintritt.

BETEN


Für die Religiösen unter euch ;)


# Ermita de San Antonio de la Florida
Die Ermita de San Antonio de la Florida liegt am Paseo de la Florida, der in wenigen Fußminuten vom Cercanía und Metro Bahnhof Príncipe Pío zu erreichen ist. Gleich gegenüber befindet sich eine Goya Statute, die mehr oder weniger am Ufer des Manazanares, des Flusses, der durch Madrid fließt, liegt. Die Eremita ist gerade für Kunstfans interessante, hier nämlich findet man ein Deckenfresko von Goya, das einige Wunder des Heiligen Antionius von Padua, dem im Übrigen diese Kapelle gewidmet ist, darstellt. Der Eintritt ist natürlich frei, geöffnet hat die Kirche meist morgens am 10 Uhr (außer Montags), in der Woche bis 14 Uhr und noch einmal von 16 bis 20 Uhr, am Wochenende nur bis 14 Uhr. Neben einigen weiteren Bildern und Triptychen kann man auch in einer Art abgedunkelten Raum einen Film über die Ermita, ihre Geschichte etc. schauen.


# Almudena
La Catedral de Santa María La Real de La Almudena, kurz auch nur Almudena, ist eine Kathedrale, die sich mitten in Madrid, gleich neben dem Palacio Real, befindet. Nächste Metrostation ist übrigens Opera. Nach mehreren hundert Jahren des Bauens und Planens ist die Kathedrale Ende des letzten Jahrhunderts fertig geworden, sie wurde dann, knapp 10 Jahre bevor Felipe und Letizia hier heirateten, vom damaligen Papst Johannes Paul II. – der an der Kathedrale auch (s)ein Denkmal bekam – geweiht. Heute kann man die Kathedrale besichtigen, was vor allem bei warmem Wetter anzuraten ist, drinnen ist es schließlich ziemlich kalt ;) An sonsten kann man natürlich einfach nur durch die Kirche laufen und sie besichtigen, oder gar einer Messe folgen. Das ist dann an Werktagen im 19 Uhr möglich, an Sonn- und kirchlichen Feiertagen geht das sogar um 10:30 Uhr, 12:00 Uhr und 13:30 Uhr, sowie abends um 19:00 Uhr – straffes Programm.

SHOPPING


Gerade Frauen ist es wichtig, im Urlaub auch ausreichende Shoppingmöglichkeiten zu haben. Vielleicht sollte man das mal als Kategorie in Reiseführern aufführen ;) Dass es in Madrid ausreichende Shoppingmöglichkeiten gibt, steht fest:

# Centro de ocio, cultura y comercio Príncipe Pío
Das Freizeit-, Kultur- und Shoppingcenter Príncipe Pío befindet sich direkt am bzw. im gleichnamigen Cercanía und Metro Bahnhof und ist somit super zu erreichen. Gerade, wenn man Ausflüge in dieser Richtung plant, lohnt sich ein Stopp im extrem modernen Shoppincenter, in dem auch zahlreiche Restaurants, ein Kino und ein paar Cafes (darunter auch Starbucks) angesiedelt sind. Das praktischste ist der 24/7 Supermarkt, hier bekommt man 24 Stunden am Tag und 7 Tage die Woche alles, was man braucht. Ich hab den Supermarkt öfters genutzt, wenn ich spät vom Shoppen oder der Uni kam, und dann noch etwas zu essen brauchte. Hier gab es vom Fleisch, übers Gemüse bis hin zu DVDs und Getränken alles. Aber auch die Läden in der Mall sind toll, so u.a. der Klamottenladen Punto Roma. Hier findet man echt tolle Klamotten zu günstigen Preisen, und das von Größe 34- bis paarundfünfzig, d.h. auch die Frauen, die normalerweise Klamotten in den hohen Vierzigern kaufen, haben hier die Möglichkeit, genau die Klamotten in ihrer Größe zu kaufen, die Frauen in Barbiepuppengröße kaufen. Ich hab auch ordentlich zugeschlagen, besonders Blusen und Strickpullis waren günstig zu bekommen. Ein anderer Laden, den ich toll finde, heißt Natura. Hier bekommt man neben Räucherstäbchen und Co auch coole (Stola-) Schals, Platzsets, asiatisch angehauchten Nippses und interessanten Schmuck. Sollte man dann genug geshoppt haben, kann man sich entweder einen Kaffe im Starbucks oder nen Hamburger bei Mäckes gönnen, oder man holt sich was im Supermarkt und setzt sich zum Sonnetanken auf die Treppen vor die Mall, ehe man später vielleicht einen Film im Kino sieht.

# Gran Vía
Die Gran Vía ist wahrscheinlich DIE Straße in Madrid.
Die Gran Vía ist wie der Name schon sagt eine große lange Straße, die sich im Herzen der spanischen Manchametropole befindet. Verkehrstechnisch ist sie wirklich sehr gut erschlossen, es gibt mehrere Metrostationen, zahlreiche Bushaltestellen und die Cercanía Bahnhöfe Atocha und Príncipe Pío, von denen sienicht all zu weit entfernt ist. Auch Madrid Vision hat auf der Gran Vía einige Haltestellen eingerichtet. Zur besseren Orientierung sollte man sich am besten einen Stadtplan besorgen, den gibt es überall bei den Kiosken der Touristenbeauftragten, eines auch an der Gran Vía in der Nähe der Metrostation Plaza Espana.
Was man auf der Gran Vía so findet? Die Frage lautet besser, was man dort nicht findet. Denn vom 9 Etagen umfassenden Corte Inglés (Kaufhaus, das normalerweise mit dem Kaufhof zu vergleichen ist, in diesem Falle jedoch eher mit dem Berliner KaDeWe oder den Pariser Galeries Lafayette), Modeketten Filialen, wie die von Zara, Sfera, Berschka, Stradivari oder Punto Roma, Ableger der drei großen bekannten Fastfood Ketten, Kneipen, Kioske der Lotteriegesellschaften und – man höre und Staune – wenigsten drei Starbucksfilialen, die preislich sogar etwas günstiger als die deutschen Filialen sind.
Auch ein Blick in die Seitenstraßen der Gran Vía lohnt sich, hier findet man die eine oder andere, bei Insidern wirklich angesagte Tapasbar bzw. Cervecería. Und das tollste an der Gran Vía ist, dass die meisten Geschäfte keine Siesta (seeeeehr ausgedehnte Mittagspause der Spanier, die meist von 14 Uhr bis 17:30 Uhr dauert) haben, und man rund um die Uhr shoppen kann.

# Corte Inglés
Wenn man den Kaufhof schon recht groß findet, sollte man während seines Spanienaufenthalts, sofern es sich denn ergibt, einmal im Corte Inglés vorbeischauen. Wie der Kaufhof ist der Corte Inglés eine Kaufhauskette mit grün weißen Logo, die es allerdings nur in den größeren Städten Spaniens gibt, so auch auf der Gran Via (gleichnamige Metro, dann einfach Richtung Brunnen) in Madrid.
Das tollste am Corte Inglés ist eigentlich die Auswahl, es gibt eigentlich fast alles. Ob eine große Bücherabeitlung, in der es neben Klassikern und der spanischen Reclam Version auch einige Fachbücher gibt, oder die riesige Schreibwarenabteilung, in der man die kitschigsten Bleistifte bekommt. Auch an Klamotten übertrifft der Corte Inglés das durchschnittliche Sortiment eines Kaufhofs, da es verschiedene kleine Abteilungen bzw. Filialen einzelner Geschäfte integriert sind.
Auch die CD Abteilung kann sich sehen lassen. Neben national bekannten Künstlern, findet man hier auch Platten international bekannter Künstler.
Für die lieben Kleinen gibt es dann noch eine riesige Spielzeugabteilung, die sich fast über eine ganze Etage erstreckt, für die größeren dann eine riesige Einrichtungsabteilung. Da diese Sachen aber im Corte Inglés sehr teuer sind und nicht unbedingt dem Geschmack der jüngeren Generation entsprechen, sollte man in diesem Fall dann doch lieber auf die schwedische Möbelkette mit vier Buchstaben zurückgreifen. Denn dort ist auch das Restaurant nicht so unverschämt teuer, wie im Corte Inglés, wo man für einen Softdrink unverschämte 3 Euro bezahlt.
Ansonsten gibt es noch eine Mitbringselabteilung. Neben überteuerten Geldbörsen und dem, was sich Ausländer als typisch Spanisch vorstellen (Becher mit Spanienflagge oder Stier drauf, Postkarten mit ähnlichen Motiven und kitschige Fächer drittklassiger Qualität).
Dann gibt es meist noch einen Hipercor, den entsprechenden Supermarkt des Corte Inglés, der wirklich riesig ist und preislich auch wirklich ganz OK.
Wenn es mal regen sollte, kann man im Corte Inglés wirklich super einen Nachmittag rumbekommen, an sonsten kann man auch mal in den Abendstunden vorbeischauen, schließlich ist meist bis 22 Uhr geöffnet.

# Ahorrar mas
Sollte man ein Picknick im Park planen, oder einfach nur etwas zu essen brauchen, so gibt es neben den etwas teureren Hipercor oder Carrefour märkten auch eine günstigere Variante, nämlich: Ahorrar mas. Vom Angebot her kann man sich Ahorrar mas so ein bißchen wir eine Mischung aus den deutschen Kaisers und Plus Supermärkten vorstellen. Im Angebot ist fast alles, was man in einem deutschen Supermarkt auch findet, sieht man mal von einigen Ausnahmen ab. Dazu gibt es allerdings einige kleine Geschäfte im Geschäft. Zum einen den Fischstand, bei dem man frischen Fisch zu vergleichsweise günstigen Preisen kaufen kann, zudem eine Fleischtheke mit verschiedenstem Fleisch und eine Obstabteilung, die wirklich günstig ist.
Im Tiefkühlbereich findet man von Fisch über Gemüse bis hin zum Nachtisch alles, allerdings kann man den auch beim Konditorstand oder aus der Kühltruhe des Supermarkts kaufen. Im Kühlfach findet man neben Pizza, Pasta und Co nämlich auch den bekannten Flan. Der Konditoreistand verkauft zudem von süßen Croissants über Kuchen bis hin zu Schokoladendonuts alles, was das Picknickerherz begehrt. Was ich im Vergleich zum Deutschen Supermarkt ein bißchen anders ist, ist, dass es keine Einkaufswagen gibt, wie wir sie kennen, sondern Einkaufskörbchen, unter denen Rollen angebracht sind, so dass man diese hinter sich her ziehen kann. Dummerweise sind diese relativ klein, und wenn man einen Familieneinkauf erledigen würde, wäre das schon recht unpraktisch…
Des Weiteren wundert es mich, dass es zwar eine relativ nette Tiefkühlabteilung gibt, man dort allerdings keine Kälte Isoliertaschen kaufen kann, was schon recht komisch ist, denn bei Temperaturen von um die durchschnittlich 35° Celsius ist dies schon recht blöd, schließlich will man ja nicht immer alles sofort konsumieren.
An Personal gibt es im Ahorrar Mas, der meistens Montag bis Samstag von 9-21 Uhr (durchgehend, ohne Siesta) geöffnet hat die Kassiererinnen, die einen meistens sehr böse angucken, wenn man mit einem Schein bezahlt, der größer als ein 5 Euro schein ist, und das entsprechende Personal hinter den einzelnen Ständen. Ab und zu taucht auch mal jemand auf, der Regale einräumt, dies scheinen allerdings externe Leute zu sein, da ich einmal nach einem Sprudelwasser mit Kohlensäure gefragt hatte und man nicht wusste, ob es sowas gibt. Was die Preise betrifft, so sind Getränke recht günstig (2 Liter Wasser - allerdings ohne Kohlensäure für 30 Cent), gleiches gilt für Obst und Süßkram, Fleisch und vor allem Kosmetikartikel sowie Duschgel (eine große Flasche Markenbodylotion 7 Euro nochwas) sind extrem teuer. Für einen spontanen Einkauf in der Siesta zwecks Getränke und Picknickkram also durchaus zu empfehlen, für mehr allerdings nicht…


ABGENDGESTALTUNG


# Sidrería Tigre
Sollte man Lust auf einen typisch spanischen Abend haben, lohnt es sich, in der Calle de las Infantas 30, einer Nebenstraße der Gran Via (nächste Metro: Gran Vía oder Sevilla, notfalls auch Banco de Espana), vorbeizuschauen, schließlich befindet sich hier die Sidrería Tigre – ein echter Geheimtipp (nun aber nicht mehr ;)). Wie der Name schon sagt, gibt es hier Sidra, das ist eigentlich eine Art von Apfelwein.
Die Einrichtung des durchgehend geöffneten Ladens ist urig bis trashy-stylish, man sitzt entweder an Stehtischen auf lustigen Hockern, oder stellt sich um alte Fässer oder halt an dir Theke. Diejenigen Leute, die auf ein supersauberes Restaurant Wert legen, sollten lieber draußen bleiben, da der Boden der Sidrería wirklich zugemüllt ist (Servietten, Pinchos….), das ist allerdings wirklich normal in spanischen Tapasbars und zählt schon zur Atmosphäre.
Kauft man eine cana (das ist etwa ein halbes Pint) der Spezialität des Hauses zum Preis von 1,50 Euro, bekommt man dazu eine Art kleine Tapasplatte…. Bei unserem ersten Besuch hatten wir eigentlich geplant, später noch etwas anderes essen zu gehen, da man diese Tapasplatte aber zu jedem Getränk bekommt, erübrigte sich das Essengehen. Auf den Tapasplatten findet man alles mögliche, das was gerade frisch im Angebot ist – und auf Nachfrage erklärt das Personal, das ausschließlich hinterm Tresen arbeitet, einem auch, was drauf ist. Wir hatten u.a. verschiedene Bocadillo-Stücke mal mit Tortilla, mal mit Jamón und Salsa, extrem leckere Patatas Bravas, Hähnchenkroketten und andere Pinchos, einmal gab es sogar Paella mit Meeresfrüchten, und das alles für 1,50 Euro - wobei: wir hatten zu zweit eine Platte. Da wir aber zwei Getränke hatten, hatten wir quasi jeder eine. Sollte man von der Tapasplatte wider Erwarten nicht satt werden, kann man auch Sachen von der regulären Karte ordern, so u.a. Raciones, die es ab 5 Euro gibt, so z.B. die Patatas Bravas con Salsa Casera (frittierte Kartoffelstückchen mit einer würzig-pikanten Soße), daneben gibt es auch Hähnchenkroketten (6, 40 Euro) sowie diverse Meeresfrüchte. Auch Tortilla kann man haben, einen Pincho gibt es ab 2,70 Euro. Bocadillos (etwas zwischen Brötchen und Baguette bzw. Sandwich) gibt es ab 3,90 Euro, ein bocadillo de jamón – also mit Schinken - schlägt beispielsweise mit 4,80 Euro zu Buche.

AUSFLÜGE


Madrid ist zwar schön, aber nach einigen Tagen hat man fast alle wichtigen Sights gesehen, und möchte dann auch etwas im Umland machen. Meine Tipps dazu folgen nun:


# Alcalá de Henares
Wenn man längere Zeit in Madrid ist, möchte man natürlich auch etwas von der Umgebung sehen. Ein Geheimtipp stellt sicherlich die Stadt Alcalá de Henares da, die durch die Anschläge von Atocha auf die Vorort S-Bahnen am 11. März (sog. Cercanías) traurige Berühmtheit erlangte. In der Geburtsstadt des spanischen Schriftstellers Miguel de Cervantes kann man nicht nur sein Geburtshaus, das sich in der c/ Mayor befindet, besuchen, sondern auch eine beeindruckende Kathedrale und eine der ältesten Universitäten des Landes. Dazu gibt es zahlreiche alte Universitätsgebäude, leckere Tapas (so z.B. im Indalo am Plaza Cervantes) sowie einige Museen. Die Anreise von Madrid aus ist ziemlich Einfach, mehrmals pro Stunde fahren Cercanías nach Alcalá, und für die knapp 40-minütige Fahrt bezahlt man entweder 4 Euro für ein Hin- und Zurückticket, oder 10,75 für eine 10er Karte, mit der man auch in andere Städte gleicher Entfernung, so beispielsweise Guadalajara, fahren kann.

# Guadalajara
Die Stadt mit dem für viele wahrscheinlich unaussprechbaren Namen (in Deutsch in etwa gwada-la-chara ausgesprochen) ist die Hauptstadt der spanischen Provinz gleichen Namens und ist von Madrid aus am bequemsten mit den Cercancías zu erreichen, die im Bahnhof Atocha abfahren. Dabei sollte man sich zunächst Richtung Alcalá de Henares orientieren, wo man notfalls umsteigen muss. Die Kosten von Madrid aus betragen auch etwa 4 Euro für ein Hin- und Zurückticket, oder 10,75 für eine 10er Karte, mit der man auch in andere Städte gleicher Entfernung, so beispielsweise Alcalá, fahren kann. In Guadalajara selbst sollte man unbedingt einen Bus Richtung Stadt nehmen, da sich der Weg vom Bahnhof in die Stadt (es geht stur geradeaus) doch etwas zieht, erst recht, wenn die Sonne scheint. Eine gute Station, an der man aussteigen kann, ist die der Universität. Die modernen Universitätsgebäude sind auf jeden Fall einen Blick wert, wenn man sich für Architektur interessiert. Mehr oder weniger gegenüber findet man dann auch die Reste der Alcázar, einer Art Festung, die derzeit restauriert wird. Hier kann man dann neben dem Gelände auch das Dokumentationszentrum erkunden. In der Stadt von Guadalajara geht es rauf und runter, es ist ziemlich hügelig, trotzdem aber doch idyllisch. Nach einem Shoppingbummel würde ich dann empfehlen, Tapas essen zu gehen.

# Toledo
Toledo, die Stadt der drei Kulturen bzw. Religionen (Christentum, Judentum, Islam) ist meine Meinung eine der schönsten in Mittelspanien. Vom Madrid kann man sie bequem und schnell erreichen, und zwar ab dem Bahnhof Atocha. Dort fährt ein Non Stop Schnellzug, der sog. AVANT, alle zwei Stunden ohne Halt nach Toledo. Für Hin- und Rückfahrt, die ich am Tag der Abfahrt im Reisecenter der RENFE gebucht habe (hier muss man ordentlich Wartezeit mitbringen…..) habe ich knapp 14 Euro bezahlt, war dafür aber auch binnen einer halben Stunde in Toledo und konnte mir auf der Fahrt die atemberaubende Landschaft ansehen. Vom Bahnhof aus sollte man am besten mit dem Bus in die Stadt, und dann vom Plaza de Zocodover aus diese erkunden. Es gibt nicht nur eine tolle Kathedrale, sondern auch verschiedene Museen, so u.a. das historische Stadtmuseum, das Centro de Interpretación del Toledo Históricodie auf jeden Fall einen Besuch wert sind.

FAZIT


Natürlich könnte ich euch jetzt noch mehr über spannende Länden, wie den riesigen Buchladen auf der Gran Vía berichten oder eine ellenlange Liste lustiger Tapasbars aufzählen. Da man aber auch nicht ewig in Madrid ist, lasse ich das einfach sein, und empfehle in diesem Fall entweder den Spanier seines Vertrauens zu fragen oder einen Blick in den Reiseführer (ich hatte den von Iwanowski – sehr zu empfehlen) werfen.


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Sightseeing in Madrid, Madrid
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Kommentare

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  • BellaSwan 30.05.2012 19:44
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
  • utily_el 30.05.2012 19:06
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
  • manu63 29.05.2012 21:25
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
  • Yamcha 29.05.2012 10:34
    Bewertete diesen Bericht als
    besonders hilfreich
  • Ofenmaus 12.05.2012 18:11
    Bewertete diesen Bericht als
    besonders hilfreich

    Ein klasse Bericht, die Bewertung reiche ich nach :)

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