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Sevilla - Flamenco, Stierkampf und Tapas

5  14.03.2007 (16.03.2007)

Pro:
Typisch spanisches Flair, buntes Treiben in den Gassen bis zum Morgen, Flamenco - Shows, Tapas Bars und Vino Tinto, alles Wichtige zu Fuß erreichbar

Kontra:
Teure Flugpreise, viele Taschendiebe, liegt nicht am Meer, im Sommer sehr sehr heiß, viele Stierkampfliebhaber, unübersichtliches Verkehrsnetz

Empfehlenswert: Ja 

HubMelli

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Mitglied seit:14.03.2007

Erfahrungsberichte:4

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Dieser Erfahrungsbericht wurde von 17 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Sevilla ist die Hauptstadt Andalusiens. Diese Region liegt im Süden Spaniens und ist neben den Balearen und der Ostküste ebenfalls sehr beliebt bei den deutschen Urlaubern. Ein Grund hierfür ist wohl, dass man hier neben superheißen Temperaturen im Sommer, den schönen Sandstränden der Costa del Sol sowie der Costa de la Luz jenes spanische Lebensgefühl noch hautnah miterleben kann, welches in anderen Urlaubsregionen durch die Touristen schon verloren gegangen ist. Um einmal die typisch spanische Mentalität kennenzulernen habe ich vergangenen Sommer für 4 Monate in Seville gelebt und möchte Euch heute einen kleinen Rundgang präsentieren...

1. Facts zu Sevilla:
Sevilla ist die drittgrößte Stadt Spaniens und liegt im Südwesten des Landes am Fluss Guadalquivir. Rund 700.000 Einwohner leben und arbeiten hier. Ein Großteil der Bevölkerung arbeitet in der Landwirtschaft und dem Tourismus. Das Meer ist in knapp einer Stunde mit dem Mietwagen erreichbar. In den Sommermonaten gibt es stündliche Shuttlebusse, die einen für wenige Euros zu den beliebtesten Strandbädern bringen. Sevilla wird auch der "Backofen Spaniens" genannt, da es hier in den Sommermonaten wahnsinnig heiß wird und aufrgund der Lage kaum ein kühles Lüftchen über die Stadt fegt. In den Monaten Juli und August wird tagsüber kaum bis gar nicht gearbeitet, da Temperaturen von über 50°C vorherrschen und die Spanier sich in ihre Häuser verkriechen. Viele Läden haben in dieser Zeit komplett geschlossen, da ihre Besitzer ihren Jahresurlaub in ihren Ferienhäusern an den nahegelegenen Stränden verbringen. Optimal für eine Reise nach Sevilla sind eher die Frühlingsmonate, da dann ein angenehm mildes Klima herrscht und die Städte Andalusiens ihre berühmten "Ferias" mit prächtigen Kostümen und geschmückten Wagen feiern. Wirklich kalt wird es in diesem Teil Spaniens nie, jedoch gibt es in den Privathäusern und niedrigpreisigeren Hotels keine Heizungen, was einem Westeuropäer dann im Herbst und Winter doch ein wenig frösteln läßt.

2. Anreise nach Sevilla:
Die großen Städte Andalusiens verfügen fast alle über einen Flughafen und werden von Deutschland aus von fast allen Städten und zahlreichen Linien- und Ferienfliegern angeflogen. Am bequemsten ist hierbei die Anreise direkt nach Sevilla. Für Sparfüchse und Abenteurer empfiehlt es sich die Augen aufzuhalten, denn das Bus- und Zugnetz ist in Andalusien so gut ausgebaut, dass man auch bequem nach Málaga oder Jerez anreisen und anschließend nach Sevilla weiterfahren kann. Auch die Autobahnen und Landstraßen machen eine Weiterreise mit dem Mietwagen problemlos möglich. Hierbei ist nur zu beachten, dass es zwischen Jerez und Sevilla eine neu ausgebaute kostenpflichtige Autobahn (AP4) sowie die alte etwas buckligere, aber dafür kostenlose Autobahn gibt. Der Preis für die einfache Strecke beträgt nämlich satte 5€!
Auch diverse Low-Cost-Carrier bieten Flüge nach Sevilla, Málaga oder Jerez an. Ryanair beispielsweise ab Frankfurt-Hahn. Die Abflüge sind jedoch meist sehr früh und ab sog. Sekundärflughäfen, die meist etwas von den Ballungsgebieten entfernt liegen und somit nur die Anreise mit dem Auto zum Flughafen in Frage kommt.

3. Der Weg vom Flughafen in die Innenstadt:
Da Sevilla noch über keine U-Bahn verfügt, da diese seit mehr als 13 Jahren im Bau ist, konzentriert sich alles auf Bus und Taxi. Hierbei ist es gut zu wissen, dass der Tarif für eine Taxifahrt zwischen dem Flughafen und der Innenstadt (egal wohin im Stadtgebiet/ einfache Strecke) fix bei ca. 22€ steht. Wer hier mehr zahlen soll, wird definitiv über´s Ohr gehauen! Kommt aber nicht so oft vor, die Taxifahrer waren bei mir immer sehr nett! Wer das Taxi scheut, kann für 2,40€ den Bus nach Santa Justa nehmen. Dies ist der Hauptbahnhof von dem auch alle Fernzüge abfahren. Jedoch vorsicht, denn dieser Hauptbahnhof liegt nicht im Zentrum, sondern außerhalb. Wer hier also ankommt muss sich anschließend noch in die Buslinie 34 Richtung Innenstadt (Plaza de Encarnación) setzen.
Öffentliche Verkehrsmittel:
Die Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel in Sevilla ist ein wenig knifflig. In der Stadt selbst fahren nur Busse, für die es aber keinerlei Fahrpläne gibt. Das heißt man stellt sich an die Haltestelle und wartet bis der nächste Bus kommt. So läuft das auch mit den Nachtbussen, wobei diese jedoch nur stündlich fahren. Wer dem lieber aus dem Weg gehen mag, kann auf eines der zahlreichen Taxis zurückgreifen. Taxifahren ist in Sevilla sehr sehr günstig und viele Spanier fahren Taxi wie die Deutschen Bus oder Bahn. Wer sein Hotel in der Innenstadt hat kann alles zu Fuß erledigen und braucht kein öffentliches Transportmittel. Sehr sehr gut ist das Verkehrsnetz innerhalb Andalusiens ausgebaut, so dass man vom Bahnhof Santa Justa mit den Fernzügen bequem nach Cádiz, Córdoba, Granada, Málaga etc. kommt. Plätze müssen für diese Züge vorreserviert werden, da man ohne festen Sitzplatz nicht mitfahren kann. Infos gibt es auf www.renfe.de oder in den Renfe-Reisebüros. Von den beiden Bussbahnhöfen Prado San Sebastián und Plaza de Armas fahren regelmäßig Busse in die Umgebung und zum Meer. Infos und Fahrpläne sowie Preistabellen gibt es vor Ort oder in allen Touristinfos.

4. Hotels:
In Sevilla gibt es ein sehr großes Hotelangebot in allen Preisklassen. Wichtig ist, dass das Hotel zentral gelegen ist, damit man möglichst alles zu Fuß erledigen kann. Hierbei eignen sich besonders die Stadtviertel Macarena, Sta. Cruz und El Arenal. Hostals sind spanische Hotels, die ähnlich Jugendherbergen oder 1-2 Sternehotels zwar sauber und gepflegt sind, aber keinen allzu großen Standard erwarten lassen.

5. Stadtviertel und zentrale Punkte:
Die zentralsten Stadtteile sind Macarena, das Barrio Sta. Cruz (Altstadt) und El Arenal. Die zentralsten Straßen sind die Calle Sierpes sowie Calle Tetuan, die Shoppingmeilen Sevillas, wo man alle bekannten Labels findet. In Sta. Cruz findet man eher die geschichtsträchtigen Ecken und Plätze wie die Kathedrale, enge Gassen, Geburtshäuser berühmter Personen, Columbus Museum etc. In Macarena befinden sich zahlreiche Bars in denen man eher die Spanier antrifft, da die Touris meist rund um die Kathedrale speisen. Wichtige zentrale Plätze sind der "Plaza de Encarnación" und der Plaza del Duque, da man hier mitten im Zentrum ist und viele Busse hier ihre Endstation haben.

6. Kulinarisches:
In Sevilla isst man Tapas. Hierbei handelt es sich um kleine Portionen für 1,50-3€, die es einem erlauben mehrere Gerichte zu probieren. Richtig spanisch essen heißt, dass man sich mit mehreren Leuten den Tisch mit verschiedenen Tapas vollpackt und jeder von jedem ein wenig mitnascht. Am Ende wird die Rechnung großzügig geteilt. Übrigens Trinkgeld ist nicht typisch in Andalusien. Die Spanier selbst geben meist keines...

6.1. Kleiner kulinarischer Übersetzer:
Lomo - Schweinefilet

Pollo - Hähnchenbrust

Ensalada Rusa - Typisch andalusischer Kartoffelsalat manchmal mit Krabben, Paprika und Mayo, ein anderes Mal mit Thunfisch, Zwiebel, Paprika und Öl.

Gazpacho/ Salmorejo - Kalte Tomatensuppe mit Einlage (Gazpacho: Paprika/ Zwiebel, Salmorejo: Speck und Ei)

Croquettas - Frittierte Röllchen mit Schinken (Jamón) oder Käse (queso), manchmal auch mit Fisch.

7. Sehenswürdigkeiten:
Beliebte Sehenswürdigkeiten sind die
1.Maestranza - eine der ältesten und größten Stierkampfarenen Spaniens,
2.die Plaza de Espaňa - ein riesiger Platz mit einer sehr schönen Palastanlage, welche im ausgehenden 19. Jahrhundert anläßlich der Südamerikanischen Expo erbaut wurden,
3.die Kathedrale - übrigens die größte in Spanien und die drittgrößte der Welt,
4.der Parque Maria Luisa - eine grüne Oase mitten im turbulenten Stadtkern gegenüber den historischen Gebäuden der Universität von Sevilla,
5.Das Stadtviertel Triana, welches sich auf der anderen Flussseite befindet. Früher lebten hier die Zigeuner, heute ist es absolut hip in Triana zu wohnen und zu arbeiten. Auch hier laden Tapas Bars zum Verweilen ein, aber auch ein Spaziergang durch die Gassen und das Stöbern in den Künstlerläden sowie ein Besuch auf dem Triana Markt in den Markthallen am Fluss versüßt einem den Tag.
6.Die Baňo Arabés, welches echt arabische Bäder sind in denen man sich heute noch entspannen und planschen kann.
7.Und zahlreiche Museen u.a. Archivo de India (Kolumbusmuseum), Kunstmuseen etc.

8. Die Umgebung von Sevilla:

8.1. Córdoba: Nicht weit entfernt von Sevilla, ebenfalls im Landesinneren, liegt Córdoba. Diese ebenfalls sehr schöne Stadt ist die wahre Heimatstadt des Flamenco und so verwundert es nicht, dass hier am Abend gerade Flamenco-Bars auf ihre Gäste warten. Weitere Highlights sind die Judería - das ehemalige Judenviertel und die Mezquita - ein wunderschönes Gotteshaus, welches ursprünglich von den Mauren als Moschee erbaut wurde und später durch die Christen in eine christliche Kirche verwandelt wurde.

8.2. Cadíz: Besonders bekannt und beliebt sind die schönen Strände der Stadt und gerade auch von der gleichnamigen Provinz. Ähnlich der kubanischen Hauptstadt erwartet auch Cadíz seine Gäste mit weißen Kuppelbauten und engen Gäßchen. Eine neue und eine alte Kathedrale können besichtigt werden.

8.3. Marbella: Der Jet-Set ist hier zu Hause. Gerade im Sommer kann man die größten und schönsten Yachten am bekannten Hafen Puerto Banús anlegen sehen und sich entweder in einder der hippen Strandbars mit kühlen Erfrischungen versorgen lassen, die Strandpromenade entlangflanieren oder aber einfach nur die Seele baumeln lassen, wenn man sich umgeben von hohen Bergen auf seinem Badetuch am langen Sandstrand räkelt.

8.4. Málaga: Ebenfalls direkt am Meer ist Málaga gerade bei jungen Leuten sehr beliebt. Kulturell ist man hier eher weniger gut bedient, aber dafür kann man hier gut shoppen und die Nächte genießen sowie die Tage an einem der zahlreichen Strände verbringen.

8.5. Granada: Hier ist die sagenumwobene Alhambra zu Hause, die wohl bekannteste Attraktion Andalusiens. Hoch oben über der Stadt thront die Palastanlage, die ebenso wie die Mezquita ihr Aussehen der Besetzung durch die Mauren verdankt. Wunderschöne gepflegte Gärten sowie das schöne Innendekor der einzelnen Palastgebäude versetzen den Besucher in die früheren Zeiten und lassen einen den Alltag glatt vergessen. Aber Vorsicht im Sommer müssen die Eintrittskarten frühzeitig besorgt werden, da man ohne Karten kaum eine Chance hat auf das Gelände zu kommen und diese am Tag der Besichtigung bereits vergriffen sind. Ebenfalls ein absolutes Highlight dieser Stadt ist das Arabische Viertel mit farbenfrohen Marktständen und Teehäusern.

9. Tipp zum Schluss:
Vor Ort empfiehlt sich das Mieten eines Mietwagens, da die interessanten Städte wie Sevilla, Códoba, Cadíz, Granada und sogar Portugal in 1-3 Stunden erreichbar sind.
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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
Mungi60

Mungi60

16.03.2007 14:13

Ein wirklich gelungener Erstbericht! *Beifall*

HubMelli

HubMelli

16.03.2007 14:05

Sorry, kleiner Einwand meiner spanischen Mitstreiterin Steffi, die mir bei den Gerichten noch ein wenig mitgeholfen hat und immer etwas zickig auf Kritik reagiert. LG, Melli

HubMelli

HubMelli

16.03.2007 14:02

Sorry, wg. dem Pollo für mich ist Hähnchen und Pute irgendwie immer gleich, aber ja Pollo ist Hähnchen und Pavo ist Pute. "Pollo asado" heißt aber gegrilltes Hähnchen und auch wieder nicht Pute...;-) VG, Steffi

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