Produktbewertung des Autors:
| Pro: |
kühl, bootsfahrt, einblick in damalige Bergwerke und Anstrengungen |
| Kontra: |
kühl, keine richtigen "Highlights" |
| Kompletter Erfahrungsbericht |
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Heute schreibe ich einen Bericht über einen Ort, wo ich in meiner Singlezeit, zwei Dates hatte. (ist schon Jahre her).
Seit dem vor .... naja, sind auch schon wieder ein paar Jahre her, ein Boot in Europas größten unterirdischen See kenterte und mehrere Menschen starben, machte ich mir dort keine Dates mehr aus. Wie wäre das angekommen? Doch der Reihe nach.
Geschichte
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Von 1848 bis 1912 wurde in dem Bergwerk Gips angebaut um daraus Düngermittel zu gewinnen. Im Jahre 1912, als nach einer Sprengung im damaligen Gipsbergwerk Hinterbrühl mehr als 20 Millionen Liter Wasser aus einem Wassersack mit ungeheurer Wucht in die Gänge und Stollen strömten, entstand praktisch die Seegrotte. Durch den Einbruch des Wassers hat sich ein riesiger See gebildet - der größte unterirdische See Europas.
Bis zum Jahr 1932 blieb die Seegrotte geschlossen. Es gab weder ein Bergwerk noch ein Schaubergwerk. Im Jahre 1932 wurde die "SEEGROTTE" zum ersten Mal als Schaubergwerk eröffnet.
Während des Zweiten Weltkrieges wurde die Seegrotte von der deutschen Wehrmacht beschlagnahmt. Da die unterirdische Anlage Schutz vor Bombardierung bot, errichteten die deutschen Heinkel-Werke in den ausgedehnten Gängen eine große, unterirdische Flugzeugfabrik.
Man brauchte viele Pumpen um das immer nachlaufende Wasser abzupumpen und die Gänge sowie Hallen trocken zu halten! Zusätzlich mussten die Hallen beheizt werden. Die Endfertigung der Flugzeuge fand in Schwechat statt, wo heute der Wiener Flughafen angesiedelt ist.
2.000 Arbeiter, darunter viele Zwangsarbeiter, waren damit beschäftigt, hier einen der ersten Düsenjäger der Welt zu produzieren - die Heinkel HE 162 "Salamander". (Ein Modell und Teile der HE 162 sind in der Seegrotte ausgestellt.)
Tatsächlich hielt die Seegrotte viele Luftangriffe stand. Erst 1945 sprengte ein Sprengkommando mit 7 Bomben die Einrichtungen.
Nach 3 Jahren renovierung, wurde 1948 die Seegrotte wieder der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.
Zu Pfingsten im Jahr 2004 passierte in der Seegrotte ein Bootsunglück. Man fährt bei dem Rundgang auch teilweise auf einem Boot. Dieses Boot kenterte und die Besucher vielen in das Wasser. Zwar war das Wasser an der Stelle nur zirka 1,2 Meter tief, aber da vorwiegend ältere Personen an Bord waren, die nicht oder nur schlecht schwimmen konnten und das Boot über den Passagieren verkehrt lag, konnten sich 5 Personen nicht befreien und nicht rechtzeitig befreit werden, sie ertranken. Seit dem Unglück wurde einiges Geld in die Sicherheit der Boote gesteckt und auch das Personal besser geschult.
Heute besuchen etwa 250000 Menschen jährlich die Seegrotte. Auch heute noch strömen 50.000 l Wasser täglich in die Stollen und Hallen, die um den Wasserspiegel auf einer Wassertiefe von etwa 1,2m konstant zu halten. Das Wasser hat eine Temperatur von etwa 8 °C Die Lufttemperatur im Bergwerk bewegt sich ganzjährig ebenfalls in diesem Bereich und bietet dem Besucher / der Besucherin somit im Sommer die Möglichkeit der Hitze zu entfliehen.
Für die letzte Hollywoodversion der "Drei Musketiere", Ende der 90er Jahre, dienten Teile der Grotte als Filmkulisse.
Anreise
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+ Auto
Die Seegrotte Hinterbrühl liegt zirka 12 km von mir entfernt und 20 km vom Zentrum Wiens.
Von Wien und Wiener Neustadt aus über die A 21, Ausfahrt "Gießhübl"
von St. Pölten aus über die A 21, Ausfahrt "Hinterbrühl"
Danach einfach der guten Beschilderung folgen.
Es sind normalerweise genug kostenlose Parkplätze vorhanden. Ansteckmöglichkeit für Elektroautos gibt es leider keine, obwohl nur eine normale Steckdose nötig wäre.
+ Öffentlich
Mit der Bahn bis zum Bahnhof Mödling (Südbahn von Graz oder Wien) und vom Bahnhof Mödling mit dem Autobus 364 oder 365 direkt zum Schaubergwerk. Die Schnellbahn von Wien fährt zirka jede 15 Minuten und alle 30 min fahren schnellere Regionalzüge die in Mödling halten. Die Busse fahren unter Tags zirka alle 30 Minuten. Die Fahrt mit dem Bus dauert zirka 11 Minuten bis zur Seegrotte. Dafür, dass die Seegrotte doch recht "Abseits" gelegen ist, ist das eine durchaus gute öffentliche Verbindung.
Die Reise durch den Berg
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Guten Tag, ich bin Bergi euer Reiseführer und begleite euch virtuell durch den Berg. Nachdem ihr alle euer Eintrittsgeld bezahlt habt, können wir los gehen. Der Schmale Gang durch den wir jetzt gehen ist der Triebstollen. Vom Jahre 1848 bis 1912 hat man hier Grau- und Rotgips abgebaut, welcher in der Landwirtschaft als Düngemittel verwendet wurde. Der Hauptstollen hier hat eine Länge von 400 m. 80 Bergleute haben täglich 2-3 Waggon Gips durch diesen Stollen an die Tagesoberfläche gefördert. Zu Ihrer rechten sehen Sie einen Bergmann, wie er mit dem Schlägel Gips abbaut. Der Bergmann ist natürlich nicht echt. Wenn ich Sie bitten darf weiter zu gehen. Nun sind wir bei der Rastkammer, aber nicht wir rasten, nein, hier haben damals die Bergleute ihre Mahlzeiten eingenommen. Es ist mit 12°C der wärmste Ort im Bergwerk. Wenn ich Sie bitten darf weiter zu gehen. Die deutschen Türstöcke, welche aus Holz sind, stützen die Stollen ab. Das Taube gestein wurde in Nebenstollen abgelagert um sich den Transport ans Tageslicht zu ersparen und dem Stollen mehr Stabilität zu geben. He, was sehe ich denn da? Sehe ich Sie essen? Die Raumtemperatur beträgt gerade mal 9 °C und Sie essen? Die Chips bitte weggeben damit wir weiter machen können! Auch die Leberkäse Semmeln bitte weggeben, wir kommen nämlich jetzt zum Pferdestall. Die schweren Gipskarren wurden damals von den Pferden ans Tageslicht gebracht und sie drehten auch einen Göpel der eine Aufzugsmaschine betätigte. Die Pferde waren ihr Leben lang hier in dem Bergwerk "beschäftigt". Nun sehen Sie den kleinen See, er ist nicht groß, dafür aber 3 Meter tief. 14 Meter unter dem kleinen See befinden sich Teile des großen Sees. Nun sind wir bei der Barbarakapelle. Ja, sogar eine Kapelle gibt es hier. Sie wurde 1864 errichtet um den Verstorbenen Kameraden zu gedenken. Nun sieht man ein paar Flugzeugteile, die während des zweiten Weltkrieges hier gebaut wurden. Weil wir schon beim anschauen sind, natürlich gibt es auch diverses Werkzeug wie Grubenlampen zu sehen. Ich möchte Sie bitte, das Rauchen während der Führung zu unterlassen, auch wenn Sie gerade vor dem Computer sitzen. *fg*. (nehmt mich nicht immer so ernst). Wir sind nun beim Förderturm, der hat eine Tiefe von 25 m und 11m breit. Hier hatte man mit dem Bergbau begonnen. Heute dient der Förderturm als zweiter Ausgang. Sie kommen jetzt zum Festsaal, hier haben die Bergwerksinhaber einmal im Jahr ein Fest gegeben und alle Bergleute eingeladen. Wir gehen jetzt in die untere Ebene. Diese Ebene ist vollständig ein unterirdischer See mit einer Fläche von zirka 6200 m². Hier werden täglich zirka 50000 Liter Wasser abgepumpt um den See mit diesem Wasserspiegel zu erhalten. Viel Spass bei der Bootsfahrt und vergessen Sie abschliessend bitte das saftige Trinkgeld nicht! Ich danke für Ihren Besuch und wünsche noch eine gute Heimreise.
Preise
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Der Preis pro Erwachsenen beträgt 7 Euro. Für Kinder von 4-14 Jahren 4,50 Euro
Gruppentarif ab 20 Erwachsene beträgt der Preis pro Person 4,90 Euro und ab 20 Kindern von 4,14 Jahren, 3,50 Euro. Bei Kindern unter 4 Jahren ist der Eintritt frei, sofern es keine Kindergartengruppe ist.
Öffnungszeiten:
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Die Seegrotte ist das ganze Jahr über geöffnet. Der Besuch ist nur per Führung möglich. Führungen gibt es:
vom 1. April bis 31. Oktober täglich (Montag bis Sonntag) 9 - 12 und 13 - 17 Uhr
1. November bis 31. März Montag bis Freitag 9 - 12 und 13 -15 Uhr
Samstag, Sonntag und Feiertag 9 - 15.30 Uhr
Die maximale Wartezeit bis zur nächsten Führung beträgt zirka 20 Minuten.
Weiteres:
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Es gibt ein Cafe und einen Souveniershop. Leider gibt es keine Photovoltaik Anlage und das, obwohl Photovoltaikanlagen von Besuchern gerne gesehen werden. Alte Bergwerkstradition und moderne Stromerzeugung, ich finde das wäre eine gute Kombination. Vielleicht werde ich wieder mal einen Tag der offenen Tür machen um meine zwei Anlagen mit 7,1 kwp der Öffentlichkeit zu präsentieren.
persönliche Erfahrung
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Der Eintrittspreis ist fair. Es bekommt jeder eine Führung und über zirka 20 Personen dürfen nicht in einer Gruppe sein. (Sicherheitsgründe). An einem heissen Sommertag ist die Seegrotte auch eine angenehme Abkühlung. Die Führung dauert zirka eine Stunde durch den gesamten Stollen samt Bootsfahrt. Ich besuchte die Seegrotte schon des öfteren, da ich auch wie Anfangs erwähnt, auch schon zwei Dates "in" der Seegrotte hatte. Es ist interessant, welchen Aufwand man damals und auch noch heute betreibt, um das Wasser aus der Seegrotte zu pumpen. Damals um Kriegsmaterial herzustellen, heute um den Besuchern etwas zu bieten und das bekommt man auch geboten. Die Seegrotte ist beeindruckend, wenn sie auch nicht mit Tropfsteinhöhlen mithalten kann. Einen Besuch ist sie auf jedenfall Wert.
Alle Angaben sind sorgfältig recherchiert, jedoch wie immer ohne Gewähr.
| weitere Erfahrungsberichte |
Europas größter unterirdischer See
Bewertung für Seegrotte, Schaubergwerk, Wien von
Schvetzman
Pro: Interessant - nicht gar so überlaufen - gute Erreichbarkeit
Kontra: Nicht besonders groß (Führung "nur" ca.1h)
Ganz in der Nähe von Wien (17 km) befindet sich ein Schaubergwerk („Seegrotte“) mit dem größten unterirdischen See Europas. Von 1848 bis 1912 wurde hier Gips für Düngemittelzwecke abgebaut. Im Jahre 1912 kam es nach einer Sprengung zu einem gewaltigen Wassereinbruch, bei dem mehr als 20 Millionen Liter Wasser in die Gänge, Hallen und Stollen flossen. Als Folge dieser „Naturkatastrophe“ wurde das Bergwerk geschlossen und blieb ... ...riesigen See (6200 m²) und beschlossen diese Sehenswürdigkeit der Öffentlichkeit als Schaubergwerk zugängig zu machen. 1944 wurde die Seegrotte beschlagnahmt um in den bombensicheren Hallen Flugzeugteile zu produzieren. Die Stollen wurden kontinuierlich leergepumpt und die damals staatlichen Heinkelwerke produzierten hier Flugzeugrümpfe für einen der ersten Düsenjäger der Welt, den HE 162. Die Endfertigung erfolgte dann in Schwechat bei Wien, wo ...
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Ciao Mitglieder bewerteten diesen Erfahrungsbericht insgesamt als sehr hilfreich |
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sehr hilfreich

18.04.2001
(30.04.2001)
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