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Erfahrungsbericht

für Schweiz, Wissenswertes
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5 Sterne Tarzan war ein Schweizer...!
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Empfehlenswert: Ja

Pro die Sache mit der Liane...!

Kontra die Schweizerin hat Migräne!

Der Autor

macias Seit 24 Jun 2000

Gehe gerade schwanger mit neuer Idee... wenn alles klappt (zeitlich!), sollte ich am Wochenende... mehr

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Mir geht es gut! Heute hab ich tuntenrosa Geranien in die Balkonkästchen gepflanzt. Farblich passend zum lindgrünen Balkon-Geländer. Die Sonne scheint in mein kleines Holz-Chalet in den Bergen. Vor meinem Fenster vergnügen sich grasende Schafe mit widerkäuenden, lila Kühen. Der helle Klang ihrer Glocken hallt durch’s ganze Tal.

Schweiz! Hier ist die Welt noch in Ordnung. Schweiz! Hier tragen die Frauen wohlklingende Blumen-Namen: Erika, Heidi und Rösli. Männer heisst Sepp, Fritz und schon mal Peter. Übrigens: Fritz hat endlich einen Internet-Anschluss...

Der Schweizer ist eine sehr merkwürdige Gattung. Woran erkennst Du ihn? Der Standard-Schweizer ist von gedrungenem Wuchs. Er ist kritisch, misstrauisch und geizig. Ein behäbiger, schlurfender Gang zeichnet ihn aus. Wenn er das Haus verlässt, setzt er diesen ernsten Blick auf. Er traut sich nicht, öffentlich zu lachen. So etwas gehört sich nicht! (Was würden denn die Nachbarn denken...?) Der Standard-Schweizer erinnert stark an ein tristes Nilpferd auf Valium. Doch heutzutage sehen die meisten Schweizer anders aus - dem Fremdenverkehr sei Dank...!

Wie lebt der Schweizer? Wir kennen zwei Untergruppen. Der moderne Schweizer hat eine Frau, zwei Kinder, fährt einen Kombi (vorzugsweise Opel), wohnt in einem gemieteten Reihenhäuschen mit Rosengarten und zahlt verdammt viel Steuern. Der ursprüngliche Schweizer lebt auf der Alp, vermehrt sich durch Inzucht und ist glücklich. Kennst Du die Milka-Werbung...? Genau so!

Wir sind ein arbeitsames Völkchen. Unser aller Lieblings-Motto ist "arbeite und halt die Klappe!". Das gilt sowohl im Kuhstall als auch an der Börse. Die einzigen, die hier zu Lande die nötige Muse haben, um die schönsten Fleckchen zu entdecken, sind: Touristen und - Asylanten...!

Als rettenden Gegenpol haben wir längst unsere eigenen Feiertage geschaffen. Wilhelm-Tell-Wochen treffen auf wilde Käse-Orgien. Dazwischen mal eine nette Grill-Party. Dabei kommt es oft zum fröhliches Kuhfladen-Wett-Werfen mit den Nachbarn. Wer zuerst den Grill trifft, hat gewonnen.

Ein beliebter Volkssport ist Schwingen. Erwachsene Männer packen sich dabei am Hosenboden und balgen im Dreck rum. Der Sinn? Den weiss keiner!

Wir kennen auch witzige Spiele mit Flaschen. (NEIN! Immer diese schleimigen Assoziationen...!) Ich rede von Flaschendrehen. Was, das kennst Du nicht? Es ist ganz einfach: alle sitzen im Kreis, mittendrin liegt die Flasche (zur Not lässt sich auch die mit den Pickeln nehmen...!). Dann wird an der Flasche gedreht und mit ein bisschen Glück darfst Du den Dorftrottel küssen. Echt spassig - einfach mal ausprobieren!

Die Gesundheit ist uns ins Gesicht geschrieben. Wir sind alle drall und haben rote Bäckchen. Wir wandern und hüpfen den ganzen Tag auf unserer Alp herum. Von schweiss treibenden Stunden im Fitness-Studio halten wir nicht viel. Wenn mal ein paar Kilos runter müssen, genügt ein lustiges Swiss-Training. Da stemmen wir dann stinkende Kuhfladen oder lila, durchgeknallte Kühe. Meist gefolgt von fünfzehn Heidi-Drückern und einem intensiven Toblerone-Butterfly...!

Wir Schweizer sind irgendwie schizophren. Stell Dir mal vor: wo wir hinschauen, sind wir umgeben von Fremdsprache (Strassenschilder, Hinweise, Speisekarten etc.). Nur vereinzelt grüsst uns ein heimisches "dörf’s äs bitzeli Chäs sii...?". Es kommt noch schlimmer: neuerdings gibt sich die Schweiz weltmännisch und würzt den Sprachbrei munter mit englisch-verdeutschten Begriffen. Babel lässt grüssen!

Offiziell unterscheiden wir vier Sprachen: deutsch (mehr oder weniger), französisch, italienisch und rätoromanisch. Dazu kommen noch unzählige Dialekte. Wollte ich alle festhalten, so müsste ich mich für sieben Monate in die abgeschiedenen Weiten eines Shaolin-Klosters zurückziehen.

Böse Zungen behaupten, Schwyzerdüütsch beruhe auf einer Halskrankheiten. Ich dementiere – ein für allemal! Im Klartext: das ist kein Gerücht – es ist tatsächlich eine Halskrankheit! (Woher kommt Ricola mit dreizehn Kräutern...? – Eben!)

Der Facharzt spricht von "lingustus helveticus". Es handelt sich um ein besonders heimtückisches Virus. Einmal eingenistet, lässt es sich häuslich nieder und bleibt Dir treu (bis zum Ende Deiner Tage). Eine Heilung ist nicht möglich. Der Erreger von "lingustus helveticus" wird sogar vererbt, meistens von der Mutter (oder vom Vater) - auf das Kind. Das ist tragisch!

Im vorgeschrittenen Stadium von "lingustus helveticus" spricht man von Jodeln. Die Symptome: plötzliche, anfallsartige Kreisch-Attacken, meist im hohen Frequenz-Bereich. Hört sich etwa so an, wie wenn Dein Dackel nach Luft schnappt. Oder Tarzan! Tarzan pflügt mit seiner Liane den Urwald - dann sein uauauauauaa-Schrei. Es gibt nur eine einzige, logische Erklärung: Tarzan muss Schweizer gewesen sein..!


Es erfüllt mich jedes Mal mit Stolz, wenn ich höre, wie unsere Politiker die Schweiz repräsentieren. (Ich bin der Meinung, jeder der ein öffentliches Amt bekleidet, sollte erst mal lernen, deutsch zu sprechen). "Frrreude härrrscht auch bei mirrr". Kluge Köpfe, die durchaus was zu sagen hätten. Nur: keine Sau versteht es! Offensichtlich liegt das nicht an mangelnder Intelligenz. Woran dann? Zu eigenbrötlerisch, zu eigensinnig, zu unflexibel? Warum sind Dinosaurier ausgestorben...?

"Schwyzerdüütsch in zehn Tagen - in zehn Schritten zur ultimativen Halskrankheit":
1. wir beginnen mit dem Wichtigsten: achte immer darauf, Deine Mundwinkel frustriert nach unten hängen zu lassen (erfordert etwas Übung)
2. einen waschechten Schweizer erkennst Du daran, dass sich diese hängenden Winkel in sein Gesicht eingegraben haben - unauslöschlich
3. versuche, jeden Buchstaben an Deinen Gaumensegeln flattern zu lassen
4. erinnere Dich, wie Du gesprochen hast – mit Deiner schlimmsten Angina
5. perfektioniere Dein "ch"; bewährt ist noch immer das abgelutschte und halszäpfchengefährdende "Chuchi-Chästli"
6. heute üben wir das "r"; lass Deine Zunge rrrrollen, ganz vorrrrne, die Zunge nur leicht an den Gaumen gedrückt
7. die heutige Hausaufgabe: schieb nach jedem Satz ein "oder...?" nach; wichtig ist der fragende Unterton, lass es wie eine entscheidende Frage klingen
8. die Steigerung: anstelle des "oder...?" nimmst Du ein "oder nicht...?"; das ist noch wirkungsvoller; vor allem zwingt es Dein Gegenüber, sich wirklich und ernsthaft mit Dir zu befassen
9. merke: die einzig passende Antwort auf ein schweizerisches "oder...?", bzw. auf ein "oder nicht...?" lautet kurz: "oder was...?"
10. falls es mit Schwyzerdüütsch nicht ganz klappen sollte, sei nicht traurig. Denke dran: auch wir Schweizer verstehen einander nicht! Warum sollte es Dir da besser ergehen?

Wie ernähren wir uns, im Land der hängenden Mundwinkel? Weil sich die lila Kühe so schnell vermehren, gibt es in unserem Land einen ständigen Milch-Überfluss. Darum stehen Käse in jeder Form (Fondue, Raclette etc.) hoch im Kurs.

Gefolgt von Schokolade. Warnen möchte ich Dich hier ausdrücklich vor gemeingefährlicher Toblerone...! Und: beim Schoggi-Fondue wird nicht etwa Schoggi in Käse getunkt. Rösti und Züri Gschnätzlets haben sich verdienterweise einen festen Platz in der Gerichte-Hitparade erobert. Beliebt ist auch Chäsgetschäder (=eine gekochte Käsespeise). Dieses Gericht erhärtet den Verdacht auf Halskrankheit.

Der Müesli-Fresser findet sich auffallend häufig in der Schweiz. Pflicht für jeden Anhänger dieser Gattung ist: immer und überall Birkenstock-Sandalen tragen. Genauso penetrant ist er stolz auf seine "grüne" Gesinnung.

Vor Jahren nahm ich an einem teuren Business-Seminar teil. Der charismatische Motivator trat ans Rednerpult, gekleidet in einem edlen Armani-Anzug und – ahnst Du es? – an den Füssen eben solche Latschen. Sein Vortrag war nicht wirklich schlecht. Ich frag mich noch heute, warum ich den Typen nicht ernst nehmen konnte...?

Als neutrale, diplomatische Schweizer dürfen wir keine eigene Meinung haben. Darum kopieren wir munter unsere Vorbilder jenseits des grossen Teiches oder zumindest die aus dem "grossen Kanton". Trends finden durchaus den Weg in die Schweiz. Es dauert alles einfach doppelt so lange. So schielen wir weiterhin neidisch zu unseren Nachbarn in Deutschland. Wir warten. Und wir warten noch immer... - Geduld wird uns schliesslich schon mit der Muttermilch eingetrichtert...!

Virtuelle Welten in Ehren, doch manchmal muss man die Dinge auch anfassen können (sprach kürzlich einer meiner Landsmänner). NEIN; schon wieder diese perversen Assoziationen...! Der Himmel stehe uns bei...!

Schweizer sind überpünktlich! Das sind wir schon unserem Ruf schuldig. Im Land der Tausend Uhren und bunten Swatches wird unsere spärliche Freizeit grosszügig verplant. Hier ein lebensnahes Beispiel – eine gewöhnliche Woche im Leben eines durchschnittlichen Schweizers und Schweizerin:

Montag:
Der Schweizer geht zur Arbeit. Die Schweizerin trennt ihren Müll.
Abends: der Schweizer vergnügt sich im Männer-Turnverein. Die Schweizerin strampelt sich im Frauen-Turnverein ab. Anschliessend trifft man sich zum Wett-Baggern beim Schlummertrunk im Stamm-Lokal.

Dienstag:
Der Schweizer geht zur Arbeit. Die Schweizerin macht grosse Wäsche.
Abends: der Schweizer und die Schweizerin schauen sich den TV-Krimi an, nachher wird die eheliche Pflicht erfüllt (natürlich unter der Bettdecke und im Dunkeln).

Mittwoch:
Der Schweizer geht zur Arbeit. Die Schweizerin erzieht die Kinder.
Abends: der Schweizer hängt im Stamm-Lokal ab, klopft mit seinen Kumpels einen gemütlichen Jass und ertränkt seinen Frust in Alkohol. Die Schweizerin sortiert ihre Kaffeerahmdeckelisammlung. Die Schweizerin hat Migräne!

Donnerstag:
Der Schweizer geht zur Arbeit. Die Schweizerin studiert Kochbücher und schreibt den wöchentlichen Einkaufszettel für Samstag.
Abends: der Schweizer wiederholt das Mittwochs-Ritual. Die Schweizerin besucht einen Handarbeits-Kurs (Häkeln oder Makramée). Die Schweizerin hat Migräne!

Freitag:
Der Schweizer geht zur Arbeit. Die Schweizerin putzt rund um die Uhr.
Abends: der Schweizer versucht mit allen Mitteln (oft gar mit Blumen!), seine Frau zu erneutem, biologischem Kontakt zu überreden. Die Schweizerin hat Migräne!

Samstag:
Der Schweizer und die Schweizerin gehen einkaufen.
Nachmittags: das Gärtchen wird auf Vordermann gebracht. Der Schweizer mäht den Rasen, die Schweizerin kümmert sich um die blutroten Geranien.
Abends: Pärchen gehen Tanzen. Familien gehen ins Kino.
Singles tummeln sich im Internet. - Die Schweizerin hat Migräne!

Sonntag:
Erst mal ausschlafen, dann ein gemütliches Frühstück, das sich bis in den Nachmittag hin zieht. Am Nachmittag die Kinderchen nett heraus putzen und auf dem immer gleichen Spaziergang fröhlich Gassi führen. Abends gehen alle früh zu Bett.
Die Schweizerin hat Migräne!

Aus dem Land der hängenden Mundwinkel - macias


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Kommentare

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  • Queen500 15.06.2009 10:25
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
  • blaechae 30.11.2006 09:39
    Bewertete diesen Bericht als
    Thema verfehlt

    Thema völlig aus der Luft gegriffen. Erinnert mich an eine frustrierte, verklemmte Frau, die kein Haar lassen kann. Dieser Bericht hat mit der Realität nichts zu tun. Ich frage mich warum man dich so enttäuscht hat????!

  • Thomasina 28.03.2005 13:58
    Bewertete diesen Bericht als
    besonders hilfreich

    Genial! Ich glaub', ich bin doch ein Schweizer :-) LG Thomas

  • Koivu 31.10.2004 11:20
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
  • Moerdergruebchen 29.10.2004 18:15
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
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