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Erfahrungsbericht

für Schweden, Allgemeines
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Kontra Regentage

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Der Autor

schnuck83 Seit 1 Nov 2002

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Wie vielleicht einige von euch wissen, bin ich vor einigen Tagen aus dem Urlaub gekommen. Nach 2 Jahren stand endlich mal wieder ein richtiger Sommerurlaub an. Wie auch vor zwei Jahren schon, waren wir auch diesmal nur mit Rucksack und Zelt unterwegs. Unser Ziel war Süd – Ost – Schweden. Wir hatten einen günstigen Flug bei Ryanair erwischt, packten unsere Rucksäcke mit diversen überlebenswichtigen Dingen und machten uns auf den Weg. Die Planung wurde soweit schon im Vorfeld getroffen. Hier könnt ihr also unsere Reise verfolgen!


03.09.2007 – Montag

Um halb fünf mussten wir aufstehen, damit wir pünktlich um halb sechs ins Auto steigen und an den Flughafen Frankfurt / Hahn fahren konnten. Die Fahrt verlief soweit ganz gut und wir kamen nach ca. 1 ½ Stunden auf dem Langzeitparkplatz an. Wir sattelten unsere großen, schweren Rucksäcke und begaben uns zum Check – In. Das Gepäck losgeworden, mussten wir uns erst einmal ein Frühstück besorgen. Hierzu gingen wir einfach in ein Flughafencafé und genehmigten uns einen großen Kaffee und etwas zu Essen.
Um 9.25 ging dann unser Flieger in Richtung Nyköping / Skavsta. Der Pilot schaltete den Turbo ein, so dass wir verfrüht um 11.15 in Schweden landeten. Das Wetter war ausgezeichnet, kleine weiße Wölkchen tummelten sich am Himmel und die Sonne schien warm auf uns herab. Am Flughafen schnappten wir dann unser Gepäck und suchten die Bushaltestelle, von der wir dann an den Bahnhof in Nyköping fuhren. Dort angekommen kauften wir uns dann die Zugtickets nach Vimmerby. Da der Zug allerdings erst 2 Stunden später abfuhr, machten wir uns auf die Suche nach einem Mittagessen. In den leeren Straßen Nyköpings fanden wir lediglich einen Döner / Pizza – Imbiss. Weiter die Straße runter zogen die Wolken auf einmal zu und ließen die ersten dicken Tropfen fallen. Ein paar Sekunden später hagelte es auch noch und innerhalb weniger Minuten waren wir recht nass. Nirgendwo in der Gegend konnten wir uns unterstellen, so dass wir mit Eile wieder zurück in den Imbiss gingen. Dort bestellten wir uns dann unser Mittagessen: Pizza und Cola. Sehr billig, gut und große Portionen!
Um dreiviertel Zwei sollte dann also unser Zug nach Vimmerby fahren. Am Gleis angekommen, warteten wir auf den Zug. Wie sich herausstellte, hat sogar ein Regionalzug in Schweden mehr Komfort als einer der Deutschen Bahn. Wir ließen uns in die Sitze fallen und genossen die Fahrt. In Linköping stiegen wir dann nach einer weiteren Kaffeepause in den Zug um, der uns an unser erstes Ziel bringen sollte. Wieder waren wir unterwegs und schossen einige tolle Fotos von der Gegend aus dem Zug.
Schließlich kamen wir gegen 18 Uhr am Bahnhof in Vimmerby an. Zu allererst mussten wir uns jedoch etwas Essbares für unseren Aufenthalt besorgen. Gleich in der Nähe des Bahnhofes fanden wir einen ICA (Supermarkt), in dem wir ein bisschen Brot, Käse, Nudeln, Bier und Wasser etc. kauften. Dort begegneten wir auch zwei anderen Backpackern, die uns schon im Zug aufgefallen waren. Gemeinsam mit ihnen machten wir uns auf den Weg zu unserem ersten Campingplatz „Nossenbaden“. Ungefähr 5 Kilometer mussten wir zurücklegen, bis wir schließlich auf dem leeren Campingplatz ankamen. Die Rezeption war geschlossen, kein Feriengast war zu sehen. Wir schlugen also unser Zelt direkt am See auf und genossen den anstehenden Sonnenuntergang. Dann gab’s ein Bierchen und das erste Abendessen, gekocht in der Küche des Campingplatzes: Nudeln mit Tomatensauce. In der Nacht fielen die Temperaturen so sehr, dass wir uns sehr warm einpacken mussten! Mit dicken Socken, langer Unterhose, Jogginghose, Longsleeve, T-Shirt und Pulli kuschelten wir uns in unsere Schlafsäcke und verbrachten die Nacht trotzdem mehr oder weniger frierend.


04.09.2007 – Dienstag

Am nächsten Morgen erwachten wir sehr früh. Ein Blick aus dem Zelt zeigte uns den See in Nebel gehüllt, was uns ein Foto wert war. Wir versuchten noch ein wenig zu schlafen und standen etwas später gegen halb 11 auf. Die Aussicht, jeden Tag nach Vimmerby laufen zu müssen, war für uns der Anlass, ein Auto zu mieten. Wir liefen also wieder in die Stadt und fanden bei einer Tankstelle ein günstiges Angebot, so dass wir also für die nächsten 2 Tage ein Gefährt hatten. Wir begaben uns gleich noch einmal zum Campingplatz und holten etwas Proviant und unseren Reiseführer bzw. Straßenkarten. Der erste Ausflug mit unserem Auto führte uns dann Richtung Westen über die E33. Der erste Stopp war in Pelarne. Dort steht eine der ältesten Holzkirchen Schwedens aus dem 13. Jahrhundert. Einige Kilometer weiter fanden wir dann Bullerby. Sozusagen auf Astrid Lindgrens Spuren besuchten wir die drei Höfe von Bullerby und machten uns danach auch auf den Weg nach Katthult, wo Michel einigen Unfug anstellte.
Danach ging unser Ausflug wieder zurück Richtung Vimmerby, wo wir noch das Elternhaus von Astrid Lindgren besuchten. Später gingen wir noch einmal einkaufen und am Abend gab’s Broccoli- und Paprikagemüse mit Fischstäbchen. Da wir am nächsten Tag einen größeren Ausflug planten, gingen wir auch entsprechend früh ins Zelt zum Schlafen.


05.09.2007 – Mittwoch

Früh aufgestanden um zu Duschen und unsere Backpacker – Bekanntschaft zum Bahnhof zu fahren (damit die Armen nicht laufen müssen), begaben wir uns also auf unseren zweiten Ausflug. Ungefähr 50 Kilometer mussten wir fahren, um nach Eksjö zu kommen. Dort findet man dann eine der ältesten Holzhäuser Schwedens. Die Altstadt von Eksjö ist – wie der Name schon sagt – sehr alt und sehr schön. Die Häuser sind schön bunt, aus Holz und sogar Weltkulturerbe. Nach einem Bummel durch die schöne Altstadt und einem Besuch in der Touristeninfo, holten wir uns was vom Chinesen und setzten uns auf einen schönen Platz, um unser Mittagessen zu genießen. Bei schönstem Sonnenschein gingen wir danach zurück zum Stora Torget (dem Marktplatz) und besorgten uns noch eine frische, geräucherte Makrele vom Markt. Dann ging unser Ausflug weiter zum Naturreservat Sturugata. Unser Auto stellten wir auf dem Parkplatz ab und folgten per Fuß dem Pfad durch den Wald auf den Skuruhatt. Dieser große Felshügel bot uns eine fantastische Aussicht über Smaland mit seinen Wäldern und Seen. Weiter ging es durch den Wald. Wir sammelten Heidelbeeren direkt vom Strauch und ließen uns auf dem Weg zur Skurugata nicht von umgestürzten Bäumen oder großen Felsen abhalten. Skurugata ist eine große Felsschlucht, die mitten im Wald liegt. Die Bergwände sind bis zu 50 Meter hoch, wobei der Weg hindurch stellenweise nur 7 Meter breit ist. Das Laufen war schon anstrengend, trotzdem waren wir fasziniert von der Landschaft. Überall wuchsen Moose, Heidelbeeren, Pilze. Ein kleiner Bach, umgestürzte Bäume und Felsblöcke vervollständigten das Bild. Einfach toll. Auf dem Weg zurück zum Parkplatz trafen wir im Wald sogar auf ein Eichhörnchen, dass sich durch uns nicht vom Knabbern an einem Tannenzapfen abhalten ließ. Nach knapp 2 Stunden „Spaziergang“ kamen wir dann wieder am Parkplatz an und machten uns auf den Weg zurück zum Campingplatz nach Vimmerby. Dort angekommen ließen wir uns die Makrele schmecken. Mein Schatz wagte das Bad im See, wobei es doch ziemlich kalt war. Am Abend machten wir unser restliches chinesisches Essen warm, tranken das Bier leer und legten uns schlafen. Am nächsten Tag sollte unsere Reise weitergehen.


06.09.2007 – Donnerstag

Nach dem Aufstehen packten wir unsere sieben Sachen in die Rucksäcke - wobei unser Außenzelt von einer gebrochenen Zeltstange verletzt wurde – und setzten uns ins Auto auf dem Weg nach Vimmerby. Dort angekommen, frühstückten wir in einer Bäckerei und schauten uns danach noch einmal das Städtchen an, kauften Postkarten und machten noch einige Fotos. Das Wetter war nicht mehr ganz so gut wie an den Tagen zuvor. Gegen ein Uhr setzte meine bessere Hälfte mich und die Rucksäcke am Bahnhof ab und brachte das Auto zurück. Dann kauften wir uns die Tickets für den Zug und warteten auf dessen Ankunft. Wieder waren wir erstaunt über den Komfort des Zuges. Hier konnten wir unsere Handyakkus aufladen und genossen die Fahrt und den Ausblick. Nach 2 Stunden Fahrt kamen wir in Kalmar an. Dort mussten wir nur 20 Minuten auf unseren Anschlussbus warten, der uns dann auf die Insel Öland brachte. Nach weiteren 1 ½ Stunden Fahrt ließ uns der Busfahrer an der Haltestelle unseres zweiten Campingplatzes aussteigen: Böda Sand! Von hier aus mussten wir nur 2 Kilometer zum Campingplatz laufen. Dort angekommen schlugen wir unser kaputtes Zelt auf, verarzteten es mit 2 wasserdichten Pflastern (hat super gehalten) und gingen sofort an den Strand, um das Meer zu begrüßen. Da es auch schon relativ spät (so gegen halb acht) und die Sonne am untergehen war, erlebten wir ein Farbenspiel der besonderen Art. Das Meer war brettflach und schimmerte richtig silbern, der Himmel dagegen war hellblau, ein wenig rosa und alles war ein richtig toller Anblick! Da sich unsere Gaskartusche aus irgendwelchen Gründen selbst zerstörte, kochten wir mal wieder in der Küche des Campingplatzes. Da wir noch nicht einkaufen waren, gab es nur ein kleines Mahl bestehend aus frischen Tomaten und Buchstabensuppe. Fertig von der langen Reise fielen wir früh in unsere Schlafsäcke.


07.09.2007 – Freitag

Mit dem Vorsatz, endlich mal gar nichts zu tun, wachten wir am Morgen auf. Scheinbar regnete es leicht, da wir ein unregelmäßiges Tropfen auf dem Zeltdach hörten. Nichts wie raus aus dem Zelt und nachgeschaut, was das Wetter macht. Mmh…komisch, blauer Himmel war zu sehen. Nach weiteren Inspektionen war jedoch die Ursache des Tropfens sofort sichtbar: ein paar freche Spatzen und Meisen hatten doch tatsächlich unser Zelt als Vogelklo benutzt… Naja, immer noch besser als Regen! Da wir diesmal auf einem 5* - Campingplatz waren, gab es hier sogar einen platzeigenen Supermarkt. Zuviel erwartet hatte der aber geschlossen, weil wir ja in der Nebensaison hier waren. An der Rezeption meldeten wir uns dann erst einmal an und fragten nach Fahrrädern. Die nette Dame dort konnte weder Deutsch noch Englisch und verstand recht wenig, was wir von ihr wollten. Gott sei Dank rief sie dann eine weitere Angestellte, die Englisch verstand. Bei ihr meldeten wir uns an und bekamen sogar Fahrräder ausgeliehen. Gratis! Somit war es uns möglich per Rad in den nächsten Ort zu fahren, um uns etwas zum Essen zu kaufen. Die Drahtesel brachten uns sicher, aber mit Schmerzen im Allerwertesten 6 Kilometer weiter nach Byxelkrok. Dort angekommen, besuchten wir den Hafen und machten eine kleine Pause bei strahlendem Sonnenschein. Später gingen wir in einem Hafenrestaurant etwas essen und machten uns danach auf zum ICA am Ortsrand. Dort kauften wir Postkarten, Köttbullar, Kartoffeln, Saft, Bier, Tomatensauce…eben alles was das Backpackerherz so begehrt. Damit hatten wir genug für die nächsten Tage und begaben uns auf die Rückfahrt zum Campingplatz. Am Mittag rief nach dem Postkarten – Schreiben der Strand. Mit Buch, Handtuch und Gummibärchen bepackt legten wir uns entspannt ans Meer und genossen endlich mal das süße Nichts – Tun. Leider verschwand die Sonne ein wenig und es wurde recht frisch. Das machte uns nichts und wir hielten bis halb acht am Strand aus. Zurück am Zelt war der Campingplatz auf einmal voll mit Wohnwägen und schicken Leuten, die alle Richtung Campingplatz – Restaurant pilgerten…kurz nachgesehen…eine Hochzeit…da waren wir wohl nicht eingeladen und machten uns eben unser eigenes Festmahl: Köttbullar mit brauner Sauce und Kartoffeln. Anschließend ging’s wieder zurück zum Zelt. Eine weitere Nacht in unseren Schlafsäcken war angesagt.


08.09.2007 – Samstag

Wir erwachten bei Regen. Dunkle Wolken waren am Himmel zu sehen und bescherten uns den ersten Vormittag im Zelt. Zum Glück hatten wir beide gute Bücher mitgenommen, so dass uns der halbe Tag im Zelt nicht so viel ausmachte. Gegen Mittag verzogen sich die Wolken, so dass wir wieder an den Strand gingen und einfach mal wieder faul waren. Als nach ein paar Stunden wieder die Wolken kamen, gingen wir zurück zum Zelt und lasen dort weiter. Später bemerkten wir, wie schwarz und bedrohlich die Wolken über unserem Zelt hingen. Jetzt mussten Vorkehrungen getroffen werden. Die Rucksäcke mussten wasserdicht in große Mülltüten gesteckt werden, alles was noch vor dem Zelt stand, musste ebenfalls sicher stehen. Kaum waren wir fertig mit den Vorbereitungen, kam auch schon das Unwetter. Wir wollten unser Abendessen zubereiten, also ließen wir alles so wie es war und gingen in die Küche. Dort gab es dann abermals Nudeln mit Tomatensauce. Das Gewitter wütete, alles war nass, wir waren sicher in der Küche, das Essen schmeckte und als wir später wieder zum Zelt kamen, war alles so wie es sein sollte. Rucksäcke waren trocken, im Zelt war es trocken und das super Pflaster auf dem Außenzelt hatte dem Wetter wirklich getrotzt! Wir setzten uns wieder ins Zelt und verbrachten den Abend mit Lesen. Später machten wir noch einen kleinen Spaziergang zum Meer und bestaunten die Hochzeitsgesellschaft, die am Pool des Campingplatzes feierte. In der Nacht regnete es noch ab und zu, aber wir waren sicher vor dem Nass!


09.09.2007 – Sonntag

Heute sollte es weiter gehen mit unserer Reise. Früh morgens packten wir in der Küche unsere Sachen, damit wir nicht nass wurden. Es regnete stellenweise noch immer. Ausgeschlafen waren wir auch nicht, da die Hochzeit lange dauerte und die Band bis tief in die Nacht spielte. Alles in unseren Rucksäcken verstaut und diese mit dem Regenschutz gesichert, machten wir uns auf den 2 Kilometer langen Weg zurück an die Bushaltestelle. Dort – das dachten wir zumindest – sollte der Bus um 10.45 vorbeikommen. Als wir jedoch genauer auf den Busfahrplan schauten, stellten wir fest, dass der besagte Bus erst in Böda startete und somit nicht an unserer Haltestelle vorbeikommen würde. Mist! Was nun?! Eigentlich wollten wir so früh fahren, damit wir schon an diesem Tag weiter wieder Richtung Nyköping kommen. Das konnten wir nun vergessen, da der nächste Bus, der Öland verlässt erst wieder um 16.25 fuhr. Nun hatten wir folgende Möglichkeiten: an der Bushaltestelle warten bis der Bus am Nachmittag kommt…nach Böda trampen in der Hoffnung, dass wir den Bus noch erwischen…oder nach Böda laufen und die Zeit dort verbringen, bis der nächste Bus fährt. Da die erste Möglichkeit wirklich nicht gut war, versuchten wir es mit der zweiten. Da in Schweden das Trampen zwar erlaubt aber verpönt ist, nahm uns auch niemand mit. Also hieß es jetzt, mit Sack und Pack nach Böda zu laufen. Nach ca. 5 Kilometern erreichten wir das Ortsschild, was aber nicht heißt, dass dies auch der Ort war. Böda ist ein typischer Straßenort. Das heißt, dass die Häuser Bödas entlang einer langen, langen Straße liegen. Die Bushaltestelle lag am anderen Ende, was ungefähr noch mal 2 – 3 Kilometer entfernt war. Dort angekommen gingen wir noch ein Stück weiter, um uns bei einem kleinen ICA ein Frühstück zu kaufen. Das wollten wir eigentlich vor dem Supermarkt auf einer Bank verspeisen, der Regen jedoch holte uns ein, so dass eben wir im kleinen Vorraum des ICA unser Frühstück zu uns nahmen. Alle Leute schauten uns sehr seltsam an, wie wir uns dort unsere Brötchen mit Räucherlachs belegten und so unser Mahl einnahmen. Als wir fertig gegessen hatten, sahen wir ein, dass wir nicht noch 3 Stunden hier rum stehen konnten und liefen zurück zur Bushaltestelle. In der Nähe entdeckten wir ein Café, in dem wir dann die Zeit bis zur Abfahrt des Busses verbrachten. Bei warmem Kaffee und Muffins waren wir hier also sicher vor dem Regen und warteten noch 2 Stunden. Danach gingen wir zur Bushaltestelle und erwarteten den Bus nach Kalmar. Nach ca. 10 Kilometern Fußmarsch waren wir echt froh, endlich im Bus sitzen zu können. Nachdem dann der Plan scheiterte, weiter Richtung Nyköping zu kommen, entschlossen wir uns kurzerhand die Nacht in Kalmar zu verbringen. Dort angekommen, suchten wir das (neu renovierte) Vandrarhem – eine Jugendherberge – auf, in der wir endlich mal wieder in richtigen Betten schlafen konnten. Für 20 Euro die Nacht genossen wir dann wieder ein kleines Stück Luxus. Am Abend besuchten wir noch die Stadt, bummelten durch die Fußgängerzone und aßen in einem Pub das beste Essen des Urlaubs. Frisch vom Grill gab es hier Hühnerbrust bzw. Rindersteak mit hauseigener Sauce Bérnaise, leckerer Limonenbutter und Ofenkartoffel, dazu ein großes erfrischendes Bier! Auf dem Weg zurück zu unserer Unterkunft spürten wir unsere Füße kaum noch und fielen dann auch schon todmüde und richtig erschöpft ins bequeme Bett. Am nächsten Morgen sollte es schließlich weiter gehen.


10.09.2007 – Montag

Schon eine Woche waren wir nun unterwegs und begaben uns heute von Kalmar mit dem Bus wieder Richtung Norden. Eigentlich war die nächste geplante Station Valdemarsvik. Da wir aber nicht genau wussten, wie weit die Bushaltestelle dort von dem Campingplatz entfernt war, planten wir um und fuhren auf der gleichen Strecke – aber nicht so weit – nach Västervik. Dort gab es entweder einen Campingplatz oder wieder ein Vandrarhem. Auf der 2stündigen Busfahrt dorthin entschieden wir uns wegen dem Wetter – es regnete immer noch vereinzelt – für eine Jugendherberge. In Västervik angekommen suchten wir nun erstmal eine Unterkunft. Geplant waren die nächsten zwei Nächte in einem alten Fischerhäuschen zu verbringen, die man mieten konnte. Leider war ja Nebensaison und die Häuschen samt Rezeption geschlossen. Wir suchten die Touristeninfo auf und bekamen dort Hilfe, eine Jugendherberge zu finden. Kurze Zeit später standen wir auch schon vor unserer Herberge und bekamen ein Zimmer. Die verantwortliche Dame war geschäftsmäßig in Stockholm unterwegs, ihr Mann aber überließ uns den Schlüssel und verschwand sofort wieder. Die Unterbringung war – im Gegensatz zur Nacht vorher in Kalmar – fast eine echte Absteige. Die Betten waren nur bezogen mit einem Betttuch, was nicht wirklich sauber aussah, darauf lag nur eine Matte. Die Kissen waren irgendwann mal weiß gewesen und die Decken verlagerten wir sofort in eine unerreichbare Ecke. Auf dem Boden lagen vereinzelt schwarze lange Haare und die Dusche, die wir auf dem Gang vorfanden erschien auch nicht einladend. Dafür war die Toilette einigermaßen sauber und es hingen sogar Handtücher dort. Naja, wir mussten ja nur dort schlafen. Wir hinterließen unser Gepäck auf dem Zimmer und machten uns auf den Weg in die Stadt. Dort bummelten wir durch die Straßen und aßen wieder in einem Pub zu Mittag. Diesmal gab es Pizza bzw. Spareribs. Danach suchten wir einen Supermarkt um uns für die nächsten Tage mit Essen einzudecken. Auf dem Einkaufszettel standen Brötchen, Kannelbullars (Zimt - Schneckennudeln), Bier, Saft und Knabbereien. So ausgestattet gingen wir zurück in unsere Herberge und ließen den Abend mit schwedischem Fernsehen und Lesen ausklingen.


11.09.2007 – Dienstag

Ausgeschlafen machten wir uns dann an diesem Vormittag wieder auf in die Stadt. Zuerst bestaunten wir die tolle Kirche St. Petri von Västervik. Dann schlenderten wir vorbei am Hafen durch die Fußgängerzone und machten eine kleine Shoppingtour. Gegen Mittag gingen wir zu einem kleinen Italiener und genehmigten uns – wie schon so oft – das Dagens Rät (also das Tagesessen). Diesmal gab es Pasta mit einer Weißwein – Fisch – Sauce. Danach spazierten wir, vorbei an der Touristeninfo, die auf einer kleinen Insel liegt, weiter auf die andere Seite Västerviks. Dort liegt eine kleine Anhöhe, von der aus man einen tollen Blick auf die Stadt mit ihren Schären hat. Wieder zurück in der Innenstadt besuchten wir den Pub vom Vortag, um die zweite Halbzeit des Frauen WM – Spiel Schweden gegen Nigeria zu sehen. Danach gingen wir noch mal zum Supermarkt und zurück zum Vandrarhem. Hier lasen wir noch ein wenig, aßen zum Abendessen einen geräucherten Lachs und lümmelten uns dann vor den Fernseher um „Americas Next Topmodel“ zu sehen. Ein fauler Abend ging zu Ende.


12.09.2007 – Mittwoch

Der Tag der Abreise war gekommen. Wir standen nicht allzu spät auf und packten ein letztes Mal unsere Rucksäcke. Um 10.50 sollte unser Bus nach Nyköping fahren. An der Bushaltestelle angekommen, war auch bald der Bus da. Also stiegen wir ein und fuhren los. Nach 2 ½ Stunden Fahrt kamen wir in Nyköping an und bummelten noch ein wenig durch die Fußgängerzone. Hier aßen wir im Gasthaus zum goldenen M zu Mittag und machten uns dann wieder auf den Weg zum Bahnhof, wo der Bus zum Flughafen fahren sollte. Dort mussten wir nur eine halbe Stunde warten, schon kam der Bus und brachte uns nach Nyköping / Skavsta. Wir checkten ein, waren somit wieder unsere Rucksäcke los und genehmigten uns im Flughafencafé noch ein Bierchen. Um 19 Uhr startete unsere Maschine mit einer halben Stunde Verspätung in den schönen schwedischen Abendhimmel und landete gegen halb neun wieder in Frankfurt / Hahn.


--- Fazit ---

Die 9 Tage durch Schweden haben wirklich Spaß gemacht. Nach unserer Tour durch die Toskana hatten wir ja schon ein wenig Backpacker – Erfahrung. Die Wege durch Schweden waren per Zug und Bus ganz toll zu schaffen. Im Vorfeld konnten wir uns schon im Internet über diverse Haltestellen und Möglichkeiten informieren. Die Preise für die Tickets hielten sich auch in Grenzen, so dass wir relativ günstig von einem Ort zum anderen kamen. Die Campingplätze waren auch in Ordnung. Leider war ja schon Nebensaison. Dies bedeutete für uns, dass es auf den Plätzen an sich nichts zu Kaufen gab. Weder Essen, noch Freizeitmöglichkeiten waren vorhanden. Eigentlich wollten wir auch einen Kanuausflug machen, was auch nicht mehr möglich war. Die Hostels waren auch annehmbar. Wenn wir gewusst hätten, das die Herberge in Västervik nicht gerade sauber ist, wären wir im Nachhinein noch eine Nacht in Kalmar geblieben. Aber auch das war so in Ordnung.
Insgesamt hatten wir einen ereignisreichen und spannenden Urlaub! Ein paar Zahlen können dies bestätigen:
2 Flüge, 2 Campingplätze, 2 Hostels, viele Busse und Züge, um die 800 Kilometer haben wir zurückgelegt, 7 Tage Sonnenschein und nur 2 richtige Regentage, Wasser von See und Meer, Festland und Insel besucht…einfach sehr vielfältig und sehenswert! Hat Spaß gemacht, Erholung war teilweise auch vorhanden! Wer weiß, wo es das nächste Mal hingeht!


--- Ein paar Linktipps ---

www.resplus.se (Hier kann man sich über alle Zug- und Busverbindungen in Schweden informieren)

www.camping.se (Diverse Campingplätze in Schweden findet man hier)

www.nossen.nu (Die Homepage des Campingplatzes Nossenbaden in Vimmerby)

www.bodasand.se (Die Homepage des Campingplatzes Böda Sand in Böda auf Öland)

www.hotellsvanen.se (Das Vandrarhem in Kalmar)

http://www.vastervik.se/sites/turist/tem​plates/Turist_Page.aspx? id=8175 (Hotel Malmen in Västervik)

So, dann hoffe ich mal, dass euch mein Bericht gefallen hat. Schweden ist als Urlaubsland sehr zu empfehlen. Die Lebensmittel sind nicht teurer als bei uns, die Campingplätze sind preislich auch in Ordnung, nur die Jugendherbergen sind etwas teurer. Viel zu sehen und entdecken gibt es dennoch!

Also bedanke ich mich nun brav für eure Lesungen, Bewertungen und Kommentare! Liebe Grüße an euch! Macht’s gut!

PS: Ich würde ja gerne Bilder hochladen, leider klappt das im Moment nicht. Da hat Ciao wohl wieder eine Spinnerei. Werde es aber weiterhin probieren! Sorry

Bilder

für Schweden, Allgemeines
Im Zug auf dem Weg nach Vimmerby!
von schnuck83 schnuck83

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Kommentare

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  • Xivender 07.11.2008 18:50
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
  • pojo 26.09.2008 18:05
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
  • Melle86 03.08.2008 15:20
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
  • Mungi60 08.03.2008 09:32
    Bewertete diesen Bericht als
    besonders hilfreich

    Toller Bericht und tolle Bilder von Dir. In Kalmar waren wir leztes Jahr auch. Dieses Jahr gehts nach Norwegen! *freu* Gruß Achim :-)

  • krissi83 05.02.2008 20:23
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
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