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Pro Nahe Geschichte, tolle Gegend
Kontra teurer Eintritt, nichts für "Nichtläufer"...
Detailbewertung
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Da wir das "Königsticket" gekauft hatten, konnten wir beide Schlösser besichtigen: Zuerst Hohenschwangau, dann Neuschwanstein.
Einiges deckt sich mit meinem Bericht zu Hohenschwangau.Nachdem wir Schloß Hohenschwangau besichtigt hatten, hatten wir ca. 1 Stunde Zeit, um zur Führung durch Schloß Neuschwanstein zu kommen.
Das ist zwar recht lang, aber doch knapp, denn man muß ja noch zum Schloß hinauf. Wir hatten auch inzwischen ein wenig Hunger. So aßen wir schnell eine Bratwurst an einem Schnellimbiß.Wer nicht gut zu Fuß ist, sollte sich auf jeden Fall viel Zeit nehmen und dies auch bei der Buchung des Königstickets dazu sagen. Man kann mit der Kutsche, dem Bus oder zu Fuß hinauf gehen. Aber selbst, wenn man die Kutsche wählt, muß man von deren Haltepunkt unterhalb des Schlosses noch eine ganzes Stück laufen. Ebenso ist im Schloß einiges per Treppen zu bewältigen.
Wie schon im anderen Bericht erwähnt, gibt es hier Führungen für Behinderte, die mittwochs angeboten werden.
Ludwig II., seit 1864 König von Bayern, richtete folgende Zeilen im Mai 1868 an den verehrten Richard Wagner:
"Ich habe die Absicht, die alte Burgruine Hohenschwangau bei der Pöllatschlucht neu aufbauen zu lassen im echten Stil der alten deutschen Ritterburgen, und muss Ihnen gestehen, dass ich mich sehr darauf freue, dort einst (in 3 Jahren) zu hausen; mehrere Gastzimmer, von wo man eine herrliche Aussicht genießt auf den hehren Säuling, die Gebirge Tirols und weithin in die Ebene, sollen wohnlich und anheimelnd dort eingerichtet werden; Sie kennen Ihn, den angebeteten Gast, den ich dort beherbergen möchte; der Punkt ist einer der schönsten, die zu finden sind, heilig und unnahbar, ein würdiger Tempel für den göttlichen Freund, durch den einzig Heil und wahrer Segen der Welt erblühte. Auch Reminiszenzen aus ,Tannhäuser' (Sängersaal mit Aussicht auf die Burg im Hintergrunde), aus ,Lohengrin' (Burghof, offener Gang, Weg zur Kapelle) werden Sie dort finden; in jeder Beziehung schöner und wohnlicher wird diese Burg werden als das untere Hohenschwangau, das jährlich durch die Prosa meiner Mutter entweiht wird; sie werden sich rächen, die entweihten Götter, und oben weilen bei Uns auf steiler Höh, umweht von Himmelsluft."
Neuschwanstein wurde auf Resten einer alten Burgruine errichtet, 1868 ließ Ludwig II. sie entfernen, eine Felskuppe absprengen und Wasserleitungen und eine Straße anlegen. Am 05. September 1869 wurde der Grundstein gelegt.
17 Jahre später war das Schloß noch immer nicht vollendet, dies sollte aus so bleiben. Hier erfuhr der König die bitterste Demütigung seines Lebens: er wurde in Abwesenheit für verrückt erklärt und am 12. Juni 1886 an den Starnberger See gebracht, zu Schloß Berg.Bereits wenige Wochen nach seinem Tod wurde Schloß Neuschwanstein für die Öffentlichkeit zugänglich. Ab jetzt kommen jährlich tausende Touristen, um es zu besichtigen aus aller Welt. Es ist eines der bekanntesten Orte Deutschland.
Heute gehören alle Schlösser Ludwig II. (also Neuschwanstein, Herrenchiemsee und Linderhof) der Bayerischen Verwaltung der staatlichen Schlösser, Gärten und Seen.
Der Rundgang
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Über eine Wendeltreppe gelangt man ins 3. Obergeschoß. Das 2. ist nie fertig gestellt worden.
Die Vorhalle trennt die Wohn- von den Repräsentationsräumen des Königs. Sie ist geschmückt mit farbigen Malereien. Die schmiedeeisernen Lüster wurden in München angefertigt.Man gelangt nun in den Thronsaal. Stufen aus Carrara-Marmor führen zu Apsis, die den Thron aus Gold und Elfenbein umschließen sollten. Jedoch blieb sie leer, nach dem Tod des Königs wurden alle Arbeiten eingestellt.
Die Gemälde zeigen u. a. die 12 Apostel, außerdem das 4. Schloß, Bug Falkenstein, welches nie gebaut wurde.
Der große Lüster stellt eine byzantinische Krone dar, ist aus Messing und trägt 96 Kerzen. Mittels einer Winde kann der 18 Zentner schwere Leuchter zum Reinigen und Wechseln der Kerzen herunter gelassen werden. Der Mosaikfußboden besteht aus mehr als 2 Mio. Steinchen. Der Saal ist 15 m hch und 20 m lang.
Weiter geht es ins Speisezimmer. Hier finden sich Szenen aus der Wartburg (welche Ludwig II. besucht hat) zur Zeit des sagenhaften Sängerkrieges (ca. 1207). Richard Wagner, von Ludwig verehrt, hat dieses Thema in der Thannhäusersage als Vorlage für eine seiner Opern gewählt.
Gemalt wurden sie von Ferdinand Piloty aus München.
Speisen wurden mittels Sepseaufzug aus der Küche herausgeholt.
Der Tafelaufsatz ist aus vergoldeter Bronze. Der Sockel ist aus Carrara-Marmor.
An das Schlafzimmer grenzt das Betzimmer, eine Hauskapelle im neugotischen Stil. Am Altar ist ein wertvolles Elfenbeinkruzifix. Bilder und Fenstermalereien zeigen Ausschnitte aus dem Leben Ludwig IX.
Weiter geht es in das Ankleidezimmer des Königs. Es ist das einzige Zimmer ohne Holzdecke. Das Deckengemälde erweckt den Eindruck einer offenen Laube.Durch eine künstliche angelegte Tropfsteinhöhle, am Wintergarten vorbei, kommt man ins Wohnzimmer. Es ist ein großer Saal mit durch Säulen abgeteilte kleinere Sitzecke, dem sog. Schwaneneck. Thema der Wandgemälde ist eine Lohengrin-Sage, von der Richard Wagner zu seiner Lohengrin-Oper inspiriert wurde.
Die Türen des großen Bücherschrankes zeigen Bilder von Ferdinand Piltoy aus den Sagen Tristan und Isolde, Parzifal und Siegfried. Im Erker steht eine große Blumenvase aus Nymphenburger Majolika in der Form eines Schwanes, dem Lieblingstier des Königs. Der Leuchter ist aus vergoldetem Messing mit 48 Kerzen. Die Bezüge und Vorhänge sind aus hellblauer Seide und mit Schwanenmotiven bestickt.
Das einfacher gehaltene Vorzimmer zum Arbeitszimmer war für den Adjudanten des Königs. Die Vorhänge und Möbelbezugsstoffe sind aus blauem mit Goldfäden durchzogenen Wollstoff. Hier findet man schon zu Ludwigs Zeiten eine elektrische Rufanlage.
Vorletzte Sehenswürdigkeit ist der Sängersaal. Es ist eine Mischung aus dem Festsaal der Wartburg und dem dortigen Sängersaal. Die Gemälde sind der Parzifal-Sage entnommen. Die meisten sind Werke von Prof. Spieß und Ferdinand Piloty, beide aus München. Über den beiden Türen neben der Bühne ist das Wappen der Wittelsbacher mit der Inschrift "Ludwig II., König von Bayern, Pfalzgraf". Es ist der einzige Hinweis im ganzen Schloß auf den Erbauer! (Die Büste in der Vorhalle wurde erst 1988 aufgestellt.)Als Ludwig II. noch lebte, wurde der Sängersaal nie benutzt. Erst 1933 - 1939 gab es Konzerte. Seit 1969 nun ebenfalls wieder. Informationen erhält man dazu bei der Gemeinde Schwangau.
Abschluß bildet die Schloßküche. Sie ist vollständig erhalten und bietet einen schönen Einblick in die damalige Arbeitsweisen der Köche und Mitarbeiter. Das Gewölbe ist aus poliertem Stuck-Granit. Sehr fortschrittlich war damals fließendes kaltes und heißes Wasser und vollautomatischen Drehspießen für Wild- und Geflügelgerichte: durch die aufsteigende heiße Luft des Feuers im Ofen wurde eine Turbine angetrieben, die den Spieß drehte. (Übrigens eine Erfindung Leonardo da Vincis.)Nun geht es wieder hinaus. Man kommt nun in das 2. Obergeschoß, welches immer noch im Rohbau ist, man sieht das Mauerwerk, welches aber nun als "normal" anzusehen ist. Hier sind u. a. eine Caféteria, ein Saal, in dem man sich ein Video ansehen kann über Ludwig II. und einem Souvernirshop. Hier findet sich allerlei nettes, wichtiges und Dinge, die die Welt nicht braucht, aber zahlreich kauft!
Wieder draußen hat man noch die Möglichkeit, zur Pöllathschlucht zu gehen, etwa 20 Min. Fußweg. Dort befindet sich die Marienbrücke über die Schlucht. Pöllath ist ein Gebirgsbach, der den 45 m hohen Pöllathfall speist. Die Brücke ist freitragend und für damalige Zeiten eine technische Meisterleistung. 1866 wurde die Konstruktion der Königsfamilie an MAN in Auftrag gegeben. Nach der Mutter von König Ludwig II., Königin Marie, wurde sie Marienbrücke genannt.Wenn man weiter über die Brücke geht und ein Wanderer ist, kommt man nach ca. 3 Stunden durch Serpentinen zum Jagdhaus auf dem Tegelberg, heute ein Berg-Gasthaus.
Wir waren noch nicht bei der Brücke geschweige denn am Jagdhaus...
Das war's
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Es ist auch hier nicht gestattet, innen Fotos zu machen.
Es lohnt sich auf jeden Fall ein Besuch hier. Man sollte genug Zeit einplanen, um beide Schlösser anzusehen.Alles ist sehr ordentlich und gepflegt. Auch hier wird ständig restauriert.
Es ist sehr schön von innen und man bekommt einen Eindruck von der Schwermütigkeit des Königs. Es ist alles recht dunkel, wer Wagner kennt, weiß, daß die Opern eher "schwer" sind, eben passend zu Ludwig II. Mir persönlich gefallen Linderhof und Herrenchiemsee aus diesem Grund besser: sie sind beide heller und freundlicher. Aber man muß es sehen!
Die Gegend ist schon sehr schön, ich liebe Berge. Bei Sonne gigantisch, aber sicher auch reizvoll mit Nebel... Geheimnisvoll eben! Wie schon Ludwig II. sagte "Ein ewig Rätsel werde ich bleiben!"
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nicki28 09.11.2008 01:10
manuelmama 03.02.2008 15:17
Am meisten haben uns die hohen Parkgebüren gestört. LG Sabine
RalfiKoeln 26.06.2007 21:46
MarloweFF 02.11.2006 20:25
Leo56 26.10.2006 11:37
Habt ihr also Zeit dafür gefunden, die Bayern-Schlösser zu besichtigen. Ach, ich war dort mit meinen Kindern vor etwa 15 Jahren, vielleicht sollten wir mal wieder hinfahren. Schön, und für dich ein BH, sobald möglich
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