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Erfahrungsbericht

für Schloss-Hotel Frauenmark
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5 Sterne Kleines Hotel mit Charme Bericht mit Bildern
83 von 83 Ciao User haben diesen Bericht als hilfreich bewertet Bewertungen ansehen
Empfehlenswert: Ja

Pro Hotel für Individualisten, viele Antiquitäten

Kontra Im Winter nicht ausreichend geheizt

Der Autor

SusiG Seit 28 Aug 2003

Nach langer Zeit habe ich es mal wieder geschafft einen Bericht zu schreiben. Ich freue mich über... mehr

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Kleines Hotel mit Charme

Dank eines Geschenkgutscheins habe ich im Februar diesen Jahres drei Tage im Schlosshotel Frauenmark in Mecklenburg-Vorpommern verbracht. Schloss Frauenmark ist ein kleines Hotel in der Ortschaft Frauenmark nahe bei Parchim. Ein schöner Prospekt, den wir zusammen mit dem Gutschein erhalten haben, versprach einiges. Und so war es dann auch.
Das Schloss ist kein Hotel der üblichen Art. Schon beim Betreten stellt sich das Gefühl ein, in eine andere Welt einzutauchen und den Alltag zu vergessen. Es bietet vor allem Individualisten einen Aufenthalt der ganz anderen Art.

Der erste Blick auf das Hotel war nach der langen Fahrt jedoch ernüchternd. Doch selbst das schönste Hotel sieht an einem trüben Februarnachmittag wohl etwas trostlos aus. Von der grünen Wiese und den vielen Blumen, die im Prospekt so ein wunderschönes Bild versprachen, war natürlich nichts zu sehen. Aber bei näherem Hinsehen gewann das Hotel an Charme. Das zweistöckige Haus ist von einem großen Grundstück umgeben und wird von einem Zaun geschützt. Vor dem Gelände befinden sich zahlreiche Parkplätze.
Beim Eintritt ins Haus gelangt man direkt in eine Halle, die mit mehreren Sitzecken im antiquarischen Stil ausgestattet ist. In der Ecke befindet sich ein großer Sandsteinkamin, der bis zur Decke reicht. Und das prasselnde Feuer darin vermittelt sogleich ein Stück Behaglichkeit. Eine Rezeption sucht man jedoch vergeblich und daran wird auch gleich die Philosophie des Hauses deutlich:

Als Gast zählt man nicht als Kunde sondern als „Freund des Hauses“.

Das typische Hotelambiente fehlt daher komplett und man vermisst es auch nicht. Insgesamt gibt es 8 Zimmer bzw. Suiten, die alle in unterschiedlichen Farben und mit einigen Antiquitäten eingerichtet sind. Die Zimmer sind mal in blau, mal in lila oder in grün gehalten und werden statt mit Nummern mit Namen bezeichnet. Wir bewohnten „Laura“, das grüne Zimmer. Es besteht aus einem großen Bett mit Baldachin, einem Spiegelschrank und verschiedenen Sesseln sowie einem kleinen Sekretär. Das darin anschließende Badezimmer ist rosafarben gefliesst und enthält einen schönen Waschtisch, eine flach begehbare Dusche und die Toilette.

Der gesamte Stil des Hauses erinnert an englische Herrenhäuser (Manor-Houses) und das ist auch so beabsichtigt. Antiquitäten sind reichlich vorhanden und können erworben werden. Generell sind alle beweglichen Teile des Hauses zum Verkauf frei. Das Schloss dient auch als Ausstellungsraum für die Firma ARTE exklusiv und bietet daher einiges an Wohndekor.

Schloss Frauenmark wurde 1860 als typisches Mecklenburger Gutsschloss erbaut und bis 1945 auch als solches bewohnt. In den Nachkriegsjahren wurde es als Altenpflegeheim genutzt. Jahre der Abnutzung folgten, bis das Ehepaar Rothenberg das Schloss 1996 kauften und es komplett restaurieren ließen. Fotoalben, die im Schloss ausliegen, zeigen den damaligen Stand und belegen die Sanierung bis das Schloss als Hotel wieder eröffnet wird.

Als „Freund des Hauses“ kann man ungestört die einzelnen Räume im Erdgeschoss durchstreifen. Dort befindet sich u.a. das Restaurant „Claude Monet“. Es ist in den Farben grün, blau und gelb eingerichtet und vermittelt einen tollen sonnigen Eindruck. Hier wird Abendessen und Frühstück serviert. Für diejenigen, die lieber unter sich bleiben wollen, gibt es auch ein kleines Frühstückszimmer mit zwei Tischchen, die jeweils zwei Personen Platz bieten. Eine kleine Bar ist ebenso vorhanden wie eine Bibliothek und das Tee-Zimmer. In der Bibliothek stehen neben den großen Bücherschränken und Regalen ebenfalls bequeme Sitzmöglichkeiten zur Verfügung. Das Buchsortiment ist riesig. Hier findet sich für jeden Geschmack etwas: Reisebücher, Romane, Bücher zum Thema Landhausstil, Architektur, Tee und viele andere.
Im anschließendem Tee-Zimmer befinden sich in großen Dosen die verschiedenen Tee-Sorten, die das Hotel zur Verfügung hat. Ein besonderes Angebot des Hotels zur Tea-Time sind frische Scones, mit Creme und Marmelade (aus England sehr bekannt) und dazu eine große Kanne Tee. Dabei kann man sich seinen Wunsch-Tee aus einer dreiseitigen Karte aussuchen.

Das Essen war perfekt. Die Karte klein aber fein und die Chefin kocht selbst mit. Uns hat es jedenfalls prima gemundet. Die Preise sind angemessen und bezahlt wird erst am Ende des Aufenthalts. Das zählt auch für alles andere, was man verzehrt.
Das Ganze ist natürlich nicht billig. Eine Nacht im Doppelzimmer kostet 85,00-99,50 Euro, eine Übernachtung in der Suite 170,00 Euro. Doch es gibt zahlreiche Sonderangebote für ein Wochenendarrangement oder für 3 Schloss-Tage in verschiedenen Preiskategorien.

Die direkte Umgebung um das Schloss ist weniger interessant, aber für Spaziergänge herrlich geeignet. Für Ausflüge bieten sich die Residenzschlösser Güstrow, Schwerin und Ludwigslust an, die leicht mit dem Auto zu erreichen sind. Wir haben uns Güstrow angeschaut. Das dortige Schloss, in dem auch Wallenstein eine Zeitlang gelebt hat, sowie die Innenstadt bietet einiges für einen Besuch.
Nachmittags haben wir es uns zum Lesen am Kamin bequem gemacht, die Scones genossen und uns mit Büchern aus der Bibliothek versorgt. So kann man einen Winternachmittag wunderbar verbringen.

Wer sich einmal ein paar Tage so richtig erholen will, der ist hier genau richtig. Dank der abgeschiedenen Lage kann man hier herrlich ruhige Tage verbringen. Die gute Luft sorgt für einen ausgiebigen Schlaf und das leckere Essen für das leibliche Wohl. Kinder oder junge Leute, die Action wollen, sind hier allerdings fehl am Platz. Für Leute, die einen bestimmten Komfort erwarten, wird es wahrscheinlich auch nicht das Richtige sein kann. Aber wenn jemand mal abseits des typischen Tourismus einen Kurzurlaub verbringen möchte, der ist hier genau richtig. Denn Charme hat dieses Hotel auf jeden Fall.

Ich kann einen Besuch nur empfehlen. Aber vielleicht nicht unbedingt im Winter. Denn im Februar bei Außentemperaturen von minus 10° Grad kamen wir doch rechts ins frösteln. Die Heizung schaffte es leider nicht, das ganze Haus warm zu bekommen. So waren das Treppenhaus und die Flure eisigkalt und auch im Zimmer herrschte nicht gerade wohlige Wärme. Probleme gab es dann auch beim Duschen. Wer spät dran war, musste mit lauwarmen Wasser vorlieb nehmen.

Wer mehr wissen möchte, der kann sich im Internet unter www.schloss-frauenmark.de weiter informieren. Anbei auch einige Bilder, die ich im Februar gemacht habe. Ansprechpartner für einen Besuch im Schloss sind die Eigentümer Ingo und Petra Rothenberg (Telefon: 038723/80171 oder über Internet: info@schloss-frauenmark.de).

Das war mein erster Besuch im Schloss Frauenmark, aber bestimmt nicht mein letzter.

Ich hoffe, ich habe Euch das Hotel schmackhaft gemacht. Viel Spaß beim Lesen.

Bilder

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Schloss Frauenmark
von SusiG SusiG

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  • GerhardReus 12.09.2009 15:47
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich

    das sieht ja wirklich einladend aus... toll berichtet... glg

  • Xivender 16.11.2008 11:16
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
  • Shelagh 21.09.2008 12:31
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
  • blonde_lady 03.09.2008 20:39
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
  • noname_6032 23.03.2008 14:38
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich

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